SOS – Nicht suchen, sondern finden

Standard

Struktur, Organisation, System

Wenn Sie alles sofort finden würden, was Sie gerade brauchen, wie viel Zeit würden Sie einsparen? Und wie lange würden Sie benötigen, um alles so zurechtzulegen, damit Sie es sofort finden? Falls die Differenz des Zeitaufwands zwischen beiden Vorgängen zuungunsten des Suchens ausfällt, lesen Sie bitte weiter.

ZeitdiebAkzeptieren Sie: Der effektivste Zeitdieb sind Sie selbst. Sie legen Dinge dorthin, wo sie nicht hingehören. Sie lassen vieles liegen, wo Sie es benutzt haben, und Sie bringen nicht alles zurück, was Sie geholt haben. Sie bewahren Dinge auf, die Sie nie mehr benutzen werden.

UnbrauchbaresSie brauchen vielleicht ein wenig mehr Übersicht zu den Dingen, die Sie verwenden. Sie müssen nicht alles aufheben, nur weil es möglicherweise irgendwann einmal noch nützlich sein könnte. Benötigen Sie wirklich sämtliche Kugelschreiber, die sich bei Ihnen angesammelt haben und von denen einige bereits vertrocknet sind? Benötigen Sie wirklich alle Unterlagen in Ihren Ordnern, deren Inhalte veraltet sind, noch bevor Sie sie noch einmal in die Hand nehmen? Sind wirklich sämtliche E-Mails und Dokumente, die Sie gespeichert haben, so wichtig, dass Sie sie archivieren müssen? Werfen Sie die unbrauchbaren Sachen weg, löschen Sie die veralteten Dokumente.

Ohne VerlustSchauen Sie sich in Ihrem Raum um. Sehen Sie nicht einen Gegenstand, auf den Sie ohne Verlust verzichten könnten? Nicht gemeint sind Ihre Solitäre, die als Besonderheiten einen Akzent setzt oder mit denen Sie eine Erinnerung verbinden. Aber wenn Sie zu viele Solitäre haben, sind sie nicht mehr besonders. Wenn Sie eine prächtige Pflanze stehen haben, die Sie gerne sehen, pflegen Sie sie weiter; ist die Pflanze unansehnlich, vielleicht sogar vertrocknet, entsorgen Sie sie.

ÜberflüssigesWenn Sie wüssten, wie viel Energie Sie täglich für das Suchen verschwenden, hätten Sie wohl schon längst vieles Überflüssige entsorgt und eine vernünftige Struktur in das Übrige gebracht. Genervt hat Sie das Suchen sicher immer wieder, nur getan haben Sie dagegen bisher zu wenig. Womöglich sollten Sie Ihre Abneigung gegen die Vorstellung überwinden, wie anstrengend es wäre, mehr Ordnung zu halten und ein bisschen mehr Disziplin zu entwickeln. Jetzt ist die Zeit dafür reif.

Welch ein Unsinn, den Gedanken zu fürchten,
man könne sein Leben auf einmal wegwerfen,
und doch bedenkenlos beim Suchen
Stück für Stück davon zu verschleudern.[1]

Konzentration

10 MinutenStehen Sie jetzt nicht auf, um mit dem Ordnungmachen und dem Wegwerfen anzufangen. Beginnen Sie mit der Konzentration auf die Veränderung, die Sie erreichen wollen: Nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit für Ihr Vorhaben – plus fünf Minuten, falls Sie etwas länger brauchen. Lassen Sie sich nicht ablenken, schalten Sie so lange Ihr Telefon aus und schließen Sie die Tür.

WiederfindenErinnern Sie sich zunächst an eine Gelegenheit, in der Sie sich über lästiges Suchen geärgert haben. Denken Sie an das gewohnte Chaos, in dem Sie sich befunden haben. Irgendwann haben Sie das Gesuchte gefunden. – Nehmen Sie in Gedanken das Teil in die Hand und legen Sie es an einen Platz, von dem Sie glauben, Sie würden es dort beim nächsten Mal suchen. Nachdem Sie das geschafft haben, sind Sie schon auf einem guten Weg zu weniger Verdruss ob Ihrer Fahndungen nach scheinbar Verlorenem.

Der beste OrtBedenken Sie: Sie müssen nicht gleich perfekt sein und alles sofort wiederfinden. Schauen Sie sich in dem Raum um, in dem Sie sich im Augenblick befinden. Wählen Sie drei Gegenstände aus, die Sie beiseitelegen wollen, um etwas Ordnung zu schaffen. Überlegen Sie für jeden der drei Gegenstände, an welchem Ort er jeweils am besten aufgehoben wäre. – Jetzt stehen Sie auf und stellen Sie die drei Gegenstände an die gewählten Plätze. Danach setzen Sie sich wieder.

GemeinsamkeitStrapazieren sie noch einmal Ihr Gedächtnis: Wurden Sie als Kind oft angehalten aufzuräumen, obwohl Sie keine Lust darauf hatten? Haben Sie eine solche Situation noch in Erinnerung, eine die möglichst weit in der Vergangenheit liegt? – Stellen Sie sich jetzt vor, Sie hätten damals gesagt: „Wir räumen gemeinsam auf!“ Verändern Sie die Vergangenheit und fantasieren Sie: Sie machten zusammen Ordnung.

EntsorgungFällt Ihnen das Wegwerfen schwer? Meinen Sie, es wäre doch schade, wenn Sie das heute Entsorgte morgen gebrauchen könnten: E-Mails, ausrangierte Geräte, Notizen, … Alles hat doch seinen Wert. Aber schauen Sie einmal kritisch auf Ihre Sammlung: Der Aufwand, sie zu verwalten, der Platz, den sie einnimmt, beides ist immens. – Stehen Sie auf und entsorgen Sie fünf Elemente aus Ihrer Sammlung. Beginnen Sie mit Unnötigem, das Sie im vergangenen Jahr nicht mehr genutzt haben. Das machen Sie ab sofort ein- bis zweimal pro Woche.

OrdnungssystemÜberlegen Sie: Sind Sie der einzige Mensch, der sich in Ihrem Ordnungssystem auskennt, das anderen chaotisch erscheint? Fürchten Sie, jemand anderes könnte Ihr System durcheinanderbringen? – Dann rufen Sie jetzt eine Kollegin oder einen Kollegen, eine Freundin oder einen Freund an und vereinbaren Sie einen Termin, an dem Sie Ihr Ordnungssystem präsentieren und diskutieren. Bei Ihrem Treffen lassen Sie sich von Ideen, die Sie gemeinsam entwickeln, inspirieren. Sie werden feststellen: Ihr Ordnungssystem wird danach auch für Sie durchschaubarer. Entlasten Sie sich.

InteresseVielleicht ist Ihnen Ordnung zu halten einfach unwichtig, weil es Sie nur von Ihren bedeutsamen Gedanken und Ihrem produktiven Handeln abhält. Doch wenden Sie einmal kurz Ihre Genialität auf die Antithese: Ist es nicht die Unordnung, die Ihre geistige Arbeit ablenkt und sie allzu oft zwingt, sich mit profanen Gegebenheiten zu beschäftigen? Wenn Sie nur einen kleinen Teil Ihrer Aufmerksamkeit der Strukturierung des Vorhandenen widmeten, hätten Sie im Ergebnis mehr Kapazität, sich mit dem zu beschäftigen, was Sie wirklich interessiert.

IdeensammlungVielleicht sind Sie unkonventionell, kreativ und rebellisch und halten Ordnung für den Ausdruck von Engstirnigkeit, Borniertheit und Beschränktheit. – Dann betrachten Sie doch einmal die Ergebnisse Ihres schöpferischen Ideenreichtums. Finden Sie darin nicht auch Strukturen, Systeme innovativer Ordnung? Sicher ist Ihr Talent in der Lage, auch für das Alltägliche Neues zu erschaffen. Probieren Sie es aus: Beginnen Sie mit einer Idee, wo Sie Ihre spontanen Eingebungen aufheben.

Damit müssten die 10 bis 15 Minuten verstrichen sein, die Sie für Ihre Konzentration und Ihren Beginn des Prozesses zum künftigen Finden genutzt haben. Machen Sie weiter.

Arbeitsraum

RealitätLehnen Sie sich einmal kurz zurück und schauen Sie auf Ihren Arbeitsplatz. Ein gewohnter Anblick. Doch befinden sich vielleicht Dinge darauf, die dort nicht hingehören? Stapelt sich dort womöglich Papier und wachsen die Stapel? Bewegen Sie manchmal Ihre Papierstapel hin und her, um etwas zu finden? Liegen eventuell Vorgänge auf Ihrem Tisch ohne Kennzeichnung von Prioritäten und kommen Vorgänge durcheinander, wenn Sie Platz brauchen? Suchen Sie manchmal wichtige Unterlagen im letzten Moment zusammen und stellen fest, dass Sie nicht alle zur Hand haben?[2]

WachtraumStellen Sie sich vor, Sie kommen in Ihren Arbeitsraum und es ist aufgeräumt. Alles ist an seinem Platz und Sie können sofort mit dem beginnen, was Sie sich vorgenommen haben. Das ist ein Traum, den Sie selbst verwirklichen können, indem Sie mit ein klein wenig Organisation die Unordnung besiegen.

ReihenfolgeWidersprechen Sie nicht sofort, sondern halten Sie sich vor Augen, wie Sie sich immer wieder vor dem Aufräumen drücken: Sie holen sich Kaffee, Sie surfen im Internet, Sie plaudern mit anderen, Sie telefonieren privat … Das alles ist wichtig und angenehm und soll Ihnen erhalten bleiben – doch erst nachdem Sie etwas Ordnung gemacht haben: nachdem Sie ein Papier in den Ordner zurückgelegt haben, nachdem Sie eine E-Mail kurz beantwortet und archiviert haben, nachdem Sie sich von drei Kleinigkeiten getrennt haben, die Sie sowieso noch nie benutzt haben. Wenn Sie das tun – und Ihre benutzte Kaffeetasse mitnehmen –, können Sie sich mit gutem Gewissen ein Päuschen gönnen.

Zwei StapelEmpfinden Sie als zu viel, was so alles am Tag auf Sie zukommt: Anrufe, E-Mails, Briefe, Termine, Besprechungen, Routine, Konflikte, Sorgen, Änderungen, Aufgaben, Probleme … Und schieben Sie einiges davon, was nicht so dringlich erscheint, beiseite mit der Absicht, es später zu erledigen – wohl wissend, es wird wahrscheinlich liegenbleiben? Dann nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit und sortieren Sie alles, was sich so angesammelt hat, in zwei Stapel: ein Stapel für die Vorgänge, die Sie innerhalb von fünf Minuten erledigen können, der andere Stapel für alles, was länger als fünf Minuten zum Bearbeiten braucht. Den Fünf-Minuten-Stapel fangen Sie dann an abzuarbeiten. Sie werden bemerken, nicht der Stress beherrscht Sie weiterhin, sondern Sie beherrschen jetzt den Stress.

Ins ArchivVielleicht gehören Sie zu den Menschen, die keine Zeit zum Aufräumen haben. Nie. Ihre Zeit ist auch sonst knapp. Sie sind immer in Eile. – Dann schnell: Investieren Sie 15 Minuten Ihrer Zeit und archivieren Sie E-Mails. Nur die wirklich wichtigen, die übrigen löschen Sie. Wenn die Viertelstunde um ist, legen Sie einen Termin fest für die nächste Aufräumaktion. Dann sind die Papiere in Ihrer Umgebung dran oder noch einmal Ihre E-Mails oder Ihre Dateien oder Ihre Fotos oder Ihre Apps.

Nur WenigesNehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor, sonst verlieren Sie zu schnell die Lust. Eine Schublade, ein halber Stapel Papier, die unbearbeiteten E-Mails von einer Woche oder ein Teil eines Ordners können schon genug sein, um einen ersten Erfolg bemerken. Den Termin für den nächsten Schritt tragen Sie dann in Ihren Kalender ein. Und: Sie haben sich eine kleine Belohnung verdient, eine Tasse Tee oder ein kurzes privates Telefonat oder einen Scherz mit einer Kollegin oder einem Kollegen.

GewöhnungOhne Sie bremsen zu wollen: Sie müssen jetzt nicht innerhalb weniger Tage alles Aufräumen nachholen, das Sie über lange Zeit vernachlässigt haben. Lassen Sie sich Zeit und schauen Sie, ob sich nicht alle ein bis zwei Tage eine Lücke in Ihren gewohnten Abläufen findet, in der Sie Ihr Aufräumen fortsetzen. Allmählich werden Sie ein Maß an Ordnung erreicht haben, das für Sie richtig ist. Außerdem gewöhnen Sie sich durch das häufigere Organisieren Ihrer Ordnung an den aufgeräumten Anblick und womöglich sogar daran, nach Gebrauch Dokumente, Notizen, Gegenstände und alles andere dort zu deponieren, wo sie hingehören.

PlanungWenn Ihre Unordnung Ihnen oder anderen allzu sehr zuwider ist, planen Sie: Setzen Sie sich Ziele, bestimmen Sie Prioritäten und definieren Sie Aktivitäten, mit denen Sie Ihre Ziere erreichen. Wenn Sie zum Beispiel dem Inhalt Ihres Schreibtischs eine vernünftige Struktur geben wollten, wäre das ein Ziel. Sie könnten dann das Aufräumen der Schubladen in eine von Ihnen priorisierte Reihenfolge bringen. Aktiv werden können Sie sofort, indem Sie mit der Schublade, der Sie die höchste Priorität zugeordnet haben, beginnen.

Arbeitsplatz

Vor AugenEin übersichtlicher Arbeitsplatz fördert die Konzentration: Alle nicht aktuellen digitalen und analogen Informationen haben einen überlegt gewählten Platz – in einer Datei, in der Wiedervorlage, in der Ablage. Auf die Arbeitsfläche vor Augen gehört immer nur ein Vorgang, auf Papier oder auf dem Monitor.

OrganisationFür das Bearbeiten aller arbeitsrelevanten Vorgänge brauchen Sie ein praktikables und effizientes System, um sie ökonomisch zu erledigen. Mit drei einfachen Elementen haben Sie die Informationen auf Ihrem Schreibtisch im Griff:

  • Mit der Vorlage für die Ordnung nach Priorität
  • Mit der Wiedervorlage für die Ordnung nach Termin
  • Mit der Ablage für die Ordnung zur Archivierung

ArbeitsplatzUm Ihr System zu etablieren, räumen Sie zunächst alles Papier und alle Utensilien auf Ihrem Schreibtisch beiseite, bis außer den angeschlossenen Geräten, wie Telefon, Monitor, Tastatur und Drucker, nichts mehr auf Ihrem Schreibtisch steht oder liegt. Wenn Sie Rechtshänder sind, steht das Telefon links, damit Sie den Hörer mit der linken Hand nehmen und die rechte Hand zum Schreiben frei haben. Der Monitor steht vor Ihrem Sitzplatz und ist ergonomisch auf Ihre Bedürfnisse eingestellt. Der Drucker steht so, dass Sie Papiere leicht aus dem Ausgabeschacht entnehmen können.

Im ZugriffFür Rechtshänder liegt rechts ein ausreichend großer Notizblock – DIN A5 oder DIN A4 – mit Ihrem Lieblingskugelschreiber. (Bei Linkshändern tauschen Telefon und Notizblock die Plätze.) Alle anderen Utensilien, wie Locher, Hefter, Schere, Stifte, Büroklammern und was Sie sonst noch immer wieder mal benutzen, bleiben zwar im Zugriff, doch sie verschwinden in der obersten Schublade Ihres Schreibtischs.

Nur NotwendigesDa wohl die meisten Informationen, die Sie benötigen, auf dem Monitor aufrufbar sind, ist Ihr Schreibtisch für das Arbeiten bereit. Sollten Sie dennoch Informationen auf Papier zum Arbeiten brauchen, legen Sie ausschließlich solche Dokumente neben die Tastatur, die Sie für die aktuelle Bearbeitung als notwendig ansehen – keinesfalls irgendein anderes Papier, niemals.

VorlageWenden Sie sich wieder den Papieren zu, die Sie weggelegt haben, um Ihren Schreibtisch freizuräumen, und sortieren Sie sie in zwei Stapel: ein Stapel für alles, was Sie heute noch erledigen wollen, der andere Stapel für alles, was Sie später bearbeiten.

PrioritätJetzt ordnen Sie den ersten Stapel nach Priorität: das Wichtigste und Dringlichste nach oben, das am wenigsten Wichtige und noch nicht Dringliche nach unten. Bitte achten Sie darauf, sich nur so viel für heute vorzunehmen, wie Sie realistischerweise auch bearbeiten können. Auch Notizen für Ihre Telefonate sind in diesem Stapel.

Wider die Priorität:

Erledigen Sie zuerst …

… was Ihnen gefällt vor dem, was Ihnen nicht gefällt,

… was schnell geht vor dem, was lange braucht,

… was leicht ist vor Schwerem,

… was Sie schon können vor dem, was Ihnen neu ist,

… was dringend ist vor Wichtigem,

… was andere Ihnen auferlegt haben vor dem, was Sie selbst gewählt haben.

MappeDen sortierten ersten Stapel könnten Sie in einen Postkorb legen, damit Sie permanent sehen, was Sie noch alles zu tun haben. Weniger Stress erzeugt, den Stapel in eine Vorlage- oder Unterschriftsmappe einzuordnen, in der Rangfolge Ihrer Prioritäten. Diese Mappe, in der jetzt Ihre Handakten liegen, legen Sie griffbereit zur Seite oder, sofern Sie nichts davon für erwartete Telefonate benötigen, in eine Schublade Ihres Schreibtischs.

Zum NachschauenBevor Sie sich dem zweiten Stapel zuwenden, befassen Sie sich kurz mit Ordnern, Büchern, Nachschlagewerken und anderen umfangreichen Dokumenten, die Sie öfter heranziehen oder die Sie gerne um sich haben. Nicht auf Ihrem Schreibtisch, sondern daneben auf einem Sideboard oder in einem Regal finden sie ihren Platz.

WiedervorlageAlle Informationen und Vorgänge, die Sie nicht heute, sondern erst später weiterbearbeiten können, oder für die andere etwas beizusteuern haben, sortieren Sie in die Wiedervorlage: Notizen und Dokumente für versprochene Lieferungen, für vereinbarte Telefonate, zu wichtigen Vorhaben, … Auch für die Wiedervorlage gibt es eine Mappe.

MappeEine Wiedervorlagemappe hat 31 Fächer zur tagesgenauen Zuordnung, eine andere Wiedervorlagemappe hat zwölf Fächer zur monatlichen Zuordnung. Reicht eine Mappe für die vielen Papiere Ihrer Wiedervorlage nicht aus, ergänzen Sie sie mit einer Hängeregistratur im Schreibtisch. Sobald die Wiedervorlagemappe gefüllt ist, verschwindet sie in einer Schreibtischschublade.

DateimanagerAls elektronische Wiedervorlage nutzen Sie das Programm, mit dem Sie Ihre E-Mails verwalten oder Ihren Dateimanager, indem Sie Dokumenten und E-Mails, gespeicherten Aufgaben und Notizen Termine zuweisen.

TerminkalenderIhre Wiedervorlage ergänzt Ihren Terminkalender. Für jeden eingegebenen Termin wird zu diesem Datum in der Mappe aufgehoben, was für ihn gebraucht wird. Unproduktives Suchen entfällt, nichts wird vergessen, Sie haben zur Hand, was Sie brauchen.

Jeden MorgenJeden Morgen als erstes sortieren Sie die Dokumente aus dem Fach mit dem Tagesdatum Ihrer Wiedervorlage nach Priorität in Ihre Vorlagemappe, damit Sie wissen, was Sie sich für den Tag vorgenommen haben. Berücksichtigen Sie auch die Termine und zur Nachverfolgung gekennzeichneten E-Mails, Notizen, Dokumente und Aufgaben Ihres elektronischen Verwaltungsprogramms.

AblageAuf Ihrem Rechner speichern Sie ausschließlich die bedeutsamen elektronischen Dokumente, also nur solche, die Sie auch später noch einmal verwenden wollen. Speicherort ist der Dateimanager, in dem beliebig Ordner und Unterordner angelegt und benannt werden können.

DateimanagerObwohl der Dateimanager eine Suchfunktion hat, bietet sich an, die Ordner und Unterordner nach einer übersichtlichen, nachvollziehbaren und wirtschaftlichen Systematik anzulegen, wie sie auch für papierne Ordner gilt: nach einem Ablageplan. Sofern Ihr Unternehmen einen für alle Beschäftigten verbindlichen Ablageplan erstellt hat, richtet sich jeder danach, damit die elektronischen Dokumente unternehmensweit schnell zu finden sind.

Analog zu OrdnernExistiert kein verbindlicher Ablageplan, orientieren Sie sich an der Ordnung, die Sie für Ihre papiernen Akten festgelegt haben. Im Ergebnis ist der Dateimanager das Abbild der analogen Ordnerstruktur. Die Reihenfolge im Dateimanager muss nicht alphabetisch sein, sie lässt sich durch Nummerierung wunschgemäß durchsetzen. Ihr Dateimanager repräsentiert Ihren individuellen Ablageplan zur Anleitung für das schnelle Finden von Informationen.

OrdnerstrukturOb verbindlich für alle oder individuell: Der Ablageplan gilt auch für die Systematik Ihrer Ordner für die papiernen Dokumente, es sei denn, Sie scannen sämtliche Informationen und arbeiten ausschließlich am Bildschirm.

RegisterRegister in Ordnern behandeln Sie wie Unterordner im Dateimanager. Nicht allein hübsch, sondern hilfreich zur Orientierung beim Finden sind farbige Ordnerrücken, sofern die Farben die Struktur des Ablageplans signalisieren.

Ins ArchivOrdner, die Sie manchmal benötigen, stellen Sie in Ihrem Arbeitsraum in einen Schrank oder ein Regal – ansonsten verschwinden sie im Archiv.

Informationsverarbeitung

Ihr Arbeitsraum und Ihr Arbeitsplatz können so aufgeräumt sein, wie Sie wollen, immer wieder kommen Informationen, Aufgaben, Aufträge per Telefon, E-Mail oder Post zu Ihnen. Alles landet auf Ihrem virtuellen oder realen Schreibtisch und will erledigt werden. Am besten heute noch. Mit der Menge der eintreffenden Informationen steigt die Gefahr, dass sich wieder Unordnung einschleicht. – Bewahren Sie Ruhe und gehen Sie systematisch vor:

Informationsverarbeitung

BetrifftIhre erste Frage ist stets:
Wen betrifft die Information? – Ist die Information für Sie bestimmt oder ist die Information für jemand anderen bestimmt?

WichtigkeitFühlen Sie sich angesprochen, entscheiden Sie als nächstes:
Wie wichtig ist die Information? – Ist die Information wirklich wichtig oder ist die Information weniger wichtig?

NützlichkeitFühlen Sie sich nicht angesprochen, beurteilen Sie den Wert der Information:
Wie nützlich ist die Information für andere? – Für wen ist die Information nützlich oder ist die Information für andere wertlos?

AbgebenKennen Sie eine Person, für die die Information wohl hilfreich ist, leiten Sie die Information sofort an sie weiter. Haben Sie keine Vorstellung, wer mit der Information etwas Nützliches anfangen kann, entsorgen Sie die Information oder löschen sie und vergessen Sie sie.

AufwandWenn Sie eine Vorstellung haben, wie wichtig die Information für Sie ist, kalkulieren Sie den Aufwand:
Wie viel Ihrer Zeit und Energie benötigt das Erledigen? – Braucht das Bearbeiten viel Aufwand oder braucht das Bearbeiten wenig Aufwand?

ErledigenIst der Aufwand zum Erledigen gering, bearbeiten Sie die Information sofort, egal ob sie sehr oder nur weniger wichtig für Sie ist. Ist die Information für Sie weniger wichtig, doch ihre Bearbeitung wäre für Sie aufwändig, entsorgen Sie sie oder löschen sie und vergessen Sie sie.

DringlichkeitIst die Information für Sie wirklich wichtig, doch mit hohem Aufwand verbunden, taxieren Sie, wie dringend die Bearbeitung ist:
Wie dringlich ist das Bearbeiten der Information? – Eilt die Bearbeitung oder hat die Bearbeitung Zeit?

TerminierenKann das Erledigen der Information warten, legen Sie sie auf Wiedervorlage. Muss nach Ihrer Einschätzung die Information sofort bearbeitet werden, erledigen Sie sie.

Für jede ankommende Informationen haben Sie einen Entscheidungsprozess für die Bearbeitung. Sie leiten die Information weiter, legen sie auf Termin, bearbeiten sie oder Sie vergessen sie. So sparen Sie Zeit und Nerven.

Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.[3]

Was Sie an Ordnung realisiert haben, indem Sie Struktur, Organisation und System in Ihre Arbeit gebracht haben, das können Sie auch in Ihre privaten Angelegenheiten übertragen. Sie können sich das Leben dort ebenfalls erleichtern, indem Sie immer und wieder aufräumen. Die Menschen in Ihrem Umfeld werden es Ihnen danken.

Quellen

[1] Nach: John Howe
[2] Frank Döttling. Von der Idee zur Tat
[3] Johann Wolfgang Goethe

Akzentfrei Konsonanten artikulieren

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Die Aussprache der Mitlaute im Deutschen

Beim Sprechen der deutschen Konsonanten[1] wird der Ausatmungsluftstrom[2] gehemmt oder unterbrochen. Konsonanten sind eher Geräusche als Töne – im Unterschied zu Vokalen, die eher Töne als Geräusche sind. Die Konsonanten bilden Lautgruppen nach der Art ihrer Aussprache, nach ihrer Lautbildung[3], und sie unterscheiden sich aufgrund der Artikulationsstelle, an der sie gebildet werden.

Lautgruppen

Je nach Art der Aussprache entstehen beim Sprechen der Konsonanten andere Klangeindrücke: Fließlaute, die an das Fließen einer Flüssigkeit erinnern; Nasenlaute, die den Einsatz des Resonanzraums der Nase hören lassen; Reibelaute, die ein Geräusch erzeugen wie beim Aufeinanderreiben von Gegenständen; Zischlaute, die klingen wie das Zischen eines entweichenden Gases; oder Verschlusslaute, die sich ähnlich anhören wie das Öffnen einer Flasche.

Die Fließlaute im DeutschenBeim Sprechen der Fließlaute[4] wird der Ausatmungsluftstrom von der Zunge beziehungsweise dem Zäpfchen leicht gehemmt. Die Fließlaute im Deutschen sind:

  • Der stimmhafte seitliche Fließlaut [l] – in Buchstaben geschrieben „L“, „l“ oder „ll“, zum Beispiel in „Lupe“ – [‚lu:pə], in „leise“ – [‚la͜ezə] und in „schnell“ – [ʃnɛl]
  • Der starke stimmhafte Zäpfchen-Fließlaut [ʀ] – in Buchstaben geschrieben „R“, „r“ oder “rr“ sowie „Rh“, „rh“ oder „rrh“, zum Beispiel in „Rad“ – [ʀɑ:t], in
    „raten“ – [‚ʀɑ:tən] und in „Narr“ – [naʀ] sowie in „Rhythmus“ – [‚ʀγtmʊs], in „rhetorisch“ – [ʀe’to:ʀɪʃ] und in „Katarrh“ – [kɑ’taʀ]
  • Der schwache stimmhafte Zäpfchen-Fließlaut [ʁ] – in Buchstaben geschrieben „r“, zum Beispiel in „leer“ – [le:ʁ]
  • Der stimmhafte Zungenspitzen-Fließlaut [r] – in Buchstaben geschrieben „R“ , „r“
    oder „rr“ sowie als „Rh“, „rh“ oder „rrh“, zum Beispiel in „Rad“ – [rɑ:t], in
    „raten“ – [‚rɑ:tən] und in „Narr“ – [nar] sowie in „Rhythmus“ – [‚rγtmʊs], in „rhetorisch“ – [re’to:rɪʃ] und in „Katarrh“ – [kɑ’tar] sowie in „leer“ – [le:r]

Die Nasenlaut im DeutschenBeim Sprechen der Nasenlaute[5] wird der Ausatmungsluftstrom durch die Nase geleitet. Die Nasenlaute im Deutschen sind:

  • Der stimmhafte Lippen-Nasenlaut [m] – in Buchstaben geschrieben „M“, „m“
    oder „mm“, zum Beispiel in „Mode“ – [‚mo:də], in „malen“ – [‚mɑlən] und in
    „Schlamm“ – [ʃlam]
  • Der stimmhafte Zahn-Nasenlaut [n] – in Buchstaben geschrieben „N“, „n“ oder „nn“, zum Beispiel in „Naht“ – [nɑ:t], in „neu“ – [nɔ͜ø] und in „rennen“ – [‚ʀɛnən]
  • Der stimmhafte Hintergaumen-Nasenlaut [ŋ] – in Buchstaben geschrieben „ng“ oder „n“, zum Beispiel in „eng“ – [ˀɛŋ] und in „Bank“ – [baŋk]

Die Reibelaute im DeutschenBeim Sprechen der Reibelaute[6] wird der Ausatmungsluftstrom stark gehemmt. Die Reibelaute im Deutschen sind:

  • Der stimmlose Lippenzahn-Reibelaut [f] – in Buchstaben geschrieben „F“, „f“ oder „ff“ sowie „V“ oder „v“ sowie „Ph“ oder „ph“, zum Beispel in „Feuer“ – [‚fɔ͜øəʁ], in
    „faul“ – [fa͜ol] und in „Affe“ – [‚ˀafə] sowie in „Vater“ – [‚fɑ:təʁ] und in „viel“ – [fi:l] sowie in „Phase“ – [‚fɑ:zə] und in „Sphäre“ – [’sfɛ:ʀə]
  • Der stimmhafte Lippenzahn-Reibelaut [v] – in Buchstaben geschrieben „W“ oder „w“ sowie „V“ oder „v“, zum Beispiel in „Wort“ – [vɔʀt] und in „wie“ – [vi:] sowie in „Vase“ – [‚vɑ:zə] und in „Kurve“ – [‚kʊʀvə]
  • Der stimmlose Hintergaumen-Reibelaut [x] – in Buchstaben geschrieben „ch“, zum Beispiel in „Macht“ – [maxt]
  • Der stimmlose Stimmlippen-Reibelaut [h] – in Buchstaben geschrieben „H“ oder „h“, zum Beispiel in „Hof“ – [ho:f] und in „heute“ – [‚hɔ͜øtə]

Die Zischlaute im DeutschenBeim Sprechen der Zischlaute[7] bildet die Zunge eine Längsrille, durch die der Ausatmungsluftstrom geführt wird. Die Zischlaute, als Teilgruppe der Reibelaute, sind im Deutschen:

  • Der stimmlose Zahn-Zischlaut [s] – in Buchstaben geschrieben „S“, „s“ oder „ss“, „ß“ sowie „C“ oder „c“, zum Beispiel in „Skat“ – [skɑ:t], in „los“ – [lo:s] und in „Masse“ – [‚masə], in Straße“ – [‚ʃtʀɑ:sə], sowie in „Cent“ – [sɛnt], und in
    „Balance“ – [bɑ’lãsə]
  • Der stimmhafte Zahn-Zischlaut [z] – in Buchstaben geschrieben „S“ oder „s“, zum Beispiel in „Sieb“ – [zi:p] und in „süß“ – [zy:s]
  • Der stimmlose Gaumen-Zischlaut [ʃ] – in Buchstaben geschrieben „Sch“ oder „sch“ sowie „S“ oder „s“ sowie „Ch“ oder „ch“, zum Beispiel in „Schal“ – [ʃɑ:l] und in „schon“ – [ʃo:n] sowie in „Stuhl“ – [ʃtu:l] und in „spielen“ – [‚ʃpi:lən] sowie in
    „Chef“ – [ʃɛf] und in „Branche“ – [‚bʀãʃə]
  • Der stimmhafte Gaumen-Zischlaut [ʒ] – in Buchstaben geschrieben „G“ oder „g“ sowie „J“ oder „j“, zum Beispiel in „Gendarm“ – [ʒan’daʀm] und in
    „Regie“ – [ʀe’ʒi:] sowie in „Jargon“ – [ʒaʀ’gõ] und in „Sujet“- [zy’ʒe:]
  • Der stimmlose Vordergaumen-Zischlaut [ç] – in Buchstaben geschrieben „Ch“ oder „ch“ sowie „g“, zum Beispiel in „Chemie“ – [çe’mi:] und in „ich“ – [ɪç] sowie in „ruhig“ – [‚ʀu:ɪç]
  • Der stimmhafte Vordergaumen-Zischlaut [j] – in Buchstaben geschrieben „J“ oder „j“ sowie „Y“ und „y“, zum Beispiel in „Jagd“ – [jɑ:kt] und in „jung“ – [jʊŋ] sowie in „Yoga“ – [‚jo:gɑ] und in „Foyer“ – [fo̯a’je:]

Die Verschlusslaute im DeutschenBeim Sprechen der Verschlusslaute[8] wird der Ausatmungsluftstrom kurz unterbrochen. Die Verschlusslaute im Deutschen sind:

  • Der stimmlose Lippen-Verschlusslaut [p] – in Buchstaben geschrieben „P“, „p“ oder „pp“ sowie „b“, zum Beispiel in „Pate“ – [‚pɑ:tə], in „pur“ – [pu:ʁ], und in „Lappen“ – [‚lapən] sowie in „Dieb“ – [di:p]
  • Der stimmhafte Lippen-Verschlusslaut [b] – in Buchstaben geschrieben „B“, „b“ oder „bb“, zum Beispiel in „Blut“ – [blu:t], und in „braten“ – [‚bʀɑ:tən] sowie in „Ebbe“ – [‚ˀɛbə]
  • Der stimmlose Zahn-Verschlusslaut [t] – in Buchstaben geschrieben „T“, „t“ oder „tt“ sowie „Th“ oder „th“ sowie „d“ oder „dt“, zum Beispiel in „Tal“ – [tɑ:l], in
    „tun“ – [tu:n] und in „Motte“ – [‚mɔtə] sowie in „Theater“ – [te’ɑ:təʁ] und in „Labyrinth“ – [lɑby’ʀɪnt] sowie in „Bild“ – [bɪlt] und in „Stadt“ – [ʃtat]
  • Der stimmhafte Zahn-Verschlusslaut [d] – in Buchstaben geschrieben „D“, „d“ oder „dd“, zum Beispiel in „Docht“ – [dɔxt], in „du“ – [du:] und in „Paddel“ – [‚padəl]
  • Der stimmlose Hintergaumen-Verschlusslaut [k] – in Buchstaben geschrieben „K“, „k“ oder „kk“ sowie „Ch“ oder „ch“ sowie „C“, „c“ oder „cc“ sowie „ck“ oder „g“ sowie „Qu“, „qu“ oder „que“, zum Beispiel in „Kuh“ – [ku:], in „krumm“ – [kʀʊm] und in „okkult“ – [ˀɔ’kʊlt] sowie in „Chor“ – [ko:ʁ] und „chronisch“ – [‚kʀo:nɪʃ] sowie in „Café“ – [kɑ’fe;], in „decodieren“ – [deko’di:ʀən] und in „Piccolo“ – [‚pɪkolo] sowie in „Zweck“ – [t͜svɛk] und in „Weg“ – [ve:k] sowie in „Quarantäne“ – [karan’tɛnə], in „Clique“ – [‚klɪkə] und in „Boutique“ – [bu’tɪk]
  • Der stimmhafte Hintergaumen-Verschlusslaut [g] – in Buchstaben geschrieben „G“, „g“ oder „gg“ sowie „gh“, zum Beispiel in „Gas“ – [gɑ:s], „gut“ – [gu:t],
    „Bagger“ – [‚bagəʁ], „Joghurt“ – [‚jo:gʊʀt]

Die Verschluss-Reibelaute im DeutschenBeim Sprechen der Verschluss-Reibelaute[9] wird der Ausatmungsluftstrom zunächst unterbrochen, um dann in einen Reibelaut überzugehen. Die Verschluss-Reibelaute im Deutschen sind:

  • Der stimmlose Verschluss-Reibelaut [p͜f] – in Buchstaben geschrieben „Pf“ oder „pf“, zum Beispiel in „Pforte“ – [‚p͜fɔʀtə] und in „Topf“ – [tɔp͜f]
  • Der stimmlose Verschluss-Reibelaut [p͜s] – in Buchstaben geschrieben „Ps“ oder „ps“ sowie „bs“, zum Beispiel in „Psalm“ – [p͜salm], in „Schlips“ – [ʃlɪp͜s] und in „schubsen“ – [‚ʃʊp͜sən]
  • Der stimmlose Verschluss-Reibelaut [t͜s] – in Buchstaben geschrieben „Z“ oder „z“ sowie „zz“ oder „tz“ sowie „Ts“ oder „ts“ sowie „ds“ oder „dts“, zum Beispiel in „Zorn“ – [t͜sɔʀn] und in „zu“ – [t͜su:] sowie in „Pizza“ – [‚pɪt͜sɑ:] und in
    „Katze“ – [‚kat͜sə] sowie in „Tsunami“ – [t͜su’nɑ:mi] und in „Rätsel“ – [‚ʀɛ:t͜səl] sowie in „abends“ – [‚ˀɑbənt͜s] und in „Schmidts“ – [ʃmɪt͜s]
  • Der stimmlose Verschluss-Reibelaut [t͜ʃ] – in Buchstaben geschrieben „Tsch“ oder „tsch“ sowie „Ch“ oder „ch“ sowie „C“, „c“ oder „cc“, zum Beispiel in
    „Tscheche“ – [‚t͜ʃɛçə] und in „Putsch“ – [pʊt͜ʃ] sowie in „Chip“ – [t͜ʃɪp] und in
    „Couch“ – [ka͜ot͜ʃ] sowie in „Cello“ – [‚t͜ʃɛlo] in „Duce“ – [‚du:t͜ʃə] und in
    „Capuccino“ – [kɑpu’t͜ʃi:no]
  • Der stimmhafte Verschluss-Reibelaut [d͜ʒ] – in Buchstaben geschrieben „Dsch“ oder „dg“ sowie „G“, „g“ oder „gg“ sowie „J“ oder „j“, zum Beispiel in
    „Dschungel“ – [‚d͜ʒʊŋəl], „Budget“ – [bγ’d͜ʒe:], „Gin“ – [d͜ʒɪn], „adagio“ – [ˀa’dɑ:ʒo], „Loggia“ – [‚lɔd͜ʒɑ], „Job“ – [d͜ʒɔp], „Pyjama“ – [pγ’d͜ʒɑ:ma]
  • Der stimmlose Verschluss-Reibelaut [k͜s] – in Buchstaben geschrieben „X“ oder „x“ sowie „ks“, „cks“ oder „chs“ sowie „gs“ oder „ggs“, zum Beispiel in
    „Xylofon“ – [k͜sylo’fo:n], „boxen“ – [‚bɔk͜sən], „Keks“ – [ke:k͜s], „Klecks“ – [klɛk͜s], „Dachs“ – [dak͜s], „flugs“ – [flʊk͜s], „du joggst“ – [du: ‚d͜ʒɔk͜st]
  • Der stimmhafte Verschluss-Reibelaut [k͜v] – in Buchstaben geschrieben „Qu“ oder „qu“, zum Beispiel in „Qual“ – [k͜vɑ:l], „quer“ – [k͜ve:ʁ]

Artikulationsstellen

Die Sonorität der KonsonantenDie Konsonanten werden mit den Artikulationsorganen[10] an unterschiedlichen Artikulationsstellen gebildet – entweder stimmlos oder stimmhaft. Beim Sprechen der stimmhaften Konsonanten schwingen die Stimmlippen, beim Sprechen der stimmlosen Konsonanten sind die Stimmlippen geöffnet.

Die Lippenlaute im DeutschenFür die Artikulation der Lippenlaute sind die Lippen[11] ausschlaggebend:

  • Beim stimmlosen Lippen-Verschlusslaut [p] und seiner stimmhaften Entsprechung [b] sprengt der Ausatmungsluftstrom die aufeinandergelegten Lippen, zum Beispiel in „Paar“ – [pɑ:ʁ] und in „Bar“ – [bɑ:ʁ]
  • Beim stimmhaften Lippen-Nasenlaut [m] verschließen die Lippen den Mund, zum Beispiel in „Mut“ – [mu:t]

Die Zahnlaute im DeutschenFür die Artikulation der Zahnlaute sind die Schneidezähne[12] ausschlaggebend:

  • Beim stimmlosen Zahn-Zischlaut [s] und seiner stimmhaften Entsprechung [z] fließt der Ausatmungsluftstrom zwischen oberen und unteren Schneidezähnen hindurch, zum Beispiel in „Gas“ – [gɑ:s] und in „Sieg“ – [zi:k]

Die Lippen-Zahnlaute im DeutschenFür die Artikulation der Lippen-Zahnlaute werden Unterlippe und obere Schneidezähne[13] eingesetzt:

  • Beim stimmlosen Lippenzahn-Reibelaut [f] und seiner stimmhaften Entsprechung [v] hemmt die Enge zwischen Unterlippe und oberen Schneidezähnen den Ausatmungsluftstrom, zum Beispiel in „Fach“ – [fax] und in „Vase“ – [‚vɑ:zə]

Die Gaumenlaute im DeutschenFür die Artikulation der Gaumenlaute werden Zunge und Gaumen genutzt:

  • Beim stimmlosen Gaumen-Zischlaut [ʃ] und seiner stimmhaften Entsprechung [ʒ] strömt die Ausatmungsluft durch die Enge zwischen Zungenspitze und hartem Gaumen[14] eine Enge, zum Beispiel in „Schal“ – [ʃɑ:l] und in „Genie“ – [ʒe’ni:]
  • Beim stimmlosen Zahn-Verschlusslaut [t] und seiner stimmhaften Entsprechung [d] sprengt der Ausatmungsluftstrom die Zungenspitze vom harten Gaumen, zum Beispiel in „Turm“ – [tʊʀm] und in „Dach“ – [dax]
  • Beim stimmhaften seitlichen Fließlaut [l] liegt die Zungenspitze am harten Gaumen, zum Beispiel in „Los“ – [lo:s]
  • Beim stimmhaften Zungenspitzen-Fließlaut [r] schwingt die Zungenspitze am harten Gaumen, zum Beispiel in „Ring“ – [rɪŋ]
  • Beim stimmhaften Zahn-Nasenlaut [n] liegt die Zungenspitze am harten Gaumen, zum Beispiel in „Not“ – [no:t]
  • Beim stimmlosen Vordergaumen-Zischlaut [ç] und seiner stimmhaften Entsprechung [j] wölben sich die Seiten des Zungenrückens zum Vordergaumen[15], zum Beispiel in „ich“ – [ɪç] und in „ja“ – [jɑ:]
  • Beim stimmlosen Hintergaumen-Reibelaut [x] wölbt sich der Zungenrücken zum weichen Gaumen[16], zum Beispiel in „Schach“ – [ʃax]
  • Beim stimmlosen Hintergaumen-Verschlusslaut [k] und seiner stimmhaften Entsprechung [g] sprengt der Ausatmungsluftstrom den Zungenrücken vom weichen Gaumen, zum Beispiel in „Kanne“ – [‚kanə] und in „gut“ – [gu:t]
  • Beim stimmhaften Hintergaumen-Nasenlaut [ŋ] liegt der hintere Zungenrücken am weichen Gaumen, zum Beispiel in „Gong“ – [gɔŋ]

Die Zäpfchenlaute im DeutschenFür die Artikulation der Zäpfchenlaute ist das Zäpfchen[17] ausschlaggebend:

  • Beim stimmhaften starken Zäpfchen-Fließlaut [ʀ] schwingt das Zäpfchen, zum Beispiel in „Rot“ – [ʀo:t] und in „Wort“ –[vɔʀt]
  • Beim stimmhaften schwachen Zäpfchen-Fließlaut [ʁ] strömt die Ausatmungsluft durch die Enge zwischen Zäpfchen und Zungenrücken, zum Beispiel in
    „Tor“ – [to:ʁ]

Der Stimmlippenlaut im DeutschenFür die Artikulation des Stimmlippenlauts sind die Stimmlippen[18] ausschlaggebend:

  • Beim stimmlosen Stimmlippen-Reibelaut [h] strömt die Ausatmungsluft durch die eng aneinanderliegenden Stimmlippen, zum Beispiel in „Hut“ – [hu:t]

Die deutschen Konsonanten mit ihren charakteristischen Artikulationsstellen und in ihren Lautgruppen:

Artikulationsstelle

Lautgruppe

Lippen Schneide-zähne Harter Gaumen Vorder­gaumen Weicher Gaumen Zäpfchen Stimm­lippen
Fließlaute Stimmhaft [l], [r] [ʀ], [ʁ]
Nasenlaute Stimmhaft [m] [n] [ŋ]
Reibelaute Stimmlos             [f] [x] [h]
Stimmhaft             [v]
Zischlaute Stimmlos [s] [ʃ] [ç]
Stimmhaft [z] [ʒ] [j]
Verschlusslaute Stimmlos [p] [t] [k]
Stimmhaft [b] [d] [g]

KoartikulationsstelleKonsonanten können stark[19] oder schwach[20] gesprochen werden, mit mehr Intensität oder mit weniger. Im Deutschen sind die starken Konsonanten stimmlos und die schwachen sind stimmhaft, doch wenn auf einen stimmlosen ein stimmhafter Konsonant folgt, werden beide Laute etwas reduziert gesprochen[21], zum Beispiel in:

  • „entdecken“ – [ˀɛnt’dɛkən], „aufwischen“ – [‚ˀa͜ofvɪʃən], „aussuchen“ – [‚ˀa͜oszu:xən], „Durchsage“ – [‚dʊʁçzɑ:gə], „abbauen“ – [‚ˀapba͜oən]

BeispielAufeinanderfolgende Konsonanten werden im Deutschen miteinander verbunden, zum Beispiel in:

  • „Die Motte ist ein bescheidenes Tier, denn sie frisst nur Löcher.“
    [di: ‚mɔtə ɪst ˀa͜en bə’ʃa͜edənəs ti:ʁ dɛn zi: fʀɪst nu:ʁ ‚lœçəʁ]

Fließlaute

Die Konsonantengruppe der Fließlaute[22] besteht aus dem seitlichen Fließlaut [l], den Zäpfchen-Fließlauten [ʀ] und [ʁ] sowie aus dem Zungenspitzen-Fließlaut [r]. Beim Sprechen der Fließlaute strömt die Ausatmungsluft fließend aus dem Mund. Alle Fließlaute werden stimmhaft gesprochen.

Artikulation des stimmhaften seitlichen FließlautsBeim Sprechen des stimmhaften seitlichen Fließlauts[23] [l] bleiben die Lippen entspannt und der Unterkiefer senkt sich kaum. Der Mund öffnet sich spaltbreit. Die Zungenspitze legt sich hinter die oberen Schneidezähne[24] und der Ausatmungsluftstrom fließt beiderseits am entspannten Zungenrücken vorbei. Das Gaumensegel ist gehoben, die Stimmlippen schwingen. Das Zäpfchen bleibt passiv.

[l] wird gesprochen, wenn „L“, „l“ oder „ll“ geschrieben wird.

[l] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „L“ oder „l“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [l] am betonten Silbenanfang„Leben“ – [‚le:bən], „Los“ – [lo:s], „lügen“ – [ly:gən], „Luft“ – [lʊft], „lieben“ – [‚li:bən]
  • „beleidigen“ – [bə’la͜edigən], „verlassen“ – [fɛʁ’lasən], „gelingen“ – [gə’lɪŋən], „zerlumpt“ – [t͜sɛʁ’lʊmpt], „entlang“ – [ˀɛnt’laŋ]
  • „Blau“ – [bla͜o], „Kloß“ – [klo:s], „pflügen“ – [‚p͜fly:gən], „schlicht“ – [ʃlɪçt], „glimmen“ – [‚glɪmən]
  • „beglücken“ – [bə’glγkən], „geglaubt“ – [gə’gla͜opt], „verschlissen“ – [fɛʁ’ʃlɪsən], „verblasst“ – [fɛʁ’blast], „geplant“ – [gə’plɑ:nt]
  • [l] am unbetonten Silbenanfang„malen“ – [‚mɑ:lən], „Aula“ – [‚ˀa͜ola], „neulich“ – [’nɔ͜ølɪç], „melken“ – [‚mɛlkən], „Silber“ – [‚zɪlbəʁ]
  • „nachlaufen“ – [’nɑ:xla͜ofən], „umlegen“ – [‚ˀʊmle:gən], „Anliegen“ – [‚ˀanli:gən], „anlügen“ – [‚ˀanly:gən], „einlassen“ – [‚ˀa͜enlasən]
  • „abpflücken“ – [‚ˀapp͜flγkən], „Unglück“ – [‚ˀʊnglγk], „Nachklang“ – [’nɑ:xklaŋ], „abblättern“ – [‚ˀapblɛtəʁn], „ausplündern“ – [‚ˀa͜osplγndəʁn]

[l] wird am Silbenende gesprochen, wenn „l“ oder „ll“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [l] am Silbenende„Säbel“ – [‚zɛ:bəl], „Tadel“ – [‚tɑ:dəl], „Vogel“ – [‚fo:gəl], „Schal“ – [ʃɑ:l], „fahl“ – [fɑ:l]
  • „Gelb“ – [gɛlp], „Wild“ – [vɪlt], „wedeln“ – [‚ve:dəln], „Schuld“ – [ʃʊlt], „halb“ – [halp]
  • „er malt“ – [ˀe:ʁ ‚mɑ:lt], „sie zahlt“ – [zi: ‚t͜sɑ:lt], „er stiehlt“ – [ˀe:ʁ ‚ʃti:lt],
    „sie holt“ – [zi: ‚ho:lt], gezählt“ – [gə’t͜sɛ:lt]
  • „es perlt“ – [ˀɛs ‚pɛʁlt], „gequirlt“ – [gə’k͜vɪʀlt]
  • „Fell“ – [fɛl], „Ball“ – [bal], „Schall“ – [ʃal], „toll“ – [tɔl], „Geröll“ – [gə’ʀœl]
  • „bestellt“ – [bə’ʃtɛlt], „gefüllt“ – [gə’fγlt], „gerollt“ – [gə’ʀɔlt], „er fällt“ – [ˀe:ʁ fɛlt],
    „sie grillt“ – [zi: ‚gʀɪlt]

[l] wird gesprochen, wenn in nichtzusammengesetzten Wörtern „ll“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [l] an der Silbengrenze„stellen“ – [‚ʃtɛlən], „Wille“ – [‚vɪlə], „knallen“ – [‚knalən], „alle“ – [‚ˀalə], „Ställe“ – [‚ʃtɛlə]

[l] wird an der Silbengrenze doppellautend, aber nicht abgesetzt gesprochen, wenn in zusammengesetzten Wörtern “ll“ oder „lll“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [l] an der Silbengrenze doppellautend„Stapellauf“ – [‚ʃtɑ:pəlla͜of], „Hotellobby“ – [hɔ’tɛllɔbɪ], „Kugellager“ – [‚ku:gəllɑ:gəʁ], „übellaunig“ – [‚ˀy:bəlla͜oniç], „Doppellaut“ – [‚dɔpəlla͜ot]
  • „schnelllebig“ – [‚ʃnɛlle:bɪç], „Bestellliste“ – [bə’ʃtɛllɪstə], „stilllegen“ – [‚ʃtɪlle:gən], „Wolllappen“ – [‚vɔllapən], „Rollladen“ – [‚ʀɔllɑ:dən]

Beim Sprechen des stimmhaften starken Zäpfchen-Fließlauts[25] [ʀ] bleiben die Lippen entspannt und der Unterkiefer senkt sich. Die Zungenspitze legt sich an die unteren Schneidezähne und der hintere Zungenrücken wölbt sich hoch. Der Ausatmungsluftstrom lässt das Zäpfchen gegen den hinteren Zungenrücken vibrieren und fließt zwischen den Schwingungen aus dem geöffneten Mund. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

[ʀ] wird gesprochen, wenn „R“, „r“ oder „rr“, „Rh“, „rh“ oder „rrh“ geschrieben wird.

[ʀ] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „R“ oder „r“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [ʀ] am betonten Silbenanfang„raten“ – [‚ʀɑ:tən], „Riese“ – [‚ʀi:zə], „retten“ – [‚ʀɛtən], „rechtlich“ – [‚ʀɛçtlɪç], „Rasen“ – [‚ʀɑ:zən]
    • „entrinnen“ – [ˀɛnt’ʀɪnən], „beraten“ – [bə’ʀɑ:tən],
      „berühmt“ – [bə’ʀy:mt], „geraucht“ – [gə’ʀa͜oxt], „geronnen“ – [gə’ʀɔnən]
    • „sprechen“ – [‚ʃpʀɛçən], „prächtig“ – [‚pʀɛçtɪç], „brutal“ – [bʀʊ’tɑ:l],
      „krank“ – [kʀaŋk], „trinken“ – [‚tʀɪŋkən]
    • „betrachten“ – [bə’tʀaxtən], „getragen“ – [gə’tʀɑ:gən], „Vertrag“ – [fɛʁ’tʀɑ:k], „begrüßen“ – [bə’gʀy:sən], „bekriegen“ – [bə’kʀi:gən]
  • [ʀ] am unbetonten Silbenanfang„Lehre“ – [‚le:ʀə], „bohren“ – [‚bo:ʀən], „schwierig“ – [‚ʃvi:ʀɪç], „Uhren“ – [‚ˀu:ʀən], „Nahrung“ – [’nɑ:ʀᴜŋ]
  • „Nachrede“ – [’nɑ:xʀe:də] „anrufen“ – [‚ˀanʀu:fən],
    „Ausrede“ – [‚ˀa͜osʀe:də], „abrollen“ – [‚ˀapʀɔlən], „hinrasen“ – [‚hɪnʀɑ:zən]
  • „Abbruch“ – [‚ˀapbʀʊx], „abtragen“ – [‚ˀaptʀɑ:gən], „hinkrabbeln“ – [‚hɪnkʀabəln], „anprobieren“ – [‚ˀanpʀobi: ʀən], „umgraben“ – [‚ˀʊmgʀɑ:bən]

[ʀ] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Rh“ oder „rh“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

      • [ʀ] am betonten Silbenanfang„Rheuma“ – [‚ʀɔ͜øma:], „Rhythmus“ – [‚ʀγtmʊs],
        „Rhein“ – [ʀa͜en], „Rhetor“ – [‚ʀe:toʁ], „Rhombus“ – [‚ʀɔmbʊs]

     

  • „rhetorisch“ – [ʀe’to:ʀɪʃ], „Rhabarber“ – [ʀɑ’baʁbəʁ], „Rhapsodie“ – [ʀɑp͜so’di:], „Rhodesien“ – [ʀo’de:zıən], „rheumatisch“ – [ʀɔ͜ø’mɑ:tɪʃ]

[ʀ] wird am Silbenende gesprochen, wenn „r“ oder „rr“ geschrieben wird, und auf einen kurzen betonten Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [ʀ] am Silbenende„Horn“ – [hɔʀn], „Wort“ – [vɔʀt], „Geburt“ – [gə’bᴜʀt],
    „stark“ – [ʃtaʀk], „Arm“ – [aʀm]
  • „Narr“ – [naʀ], „wirr“ – [vɪʀ], „Herr“ – [hɛʀ], „Gewirr“ – [gə’vɪʀ], „Geschirr“ – [gə’ʃɪʀ]
  • „geklirrt“ – [gə’klɪʀt], „verwirrt“ – [fɛʁ’vɪʀt], „gesperrt“ – [gə’ʃpɛʀt],
    „verdorrt“ – [fɛʁ’dɔʀt], „ausgeharrt“ – [‚ˀa͜osgəhaʀt]

[ʀ] wird am Silbenende gesprochen, wenn „rrh“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ʀ] am Silbenende„Katarrh“ – [kɑ’taʀ]

[ʀ] wird an der Silbengrenze gesprochen, wenn in nichtzusammengesetzten Wörtern „rr“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ʀ] an der Silbengrenze„knarren“ – [‚knaʀən], „knurren“ – [knʊʀən] ,
    „Pfarrer“ – [‚p͜faʀəʁ], „sperren“ – [‚ʃpɛʀən],
    „störrisch“ – [‚ʃtœʀɪʃ]

[ʀ] wird an der Silbengrenze doppellautend, aber nicht abgesetzt gesprochen, wenn in zusammengesetzten Wörtern „rrr“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ʀ] an der Silbengrenze doppellautend„Geschirrreiniger“ – [gə’ʃiʀʀa͜enɪgəʁ] ,
    „Sperrriegel“ – [‚ʃpɛʀʀi:gəl]

Artikulation des stimmhaften schwachen Zäpfchen-FließlautsBeim Sprechen des stimmhaften schwachen Zäpfchen-Fließlauts [ʁ] bleiben die Lippen entspannt und der Unterkiefer senkt sich. Die Zungenspitze legt sich an die unteren Schneidezähne und der hintere Zungenrücken wölbt sich hoch. Der Ausatmungsluftstrom fließt durch die Enge zwischen Zungenrücken und Zäpfchen und dann durch den geöffneten Mund. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

[ʁ] wird gesprochen, wenn „r“ geschrieben wird.[26]

[ʁ] wird am Silbenende gesprochen, wenn „r“ geschrieben wird und auf einen langen Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [ʁ] am Silbenende„leer“ – [le:ʁ], „vor“ – [fo:ʁ], „wir“ – [vi:ʁ], „nur“ – [nu:ʁ], „rar“ – [ʀɑ:ʁ]
  • „des Meers“ – [dɛs ‚me:ʁs], „des Altars“ – [dɛs ˀal’tɑ:ʁs], „des Bärs“ – [dɛs ‚bɛ:ʁs], „des Inventars“ – [dɛs ˀɪnvɛn’tɑ:ʁs] „des Autors“ – [dɛs ˀa͜o’to:ʁs]

[ʁ] wird gesprochen, wenn am Silbenende „r“ geschrieben wird und auf einen kurzen unbetonten Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [ʁ] am Silbenende„versagen“ – [fɛʁ’zɑ:gən], „zerschneiden“ – [t͜sɛʁ’ʃna͜edən], „hervor“ – [hɛʁ’fo:ʀ], „erzeugen“ – [ˀɛʁ’t͜sɔ͜øgən],
    „Versuch“ – [fɛʁ’zu:x]
  • „Vers“ – [fɛʁs], „des Dollars“ – [dɛs ‚dɔlaʁs], „des Motors“ – [dɛs ‚mo:toʁs],
    „des Faktors“ – [dɛs ‚faktoʁs], „des Agitators“ – [dɛs ˀagɪ’tɑ:toʁs]

[ʁ] wird gesprochen, wenn „r“ am Ende einer Silbe geschrieben wird und auf einen schwachtonigen E-Laut – [ə] – folgt, zum Beispiel in:

  • [ʁ] am Silbenende„Vater“ – [‚fɑ:təʁ], „Leber“ – [‚le:bəʁ], „Liter“ – [‚li:təʁ],
    „leider“ – [‚la͜edəʁ], „oder“ – [‚ˀo:dəʁ]
  • „ändern“ – [‚ˀɛndəʁn], „er rudert“ – [ˀe:ʁ ‚ʀu:dəʁt], „des Steckers“ [dɛs ‚ʃtɛkəʁs],
    „du klammerst“ – [du: ‚klaməʁst], „den Mardern“ – [de:n ‚maʀdəʁn]

Artikulation des stimmhaften Zungenspitzen-FließlautsBeim Sprechen des stimmhaften Zungenspitzen-Fließlauts[27] [r] bleiben die Lippen entspannt und der Unterkiefer senkt sich. Die Zunge bleibt locker am Mundboden, nur die Zungenspitze hebt sich an die oberen Schneidezähne. Der Ausatmungsluftstrom lässt die Zungenspitze gegen den harten Gaumen vibrieren und fließt zwischen den Schwingungen aus dem geöffneten Mund. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen. Das Zäpfchen bleibt passiv.

[r] wird im Deutschen nur selten gesprochen, vornehmlich von Berufsschauspielern und Kunstsängern sowie in einigen Mundarten.

[r] kann gesprochen werden, wenn „R“, „r“ oder „rr“, „Rh“, „rh“ oder „rrh“ geschrieben wird.

[r] kann am Silbenanfang gesprochen werden, wenn „R“ oder „r“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [r] am betonten Silbenanfang„raten“ – [‚rɑ:tən], „Riese“ – [‚ri:zə], „reisen“ – [‚ra͜ezən],
      „Rot“ – [ro:t], „rau“ – [ra͜o]
    • „entrinnen“ – [ˀɛnt’rɪnən], „geronnen“ – [gə’rɔnən],
      „Beruf“ – [bə’ru:f], „gerade“ – [gə’rɑ:də], „berühmt“ – [bə’ry:mt]
    • „bringen“ – [‚brɪŋən], „trotzig“ – [‚trɔt͜sɪç], „prächtig“ – [‚prɛçtɪç], „Krach“ – [krax], „graben“ – [‚grɑ:bən]
    • „betrügen“ – [bə’try:gən], „getragen“ – [gə’trɑ:gən], „Vertrag“ – [fɛʁ’trɑ:k], „begrüßen“ – [bə’gry:sən], „bekriegen“ – [bə’kri:gən]
  • [r] am unbetonten Silbenanfang„Lehre“ – [‚le:rə], „bohren“ – [‚bo:rən], „schwierig“ – [‚ʃvi:rɪç], „hören“ – [‚hø:rən], „Stare“ – [‚ʃtɑ:rə]
  • „zurufen“ – [‚t͜suru:fən], „anrichten“ – [‚ˀanrɪçtən],
    „Nachrede“ – [’nɑ:xre:də], „abrollen“ – [‚ˀaprɔlən], „hinrasen“ – [‚hɪnrɑ:zən]
  • „abtragen“ – [‚ˀaptrɑ:gən], „Zubringer“ – [‚t͜subrɪŋər], „aufbrechen“ – [‚ˀa͜ofbrɛçən], „ankreuzen“ – [‚ˀankrɔ͜øt͜sən], „hervorkriechen“ – [hɛr’fo:rkri:çən]

[r] kann am Silbenanfang gesprochen werden, wenn „Rh“ oder „rh“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [r] am betonten Silbenanfang„Rheuma“ – [‚rɔ͜ømɑ] , „Rhön“ – [rø:n], „Rhetor“ – [‚re:to:r], „Rhombus“ – [‚rɔmbᴜs], „Rhythmus“ – [‚rγtmʊs]
  • [r] am unbetonten Silbenanfang„linksrheinisch“ – [‚lɪŋksra͜enɪʃ], „rhetorisch“ – [re’to:rɪʃ], „Rhabarber“ – [rɑ’barbər], „Rhapsodie“ – [rɑp͜so’di:], „rheumatisch“ – [rɔ͜ø’mɑ:tɪʃ]

[r] kann am Silbenende gesprochen, wenn „r“ oder „rr“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [r] am Silbenende„leer“ – [le:r], „wir“ – [vi:r], „sehr“ – [ze:r], „klar“ – [klɑ:r], „Schar“ – [ʃɑ:r]
  • „Horn“ – [hɔrn], „stark“ – [ʃtark], „fort“ – [fɔrt], „Burg“ – [bʊrk], „Wirt“ – [vɪrt]
  • „Wert“ – [ve:rt], „Herd“ – [he:rt], „verklärt“ – [fɛr’klɛ:rt], „gebohrt“ – [gə’bo:rt], „gepaart“ – [gə’pɑ:rt]
  • „Narr“ – [nar], „wirr“ – [vɪr], „bizarr“ – [bi’t͜sar], „Herr“ – [hɛr], „Geschirr“ – [gə’ʃɪr]
  • „geklirrt“ – [gə’klɪrt], „versperrt“ – [fɛr’ʃpɛrt], „erstarrt“ – [ˀɛr’ʃtart],
    „gedörrt“ – [gə’dœrt], verirrt“ – [fɛr’ˀɪrt]

[r] kann am Silbenende gesprochen werden, wenn „rrh“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [r] am Silbenende„Katarrh“ – [kɑ’tar]

[r] kann an der Silbengrenze gesprochen werden, wenn in nichtzusammengesetzten Wörtern „rr“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [r] an der Silbengrenze„sperren“ – [‚ʃpɛrən], „störrisch“ – [‚ʃtœrɪʃ],
    „Narren“ – [’narən], „herrisch“ – [‚hɛrɪʃ], „skurril“ – [sku’ri:l]

[r] kann an der Silbengrenze doppellautend, aber nicht abgesetzt gesprochen werden, wenn in zusammengesetzten Wörtern oder in Wörtern mit Vorsilbe „rr“ oder „rrr“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [r] an der Silbengrenze doppellautend„verraten“ – [fɛr’rɑ:tən], „Vorrichtung“ – [‚fo:rrɪçtᴜŋ], „Abenteuerroman“ – [‚ɑ:bəntɔ͜øərro’mɑ:n], „darreichen“ – [‚dɑ:rra͜eçən], „erregen“ – [ˀɛr’re:gən]
  • „Sperrriegel“ – [‚ʃpɛrri:gəl], „Geschrrreiniger“ – [gə’ʃɪrra͜enɪgər],
    „Sperrrad“ – [‚ʃpɛrrɑ:t]

Nasenlaute

Die Konsonantengruppe der Nasenlaute[28] besteht aus den Lauten [m], [n] und [ŋ].

Beim Sprechen der Nasenlaute strömt die Ausatmungsluft nicht durch den Mund, sondern bei gesenktem Gaumensegel durch die Nase. Alle Nasenlaute werden stimmhaft gesprochen.

Artikulation des stimmhaften Lippen-NasenlautsBeim Sprechen des stimmhaften Lippen-Nasen­lauts[29] [m] liegen die Lippen leicht aufeinander und der Unterkiefer bleibt passiv. Die Zungenspitze ist unbeteiligt, die Zunge liegt entspannt am Mund­boden. Das Gaumensegel senkt sich und öffnet dem Ausatmungsluftstrom den Weg durch den Nasenraum. Das Zäpfchen bleibt passiv und die Stimmlippen schwingen.

[m] wird gesprochen, wenn „M“, „m“ oder „mm“ geschrieben wird.

[m] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „M“ oder „m“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [m] am betonten Silbenanfang„Meter“ – [‚me:təʁ], „meinen“ – [‚ma͜enən], „Mann“ – [man], „Most“ – [mɔst], „Milch“ – [mɪlç]
    • „bemalen“ – [bə’mɑ:lən], „vermutlich“ – [fɛʁ’mu:tlɪç],
      „Gemüt“ – [gə’my:t], „entmündigen“ – [ˀɛnt’mγndɪgən],
      „entmachten“ – [ˀɛnt’maxtən]
  • [m] am unbetonten Silbenanfang„Dame“ – [‚dɑ:mə], „Samen“ – [‚zɑ:mən], „Blume“ – [‚blu:mə], „Eimer“ – [‚ˀa͜eməʁ], „niemand“ – [’ni:mant]
  • „demotiviert“ – [‚de:mɔtɪvi:ʁt], „Freimaurer“ – [‚fʀa͜ema͜oʀəʁ], „aufmuntern“ – [‚ˀa͜ofmʊntəʁn], „abmontieren“ – [‚ˀapmɔnti:ʀən],
    „nachmachen“ – [’nɑ:xmaxən]

[m] wird am Silbenende gesprochen, wenn „m“ oder „mm“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [m] am Silbenende„Reim“ – [ʀa͜em], „lahm“ – [lɑ:m], „Sturm“ – [ʃtʊʀm],
    „zum“ – [t͜sʊm], „Dom“ – [do:m]
  • „Samt“ – [zamt], „Amt“ – [ˀamt], „Pump“ – [pʊmp], „gezäumt“ – [gə’t͜sɔ͜ømt]
    „Zimt“ – [t͜sɪmt]
  • „ihr kamt“ – [ˀi:ʁ ‚kɑ:mt], „berühmt“ – [bə’ʀy:mt], „verschämt“ – [fɛʁ’ʃɛ:mt],
    „geträumt“ – [gə’tʀɔ͜ømt], „es keimt“ – [ˀɛs ‚ka͜emt]
  • „beschirmt“ – [bə’ʃɪʀmt], „gewärmt“ – [gə’vɛʀmt], behelmt“ – [bə’hɛlmt],
    „sie filmt“ – [zi: ‚fɪlmt], „verformt“ – [fɛʁ’fɔʀmt]
  • „Damm“ – [dam], „stumm“ – [ʃtʊm], „es glomm“ – [ˀɛs ‚glɔm], „Kamm“ – [kam], „fromm“ – [fʀɔm]
  • „stimmt“ – [ʃtɪmt], „du kommst“ – [du: ‚kɔmst], „sie rammt“ – [zi: ‚ʀamt],
    „es summt“ – [ˀɛs ‚zʊmt], „er nimmt“ – [ˀe:ʁ ’nɪmt]

[m] wird an der Silbengrenze gesprochen, wenn in nichtzusammengesetzten Wörtern „mm“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [m] an der Silbengrenze„zusammen“ – [t͜su’zamən] , „schwimmen“ – [‚ʃvɪmən], „Hammer“ – [‚haməʁ], „Kummer“ – [‚kʊməʁ],
    „sammeln“ – [‚zaməln],

[m] wird an der Silbengrenze doppellautend, aber nicht abgesetzt gesprochen, wenn in zusammengesetzten Wörtern „mm“ oder „mmm“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [m] an der Silbengrenze doppellautend„ummantelt“ – [ˀʊm’mantəlt], „ummauern“ – [ʊm’ma͜oəʁn], „Atommacht“ – [ˀa’to:mmaxt], „Strommarkt“ – [‚ʃtʀo:mmaʀkt], „Heimmannschaft“ –[‚ha͜emmanʃaft]
  • „Klemmmappe“ – [‚klɛmmapə], „Programmmacher“ – [pʀo’gʀammaxəʁ], „Kammmuschel“ – [‚kammʊʃəl], „Schlammmasse“ – [‚ʃlammasə],
    „Programmmodul“ – [pʀo’grammo’du:l]

Artikulation des stimmhaften Zahn-NasenlautsBeim Sprechen des stimmhaften Zahn-Nasenlauts[30] [n] bleiben die Lippen entspannt. Der Unterkiefer senkt sich kaum und der Mund öffnet sich leicht. Die Zunge liegt locker am Mundboden, nur die Zungenspitze drückt sich fest an den harten Gaumen hinter den oberen Schneidezähnen. Das Gaumensegel senkt sich und öffnet dem Ausatmungsluftstrom den Weg durch den Nasenraum. Die Stimmlippen schwingen und das Zäpfchen bleibt passiv.

[n] wird gesprochen, wenn „N“, „n“ oder „nn“ geschrieben wird.

[n] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „N“ oder „n“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [n] am betonten Silbenanfang„Nase“ – [’nɑ:zə], „Not“ – [no:t], „nicht“ – [nɪçt], „nur“ – [nu:ʁ], „nehmen“ – [’ne:mən]
    • „benehmen“ – [bə’ne:mən], „genau“ – [gə’na͜o],
      „Vernunft“ – [fɛʁ’nʊnft], „vernetzen“ – [fɛʁ’nɛt͜sən], „benebelt“ – [bə’ne:bəlt]
    • „Pneu“ – [pnɔ͜ø]
  • [n] am unbetonten Silbenanfang„Zone“ – [‚t͜so:nə], Planung“ – [‚plɑ:nʊŋ], „Sterne“ – [‚ʃtɛʀnə], „keiner“ – [‚ka͜enəʁ], „Jena“ – [‚je:nɑ:]
  • „Ausnahme“ – [‚ˀa͜osnɑ:mə], „Aufnahme“ – [‚ˀa͜ofnɑ:mə], „abnutzen“ – [‚ˀapnʊt͜sən], „Nachname“ – [’nɑ:xnɑ:mə], „abnehmen“ – [‚ˀapne:mən]
  • „pneumatisch“ – [pnɔ͜ø’mɑ:tɪʃ]
  • „Apnoe“ – [‚ˀɑpno:ə]

[n] wird am Silbenende gesprochen, wenn „n“ oder „nn“ geschrieben wird und kein „g“ oder „k“ folgt, zum Beispiel in:

  • [n] am Silbenende„Bein“ – [ba͜en], „wen“ – [ve:n], „Grün“ – [gʀy:n], „Plan“ – [plɑ:n], „ihn“ – [i:n]
    • Aber nicht in „Beton“ – [be’tɔŋ]
  • „bunt“ – [bʊnt], „Rand“ – [ʀant], „Zins“ – [t͜sɪns], „Horizont“ – [hoʀi’t͜sɔnt], „morgens“ – [‚mɔʀgəns]
  • „er weint“ – [ˀe:ʁ ‚va͜ent], „gesehnt“ – [gə’ze:nt], „des Plans“ – [dɛs ‚plɑ:ns],
    „des Mikrofons“ – [dɛs mɪkʀo’fo:ns], „Mond“ – [mo:nt]
  • „entkernt“ – [ˀɛnt’kɛʀnt], „gespornt“ – [gə’ʃpɔʀnt], „entfernt“ – [ˀɛnt’fɛʀnt],
    „sie tarnt“ – [zi: ‚taʀnt], „er lernt“ . [ˀe:ʁ ‚lɛʀnt]
  • „Mann“ – [man], „denn“ – [dɛn], „Gewinn“ – [gə’vɪn], „Spann“ – [ʃpan], „Sinn“ – [zɪn]
  • „du kannst“ – [du: ‚kanst], „ihr könnt“ – [ˀi:ʁ ‚kœnt], „er rennt“ – [ˀe:ʁ ‚ʀɛnt],
    „es brennt“ [ˀɛs ‚bʀɛnt], „sie spinnt“ – [zi: ‚ʃpɪnt]

[n] wird an der Silbengrenze gesprochen, wenn in nichtzusammengesetzten Wörtern „nn“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [n] an der Silbengrenze„Sonne“ – [‚zɔnə], „nennen“ – [’nɛnən], „rinnen“ – [‚ʀɪnən], „Kanne“ – [‚kanə], „Tunnel“ – [‚tʊnəl]

[n] wird an der Silbengrenze doppellautend, aber nicht abgesetzt gesprochen, wenn in zusammengesetzten Wörtern „nn“ oder „nnn“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [n] an der Silbengrenze doppellautend„unnötig“ – [‚ˀʊnnø:tɪç], „annehmen“ – [‚ˀanne:mən], „Kornnatter“ [‚kɔʀnnatəʁ], „Spinnennetz“ – [‚ʃpɪnənnɛt͜s], „Hakennase“ – [‚hɑ:kənnɑ:zə]
  • „Brennnessel“ – [‚bʀɛnnɛsəl], „Kennnummer“ – [‚kɛnnʊməʁ],
    „Gewinnnummer“ – [gə’vɪnnʊməʁ]

Artikulation des stimmhaften Hintergaumen-NasenlautsBeim Sprechen des stimmhaften Hintergaumen-Nasenlauts[31] [ŋ] bleiben die Lippen entspannt. Der Unterkiefer senkt sich und der Mund öffnet sich etwa fingerbreit. Während die Zungenspitze entspannt bleibt, legt sich der hintere Zungenrücken an den weichen Gaumen. Das Gaumensegel senkt sich und öffnet dem Ausatmungsluftstrom den Weg durch den Nasenraum. Die Stimmlippen schwingen und das Zäpfchen bleibt passiv.

[ŋ] wird gesprochen, wenn „ng“ oder „n“ geschrieben wird.

[ŋ] wird am Silbenende gesprochen, wenn „ng“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ŋ] am Silbenende„Gesang“ – [gə’zaŋ], „Jüngling“ – [‚jγŋlɪŋ], „Ring“ – [ʀɪŋ], „Bedeutung“ – [bə’dɔ͜øtʊŋ], „lang“ – [laŋ]
  • „längst“ – [lɛŋst], „Angst“ – [ˀaŋst], „beschwingt“ – [bə’ʃvɪŋt], „er fängt“ – [ˀe:ʁ ‚fɛŋt], „es klingt“ – [ˀɛs ‚klɪŋt]

[ŋ] wird manchmal am Silbenende gesprochen, wenn „n“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ŋ] am Silbenende„Beton“ – [bɛ’tɔŋ], „Balkon“ – [bal’kɔŋ], „Salon“ – [zɑ’lɔŋ]

[ŋ] wird am Silbenende gesprochen, wenn auf „n“ folgend „k“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ŋ] am Silbenende„Bank“ – [baŋk], „Geschenk“ – [gə’ʃɛŋk], „flink“ – [flɪŋk], „krank“ – [kʀaŋk], „Schrank“ – [ʃʀaŋk]
  • „er schenkt“ – [ˀe:ʁ ‚ʃɛŋkt], „du lenkst“ – [du: ‚lɛŋkst], „ihr denkt“ [ˀi:ʁ ‚dɛŋkt], „sie versinkt“ – [zi: fɛʁ’zɪŋkt], „es stinkt“ – [ˀɛs ‚ʃtɪŋkt]

[ŋ] wird an der Silbengrenze gesprochen, wenn auf „n“ folgend „g“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ŋ] an der Silbengrenze„lange“ – [‚laŋə], „Menge“ – [‚mɛŋə], „drängen“ – [‚dʀɛŋən], „klingeln“ – [‚klɪŋəln], „düngen“ – [‚dγŋən]

[ŋ] wird manchmal an der Silbengrenze mit nachfolgendem [g] gesprochen, wenn auf „n“ folgend „g“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ŋ] an der Silbengrenze„Singular“ – [‚zɪŋgʊlɑ:ʁ] , „Tangente“ – [taŋ’gɛntə],
    „lingual“ – [lɪŋgʊ’ɑ:l], „Mongole“ – [mɔŋ’go:lə],
    „Bungalow“ – [‚bʊŋgalo:]

[ŋ] wird an der Silbengrenze gesprochen, wenn auf „n“ folgend „k“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ŋ] an der Silbengrenze„lenken“ – [‚lɛŋkən], „Onkel“ – [‚ˀɔŋkəl], „Bankett“ – [baŋ’kɛt], „Schinken“ – [‚ʃɪŋkən], „Pranke“ – [‚pʀaŋkə]

Reibelaute

Die Konsonantengruppe der Reibelaute[32] besteht aus den Lauten [f], [v], [x] und [h] sowie aus der Konsonantengruppe der Zischlaute.

Beim Sprechen der Reibelaute bilden die Artikulationsorgane eine Enge, die den Ausatmungsluftstrom verwirbelt, wobei ein Reibegeräusch entsteht. Bei den stimmhaften Reibelauten schwingen die Stimmlippen, bei den stimmlosen Reibelauten sind die Stimmlippen geöffnet.

Artikulation des stimmlosen Lippenzahn-ReibelautsBeim Sprechen des stimmlosen Lippenzahn-Reibelauts[33] [f] schließt sich der Unterkiefer an den Oberkiefer und der Mund öffnet sich spaltbreit. Die Unterlippe legt sich sanft an die oberen Schneidezähne, wodurch der Ausatmungsluftstrom gehemmt wird. Der Zungenrücken bleibt entspannt, die Zungenspitze legt sich an die unteren Schneidezähne. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen sind geöffnet. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmhaften Lippenzahn-Reibelaut [v]. Mit vorangehendem [p] verschmilzt [f] zum Verschluss-Reibelaut [p͜f].

[f] wird gesprochen, wenn „F“, „f“ oder „ff“, „V“ oder „v“, „Ph“ oder „ph“ geschrieben wird.

[f] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „F“ oder „f“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [f] am betonten Silbenanfang„Feige“ – [‚fa͜egə], „Farbe“ – [‚faʀbə], „fürchten“ – [‚fγʀçtən], „Fehler“ – [‚fe:ləʁ], „Fisch“ – [fɪʃ]
    • „Befehl“ – [bə’fe:l] , „Gefahr“ – [gə’fɑ:ʁ], „Gefühl“ – [gə’fy:l], „Verfahren“ – [fɛʁ’fɑ:ʀən], „entfachen“ – [ˀɛnt’faxən]
    • „flach“ – [flax], „frieren“ – [‚fʀi:ʀən], „frei“ – [fʀa͜e], „frisch“ – [fʀɪʃ], „flugs“ – [flʊk͜s]
    • „befreien“ – [bə’fʀa͜eən], „gefressen“ – [gə’fʀɛsən], „befriedigt“ – [bə’fʀi:dɪçt], „befrachtet“ – [bə’fʀaxtət], „befruchten“ – [bə’fʀʊxtən]
  • [f] am unbetonten Silbenanfang„schlafen“ – [‚ʃlɑ:fən], „Schäfer“ – [‚ʃɛ:fəʁ], „Strafe“ – [‚ʃtʀɑ:fə], „laufen“ – [‚la͜ofən], „Gräfin“ – [‚gʀɛ:fɪn]
  • „nachfassen“ – [’nɑ:xfasən], „abfangen“ – [‚ˀapfaŋən], „herführen“ – [‚he:ʁfy:ʀən], „vorbeifahren“ – [fɔʀ’ba͜efɑ:ʀən],
    „herausfischen“ – [hɛ’ʀa͜osfɪʃən]
  • „Safran“ – [‚zafʀɑ:n], „Inflation“ – [ɪnflɑ’t͜sıo:n], „Afrika“ – [‚ˀɑ:fʀɪkɑ],
    „Fragment“ – [fʀak’mɛnt], „frappant“ – [fʀɑ’pant]
  • „Einfluss“ – [‚ˀa͜enflʊs], „Anflug“ – [‚ˀanflu:k], „abfragen“ – [‚ˀapfʀɑ:gən],
    „abfliegen“ – [‚ˀapfli:gən], „Nachfrist“ – [’nɑ:xfʀɪst]

[f] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „V“ oder „v“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [f] am betonten Silbenanfang„Vater“- [‚fɑ:təʁ], „voll“ – [fɔl], „vier“ – [fi:ʁ], „vor“ – [fo:ʁ], „Vieh“ – [fi:]
    • „bevor“ – [bə’fo:ʁ], „entvölkert“ – [‚ɛnt’fœlkəʁt], „hervorragend“ – [hɛʁ’fo:ʁʀɑ:gənt], „übervorteilen“ – [ˀy:bəʁ’fɔʀta͜elən],
      „geviertelt“ – [gə’fɪʀtəlt]
    • „Vlies“ – [fli:s]
  • [f] am unbetonten Silbenanfang„Larve“ – [‚laʀfə], „Eva“ – [‚ˀe:fɑ:], „Nerven“ – [’nɛʁfən], „vernehmen“ – [fɛʁ’ne:mən], „vertrauen“ – [fɛʁ’tʀa͜oən]
  • „Zuversicht“ – [‚t͜sufɛʁzɪçt], „anvertrauen“ – [‚ˀanfɛʁtʀa͜oən], „missvergnügt“ – [‚mɪsfɛʁgny:kt], „abverlangen“ – [‚apfɛʁlaŋən],
    „unvorsichtig“ – [ˀʊnfo:ʁzɪçtɪç]

[f] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Ph“ oder „ph“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [f] am betonten Silbenanfang„Phase“ – [‚fɑ:zə], „Amphore“ – [am’fo:ʀə],
      „Amphibie“ – [am’fi:bıə], „Sarkophag“ – [zaʀko’fɑ:k], „frankophil“ – [fʀaŋko’fi:l]
    • „Sphäre“ – [’sfɛ:ʀə], „Sphinx“ – [sfiŋk͜s]
    • „Phrase“ – [‚fʀɑ:zə], „Phlegma“ – [‚flɛgma:], „Pamphlet“ – [pam’fle:t],
      „schizophren“ – [ʃɪt͜so’fʀe:n], „Diaphragma“ – [dɪɑ’fʀagmɑ]
  • [f] am unbetonten Silbenanfang„Physik“ – [fy’zi:k], „Katastrophe“ – [kɑta’stʀo:fə], „philosophisch“ – [filo’zo:fɪʃ], „Phonetik“ – [fo’ne:tɪk], „Pharmazie“ – [faʁmɑ’t͜si:]

[f] wird am Silbenende gesprochen, wenn „f“ oder „ff“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [f] am Silbenende„Schaf“ – [ʃɑ:f], „Beruf“ – [bə’ʀu:f], „Schilf“ – [ʃɪlf], „Dorf“ – [dɔʀf], „auf“ – [a͜of]
  • „Lift“ – [lɪft], „Luft“ – [lʊft], „Schrift“ – [ʃʀɪft], „Haft“ – [haft], „Mannschaft“ – [‚manʃaft]
  • „des Briefs“ – [dɛs ‚bʀi:fs] „er schläft“ – [ˀe:ʁ ‚ʃlɛ:ft], „bestraft“ – [bə’ʃtʀɑ:ft], du rufst“ – [du: ʀu:fst], „gereift“ – [gəʀa͜eft]
  • „des Torfs“ – [dɛs ‚tɔʀfs], „geschürft“ – [gə’ʃγʀft], „sie wirft“ – [zi: ‚vɪʀft], „er hilft“ – [e:ʁ ‚hɪlft], „zu zwölft“ – [t͜su ‚t͜svœlft]
  • „schlaff“ – [ʃlaf], „Griff“ – [gʀɪf], „Stoff“ – [ʃtɔf], „Auspuff“ – [‚ˀa͜ospʊf], „Schiff“ – [ʃɪf]
  • „geschafft“ – [gə’ʃaft], „betrifft“ – [bə’tʀɪft], „es klafft“ – [ˀɛs ‚klaft], „gestrafft“ – [gə’ʃtʀaft], „du hoffst“ – [du: ‚hɔfst]

[f] wird am Silbenende gesprochen, wenn „v“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [f] am Silbenende„Nerv“ – [nɛʀf], „aktiv“ – [ˀak’ti:f], „brav“ – [bʀɑ:f],
    „Stativ“ – [ʃtɑ’ti:f], „Oktav“ – [ˀɔk’tɑ:f]
  • „des Archivs“ – [dɛs ˀaʀ’çi:fs], „versklavt“ – [fɛʁ’sklɑ:ft], „des Motivs“ [dɛs mo’ti:fs], „des Genitivs“ – [dɛs ‚ge:nɪti:fs], „gehievt“ – [gə’hi:ft]
  • „genervt“ – [gə’nɛʀft], „entlarvt“ – [ˀɛnt’laʀft] „du kurvst“ – [du: ‚kʊʀfst]

[f] wird am Silbenende gesprochen, wenn „ph“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [f] am Silbenende„Triumph“ – [triʊmf], „Seraph“ – [‚ze:ʀaf], „Ralph“ – [ʀalf], „Philosoph“ – [filo’zo:f], „amorph“ – [ˀɑ’mɔʀf]
  • „Christophs“ – [‚kʀɪstɔfs]
  • „des Apostrophs“ – [dɛs ˀapo’stʀo:fs]
  • „des Triumphs“ – [dɛs tʀi’ʊmfs], „Ralphs“ – [ʀalfs]

[f] wird an der Silbengrenze gesprochen, wenn in nichtzusammengesetzten Wörtern „ff“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [f] an der Silbengrenze„Neffe“ – [’nɛfə], „schaffen“ – [‚ʃafən], „treffen“ – [‚tʀɛfən], „Effekt“ – [ˀe’fɛkt], „Ziffer“ – [‚t͜sɪfəʁ]

[f] wird an der Silbengrenze doppellautend, aber nicht abgesetzt gesprochen, wenn in zusammengesetzten Wörtern“ff“ oder „fff“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [f] an der Silbengrenze doppellautend„auffordern“ – [‚ˀa͜offɔʀdəʁn], „auffangen“ – [‚ˀa͜offaŋən], „lauffähig“ – [‚la͜offɛɪç], „fünffach“ – [‚fγnffax],
    „hinaufführen“ – [hɪ’na͜offy:ʀən]
  • „Schifffahrt“ – [‚ʃɪffɑ:ʁt], „Stofffetzen“ – [‚ʃtɔffɛt͜sən], „grifffest“ – [‚gʀɪffɛst], „Stofffarbe“ – [‚ʃtɔffaʀbə], „Baustofffirma“ – [‚ba͜oʃtɔffɪʀmɑ]

[f] wird an der Silbengrenze doppellautend, aber nicht abgesetzt gesprochen, wenn in zusammengesetzten Wörtern“vv“ geschrieben wird und das zweite „v“ als [f] zu sprechen ist, zum Beispiel in:

  • [f] an der Silbengrenze doppellautend„Alternativvorschlag“ – [ˀaltəʁna’ti:ffo:ʁʃlɑ:k],
    „Exklusivvertrag“ – [ˀɛk͜sklu’zi:ffɛʁtʀɑ:k],
    „Effektivverzinsung“ – [ˀɛfɛk’ti:ffɛʁt͜sɪnzʊŋ],
    „Produktivvermögen“ – [pʀodʊk’ti:ffɛʁmøgən]

[f] wird an der Silbengrenze doppellautend, aber nicht abgesetzt gesprochen, wenn in zusammengesetzten Wörtern an der inneren Wortgrenze „fv“ geschrieben wird und „v“ als [f] zu sprechen ist, zum Beispiel in:

  • [f] an der Silbengrenze doppellautend„Strafverfolgung“ – [‚ʃtʀɑ:ffɛʁfɔlgᴜŋ], „Dorfvettel“ – [‚dɔʀffɛtəl], „Schafvlies“ – [‚ʃɑ:ffli:s], „Laufvogel“ – [‚la͜offo:gəl], „Hanfverkauf“ – [‚hanffɛʁka͜of]

Artikulation des stimmhaften Lippenzahn-ReibelautsBeim Sprechen des stimmhaften Lippenzahn-Reibelauts [v] schließt sich der Unterkiefer an den Oberkiefer und der Mund öffnet sich spaltbreit. Die Unterlippe legt sich sanft an die oberen Schneidezähne, wodurch der Ausatmungsluftstrom gehemmt wird. Der Zungenrücken bleibt entspannt, die Zungenspitze legt sich an die unteren Schneidezähne. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmlosen Lippenzahn-Reibelaut [f]. Mit vorangehendem [k] verschmilzt [v] zum Verschluss-Reibelaut [k͜v].

[v] wird gesprochen, wenn „W“ oder„w“, „V“ oder „v“ geschrieben wird.

[v] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „W“ oder „w“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [v] am betonten Silbenanfang„waschen“ – [‚vaʃən], „Wille“ – [‚vɪlə], „Lawine“ – [la’vi:nə], „Wort“ – [vɔʀt], „Wert“ – [ve:ʁt]
    • „bewegen“ – [bə’ve:gən], „gewesen“ – [gə’ve:zən], „gewagt“ – [gə’vɑ:kt], „bewusst“ – [bə’vʊst], „erweisen“ – [ˀɛʁ’va͜ezən]
    • „schwer“ – [ʃve:ʁ], „Schwarz“ – [ʃvaʀt͜s], „Zwang“ – [t͜svaŋ], „zwischen“ – [‚t͜svɪʃən], „zwölf“ – [t͜svœlf]
    • „beschwören“ – [bə’ʃvø:ʀən], „gezwungen“ – [gə’t͜svʊŋən],
      „dazwischen“ – [da’t͜svɪʃən], „erschweren“ – [ˀɛʁ’ʃve:ʀən],
      „verschwinden“ – [fɛʁ’ʃvɪndən]
    • „wringen“ – [‚vʀɪŋən], „Wrack“ – [vʀak], „Wladimir“ – [vla’di:mi:ʁ]
    • „gewrungen“ – [gə’vʀʊŋən]
  • [v] am unbetonten Silbenanfang„Löwe“ – [‚lø:və], „Slawe“ – [’slɑ:və], „Witwer“ – [‚vɪtvəʁ], „etwa“ – [‚ˀɛtvɑ:], „Ingwer“ – [‚ˀɪŋv’əʁ]
  • „abwägen“ – [‚ˀapvɛ:gən], „Umweg“ – [‚ˀʊmve:k], „aufwischen“ – [‚ˀa͜ofwɪʃən], „rückwärts“ – [‚ʀγkvɛʀt͜s], „vorwiegend“ – [‚fo:ʁvi:gənt]
  • „Abschwung“ – [‚ˀapʃvʊŋ], „anzweifeln“ – [‚ˀant͜sva͜efəln],
    „aufschwingen“ – [‚ˀa͜ofʃvɪŋən], „hindurchzwängen“ – [hɪn’dʊʀçt͜svɛŋən], „wegschwimmen“ – [‚vɛkʃvɪmən]
  • „auswringen“ – [‚ˀa͜osvʀɪŋən], „abwracken“ – [‚ˀapvʀakən],
    „aufzwingen“ – [‚ˀa͜oft͜svɪŋən], „ungezwungen“ – [‚ˀʊngət͜svʊŋən],
    „Selbstzweck“ – [‚zɛlp͜stt͜svɛk]

[v] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „V“ oder „v“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [v] am betonten Silbenanfang„Vase“ – [‚vɑ:zə], „Votum“ – [‚vo:tʊm], „Villa“ – [‚vɪlɑ:], „Vakuum“ – [‚vɑkuʊm], „Klavier“ [kla’vi:ʁ]
  • „Sven“ – [svɛn], „Svenja“ – [’svɛnjɑ]
  • [v] am unbetonten Silbenanfang„Pulver“ – [‚pʊlvəʁ], „Kurve“ – [‚kʊʀvə], „Ventil“ – [vɛn’ti:l], „venös“ – [ve’nø:s], „Vulkan“ – [vʊl’kɑ:n]
  • „anvisieren“ – [‚ˀanvɪzi:ʀən]

Artikulation des stimmlosen Hintergaumen-ReibelautsBeim Sprechen des stimmlosen Hintergaumen-Reibelauts[34] [x ] bleiben die Lippen entspannt und der Unterkiefer bleibt unbeteiligt. Der Mund öffnet sich. Die Zungenspitze liegt an den unteren Schneidezähnen und der hintere Zungenrücken wölbt sich zum weichen Gaumen, wodurch der Ausatmungsluftstrom gehemmt wird. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen sind geöffnet. Das Zäpfchen bleibt passiv.

[x] wird gesprochen, wenn „ch“ geschrieben wird.

[x] wird am Silbenanfang nach dunklem Vokal[35] oder A-Laut gesprochen, wenn „ch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [x] am unbetonten Silbenanfang„suchen“ – [‚zu:xən], „Versuche“ – [fɛʁ’zu:xə], „Kuchen“ – [‚ku:xən], „buchen“ – [‚bu:xən], „Wucher“ – [‚vu:xəʁ]
  • „Woche“ – [‚vɔxə], „gesprochen“ – [gə’pʃʀɔxən], „kochen“ – [‚kɔxən],
    „gebrochen“ – [gə’bʀɔxən], „Zahnstocher“ – [‚t͜sɑ:nʃtɔxəʁ]
  • „Taucher“ – [‚ta͜oxəʁ], „brauchen“ – [‚bʀa͜oxən], „hauchen“ – [‚ha͜oxən],
    „Jauche“ – [‚ja͜oxə], „verstauchen“ – [fɛʁ’ʃta͜oxən]
  • „Sprache“ – [‚ʃpʀɑ:xə], „sie stachen“ – [zi: ‚ʃtɑ:xən], „Lache“ – [‚lɑ:xə],
    „Brache“ – [‚bʀɑ:xə], „Almanache“ – [‚ˀalmanɑ:xə]
  • „lachen“ – [‚laxən], „Sache“ – [‚zaxə], „machen“ – [‚maxən], „Rache“ – [‚ʀaxə], „wachen“ – [‚vaxən]

[x] wird am Silbenende nach dunklem Vokal oder A-Laut gesprochen, wenn „ch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Tuch“ – [tu:x], „Buch“ – [bu:x], „Fluch“ – [flu:x], „Gesuch“ – [gə’zu:x], „Besuch“ – [bə’zu:x]
  • „Bruch“ – [bʀʊx], „Anspruch“ – [‚ˀanʃpʀʊx], „Geruch“ – [gə’ʀʊx], „wuchtig“ – [‚vʊxtɪç], „juchzen“ – [‚jʊxt͜sən]
  • „hoch“ – [ho:x]
  • „noch“ – [nɔx], „Koch“ – [kɔx], „Loch“ – [lɔx], „Joch“ – [jɔx], „jedoch“ – [je:’dɔx]
  • „auch“ – [a͜ox], „Brauch“ – [bʀa͜ox], „Schlauch“ – [ʃla͜ox], „Lauch“ – [la͜ox], „Bauch“ – [ba͜ox]
  • „nach“ – [nɑ:x], „Schmach“ – [ʃmɑ:x], „sie brach“ – [zi: ‚bʀɑ:x],
    „er sprach“ – [e:ʁ ‚ʃpʀɑ:x], „Gemach“ – [gə’mɑ:x]
  • „Dach“ – [dax], „Krach“ – [kʀax], „einfach“ – [‚ˀa͜enfax], „Bach“ – [bax], „Fach“ – [fax]
  • „Zucht“ – [t͜sʊxt] „Flucht“ – [flʊxt], „Sucht“ [zʊxt], „Schlucht – [ʃlʊxt], „Bucht“ – [bʊxt]
    • Aber nicht in „Fuchs“ – [fʊk͜s]
  • „du kochst“ – [du: ‚kɔxst], „ihr krocht“ – [ˀi:ʁ ‚kʀɔxt], „gelocht“ – [gə’lɔxt],
    „Docht“ – [dɔxt], „sie pocht“ – [zi: ‚pɔxt]
  • „Verdacht“ – [fɛʁ’daxt], „Schacht“ – [ʃaxt], „bewacht“ – [bə’vaxt], „Fracht“ – [fʀaxt], „Macht“ – [maxt]
    • Aber nicht in „Flachs“ – [flak͜s] und „Dachs“ – [dak͜s]
  • „er flucht“ – [ˀe:ʁ ‚flu:xt], „du suchst“ – [du: ‚zu:xst], „sie bucht“ – [zi: ‚bu:xt], „verrucht“ – [fɛʁ’ʀu:xt], „betucht“ – [bə’tu:xt]
  • „er malocht“ – [ˀe:ʁ ma’lo:xt]
  • „gebraucht“ – [gə’bʀa͜oxt], „sie raucht“ – [zi: ‚ʀa͜oxt], „du jauchzst“ – [du: ‚ja͜oxt͜sst], „es schmaucht“ – [ˀɛs ‚ʃma͜oxt], „des Verbrauchs“ – [dɛs fɛʁ’bʀa͜oxs]

Artikulation des stimmlosen Stimmlippen-ReibelautsBeim Sprechen des stimmlosen Stimmlippen-Reibelauts[36] [h] bleiben die Lippen entspannt und der Unterkiefer senkt sich leicht. Zunge und Zungenspitze liegen locker am Mundboden. Die Stimmlippen legen sich eng aneinander und bilden einen Spalt[37], wodurch der Ausatmungsluftstrom leicht gehemmt wird, der dann durch den spaltbreit geöffneten Mund entweicht. Das Gaumensegel ist gehoben und das Zäpfchen bleibt passiv.

[h] wird gesprochen, wenn „H“ oder „h“ geschrieben wird.

[h] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „h“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [h] am betonten Silbenanfang„hier“ – [hi:ʁ], „behalten“ – [bə’haltən], „Hut“ – [hu:t], „erhitzen“ – [ˀɛʁ’hɪt͜sən], „heilen“ – [‚ha͜elən]
    • „behüten“ – [bə’hy:tən], „gehalten“ – [gə’haltən], „überholt“ – [ˀy:bəʁ’ho:lt], „erheben“ – [ˀɛʁ’he:bən], „er erhielt“ – [ˀe:ʁ ˀɛʁhi:lt]
  • [h] am unbetonten Silbenanfang„Ahorn“ – [‚ˀɑ:hɔʀn], „Uhu“ – [‚ˀu:hu:], „Oheim“ – [‚ˀo:ha͜em]
    • Aber nicht in „Ehe“ – [‚ˀe:ə] und „eher“ – [‚ˀe:əʁ]
  • „Freiheit“ – [‚fʀa͜eha͜et], „Gesundheit“ – [gə’zʊntha͜et], „Mehrheit“ – [‚me:ʁha͜et], „Sicherheit“ – [‚zɪçəʁha͜et],
    „Gelegenheit“ – [gə’le:gənha͜et]
  • „habhaft“ – [‚hɑ:phaft], „schadhaft“ – [‚ʃɑ:thaft], „glaubhaft“ – [‚gla͜ophaft], „dauerhaft“ – [‚da͜oəʁhaft], „lachhaft“ – [‚laxhaft]

Nicht gesprochen wird [h], wenn „h“ als Dehnungszeichen nach einem Vokal geschrieben wird, zum Beispiel in:

      • „gehen“ – [‚ge:ən], „sie sahen“ – [zi: ‚zɑ:ən], „gelehrt“ – [gə’le:ʁt], „wahr“ – [vɑ:ʀ], „sie sieht“ – [zi: ‚zi:t]

Zischlaute

Die Konsonantengruppe der Zischlaute[38] ist eine Gruppe der Reibelaute und besteht aus den Lauten [s], [z], [ʃ], [ʒ], [ç] und [j].

Beim Sprechen der Zischlaute bilden die Artikulationsorgane eine Enge, durch die zischend die Ausatmungsluft strömt. Bei den stimmhaften Zischlauten schwingen die Stimmlippen, bei den stimmlosen Zischlauten sind die Stimmlippen geöffnet.

Artikulation des stimmlosen Zahn-ZischlautsBeim Sprechen des stimmlosen Zahn-Zischlauts[39] [s] spannen sich die Lippen leicht und der Unterkiefer schließt sich an den Oberkiefer. Die Zähne legen sich fast aufeinander. Der Zungenrücken bleibt locker und die Zungenspitze bildet eine Enge mit den unteren Schneidezähnen, durch die der Ausatmungsluftstrom gehemmt wird, der dann durch den spaltbreit geöffneten Mund entweicht. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen sind geöffnet. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmhaften Zahn-Zischlaut [z]. Mit vorangehendem [p] verschmilzt [s] zum Verschluss-Reibelaut [p͜s], mit vorangehendem [t] zum Verschluss-Reibelaut [t͜s] und mit vorangehendem [k] zum Verschluss-Reibelaut [k͜s].

[s] wird gesprochen, wenn „S“,„s“ oder „ss“, „ß“, „C“ oder „c“ geschrieben wird.

[s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „S“ oder „s“ geschrieben wird und nicht auf „p“, „t“ oder „k“ folgt und kein „p“ oder „t“ folgt, zum Beispiel in:

    • [s] am betonten Silbenanfang„Set“ – [sɛt], „Song“ – [sɔŋ], „Sex“ – [sɛk͜s], „Said“ – [sa’it], „Serge“ – [sɛʀʒ]
    • „Skat“ – [skɑ:t], „Snob“ – [snɔp], „Slawe“ – [’slɑ:və],
      „Skala“ – [skɑ:lɑ], „Sphäre“ – [’sfɛʀə]
    • „versklaven“ – [fɛʁ’sklɑ:vən], „versnobt“ – [fɛʁ’snɔpt], „gescannt“ – [gə’skɛnt], „gescrollt“ – [gə’skʀɔlt]
  • [s] am unbetonten Silbenanfang„unisex“ – [‚ˀʊnɪsɛk͜s], „Offsetdruck“ – [‚ˀɔfsɛtdʀʊk]
  • „skurril“ – [skʊ’ʀi:l], „snobistisch“ – [snɔ’bɪstɪʃ], „skalieren“ – [ska’li:ʀən]

[s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „ß“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [s] am unbetonten Silbenanfang„Grüße“ – [‚gʀy:sə], „Straße“ – [‚ʃtʀɑ:sə], „außer“ – [‚ˀa͜osəʁ], „größer“ – [‚gʀø:səʁ], „Füße“ – [‚fy:sə]

[s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „C“ oder „c“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

      • [s] am betonten Silbenanfang„Cent“ – [sɛnt], „City“ – [’sɪti:], „Cindy“ – [’sɪndi:], „Cidre“ – [’si:dʀə], „lancieren“ – [lã’si:ʁən]

 

  • [s] am unbetonten Silbenanfang„Cineast“ – [sine’ast], „Annonce“ – [ˀa’nõ:sə]
  • „hochscrollen“ – [‚ho:xskʀɔlən], „abscannen“ – [‚apskɛnən]

[s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „s“ oder „ss“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [s] am Silbenende„das“ – [das], „Haus“ – [ha͜os], „Bus“ – [bʊs], „bis“ – [bɪs], „haltlos“ – [‚haltlo:s]
  • „List“ – [lɪst], „Last“ – [last], „Hast“ – [hast, „Mast“ – [mast], „Lust“ – [lʊst]
  • „vereist“ – [fɛʁ’a͜est], „du schreist“ – [du: ‚ʃʀa͜est], „verglast“ – [fɛʁ’glɑ:st],
    „gerast“ – [gə’ʀɑ:st], „du schaust“ – [du: ‚ʃa͜ost]
  • „du änderst“ – [du: ‚ˀɛndəʁst], „du kühlst“ – [du: ‚ky:lst], „verzinst“ – [fɛʁ’t͜sɪnst],
    „du rufst“ – [du: ‚ʀu:fst], „du bremst“ – [du: ‚bʀɛmst]
  • „Kuss“ – [kʊs], „Fass“ – [fas], „Riss“ – [ʀɪs], „kess“ – [kɛs], „Ross“ – [ʀɔs]
  • „ihr müsst“ – [ˀi:ʁ ‚mγst], „du küsst“ – [du: ‚kγst], „es frisst“ – [ˀɛs ‚fʀɪst],
    „sie lässt“ – [zi: ‚lɛst], „er hasst“ – [ˀe:ʁ ‚hast]

[s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „ß“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [s] am Silbenende„Fuß“ – [fu:s], „groß“ – [gʀo:s], „Gefäß“ – [gə’fɛ:s], „süß“ – [zy:s], „Ruß“ – [ʀu:s]
  • „es rußt“ – [ˀɛs ‚ʀu:st], „du gießt“ – [du: ‚gi:st], „er fußt“ – [ˀe:ʁ ‚fu:st], „angemaßt“ – [ˀangə’mɑ:st], „sie begrüßt“ [zi: bə’gʀy:st]

s] wird an der Silbengrenze gesprochen, wenn in nichtzusammengesetzten Wörtern „ss“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [s] an der Silbengrenze„Risse“ – [‚ʀɪsə], „müssen“ – [‚mγsən], „Schlösser“ – [‚ʃlœsəʁ], „Wasser“ – [‚vasəʁ], „Klasse“ – [‚klasə]

Artikulation des stimmhaften Zahn-ZischlautsBeim Sprechen des stimmhaften Zahn-Zischlauts [z] spannen sich die Lippen leicht und der Unterkiefer schließt sich an den Oberkiefer. Die Zähne legen sich fast aufeinander. Der Zungenrücken bleibt locker und die Zungenspitze bildet eine Enge mit den unteren Schneidezähnen, durch die der Ausatmungsluftstrom gehemmt wird, der dann durch den spaltbreit geöffneten Mund entweicht. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmlosen Zahn-Zischlaut [s].

[z] wird gesprochen, wenn „S“ oder „s“ geschrieben wird.

[z] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „S“ oder „s“ geschrieben wird und ein Vokal folgt, zum Beispiel in:

    • [z] am betonten Silbenanfang„sagen“ – [‚zɑ:gən], „Sucht“ – [zʊxt], „Saft“ – [zaft], „sehen“ – [‚ze:ən], „sie“ – [zi:]
      • Aber nicht in Fremdwörtern wie „Set“ – [sɛt], „Song“ – [sɔŋ]
    • „entsagen“ – [ˀɛnt’zɑ:gən], „besorgen“ – [bə’zɔʁgən], „zersägen“ – [t͜sɛʁ’zɛ:gən], „zusammen“ – [t͜su’zamən], „gesucht“ – [gə’zu:xt]
  • [z] am unbetonten Silbenanfang„Felsen“ – [‚fɛlzən], „gelesen“ – [gə’le:zən], „verweisen“ – [fɛʁ’va͜ezən], „Mäuse“ – [‚mɔ͜øzə], „Gläser“ – [‚glɛ:zəʁ]
  • „Hinsicht“ – [‚hɪnzɪçt], „Nachsorge“ – [’nɑ:xzɔʀgə], „sogar“ – [zo’gɑ:ʁ], „aufsagen“ – [‚ˀa͜ofzɑ:gən], „vorsehen“ – [‚fo:ʁze:ən]

Artikulation des stimmlosen Gaumen-ZischlautsBeim Sprechen des stimmlosen Gaumen-Zischlauts[40] [ʃ] stülpen sich die Lippen und der Unterkiefer schließt sich an den Oberkiefer. Der Zungenrücken beschreibt einen nach oben offenen Bogen und die Zungenspitze bildet mit dem harten Gaumen eine Enge, durch die der Ausatmungsluftstrom gehemmt wird, der dann durch den geöffneten Mund entweicht. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen sind geöffnet. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmhaften Gaumen-Zischlaut [ʒ]. Mit vorangehendem [t] verschmilzt [ʃ] zum Verschluss-Reibelaut [t͜ʃ].

[ʃ] wird gesprochen, wenn „Sch“ oder „sch“, „S“ oder „s“, „Sh“ oder „sh“, „Ch“ oder „ch“ geschrieben wird.

[ʃ] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Sch“ oder „sch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [ʃ] am betonten Silbenanfang„schaffen“ – [‚ʃafən], „Schiff“ – [ʃɪf], „Schutz“ – [ʃʊt͜s], „schon“ – [ʃo:n], „schön“ – [ʃø:n]
    • „geschont“ – [gə’ʃo:nt], entscheiden“ – [ˀɛnt’ʃa͜edən], „verschieden“ – [fɛʁ’ʃi:dən], „Beschuss“ – [bə’ʃʊs], „Geschenk“ – [gə’ʃɛŋk]
    • „Schlitz“ – [ʃlɪt͜s], „Schrift“ – [ʃʀɪft], „schlau“ – [ʃla͜o], „schließen“ – [‚ʃli:sən], „Schlucht“ – [ʃlʊxt]
    • „Entschluss“ – [ˀɛnt’ʃlʊs], „beschrieben“ – [bə’ʃʀi:bən], „verschleißen“ – [fɛʁ’ʃla͜esən], „geschlossen“ – [gə’ʃlɔsən], „geschlachtet“ – [gə’ʃlaxtət]
  • [ʃ] am unbetonten Silbenanfang„Tusche“ – [‚tʊʃə], „Fische“ – [‚fɪʃə] , „tauschen“ – [‚ta͜oʃən], „Menschen“ – [‚mɛnʃən], „Wünsche“ – [‚vγnʃə]
  • „hinschauen“ – [‚hɪnʃa͜oən], „Abschuss“ – [‚ˀapʃʊs], „aufschieben“ – [‚ˀa͜ofʃi:bən], „nachschauen“ – [’nɑ:xʃa͜oən], „umschalten“ – [‚ˀʊmʃaltən]
  • „Schlamassel“ – [ʃlɑ’masəl], „Schlawiner“ – [ʃlɑ’vi:nəʁ], „schraffieren“ – [ʃra’fi:ʀən], „schwadronieren“ – [ʃvadʀo’ni:ʀən], Schlaraffenland – [ʃlɑ’ʀafənlant]
  • „Abschluss“ – [‚ˀapʃlʊs], „ausschließen“ – [‚ˀa͜osʃli:sən], „anschwellen“ – [‚ˀanʃvɛlən], „anschleichen“ – [‚ˀanʃla͜eçən], „aufschreiben“ – [‚ˀa͜ofʃʀa͜ebən]

[ʃ] am betonten Silbenanfang[ʃ] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „s“ geschrieben wird und „t“ folgt, zum Beispiel in:

    • „stur“ – [ʃtu:ʀ], „stechen“ – [‚ʃtɛçən], „Stoß“ – [ʃto:s],
      „Stich“ – [ʃtɪç], „Stau“ – [ʃta͜o]
    • „Strafe“ – [‚ʃtʀɑ:fə], „streunen“ – [‚ʃtʀɔ͜ønən], „Strich“ – [ʃtʀɪç], „Strophe“ – [‚ʃtʀo:fə], „streben“ – [‚ʃtʀe:bən]
    • „bestellen“ – [bə’ʃtɛlən], „gestoßen“ – [gə’ʃto:sən], „verstaucht“ – [fɛʁ’ʃta͜oxt], „entstehen“ – [ˀɛnt’ʃte:ən], „verstanden“ – [fɛʁ’ʃtandən]
    • „zerstreuen“ – [t͜sɛʁ’ʃtʀɔ͜øən], „bestrafen“ – [bə’ʃtʀɑ:fən], „bestrebt“ – [bə’ʃtʀe:pt], „gestrandet“ – [gə’ʃtʀandət], „gestritten“ – [gə’ʃtʀɪtən]
  • [ʃ] am unbetonten Silbenanfang„stagnieren“ – [ʃta’gni:ʀən], „stilisieren“ – [ʃtilɪ’zi:ʀən],
    „Stativ“ – [ʃtɑ’ti:f], „stabil“ – [ʃtɑ’bi:l], „stornieren“ – [ʃtɔʀ’ni:ʀən]
  • „strapazieren“ – [ʃtʀapɑ’t͜si:ʀən], „Strategie“ – [ʃtʀɑte’gi:], „Struktur“ – [ʃtʀʊk’tu:ʁ], „Stratosphäre“ – [ʃtʀɑtɔ’sfɛ:ʀə],
    „Stroboskop“ – [ʃtʀobo’sko:p]
  • „herstellen“ – [‚he:ʁʃtɛlən], „anstacheln“ – [‚ˀanʃtaxəln], „Abstand“ – [‚ˀapʃtant], „aufstehen“ – [‚ˀa͜ofʃte:ən], „umstimmen“ – [‚ˀʊmʃtɪmən]
  • „Anstrich“ – [‚ˀanʃtʀɪç], „Vorstrafe“ – [fo:ʁʃtʀɑ:fə], „anstrengen“ – [‚ˀanʃtʀɛŋən], „umherstreunen“ – [ˀʊm’he:ʁʃʀɔ͜ønən], „anstreichen“ – [‚ˀanʃtʀa͜eçən]

[ʃ] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „s“ geschrieben wird und „p“ folgt, zum Beispiel in:

    • [ʃ] am betonten Silbenanfang„sparen“ – [‚ʃpɑ:ʀən], „Spur“ – [ʃpu:ʁ], „Spaß“ – [ʃpɑ:s], „sperren“ – [‚ʃpɛʀən], „Spiel“ – [ʃpi:l]
    • „spritzig“ – [‚ʃpʀɪt͜sɪç], „sprudeln“ – [‚ʃpʀu:dəln], „spreizen“ – [‚ʃpʀa͜et͜sən], „Sprache“ – [‚ʃpʀɑ:xə], „sprechen“ – [‚ʃpʀɛçən]
    • „entspannen“ – [ˀɛnt’ʃpanən], „verspielt“ – [fɛʁ’ʃpi:lt], „gespült“ – [gə’ʃpy;lt], „gesponnen“ – [gə’ʃpɔnən], „verspotten“ – [fɛʁ’ʃpɔtən]
    • „versprechen“ – [fɛʁ’ʃpʀɛçən], „gesprüht“ – [ˀgə’ʃpʀy:t],
      „gesprungen“ – [gə’ʃpʀʊŋən], „versprengt“ – [fɛʁ’ʃpʀɛŋt], „verspritzt“ – [fɛʁ’ʃpʀɪt͜st]
  • [ʃ] am unbetonten Silbenanfang„spekulieren“ – [ʃpɛku’li:ʀən], „spendieren“ – [ʃpɛn’di: ʀən], „speziell“ – [ʃpɛ’t͜sıɛl], „Spirale“ – [ʃpɪ’ʀɑ:lə], „Spion“ – [ʃpi’o:n]
    • Aber nicht in: „Raspel“ – [‚ʀaspəl], räuspern – [‚ʀɔ͜øspəʁn, „lispeln“ – [‚lɪspəln], „knuspern“ – [‚knʊspəʁn], „Sphäre“ – [’sfɛ:ʀə]
  • „abspulen“ – [‚ˀapʃpu:lən], „Nachspiel“ – [’nɑ:xʃpi:l], „ausspähen“ – [‚ˀa͜osʃpɛ:ən], „zusperren“ – [‚t͜su:’ʃpɛʀən], „vorspiegeln“ – [fo:ʁʃpi:gəln]
  • „vorspringen“ – [‚fo:ʁʃpʀɪŋən], „hochspringen“ – [‚ho:xʃpʀɪŋən],
    „Anspruch“ – [‚ˀanʃpʀʊx], „nachsprechen“ – [’nɑ:xʃpʀɛçən],
    „anspritzen“ – [‚ˀanʃpʀɪt͜sən]

[ʃ] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Sh“ oder „sh“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ʃ] am betonten Silbenanfang„Sherry“ – [‚ʃɛʀi], „Shorts“ – [ʃɔʁʦ], „Show“ – [ʃoᴜ], „Shaker“ – [‚ʃeɪkəʁ], „Shareware“ [‚ʃɛʁvɛ:ʁ]
  • „Shrimps“ – [ʃʀɪmp͜s]

[ʃ] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Ch“ oder „ch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [ʃ] am betonten Silbenanfang„Chef“ – [ʃɛf], „Chance“ – [‚ʃã:sə], „Charme“ – [ʃaʁm], „Chuzpe“ [‚ʃγspə], „Champignon“ – [‚ʃampɪnjɔŋ]

 

  • [ʃ] am unbetonten Silbenanfang„Branche“ – [‚bʀã:ʃə], „recherchieren“ – [ʀeʃɛʁ’ʃi:ʀən], „Chauvinist“ – [ʃo:vi’nɪst]
  • „dechiffrieren“ – [‚deʃɪfʀi:ʀən], „uncharmant“ – [‚ˀʊnʃaʁmant]

[ʃ] wird am Silbenende gesprochen, wenn „sch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ʃ] am Silbenende„Marsch“ – [maʀʃ], „Tusch“ – [tʊʃ], „Rausch“ – [ʀa͜oʃ], „Abwasch“ – [‚ˀapvaʃ], „moralisch“ – [mo’ʀɑ:lɪʃ]
  • „gelöscht“ – [gə’lœʃt], „entwischt“ – [ˀɛnt’vɪʃt], „du duschst“ – [du: ‚dʊʃst], „sie fischt“ – [zi: ‚fɪʃt], „vermischt“ – [fɛʁ’mɪʃt]
  • „belauscht“ – [bə’la͜oʃt], „es rauscht“ – [ɛs ‚ʀa͜oʃt], „du kreischst“ – [du: ‚kʀa͜eʃst], „sie tauscht“ – [zi: ‚ta͜oʃt], zerfleischt“ – [t͜sɛʁ’fla͜eʃt]
  • „verramscht“ – [fɛʁ’ʀamʃt], „gewünscht“ – [gə’vγnʃt], „sie planscht“ – [zi: ‚planʃt], „er pirscht“ – [e:ʁ ‚pɪʀʃt], „gefälscht“ – [gə’fɛlʃt]

[ʃ] wird an der Silbengrenze doppellautend, aber nicht abgesetzt gesprochen, wenn in zusammengesetzten Wörtern “schsch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ʃ] an der Silbengrenze doppellautend„Fischschleuse“ – [‚fɪʃʃlɔ͜øzə], „Fischschwarm“ – [‚fɪʃʃvaʀm],
    „Glückwunschschreiben“ – [‚glγkvʊnʃʃʀa͜ebən], „Waschschüssel“ – [‚vaʃʃγsəl], „Froschschenkel“ – [‚fʀɔʃʃɛŋkəl]

Artikulation des stimmhaften Gaumen-ZischlautsBeim Sprechen des stimmhaften Gaumen-Zischlauts [ʒ] stülpen sich die Lippen und der Unterkiefer schließt sich an den Oberkiefer. Der Zungenrücken beschreibt einen nach oben offenen Bogen und die Zungenspitze bildet mit dem harten Gaumen eine Enge, durch die der Ausatmungsluftstrom gehemmt wird, der dann durch den geöffneten Mund entweicht. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmlosen Gaumen-Zischlaut [ʃ]. Mit vorangehendem [d] verschmilzt [ʒ] zum Verschluss-Reibelaut [d͜ʒ].

[ʒ] wird gesprochen, wenn „G“ oder „g“, „J“ oder „j“ geschrieben wird.

[ʒ] wird manchmal am Silbenanfang gesprochen, wenn in Fremdwörtern „G“ oder „g“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ʒ] am betonten Silbenanfang„Genre“ – [‚ʒã:ʀə], „Regie“ – [ʀɛ’ʒi:],
    „Etagere“ – [etɑ’ʒɛʀə], „Giro“ – [‚ʒi:ʀo]

 

  • [ʒ] am unbetonten Silbenanfang„Gendarm – [ʒan’daʀm]. „genant“ – [ʒe’nant], „Regisseur“ – [ʀɛʒi’sø:ʁ], „Gelee“ – [ʒe’le:], „Genie“ – [ʒɛ’ni:]
  • „Tonnage“ – [tɔ’nɑ:ʒə], „Blamage“ – [bla’mɑ:ʒə], „Garage“ – [ga’ʀɑ:ʒə], „Leckage“ – [lɛ’kɑ:ʒə], „Loge“ – [‚lo:ʒə]

[ʒ] wird manchmal am Silbenanfang gesprochen, wenn in Fremdwörtern „J“ oder „j“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [ʒ] am betonten Silbenanfang„Jury“ – [‚ʒy:ʀi]

 

 

  • [ʒ] am unbetonten Silbenanfang„Journal“ – [ʒʊʀ’nɑ:l], „Jackett“ – [ʒa’kɛt], „Jalousie“ – [ʒalʊ’si:], „Jargon“ – [ʒaʁ’gõ:], „jonglieren“ – [ʒõŋ’li:ʀən]

Artikulation des stimmlosen Vordergaumen-ZischlautsBeim Sprechen des stimmlosen Vordergaumen-Zischlauts[41] [ç] spreizen sich die Lippen und der Unterkiefer senkt sich leicht. Die Zungenspitze legt sich an die unteren Schneidezähne. Der vordere Zungenrücken wölbt sich zum harten Gaumen, wodurch eine Enge entsteht, die den Ausatmungsluftstrom hemmt, der dann durch den spaltbreit geöffneten Mund entweicht. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen sind geöffnet. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmhaften Vordergaumen-Zischlaut [j].

[ç] wird gesprochen, wenn „Ch“, „ch“ oder „g“ geschrieben wird.

[ç] wird manchmal am Silbenanfang gesprochen, wenn in Fremdwörtern „Ch“ oder „ch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [ç] am betonten Silbenanfang„China“ – [‚çi:na], „Chiasmus“ – [‚çiasmʊs], „Cherub“ – [‚çe:ʀʊp]

 

    • [ç] am unbetonten Silbenanfang„Chinin“ – [çi’ni:n], „Chirurg“ – [çi’ʀʊʁk], „Chemie“ – [çe’mi:], „Chiropraktik“ – [çiʀo’pʀaktɪk], „Chimäre“ – [çi’mɛʀə]

[ç] wird am Silbenanfang nach hellem Vokal gesprochen, wenn „ch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ç] am unbetonten Silbenanfang„sprechen“ – [‚ʃpʀɛçən], „Becher“ – [‚bɛçəʁ], „zechen“ – [‚t͜sɛçən], „stechen“ – [‚ʃtɛçən], „Bleche“ – [‚blɛçə]
  • „lächeln“ – [‚lɛçəln], „Fächer“ – [‚fɛçəʁ], „Fläche“ – [‚flɛçə], „Gespräche“ – [gə’ʃpʀɛ:çə], „Schwäche“ – [‚ʃvɛçə]
  • „Löcher“ – [‚lœçəʁ], „sie kröche“ – [zi: ‚kʀœçə], „knöchern“ – [‚knœçəʁn], „röcheln“ – [‚ʀœçəln], „Köchin“ – [‚kœçɪn]
  • „riechen“ – [‚ʀi:çən], „Grieche“ – [‚gʀi:çə], „siechen“ – [‚zi:çən],
    „kriechen“ – [‚kʀi:çən]
  • „Tücher“ – [‚ty:çəʁ], „Bücher“ – [‚by:çəʁ], „Gerüche“ – [gə’ʀγçə], „Brüche“ – [‚bʀγçə], „Küche“ – [‚kγçə]
  • „erbleichen“ – [ˀɛʁ’bla͜eçən], „schmeicheln“ – [‚ʃma͜eçəln], „Zeichen“ – [‚t͜sa͜eçən], „Speicher“ – [‚ʃpa͜eçəʁ], „gleichen“ – [‚gla͜eçən]
  • „laichen“ – [‚la͜eçən]
  • „er heuchelt“ – [e:ʁ ‚hɔ͜øçəlt], „Seuche“ – [‚zɔ͜øçə], „scheuchen“ – [‚ʃɔ͜øçən], „gemeuchelt“ – [gə’mɔ͜øçəlt], „keuchen“ – [‚kɔ͜øçən]
  • „Bäuche“ – [‚bɔ͜øçə], „räuchern“ – [‚ʀɔ͜øçəʁn], „Schläuche“ – [‚ʃlɔ͜øçə], „Bräuche“ – [‚bʀɔ͜øçə], „Sträucher“ – [‚ʃtʀɔ͜øçəʁ]

[ç] wird am Silbenende nach hellem Vokal gesprochen, wenn „ch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ç] am Silbenende„Blech“ – [blɛç], „Gefechte“ – [gə’fɛçtə], „Pech“ – [pɛç], „frech“ – [fʀɛç], „Rechte“ – [‚ʀɛçtə]
  • „gerecht“ – [gə’ʀɛçt], „schlecht“ – [ʃlɛçt], „Geschlecht“ – [gə’ʃlɛçt], „aufrecht“ – [‚ˀa͜ofʀɛçt], „Specht“ – [ʃpɛçt]
  • „Nächte“ – [’nɛçtə], „sächlich“ – [‚zɛçlɪç], „prächtig“ – [‚pʀɛçtɪç], „ächten“ – [‚ˀɛçtən], „Gespräch“ – [gə’ʃpʀɛ:ç]
  • „gerächt“ – [gə’ʀɛçt], „geschwächt“ – [gə’ʃvɛçt], „Gemächt“ – [gə’mɛçt]
  • „möchte“ [‚mœçtə], „Töchter“ – [‚tœçtəʁ], „höchster“ – [‚hø:çstəʁ], „er föchte“ – [ˀe:ʁ ‚fœçtə]
  • „ich“ – [ˀɪç], „sich“ – [zɪç], „Abstrich“ – [‚ˀapʃtʀɪç], „üblich“ – [‚ˀy:plɪç], „Teppich“ – [‚tɛpɪç]
  • „nicht“ – [nɪçt], „Licht“ – [lɪçt], „Gesicht“ – [gə’zɪçt], „schlicht“ – [ʃlɪçt], „Pflicht“ – [p͜flɪçt]
  • „züchten“ – [‚t͜sγçtən], „süchtig“ – [‚zγçtɪç], „schüchtern“ – [‚ʃγçtəʁn], „Früchte“ – [‚fʀγçtə], „nüchtern“ – [’nγçtəʁn]
  • „Gerücht“ – [gə’ʀγçt]
  • „Teich“ [ta͜eç], „gleich“ – [gla͜eç], „weich“ – [va͜eç], „Bereich“ – [bə’ʀa͜eç],
    „reich“ – [ʀa͜eç]
  • „es reicht“ – [ˀɛs ‚ʀa͜eçt], „du eichst“ – [du: ‚ˀa͜eçst], „leicht“ – [la͜eçt],
    „gebleicht“ – [gə’bla͜eçt], „seicht“ – [za͜eçt]
  • „Laich“ – [la͜eç]
  • „er laicht“ – [ˀe:ʁ ‚la͜eçt]
  • „euch“ – [ˀɔ͜øç], „leuchten“ – [‚lɔ͜øçtən], „sie scheuchten“ – [zi: ‚ʃɔ͜øçtən], „aufleuchten“ – [‚ˀa͜oflɔ͜øçtən], „befeuchten“ – [bə’fɔ͜øçtən]
  • „feucht“ – [fɔ͜øçt], „du keuchst“ – [du: ‚kɔ͜øçst], „verseucht“ – [fɛʁ’zɔ͜øçt],
    „sie scheucht“ – [zi: ‚ʃɔ͜øçt], „entfleucht“ – [ˀɛnt’flɔ͜øçt]
  • „Gesträuch“ – [gə’ʃtʀɔ͜øç]

[ç] wird am Silbenende gesprochen, wenn „ch“ nach „l“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ç] am Silbenende„Milch“ – [mɪlç], „Dolch“ – [dɔlç], „Kelch“ – [kɛlç],
    „Strolch“ – [ʃtʀɔlç], „Molch“ – [mɔlç]
  • „erdolcht“ – [ˀɛʁ’dɔlçt], „er strolcht“ – [ˀe:ʁ ‚ʃtʀɔlçt], „sie mulcht“ – [zi: ‚mʊlçt]

[ç] wird am Silbenende gesprochen, wenn „ch“ nach „r“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ç] am Silbenende„durch“ – [dʊʀç], „Monarch“ – [mo’naʀç], „Lurch“ – [lʊʀç], „Storch“ – [ʃtɔʀç], „Zwerchfell“ – [‚t͜svɛʀçfɛl]
  • „eingepfercht“ – [‚a͜engəp͜fɛʀçt], „Furcht“ – [fʊʀçt], „du schnarchst“ – [du: ‚ʃnaʀçst], „er gehorcht“ – [ˀe:ʁ gəhɔʀçt], „des Storchs“ – [dɛs ‚ʃtɔʀçs]

[ç] wird am Silbenende gesprochen, wenn „ch“ nach „n“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ç] am Silbenende„manchmal“ – [‚mançmɑ:l], „Mönch“ – [mœnç], „manch einer“ – [‚manç ˀa͜enəʁ], „Lynchjustiz“ – [‚lγnçjʊsti:t͜s]
  • „gelyncht“ – [gə’lγnçt], „sie tüncht“ – [zi: ‚tγnçt]

[ç] wird am Silbenende gesprochen, wenn auf „i“ folgend „g“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [ç] am Silbenende„ruhig“ – [‚ʀu:ɪç], „achtzig“ – [‚ˀaxt͜sɪç], „König“ – [‚kø:nɪç], „Ewigkeit“ – [‚ˀe:vɪçka͜et], „ranzig“ – [‚ʀant͜sɪç]
    • Aber nicht wenn anschließend eine Silbe folgt, in der „ich“ geschrieben wird: „Königreich“ – [‚kø:nɪkʀa͜eç], „ewiglich“ – [‚ˀe:vɪklɪç], „königlich“ – [‚kø:nɪklɪç], „lediglich“ – [‚le:dɪklɪç], „inniglich“ – [‚ˀɪnɪklɪç]
  • „du beruhigst“ – [du: bə’ʀu:ɪçst], „belustigt“ – [bə’lʊstɪçt], gekündigt“ – [gə’kγndɪçt], „sie berichtigt“ – [zi: bə’ʀɪçtɪçt], „beschädigt“ – [bə’ʃɛ:dɪçt]

Artikulation des stimmhaften Vordergaumen-ZischlautsBeim Sprechen des stimmhaften Vordergaumen-Zischlauts [j] spreizen sich die Lippen und der Unterkiefer senkt sich leicht. Die Zungenspitze legt sich an die unteren Schneidezähne. Der vordere Zungenrücken wölbt sich zum harten Gaumen, wodurch eine Enge entsteht, die den Ausatmungsluftstrom hemmt, der dann durch den spaltbreit geöffneten Mund entweicht. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmlosen Vordergaumen-Zischlaut [ç].

[j] wird gesprochen, wenn „J“ oder „j“, „Y“ oder „y“ geschrieben wird.

[j] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „J“ oder „j“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [j] am betonten Silbenanfang„Junge“ – [‚jʊŋə], „jeder“ – [‚je:dəʁ], „jagen“ – [‚jɑ:gən], „just“ – [jʊst], „jubeln“ – [‚ju:bəln]
    • „bejahen“ – [bə’jɑ:ən], „bejubeln“ – [bə’ju:bəln], „gejuckt“ – [gə’jʊkt], „verjagt“ – [fɛʁ’jɑ:kt], „gejodelt“ – [gə’jo:dəlt]
  • [j] am unbetonten Silbenanfang„Koje“ – [‚ko:jə], „Majestät“ – [mɑjəs’tɛ:t], „Soja“ – [‚zo:jɑ], „Adjektiv“ – [‚ˀatjɛkti:f] , „Bajonett“ – [bɑjo’nɛt]
  • „abjagen“ – [‚ˀapjɑ:gən], „präjudiziert“ – [pʀɛ:ju:dɪ’t͜si:ʁt], „Vorjahr“ – [‚fo:ʁjɑ:ʁ], „mitjubeln“ – [‚mɪtju:bəln], „volljährig“ – [‚fɔljɛ:ʀɪç]

[j] wird manchmal am Silbenanfang gesprochen, wenn in Fremdwörtern „Y“ oder „y“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [j] am betonten Silbenanfang„Yoga“ – [‚jo:gɑ:], „Yak“ – [jak], „Yang“ – [jaŋ], „Yen“ – [jɛn], „loyal“ – [lo̯a’jɑ:l]
  • [j] am unbetonten Silbenanfang„Mayonnaise“ – [majo’nɛ:zə] , „Papaya“ – [pa’pɑ:jɑ], „Canyon“ – [‚kænjən], „voyeuristisch“ – [vo̯ajø:ʀɪstɪç], „Maya“ – [‚mɑ:jɑ]

Verschlusslaute

Die Konsonantengruppe der Verschlusslaute[42] besteht aus den stimmlosen Lauten[43] [p], [t] und [k] sowie aus den stimmhaften Lauten[44] [b], [d] und [g].

Beim Sprechen der Verschlusslaute wird der Ausatmungsluftstrom kurz unterbrochen. Bei den stimmhaften Verschlusslauten schwingen die Stimmlippen, bei den stimmlosen Verschlusslauten sind die Stimmlippen geöffnet.

Starke und schwache BehauchungDie stimmlosen Verschlusslaute werden im Deutschen behaucht[45] gesprochen: Auf die Sprengung des Verschlusses folgt ein Schwung frei ausströmender Atemluft, zum Beispiel in „Pass“ – [phas], „Tor“ – [tho:ʀ], „Kuh“ – [khu:].

Werden stimmlose Verschlusslaute ohne Behauchung[46] gesprochen, ergibt sich im Deutschen nie ein anderes Wort als mit Behauchung.

Die Stärke der Behauchung richtet sich nach der Lautumgebung. Die stimmlosen Verschlusslaute werden mit starker Behauchung gesprochen:

  • Wenn dem Verschlusslaut am betonten Silbenanfang ein Vokal folgt, wie in
    „Pute“ – [‚phu:tə], „Tante“ – [‚thantə], „gekauft“ – [gə’kha͜oft]
  • Wenn der Verschlusslaut am Ende einer Silbe ohne nachfolgenden Konsonanten gesprochen wird, wie in „Lump“ – [lʊmph], „Draht“ – [dʀɑ:th], „Schalk“ – [ʃalkh]

Mit schwächerer Behauchung werden die stimmlosen Verschlusslaute gesprochen:

  • Wenn der Verschlusslaut am Anfang einer betonten Silbe gesprochen wird und ein Konsonant folgt, wie in „prächtig“ – [‚phʀɛçtɪç], „betrachten“ – [bə’thʀaxtən],
    „klein“ – [khla͜en]
  • Wenn der Verschlusslaut in einer unbetonten Silbe gesprochen wird, wie in „Tropen“ – [‚tʀo:phən], „beten“ – [‚be:thən], „Schaukel“ – [‚ʃa͜okhəl]
  • Wenn der Verschlusslaut am Ende einer Silbe gesprochen wird und ein Konso­nant folgt, wie in „es klumpt“ – [ˀɛs ‚khlʊmphth], „ein Lichtchen“ – [ˀa͜en ‚lɪçthçən], „sie dankt“ – [zi: ‚daŋkhth]

Stimmhafte Verschlusslaute werden zu stimmlosenIm Deutschen werden die stimmhaften Verschlusslaute am Silbenende zu stimmlosen Verschlusslauten. Der sonst relevante Unterschied zwischen stimmhaften und stimmlosen Laut wird als Auslautverhärtung neutralis iert: Zum Beispiel werden „Bund“ und „bunt“ identisch ausgesprochen – als [bʊnth], ebenso wie „Mob“ und „Mopp“ – als [mɔph] sowie
„Blog“ und „Block“ – als [blɔkh].

Um die Lautschrift nicht zu überlasten, wird auf die Notation der Behauchung verzichtet.

Artikulation des stimmlosen Lippen-VerschlusslautsBeim Sprechen des stimmlosen Lippen-Verschlusslauts[47] [p] sprengt der Ausatmungsluftstrom die aufeinandergelegten Lippen. Der Unterkiefer senkt sich kaum. Die Zunge bleibt entspannt, ebenso die Zungenspitze. Das Gaumensegel ist gehoben, die Stimmlippen sind geöffnet. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmhaften Lippen-Verschlusslaut [b]. Die Stärke seiner Behauchung richtet sich nach seiner Lautumgebung. Mit nachfolgendem [f] verschmilzt [p] zum Verschluss-Reibelaut [p͜f], mit nachfolgendem [s] zum Verschluss-Reibelaut [p͜s].

[p] wird gesprochen, wenn „P“, „p“, „pp“ oder „b“ geschrieben wird.

[p] wird am betonten Silbenanfang stark behaucht gesprochen, wenn „P“ oder „p“ geschrieben wird und ein Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [p] am betonten Silbenanfang„Pute“ – [‚pu:tə], „pellen“ – [‚pɛlən], „pachten“ – [‚paxtən], „Pendel“ – [‚pɛndəl], „Polster“ – [‚pɔlstəʁ]
  • „verpacken“ – [fɛʁ’pakən], „gepustet“ – [gə’pu:stət],
    „gepaart“ – [gə’pa:ʁt], „gepökelt“ – [gə’pø:kəlt], „erpicht“ – [ˀɛʁ’pɪçt]
  • „Spalt“ – [ʃpalt], „spülen“ – [‚ʃpy:lən], „Spiel“ – [ʃpi:l], „Sport“ – [ʃpɔʀt], „sputen“ – [‚ʃpu:tən]
  • „erspähen“ – [ˀɛʁ’ʃpɛ:ən], „bespielen“ – [bə’ʃpi:lən], „gespornt“ – [gə’ʃpɔʀnt], „gesperrt“ – [gə’ʃpɛʀt], „überspannen“ – [ˀy:bəʁ’ʃpanən]

[p] wird am betonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „p“ geschrieben wird und ein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [p] am betonten Silbenanfang„Probe“ – [‚pʀo:bə], „Plan“ – [plɑ:n], „plaudern“ – [‚pla͜odəʁn], „prima“ – [‚pʀi:mɑ:], „prallen“ – [‚pʀalən]
  • „erpressen“ – [ˀɛʁ’pʀɛsən], „zerplatzen“ – [t͜sɛʁ’plat͜sən], „verprellen“ – [fɛʁ’pʀɛlən], „geplant“ – [gə’plɑ:nt], „gepriesen“ – [gə’pʀi:zən]
  • „spritzen“ – [‚ʃpʀɪt͜sən], „Sprache“ – [‚ʃpʀɑ:xə], „Spruch“ – [ʃpʀʊx], „Spreu“ – [ʃpʀɔ͜ø], „Splitter“ – [‚ʃplɪtəʁ]
  • „besprechen“ – [bə’ʃpʀɛçən], „ersprießlich“ – [ˀɛʁ’ʃpʀi:slɪç], „Gespräch“ – [gə’ʃpʀɛ:ç], „zersplittern“ – [t͜sɛʁ’ʃplɪtəʁn], „versprengt“ – [fɛʁ’ʃpʀɛŋt]

[p] wird am unbetonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „p“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [p] am unbetonten Silbenanfang„Lupe“ – [‚lu:pə], „Oper“ – [‚ˀo:pəʁ], „Kapital“ – [kapi’tɑ:l] „Lampe“ – [‚lampə], „Stapel“ – [‚ʃtɑ:pəl]
  • „einpacken“ – [‚ˀa͜enpakən], „anpassen“ – [‚ˀanpasən], „Auspuff“ – [‚ˀa͜ospʊf], „nachpolieren“ – [’nɑ:xpoli:ʀən], „aufpassen“ – [‚ˀa͜ofpasən]
  • „Alpen“ – [‚ˀalpən], „stolpern“ – [‚ʃtɔlpəʁn], „holpern“ – [‚hɔlpəʁn], „Planet“ – [plɑ’ne:t], „stülpen“ – [‚ʃtγlpən]
  • „räuspern“ – [‚ʀɔ͜øspəʁn], „lispeln“ – [‚lɪspəln], „Raspel“ – [‚ʀaspəl], „knuspern“ – [‚knʊspəʁn], „Kasper“ – [‚kaspəʁ]
  • „Beispiel“ – [‚ba͜eʃpi:l], „Ansporn“ – [‚ˀanʃpɔʀn], „anspitzen – [‚ˀanʃpɪt͜sən], „angespuckt“ – [‚ˀangəʃpʊkt], „eingesperrt“ [‚ˀa͜engəʃpɛʀt]
  • „Paprika“ – [‚papʀɪkɑ:], „Zypriot“ – [t͜sγpʀɪ’o:t], „Provinz“ – [pʀo’vɪnt͜s], „privat“ – [pʀi’vɑ:t] „Plantage“ – [plan’tɑ:ʒə]
  • „anpreisen“ – [‚ˀanpʀa͜ezən], „Anprobe“ – [‚ˀanpʀo:bə], „aufplatzen“ [‚ˀa͜ofplat͜sən], „unpräzise“ – [‚ˀʊnpʀɛt͜si:zə], „ausplündern“ – [‚ˀa͜osplγndəʁn],
  • „knusprig“ – [‚knʊspʀɪç]
  • „Ursprung“ – [‚ˀu:ʁʃpʀʊŋ] „Einspruch“ – [‚ˀa͜enʃpʀʊx], „Absprache“ – [‚ˀapʃʀɑ:xə], „zurückspringen“ – [t͜su’ʀγkʃpʀɪŋən] „anspritzen“ – [‚anʃpʀɪt͜sən]

[p] wird am Silbenende stark behaucht gesprochen, wenn „p“ oder „pp“ geschrieben wird und in der Silbe kein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [p] am Silbenende„Typ“ – [ty:p], „Prinzip“ – [pʀɪn’t͜si:p], „Lump“ – [lʊmp], „Teleskop“ – [te:lə’sko:p] „Kap“ – [kap]
  • „schlapp“ – [ʃlap] – „knapp“ – [knap], „Nepp“ – [nɛp], „Stopp“ – [ʃtɔp], „Gestrüpp“ – [gə’ʃtʀγp]

[p] wird am Silbenende stark behaucht gesprochen, wenn „b“ geschrieben wird und in der Silbe kein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [p] am Silbenende„ob“ – [ˀɔp], „halb“ – [halp], „Laub“ – [la͜op], „Staub“ – [ʃta͜op], „Urlaub“ – [‚u:ʁla͜op]

[p] wird am Silbenende schwach behaucht gesprochen, wenn „p“ oder „pp“ geschrieben wird und ein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [p] am Silbenende„abrupt“ – [‚ˀap’ʀʊpt], „Konzept“ – [kɔn’t͜sɛpt], „Rezept“ – [ʀe’t͜sɛpt]
  • „er hupt“ – [ˀe:ʁ ‚hu:pt], „Haupt“ – [ha͜opt], „gepiept“ – [gə’pi:pt]
  • „geschlampt“ – [gə’ʃlampt], „sie pumpt“ – [zi: ‚pʊmpt], verklumpt“ – [fɛʁ’klʊmpt], „er stülpt“ – [ˀe:ʁ ‚ʃtγlpt], „es zirpt“ – [ˀɛs ‚t͜sɪʀpt]
  • „er tippt“ – [ˀe:ʁ ‚tɪpt], „verschleppt“ – [fɛʁ’ʃlɛpt], „es klappt“ – [ˀɛs ‚klapt], „entpuppt“ – [ˀɛnt’pʊpt], „du schnappst“ – [du: ‚ʃnapst]

[p] wird am Silbenende schwach behaucht gesprochen, wenn „b“ oder „bb“ geschrieben wird und ein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [p] am Silbenende„Abt“ – [ˀapt], „er stirbt“ [ˀe:ʁ ‚ʃtɪʀpt], „sie wirbt“ – [zi: ‚vɪʀpt], „ihr erbt“ – [ˀi:ʁ ˀɛʀpt], „gefärbt“ – [gə’fɛʀpt]
  • „es staubt“ – [ˀɛs ‚ʃta͜opt], „ihr gebt“ – [ˀi:ʁ ‚ge:pt], „bestäubt“ – [bə’ʃtɔ͜øpt], „du siebst“ – [du: ‚zi:pst], „es schabt“ – [ˀɛs ‚ʃɑ:pt]
  • „zerbombt“ – [t͜sɛʁ’bɔmpt], „gesalbt“ – [gə’zalpt], „vergilbt“ – [fɛʁ’gɪlpt], „gewölbt“ – [gə’vœlpt], „er stirbt“ – [ˀe:ʁ ‚ʃtɪʀpt]
  • „gejobbt“ – [gə’d͜ʒɔpt], „verebbt“ – [fɛʁ’ɛpt], „er schrubbt“ – [ˀe:ʁ ‚ʃʀʊpt], „es robbt“ – [ˀɛs ‚ʀɔpt]

[p] wird an der Silbengrenze schwach behaucht gesprochen, wenn in nicht­zusammengesetzten Wörtern „pp“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [p] an der Silbengrenze„Gruppe“ – [‚gʀʊpə], „Sippe“ – [‚zɪpə], „Wappen“ – [‚vapən], „schleppen“ – [‚ʃlɛpən], „Klappe“ – [‚klapə]

[p] wird an der Silbengrenze doppellautend, aber nicht abgesetzt gesprochen, wenn in zusammengesetzten Wörtern „pp“ oder „ppp“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [p] an der Silbengrenze doppellautend„Typprüfung“ – [‚ty:ppʀy:fʊŋ], „Biotoppass“ – [bɪo’to:ppas]
  • „Krepppapier“ – [‚kʀɛppapi:ʁ] , „Tipppate“ – [‚tɪppɑ:tə], „Atomstoppplakat“ – [ˀa’to:mʃtɔpplakɑ:t]

[p] wird an der Silbengrenze doppellautend gesprochen, wenn in zusammen­gesetzten Wörtern „bp“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [p] an der Silbengrenze doppellautend„grobporig“ – [‚gʀo:ppo:ʀɪç], „abpassen“ – [‚ˀappasən], „abputzen“ – [‚ˀappʊt͜sən], „Schreibpapier“ – [‚ʃʀa͜eppapi:ʁ], „Lobpreisung“ – [‚lo:ppʀa͜ezʊŋ]

Artikulation des stimmhaften Lippen-VerschlusslautsBeim Sprechen des stimmhaften Lippen-Verschlusslauts [b] sprengt der Ausatmungsluftstrom die aufeinandergelegten Lippen. Der Unterkiefer senkt sich kaum. Die Zunge bleibt entspannt, ebenso die Zungenspitze. Das Gaumensegel ist gehoben, die Stimmlippen schwingen. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmlosen Lippen-Verschlusslaut [p].

[b] wird gesprochen, wenn „B“, „b“ oder „bb“ geschrieben wird.

[b] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „B“ oder „b“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [b] am betonten Silbenanfang„baden“ – [‚bɑ:dən], „Boden“ – [‚bo:dən], „Buch“ – [bu:x], „Bar“ – [bɑ:ʁ], „Bier“ – [bi:ʁ]
    • „entbehren“ – [ˀɛnt’be:ʀən], „gebären“ – [gə’bɛ:ʀən], „geboren“ – [gə’bo:ʀən], „Gebäck“ – [gə’bɛk], „entbehrlich“ – [ˀɛnt’be:ʁlɪç]
    • „Bruder“ – [‚bʀu:dəʁ], „Blut“ – [blu:t], „blasen“ – [‚blɑ:zən], „Braten“ – [‚bʀɑ:tən], „brechen“ – [‚bʀɛçən]
    • „gebraten“ – [gə’bʀɑ:tən], „verbrannt“ – [fɛʁ’bʀant], „gebrochen“ – [gə’bʀɔxən], „unterbrechen“ – [ˀʊntəʁ’bʀɛçən], „verbringen“ – [fɛʁ’bʀɪŋən]
  • [b] am unbetonten Silbenanfang„Leben“ – [‚le:bən], „Abend“ – [‚ˀɑ:bənt], „Tube“ – [‚tu:bə], „proben“ – [‚pʀo:bən], „weben“ – [‚ve:bən]
  • „anbahnen“ – [‚ˀanbɑ:nən], „Vorbote“ – [‚fo:ʁbo:tə], „anbieten“ – [‚ˀanbi:tən], „aufbahren“ – [‚ˀa͜ofbɑ:ʀən], „aufbinden“ – [‚ˀa͜ofbɪndən]
  • „Fabrikat“ – [fabʀɪ’kɑ:t], „Algebra“ – [‚ˀalge:bʀɑ:], „Zebra“ – [‚t͜se:bʀɑ:], „brillieren“ – [bʀɪ’li:ʀən], „erübrigen“ – [ˀɛʁ’y:bʀɪgən]
  • „anbringen“ – [‚ˀanbʀɪŋən], „Einbruch“ – [‚ˀa͜enbʀʊx], „vorbraten“ – [fo:ʁ’bʀɑ:tən], „anbrennen“ – [‚ˀanbʀɛnən], „ausbreiten“ – [‚ˀa͜osbʀa͜etən]

[b] wird an der Silbengrenze gesprochen, wenn in nichtzusammengesetzten Wörtern „bb“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [b] an der Silbengrenze„blubbern“ – [‚blʊbəʁn], „Krabbe“ – [‚kʀabə], „Ebbe“ – [‚ˀɛbə], „knabbern“ – [‚knabəʁn], „Robbe“ – [‚ʀɔbə]

Artikulation des stimmlosen Zahn-VerschlusslautsBeim Sprechen des stimmlosen Zahn-Verschlusslauts[48] [t] bleiben die Lippen entspannt und der Unterkiefer senkt sich leicht. Der

Ausatmungsluftstrom sprengt die hinter die oberen Schneidezähne gedrückte Zungenspitze vom harten Gaumen und entweicht durch den spaltbreit geöffneten Mund. Der Zungenrücken bleibt entspannt. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen sind geöffnet. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmhaften Zahn-Verschlusslaut [d]. Die Stärke der Aspiration richtet sich nach der Lautumgebung. Mit nachfolgendem [s] verschmilzt [t] zum Verschluss-Reibelaut [t͜s], mit nachfolgendem [ʃ] zum Verschluss-Reibelaut [t͜ʃ].

[t] wird gesprochen, wenn „T“, „t“ oder „tt“, „Th“ oder „th“, „d“ oder „dt“ geschrieben wird.

[t] wird am betonten Silbenanfang stark behaucht gesprochen, wenn „T“ oder „t“ geschrieben wird und ein Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [t] am betonten Silbenanfang„Tür“ – [ty:ʁ], „Tor“ – [to:ʁ], „Tier“ – [ti:ʁ], „tanken“ – [‚taŋkən], „taufen“ – [‚ta͜ofən]
  • „getan“ – [gə’tɑ:n], „geteert“ – [gə’te:ʁt], „getickt“ – [gə’tɪkt], „betören“ – [bə’tø:ʀən], „geturnt“ – [gə’tʊʀnt]
  • „stur“ – [ʃtu:ʁ], „Stand“ – [ʃtant], „Stier“ – [ʃti:ʁ], „stehen“ – [‚ʃte:ən], „stolpern“ – [‚ʃtɔlpəʁn]
  • „gestehen“ – [gə’ʃte:ən], „verstanden“ – [fɛʁ’ʃtandən], „umstellen“ – [ˀʊm’ʃtɛlən], „entstören“ – [ˀɛnt’ʃtø:ʀən], „Bestand“ – [bə’ʃtant]

[t] wird am betonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „t“ geschrieben wird und ein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [t] am betonten Silbenanfang„Traube“ – [‚tʀa͜obə], „tragen“ – [‚tʀɑ:gən], „Tross“ – [tʀɔs], „Betrug“ – [bə’tʀu:k], „Trommel“ – [‚tʀɔməl]
  • „getragen“ – [gə’tʀɑ:gən], „betrügen“ – [bə’tʀy:gən], „getroffen“ – [gə’tʀɔfən], „getrieben“ – [gə’tʀi:bən], „Vertrag“ – [fɛʁ’tʀɑ:k]
  • „Strafe“ – [‚ʃtʀɑ:fə], „Streifen“ – [‚ʃtʀa͜efən], „Strophe“ – [‚ʃtʀo:fə], „Strich“ – [ʃtʀɪç], „strömen“ – [‚ʃtʀø:mən]
  • „bestreichen“ – [bə’ʃtʀa͜eçən], „zerstritten“ – [t͜sɛʁ’ʃtʀɪtən], „gestrafft“ – [gə’ʃtʀaft], „verstrickt“ – [fɛʁ’ʃtʀɪkt], „Gestrüpp“ – [gə’ʃtʀγp]

[t] wird am unbetonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „t“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t] am unbetonten Silbenanfang„Pute“ – [‚pu:tə], „Braten“ – [‚bʀɑ:tən], „Bote“ – [‚bo:tə], „Güter“ – [‚gy:təʁ], „Röte“ – [‚ʀø:tə]
  • umtauschen“ – [‚ˀʊmta͜oʃən], „zuteilen – [‚t͜su:ta͜elən], „vorturnen“ – [‚fo:ʁtʊʀnən], „auftauen“ – [‚ˀa͜ofta͜oən], „abtauchen“ – [‚ˀapta͜oxən]
  • „umstoßen“ – [‚ˀʊmʃto:sən], „herstellen“ – [‚he:ʁʃtɛlən], „abstauben“ – [‚ˀapʃta͜obən], „Vorstand“ – [‚fo:ʁʃtant], „abstillen“ – [‚ˀapʃtɪlən]
  • „Metronom“ – [metʀo’no:m], „Atrium“ – [‚ˀa:tʀɪʊm], „Spektrum“ – [‚ʃpɛktʀʊm], „Mantra“ – [‚mantʀɑ:], „Zentrifuge“ – [t͜sɛntʀɪ’fu:gə]
  • „eintragen“ – [‚ˀa͜entʀɑ:gən], „nachtrauern“ – [’nɑ:xtʀa͜oəʁn], „Beitritt“ – [‚ba͜etʀɪt], „vortreten“ – [‚fo:ʁtʀe:tən], „nachträglich“ – [’nɑ:xtʀɛklɪç]
  • „anstrahlen“ – [‚ˀanʃtʀɑ:lən], „Beistrich“ – [‚ba͜eʃtʀɪç], „einströmen“ – [‚ˀa͜enʃtʀø:mən], „abstreiten“ – [‚ˀapʃtʀa͜etən] „abstrafen“ – [‚ˀapʃtʀɑ:fən]

[t] wird am betonten Silbenanfang stark behaucht gesprochen, wenn „Th“ oder „th“ geschrieben wird und ein Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [t] am betonten Silbenanfang„Theke“ – [‚te:kə], „Thema“ – [‚te:ma], „These“ – [‚te:zə], „Apotheke“ – [ˀapo’te:kə], „Bibliothek“ – [bɪblɪo’te:k]

[t] wird am betonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „th“ geschrieben wird und ein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [t] am betonten Silbenanfang„Thron“ – [tʀo:n], „Thraker“ – [‚tʀɑ:kəʁ], „Thrombus“ – [‚tʀɔmbᴜs], „Arthrose“ – [ˀaʁ‘tʀo:zə]
  • „gethront“ – [gə’tʀo:nt]

[t] wird am unbetonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „Th“ oder „th“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t] am unbetonten Silbenanfang„Orthografie“ – [ˀɔʀtogʀa’fi:], „Anästhesie“ – [ˀɑnɛste’zi:], „Lethargie“ – [letaʁ’gi:], „Theater“ – [te’ˀɑ:təʁ],
    „Theorie“ – [teo’ʀi:]
  • „Unterthema“ – [‚ʊntəʁte:ma], „Antithese“ – [‚ˀantɪte:zə]
  • „Thrombose“ – [tʀɔm’bo:zə], „Anthrazit“ – [ˀantʀɑ’t͜sɪt], „Erythrozyt“ – [ˀeʀγtʀo’t͜sy:t], „Anthropologe“ – [ˀantʀopo’lo:gə], „Lothringen“ – [‚lo:tʀɪŋən]
  • „inthronisieren“ – [ˀɪntʀonɪzi:ʀən]

[t] wird am Silbenende stark behaucht gesprochen, wenn „t“ oder „tt“ geschrieben wird und in der Silbe kein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [t] am Silbenende„Wut“ – [vu:t], „Mast“ – [mast], „Boot“ – [bo:t], „Wort“ – [vɔʀt], „er lernt“ – [ˀe:ʁ ‚lɛʀnt]
  • „Bett“ – [bɛt], „er tritt“ – [ˀe:ʁ ‚tʀɪt], „matt“ – [mat], „Schritt“ – [ʃʀɪt], „glatt“ – [glat]

[t] wird am Silbenende stark behaucht gesprochen, wenn „th“ geschrieben wird und in der Silbe kein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [t] am Silbenende„Rhythmus“ – [‚ʀγtmᴜs], „Arithmetik“ – [‚ˀa:ʀɪtme:tɪk], „Athlet“ – [ˀat’le:t], „Psychopath“ – [p͜sγço’pɑ:t], „Monolith“ – [mono’li:t]

[t] wird am Silbenende stark behaucht gesprochen, wenn „d“ geschrieben wird und in der Silbe kein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [t] am Silbenende„Tod“ – [to:t], „Geduld“ – [gə’dʊlt], „Mord“ – [mɔʀt], „Kleid“ – [kla͜et], „Grad“ – [gʀɑ:t]

[t] wird am Silbenende stark behaucht gesprochen, wenn „dt“ geschrieben wird und in der Silbe kein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [t] am Silbenende„Stadt“ – [ʃtat], „beredt“ – [bə’ʀe:t], „entsandt“ – [ɛnt’zant], „angewandt“ – [‚angəvant], „falls sie einlädt“ [fals zi: ‚a͜enlɛ:t]

[t] wird an der Silbengrenze schwach behaucht gesprochen, wenn in nicht­zusammengesetzten Wörtern „tt“ oder „dt“ geschrieben wird und ein Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [t] an der Silbengrenze„wetten“ – [‚vɛtən], „rütteln“ – [‚ʀγtəln], „Sattel“ – [‚zatəl], „Mitte“ – [‚mɪtə], „Grotte“ – [‚gʀɔtə]
  • „Städte“ – [‚ʃtɛtə], „Verwandte“ – [fɛʁ’vantə], „Gesandter“ – [gə’zantəʁ], „ihm zugewandte“ – [ˀi:m ‚t͜sugəvantə] – „euch abgewandte“ – [ˀɔ͜øç ‚apgəvantə]

[t] wird an der Silbengrenze doppellautend gesprochen, wenn in zusammengesetzten Wörtern „tt“ oder „ttt“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t] an der Silbengrenze doppellautend„Bluttat“ – [‚blu:ttɑ:t], „breittreten“ – [‚bʀa͜ettʀe:tən], „enttäuschen“ – [‚ˀɛnttɔ͜øʃən], „Gewalttäter“ – [gə’valttɛ:təʁ], „Hauptthema“ – [‚ha͜optte:mɑ]
  • „Betttuch“ – [‚bɛttu:x], „Baletttänzer“ – [ba’lɛttɛnt͜səʁ], „Schritttempo“ – [‚ʃʀɪttɛmpo], „Wettturnen“ – [‚vɛttʊʀnən], „Blatttrieb“ – [‚blattʀi:p]

[t] wird an der Silbengrenze doppellautend gesprochen, wenn in zusammengesetzten Wörtern „dt“ oder „dtt“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t] an der Silbengrenze doppellautend„Rundtausch“ – [‚ʀʊntta͜oʃ], „Abendtafel“ – [‚ˀɑ:bənttɑ:fəl], „Wandteil“ – [‚vantta͜el], „Jugendtag“ – [‚ju:gənttɑ:k], „Versandtasche“ – [fɛʁ’zanttaʃə]
  • „Stadttor“ – [‚ʃtatto:ʁ], „Stadtteil“ – [‚ʃtatta͜el], „Stadttheater“ – [‚ʃtatteˀɑ:təʁ]

Artikulation des stimmhaften Zahn-VerschlusslautsBeim Sprechen des stimmhaften Zahn-Verschlusslauts [d] bleiben die Lippen entspannt und der Unterkiefer senkt sich leicht. Der Ausatmungsluftstrom sprengt die hinter die oberen Schneidezähnen gedrückte Zungenspitze vom harten Gaumen und entweicht durch den spaltbreit geöffneten Mund. Der Zungenrücken bleibt entspannt. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmlosen Zahn-Verschlusslaut [t]. Mit nachfolgendem [ʒ] verschmilzt [d] zum Verschluss-Reibelaut [d͜ʒ].

[d] wird gesprochen, wenn „D“, „d“ oder „dd“ geschrieben wird.

[d] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „D“ oder „d“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [d] am betonten Silbenanfang„da“ – [dɑ:], „dumpf“ – [dᴜmp͜f], „Dorf“ – [dɔʀf], „du“ – [du:], „Dame“ – [‚dɑ:mə]
    • „entdecken“ – [ˀɛnt’dɛkən], „überdauern“ – [ˀy:bəʁ’da͜oəʁn], „zudem“ – [t͜su’de:m], „durchdenken“ – [dʊʀç’dɛŋkən], „gedeckelt“ – [gə’dɛkəlt]
    • „drohen“ – [dʀo:ən], „drücken“ – [‚dʀγkən], „draußen“ – [‚dʀa͜osən], „dringend“ – [‚dʀɪŋənt], „drehen“ – [‚dʀe:ən]
    • „verdrehen“ – [fɛʁ’dʀe:ən], „bedrückt“ – [bə’dʀγkt], „gedrängt“ – [gə’dʀɛŋt], „bedrängen“ – [bə’dʀɛŋən], „bedrohen“ – [bə’dʀo:ən]
  • [d] am unbetonten Silbenanfang„Nudel“ – [’nu:dəl], „Made“ – [‚mɑ:də], „Sendung“ – [‚zɛndᴜŋ], „leider“ – [‚la͜edəʁ], „ändern“ – [‚ˀɛndəʁn]
  • „andocken“ – [‚ˀandɔkən], „andauern“ – [‚ˀanda͜oəʁn], „wegducken“ – [‚vɛkdʊkən], „abdanken“ – [‚ˀapdaŋkən], „undicht“ – [‚ˀʊndɪçt]
  • „Hydroxid“ – [hydʀɔ’k͜si:t], „Baldrian“ – [‚baldʀiɑ:n], „zylindrisch“ – [t͜sy’lɪndʀɪʃ], „adrig“ – [‚ˀɑ:dʀɪç], „widrig“ – [‚vi:dʀɪç]
  • „Andrang“ – [‚ˀandʀaŋ], „abdriften“ – [‚ˀapdʀɪftən], „nachdrücklich“ – [’nɑ:xdʀγklɪç], „wegdrängen“ – [‚vɛkdʀɛŋən], „ausdrucken“ – [‚ˀa͜osdʀʊkən]

[d] wird an der Silbengrenze gesprochen, wenn in nichtzusammengesetzten Wörtern „dd“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [d] an der Silbengrenze„verheddert“ – [fɛʁ’hɛdəʁt], „addieren“ – [ˀɑ’di:ʀən] ,
    „Widder“ – [‚vɪdəʁ], „Pudding“ – [‚pʊdɪŋ], „paddeln“ – [‚padəln]

Artikulation des stimmlosen Hintergaumen-VerschlusslautsBeim Sprechen des stimmlosen Hintergaumen-Verschlusslauts [49] [k] bleiben die Lippen entspannt und der Unterkiefer senkt sich leicht. Der Ausatmungsluftstrom sprengt den an den weichen Gaumen angedrückten Zungenrücken und entweicht dann durch den spaltbreit geöffneten Mund. Die Zungenspitze liegt derweil locker an den unteren Schneidezähnen. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen sind geöffnet. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmhaften Hintergaumen-Verschlusslaut [g]. Die Stärke seiner Aspiration richtet sich nach seiner Lautumgebung. Mit nachfolgendem [s] verschmilzt [k] zum Verschluss-Reibelaut [k͜s], mit nachfolgendem [v] zum Verschluss-Reibelaut [k͜v].

[k] wird gesprochen, wenn „K“, „k“ oder „kk“ „Ch“ oder „ch“, „C“ oder „c“, „ck“ oder „g“, „Qu“, „qu“ oder „que“ geschrieben wird.

[k] wird am betonten Silbenanfang stark behaucht gesprochen, wenn „K“ oder „k“ geschrieben wird und ein Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am betonten Silbenanfang„Kabel“ – [‚kɑ:bəl], „Kuchen“ – [‚ku:xən], „kurz“ – [kʊʀt͜s], „kichern“ – [‚kɪçəʁn], „Käse“ – [‚kɛ:zə]
  • „bekehren“ – [bə’ke:ʀən], „verkehrt“ – [fɛʁ’ke:ʀt], „zerkauen“ – [t͜sɛʁ’ka͜oən], „entkernt“ – [ˀɛnt’kɛʁnt], „bekannt“ – [bə’kant]
  • „Skat“- [skɑ:t], „Skizze“ – [’skɪt͜sə], „skeptisch“ – [’skɛptɪʃ], „Skonto“ – [’skɔnto], „Sketch“ – [skɛt͜ʃ]
  • „obskur“ – [ˀop’sku:ʁ], „Diskurs“ – [dɪs’kʊʀs], „Diskont“ – [dɪs’kɔnt], „Mikroskop“ – [mikʀo’sko:p], „Eskorte“ – [ˀɛs’kɔʀtə]

[k] wird am betonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „k“ geschrieben wird und ein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am betonten Silbenanfang„Kloster“ – [‚klo:stəʁ], „Krug“ – [kʀu:k], „Knabe“ – [‚knɑ:bə], „kriechen“ – [‚kʀi:çən], „klingen“ – [‚klɪŋən]
  • „beklagen“ – [bə’klɑ:gən], „verkriechen“ – [fɛʁ’kʀi:çən], „Enklave“ – [ˀɛn’klɑ:və], „gekracht“ – [gə’kʀaxt], „erklären“ – [ˀɛʁ’klɛ:ʀən]
  • „Sklave“ – [’sklɑ:və], „Skrupel“ – [skʀu:pəl], „Skript“ – [skʀɪpt]
  • „versklavt“ –[fɛʁ’sklɑ:ft], „diskret“ – [dɪs’kre:t]

[k] wird am unbetonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „K“ oder „k“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k] am unbetonten Silbenanfang„Laken“ – [‚lɑ:kən], „Balken“ – [‚balkən], „lenken“ – [‚lɛŋkən], „Orakel“ – [ˀo’ʀɑ:kəl], „pökeln“ – [‚pø:kəln]
  • „Nachkomme“ – [’nɑ:xkɔmə], „Herkunft“ – [‚he:ʁkʊnft], „auskennen“ – [‚a͜oskɛnən], „heimkommen“ – [‚ha͜emkɔmən], „Hochkultur“ – [‚ho:xkʊltu:ʁ]
  • „Skelett“ – [ske’lɛt], „Skandal“ – [skan’dɑ:l], „Episkopat“ – [ˀepɪsko’pɑ:t]], „skurril“ – [sku’ʀi:l], „Skorbut“ – [skɔʀ’bu:t]
  • „Sakrament“ – [zakʀa’mɛnt], „Akrobat“ – [ˀakʀo’bɑ:t], „Kroate“ – [kʀo’ˀɑ:tə], „Mikrofon“ – [mikʀo’fo:n], „Makler“ – [‚mɑ:kləʁ]
  • „ankleiden“ – [‚ˀankla͜edən], „ausklappen“ – [‚ˀa͜osklapən],
    „festklammern“ – [‚fɛstklaməʁn], „breitklopfen“ – [‚bʀa͜etklɔp͜fən],
    „hochkrempeln“ – [‚ho:xkʀɛmpəln]

[k] wird am betonten Silbenanfang stark behaucht gesprochen, wenn „Ch“ oder „ch“ geschrieben wird und ein Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am betonten Silbenanfang„Orchester“ – [ˀɔʁ’kɛstəʁ], „Charisma“ – [‚kɑʀɪsmɑ], „Chor“ – [ko:ʁ], „Chaos“ – [‚kɑɔs], „Cholera“ – [‚ko:ləʀɑ]

[k] wird am betonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „Ch“ oder „ch“ geschrieben wird und ein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am betonten Silbenanfang„christlich“ – [‚kʀɪstlɪç], „Chlor“ – [klo:ʀ], „Chrom“ – [kʀo:m], „Chronik“ – [‚kʀo:nɪk], „Chlodwig“ – [‚klo:tvɪç]
  • „verchromt“ – [fɛʁ’kro:mt], gechlort“ – [gəklo:ʁt]

[k] wird am unbetonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „Ch“ oder „ch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k] am unbetonten Silbenanfang„Melancholie“ – [melaŋko’li:], „Charakter“ – [kɑ’ʀaktəʁ], „cholerisch“ [ko’le:ʀɪʃ], „Choreograf“ [koʀeo’gʀɑ:f],
    „Choral“ – [ko’ʀɑ:l]
  • „Chlorid“ – [klo’ʀi:t], „Chromosom“ – [kʀomo’zo:m], „Chloroform“ – [kloʀo’fɔʀm], „chromatisch“ [kʀo’mɑ:tɪʃ], „Chrysantheme“ – [kʀyzan’te:mə]
  • „unchristlich“ [‚ˀʊnkʀɪstlɪç], „asynchron“ – [‚ˀɑzγnkʀo:n], „Antichrist“ – [‚ˀantikʀɪst], „anachronistisch“ – [ˀanakʀo’nɪstɪʃ]

[k] wird am betonten Silbenanfang stark behaucht gesprochen, wenn „C“ oder „c“ geschrieben wird und ein Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am betonten Silbenanfang„Cockpit“ – [‚kɔkpɪt], „Couch“ – [ka͜ot͜ʃ], „Cocktail“ – [‚kɔkte:l], „Campus“ – [‚kampʊs], „Collie“ – [‚kɔ’li:]
  • „Decoder“ – [de’ko:dəʁ]

[k] wird am betonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „C“ oder „c“ geschrieben wird und ein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am betonten Silbenanfang„Clown“ – [kla͜on], „Clip“ – [klɪp], „Club“ – [klʊp], „Clique“ – [‚klɪkə], „Creme“ – [kʀe:m]
  • „gescrollt“ – [gə’skʀɔlt]

[k] wird am unbetonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „C“ oder „c“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k] am unbetonten Silbenanfang„decodieren“ – [deko’di:ʀən]
  • „clownesk“ – [‚kla͜o’nɛsk], „Croupier“ – [kru’pıe:]
  • „eingecremt“ – [‚ˀa͜engəkʀe:mt]

[k] wird am betonten Silbenanfang stark behaucht gesprochen, wenn „Qu“ oder „qu“ geschrieben wird und ein Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am betonten Silbenanfang„Claqueur“ – [kla’kø:ʁ], „Enquete“ – [õ’kɛt]

 

[k] wird am unbetonten Silbenanfang schwach behaucht gesprochen, wenn „Qu“ oder „qu“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k] am unbetonten Silbenanfang„Quarantäne“ – [kɑʀan’tɛ:nə], „Quartier Latin“ – [kɑʁtıe: la’tɛ̃],„Clique“ – [‚klɪkə], „Boutiquen“ – [bu’ti:kən]

[k] wird am Silbenende stark behaucht gesprochen, wenn „k“ geschrieben wird und in der Silbe kein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am Silbenende„Werk“ – [vɛʁk], „Schrank“ – [ʃʀaŋk], „welk“ – [vɛlk], „Quark“ – [k͜vaʀk], „Technik“ – [‚tɛçnɪk]

[k] wird am Silbenende schwach behaucht gesprochen, wenn „k“ geschrieben wird und ein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am Silbenende„Dialekt“ – [dɪɑ’lɛkt], „gedankt“ – [gə’daŋkt], „Insekt“ – [ˀɪn’zɛkt], „Produkt“ – [pʀo’dʊkt], „Punkt“ – [pʊŋkt]
  • „es spukt“ – [ˀɛs ‚ʃpu:kt], „es blökt“ [ˀɛs ‚blø:kt], „er paukt“ – [ˀe:ʁ ‚pa͜okt], „direkt“ – [di’rɛkt], „es hakt“ [ˀɛs ‚hɑ:kt]
  • „ihr parkt“ – [ˀi:ʁ paʀkt], „sie dankt“ – [zi: ‚daŋkt], „Infarkt“ – [ˀɪn’faʀkt], „er hinkt“ – [ˀe:ʁ ‚hɪŋkt], „sie melkt“ – [zi: ‚mɛlkt]

[k] wird am Silbenende stark behaucht gesprochen, wenn „c“ geschrieben wird und in der Silbe kein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am Silbenende„Comic“ – [‚kɔmɪk], „metallic“ – [me’talɪk], „Marc“ – [maʁk], „chic“ – [ʃɪk], „Eric“ – [‚ˀe:ʀɪk]

[k] wird am Silbenende stark behaucht gesprochen, wenn „ck“ geschrieben wird und in der Silbe kein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am Silbenende„Rock“ – [ʀɔk], „Dreck“ – [dʀɛk], „Druck“ – [dʀʊk], „schick“ – [ʃɪk], „Besteck“ – [bə’ʃtɛk]

[k] wird am Silbenende schwach behaucht gesprochen, wenn „ck“ geschrieben wird und ein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am Silbenende„es tickt“ – [ˀɛs ‚tɪkt], „ihr erschreckt“ – [ˀi:ʁ ˀɛʁ’ʃʀɛkt], „es knackt“ – [ˀɛs ‚knakt], „er spuckt“ – [ˀe:ʁ ‚ʃpʊkt],
    „sie weckt“ – [zi: ‚vɛkt]

[k] wird am Silbenende stark behaucht gesprochen, wenn „g“ geschrieben wird und in der Silbe kein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am Silbenende„Weg“ – [ve:k], „Antrag“ – [‚antʀɑ:k], „Betrug“ – [bə’tʀu:k], „Berg“ – [bɛʁk], „Sarg“ – [zaʀk]

[k] wird am Silbenende schwach behaucht gesprochen, wenn „g“ geschrieben wird und ein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am Silbenende„er sagt“ – [e:ʁ ‚zɑ:kt], „bewegt“ – [bə’ve:kt], „ihr tagt“ – [ˀi:ʁ ‚tɑ:kt], „belegt“ – [bə’le:kt], „sie siegt“ – [zi: ‚zi:kt]
  • „sie würgt“ – [zi: ‚vγʀkt], „gebürgt“ – [gə’bγʀkt], „besorgt – [bə’zɔʀkt]“, „geborgt“ – [gə’bɔʀkt], „verfolgt“ – [fɛʁ’fɔlkt]

[k] wird schwach behaucht gesprochen, wenn am Silbenende „ig“ geschrieben wird und eine Silbe folgt, in der „ich“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k] am Silbenende„Königreich“ – [‚kø:nɪkʀa͜eç] , „inniglich“ – [‚ˀɪnɪklɪç], „ewiglich“ – [‚ˀe:vɪklɪç], „königlich“ – [‚kø:nɪklɪç], „lediglich“ – [‚le:dɪklɪç]

[k] wird am Silbenende stark behaucht gesprochen, wenn „que“ geschrieben wird und in der Silbe kein Konsonant folgt, zum Beispiel in:

  • [k] am Silbenende„Boutique“ – [bu’tɪk], „Plaque“ – [plɑk]

[k] wird an der Silbengrenze schwach behaucht gesprochen, wenn in nichtzusam­mengesetzten Wörtern „kk“ geschrieben wird und ein Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [k] an der Silbengrenze„okkult“ – [ˀɔ’kʊlt], „Akkord“ – [ˀa’kɔʀt], „Sakko“ – [‚zɑko], „Mokka“ – [‚mɔkɑ], „akkurat“ – [ˀɑku’ʀɑ:t]

[k] wird an der Silbengrenze schwach behaucht gesprochen, wenn in nichtzusam­mengesetzten Wörtern „cc“ geschrieben wird und ein Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [k] an der Silbengrenze„Piccolo“ – [‚pikolo], „staccato“ – [ʃta’kɑ:to] „Yucca“ – [‚jʊkɑ]

[k] wird an der Silbengrenze schwach behaucht gesprochen, wenn in nichtzusam­mengesetzten Wörtern „ck“ geschrieben wird und ein Vokal folgt, zum Beispiel in:

  • [k] an der Silbengrenze„packen“ – [‚pakən], „schlucken“ – [‚ʃlᴜkən], „Rücken“ – [‚ʀγkən], „Säcke“ – [‚zɛkə], „Mücke“ – [‚mγkə]

[k] wird an der Silbengrenze doppellautend gesprochen, wenn in zusammen­gesetzten Wörtern „kk“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k] an der Silbengrenze doppellautend„Schwenkkran“ – [‚ʃvɛŋkkʀɑ:n], „Bankkrise“ – [‚baŋkkʀi:zə], „Fachwerkkirche“ – [‚faxvɛʁkkɪʀçə] , „Plastikkarte“ – [‚plastɪkkaʀtə], „Atlantikküste“ – [ˀat’lantɪkkγstə]

Artikulation des stimmhaften Hintergaumen-VerschlusslautsBeim Sprechen des stimmhaften Hintergaumen-Verschlusslauts [g] bleiben die Lippen entspannt und der Unterkiefer senkt sich leicht. Der Ausatmungsluftstrom sprengt den an den weichen Gaumen angedrückten Zungenrücken und entweicht dann durch den spaltbreit geöffneten Mund. Die Zungenspitze liegt derweil locker an den unteren Schneidezähnen. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen. Das Zäpfchen bleibt passiv.

Die Stellung der Artikulation ist die gleiche wie beim stimmlosen Hintergaumen-Verschlusslaut [k].

[g] wird gesprochen, wenn „G“, „g“ oder „gg“, „Gh“ oder gh“ geschrieben wird.

[g] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „G“ oder „g“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [g] am betonten Silbenanfang„Gabel“ – [‚gɑ:bəl], „gießen“ – [‚gi:sən], „Güte“ – [‚gy:tə],
      „gut“ – [gu:t], „Geld“ – [gɛlt]
    • „begehren“ – [bə’ge:ʀən], „begonnen“ – [bə’gɔnən],
      „gegart“ – [gə’gɑ:ʁt], „begierig“ – [bə’gi:ʀɪç], „gegoren“ – [gə’go:ʀən]
    • „Glut“ – [glu:t], „greifen“ – [‚gʀa͜efən], „Gnade“ – [‚gnɑ:də], „glatt“ – [glat], „Grund“ – [grʊnt]
    • „verglühen“ – [fɛʁ’gly:ən], „begrünt“ – [bə’gʀy:nt], „gegrast“ – [gə’gʀɑ:st], „verglast“ – [fɛʁ’glɑ:st], „vergleichen“ – [fɛʁ’gla͜eçən]
  • [g] am unbetonten Silbenanfang„Fliege“ – [‚fli:gə], „Frage“ – [‚fʀɑ:gə], „sagen“ – [‚zɑ:gən], „Lauge“ – [‚la͜ogə], „Neugier“ – [’nɔ͜øgi:ʁ]
  • „hinaufgehen“ – [hɪ’na͜ofge:ən], „Abgang“ – [‚ˀapgaŋ], „Vorgarten“ – [‚fo:ʁgaʀtən], „vorgaukeln“ – [‚fo:ʁga͜okəln], „Aufgeld“ – [‚ˀa͜ofgɛlt]
  • „global“ – [glo’bɑ:l], „Graffito“ – [gʀa’fɪto], „Grammatik“ – [gʀa’matɪk], „grundieren“ – [gʀʊn’di:ʀən], „Gladiator“ – [gladɪ’ˀɑ:toʁ]
  • „abgrenzen“ – [‚ˀapgʀɛnt͜sən], „anglühen“ – [‚ˀangly:ən], „Abgrund“ – [‚ˀapgʀʊnt], „Unglück“ – [‚ˀʊnglγk], „angleichen“ – [‚ˀangla͜eçən]

[g] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Gh“ oder „gh“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [g] am betonten Silbenanfang„Ghana“ – [‚gɑ:nɑ], „Afghane“ – [ˀaf’gɑ:nə], „Lamborghini“ – [lambɔʁ’gi:ni], „Spaghetti“ – [ʃpa’gɛti]

 

    • [g] am unbetonten Silbenanfang„Joghurt“ – [‚jo:gʊʁt]
    • „Maghreb“ – [‚mɑ:gʀɛp]

 

[g] wird an der Silbengrenze gesprochen, wenn in nichtzusammengesetzten Wörtern „gg“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [g] an der Silbengrenze„Egge“ – [‚ɛgə] , „suggerieren“ – [zᴜgə’ʀi:ʀən], „Flagge“ – [‚flagə], „schmuggeln“ – [‚ʃmᴜgəln], „Bagger“ – [‚bagəʁ]

Verschluss-Reibelaute

Die Konsonantengruppe der Verschluss-Reibelaute[50] besteht aus den stimmlosen Lauten [p͜f], [p͜s], [t͜s], [t͜ʃ] und [k͜s] sowie aus den stimmhaften Lauten [d͜ʒ] und [k͜v].

Beim Sprechen der Verschluss-Reibelaute ist der Übergang vom – unbehauchten – Verschluss- zum Reibelaut kaum zu hören, sie gehören deshalb zu nur einer Silbe.

Bei den Verschluss-Reibelauten [p͜f], [t͜s], [t͜ʃ] und [d͜ʒ] liegen die Artikulationsstellen eng beieinander[51], bei den Verschluss-Reibelauten [p͜s], [k͜s] und [k͜v] weniger[52].

Die echten Verschluss-Reibelaute sind stimmlos und werden an gleicher Artikulationsstelle gebildet: [p͜f], [t͜s] und [t͜ʃ]. Die unechten Verschluss-Reibelaute sind entweder stimmhaft oder werden an weniger eng beieinanderliegenden Artikulationsstellen gebildet: [d͜ʒ], [p͜s], [k͜s] und [k͜v].

Artikulation des stimmlosen Verschluss-Reibelauts [p͜f]Beim Sprechen des stimmlosen Verschluss-Reibelauts [p͜f] gleitet die Artikulationsbewegung vom stimmlosen Lippen-Verschlusslaut [p] zum stimmlosen Lippenzahn-Reibelaut [f].

[p͜f] wird gesprochen, wenn „Pf“ oder „pf“ geschrieben wird.

[p͜f] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Pf“ oder „pf“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [p͜f] am betonten Silbenanfang„Pfahl“ – [p͜fɑ:l], „Pferd“ – [p͜fe:ʁt], „pfuschen“ – [‚p͜fʊʃən], „Pfingsten“ – [‚p͜fɪŋstən], „Pforte“ – [‚p͜fɔʀtə]
    • „empfangen“ – [ˀɛm’p͜faŋən], „verpfuscht“ – [fɛʁ’p͜fʊʃt], „Empfehlung“ [ˀɛm’p͜fe:lʊŋ], „gepfändet“ – [gə’p͜fɛndət], „gepfiffen“ – [gə’p͜fɪfən]
    • „Pflanze“ – [‚p͜flant͜sə], „Pflicht“ – [p͜flɪçt], „pflücken“ – [‚p͜flγkən], „Pfropf“ – [p͜fʀɔp͜f], „Pfründe“ – [‚p͜fʀγndə]
    • „Verpflegung“ – [fɛʁ’p͜fle:gʊŋ], „Gepflogenheit“ – [gə’p͜flo:gənha͜et], „Verpflichtung“ – [fɛʁ’p͜flɪçtʊŋ], „gepflastert“ – [gə’p͜flastəʁt], „gepflegt“ – [gə’p͜fle:kt]
  • [p͜f] am unbetonten Silbenanfang„impfen“ –[‚ˀɪmp͜fən], „Opfer“ – [‚ˀɔp͜fəʁ], „rupfen“ – [‚ʀʊp͜fən], „klopfen“ – [‚klɔp͜fən], „Apfel“ – [‚ˀap͜fəl]
  • „abpfeifen“ – [‚ˀapp͜fa͜efən], „Oberpfalz“ – [‚ˀo:bəʁp͜falt͜s], „nachempfunden“ – [’nɑ:xɛmp͜fʊndən]
  • „abpflücken“ – [‚ˀapp͜flγkən], „beipflichten“ – [‚ba͜ep͜flɪçtən],
    „anpflanzen“ – [‚ˀanp͜flant͜sən], „ungepflegt“ – [‚ˀʊngəp͜fle:kt],
    „umgepflügt“ – [‚ˀʊmgəp͜fly:kt]

[p͜f] wird am Silbenende gesprochen, wenn „pf“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [p͜f] am Silbenende„Napf“ – [nap͜f], „Kopf“ – [kɔp͜f], „Dampf“ – [damp͜f], „Kampf“ – [kamp͜f], „Topf“ – [tɔp͜f]
  • „du schöpfst“ – [du: ‚ʃœp͜fst], „er kämpft“ – [ˀe:ʁ ‚kɛmp͜ft], „geschröpft“ – [gə’ʃʀœp͜ft], gezapft“ – [gə’t͜sap͜ft, „sie hüpft“ – [zi: ‚hγp͜ft]
  • „verdampft“ – [fɛʁ’damp͜ft], „gedämpft“ – [gə’dɛmp͜ft], „er impft“ [ˀe:ʁ ‚ˀɪmp͜ft], „übertrumpft“ – [ˀy:bəʁ’tʀʊmp͜ft], „geschrumpft“ – [gə’ʃʀʊmp͜ft]

[p͜f] wird an der Silbengrenze doppellautend gesprochen, wenn in zusammen­gesetzten Wörtern „pfpf“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [p͜f] an der Silbengrenze doppellautend„Topfpflanze“ – [‚tɔp͜fp͜flant͜sə], „Sumpfpfad“ – [‚zʊmp͜fp͜fɑ:t], „Dampfpfeife“ – [‚damp͜fp͜fa͜efə]

Artikulation des stimmlosen Verschluss-Reibelauts [p͜s]Beim Sprechen des stimmlosen Verschluss-Reibelauts [p͜s] gleitet die Artiku­lationsbewegung vom stimmlosen Lippen-Verschlusslaut [p] zum stimmlosen Zahn-Reibelaut [s].

[p͜s] wird gesprochen, wenn „Ps“, „ps“ oder „pps“, „bs“ oder „bbs“ geschrieben wird.

[p͜s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Ps“ oder „ps“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [p͜s] am betonten Silbenanfang„Psyche“ – [‚p͜sy:çə], „Psalm“ – [p͜salm],
      „psychisch“ – [‚p͜sy:çɪʃ]

 

  • [p͜s] am unbetonten Silbenanfang„Pseudonym“ – [p͜sɔ͜ødo’ny:m], „Psychose“ – [p͜sy’ço:zə],
    „Psychiater“ – [p͜sy’çıɑ:təʁ]
  • „gipsen“ – [‚gɪp͜sən], „Kapsel“ – [‚kap͜səl], „Stöpsel“ – [‚ʃtœp͜səl], „Schnipsel“ – [‚ʃnɪp͜səl], „Kollapse“ – [‚kɔlap͜sə]

[p͜s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „bs“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [p͜s] am unbetonten Silbenanfang„schubsen“ – [‚ʃʊp͜sən], „Überbleibsel“ – [‚ˀy:bəʁbla͜ep͜səl], „Erbsen“ – [‚ˀɛʁp͜sən], „Krebse“ – [‚kʀe:p͜sə]

[p͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „ps“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [p͜s] am Silbenende„Schnaps“ – [ʃnap͜s], „Mops“ – [mɔp͜s], „Knirps“ – [knɪʀp͜s], „Schlips“ – [ʃlɪp͜s], „Bizeps“ – [‚bi: t͜sɛp͜s]
  • „du hopst“ – [du: ‚hɔp͜st], „du gipst“ – [du: ‚gɪp͜st], „du stupst“ – [du: ‚ʃtʊp͜st], „du tapst“ – [du: ‚tap͜st], „du knipst“ – [du: ‚knɪp͜st]
  • „du hupst“ – [du: ‚hu:p͜st], „Papst“ – [pɑ:p͜st], „du piepst“ – [du: ‚pi:p͜st], „du pupst“ – [du: ‚pu:p͜st], „du dopst“ – [du: ‚do:p͜st]
  • „du stülpst“ – [du: ‚ʃtγlp͜st], „du verschlampst“ – [du: fɛʁ’ʃlamp͜st], „du pumpst“ – [du: ‚pʊmp͜st], „du trampst“ – [du: ‚tʀɛmp͜st], „du zirpst“ – [du: ‚t͜sɪʀp͜st]

[p͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „pps“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [p͜s] am Silbenende„Tipps“ – [tɪp͜s], „Stopps“ – [ʃtɔp͜s], „Nepps“ – [nɛp͜s], „des Trupps“ – [dɛs ‚tʀʊp͜s], „Krepps“ – [kʀɛp͜s]
  • „du schleppst“ – [du: ‚ʃlɛp͜st], „du stoppst“ – [du: ‚ʃtɔp͜st], „du kippst“ – [du: ‚kɪp͜st], „du schnappst“ – [du: ‚ʃnap͜st], „du schnippst“ – [du: ‚ʃnɪp͜st]

[p͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „bs“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [p͜s] am Silbenende„Krebs“ – [kʀe:p͜s], „des Triebs“ – [dɛs ‚tʀi:p͜s], „des Siebs“ – [dɛs ‚zi:p͜s], des Stabs“ – [dɛs ‚ʃtɑ:p͜s], „des Korbs“ – [dɛs ‚kɔʀp͜s]
  • „du lebst“ – [du: ‚le:p͜st], „du gibst“ – [du: ‚gi:p͜st], „du schiebst“ – [du: ‚ʃi:p͜st], „Obst“ – [ˀo:p͜st], „du bleibst“ – [du: ‚bla͜ep͜st]
  • „du erbst“ – [du: ‚ˀɛʁp͜st], „du salbst“ – [du: ’salp͜st], „selbst“ – [zɛlp͜st], „du stirbst“ – [du: ‚ʃtɪʀp͜st], „du: wirbst“ – [du: ‚vɪʀp͜st]

[p͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „bbs“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [p͜s] am Silbenende„du robbst“ – [du: ‚ʀɔp͜st], „du schrubbst“ – [du: ‚ʃʀʊp͜st], „du mobbst“ – [du: ‚mɔp͜st]

[p͜s] wird an der Silbengrenze doppellautend gesprochen, wenn in zusammen­gesetzten Wörtern auf „bs“ folgend „ps“geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [p͜s] an der Silbengrenze doppellautend„Betriebspsychologe“ – [bə’tʀi:p͜sp͜syçolo:gə]

Artikulation des stimmlosen Verschluss-Reibelauts [t͜s]Beim Sprechen des stimmlosen Verschluss-Reibelauts [t͜s][53] gleitet die Artikulationsbewegung vom stimmlosen Zahn-Verschlusslaut [t] zum stimmlosen Zahn-Reibelaut [s].

[t͜s] wird gesprochen, wenn „Z“, „z“, „zz“ oder „tz“, „Ts“, “ts“ oder „tts“, „ths“, „ds“ oder „dts“, „t“, „C“ oder „c“ geschrieben wird.

[t͜s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Z“ oder „z“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [t͜s] am betonten Silbenanfang„zehn“ – [t͜se:n], „ziehen“ – [‚t͜si:ən], „zaudern“ – [‚t͜sa͜odəʁn], „Zug“ – [t͜su:k] , „Zoo“ – [t͜so:]
    • „bezahlen“ – [bə’t͜sɑ:lən], „verzeihen“ – [fɛʁ’t͜sa͜eən], „Verzug“ – [fɛʁ’t͜su:k], „gezogen“ – [gə’t͜so:gən], „beziehen“ – [bə’t͜si:ən]
  • [t͜s] am unbetonten Silbenanfang„Brezel“ – [‚bʀe:t͜səl], „Kreuzung“ – [‚kʀɔ͜øt͜sᴜŋ], „duzen“ – [‚du:t͜sən], „Grazie“ – [‚gʀɑ:t͜sıə], „kürzen“ – [‚kγʀt͜sən]
  • „abzählen“ – [‚ˀapt͜sɛ:lən], „nachziehen“ [’nɑ:xt͜si:ən], „Umzug“ – [‚ˀʊmt͜su:k], „Anzug“ – [‚ˀant͜su:k], „Aufzug“ – [‚ˀa͜oft͜su:k]

[t͜s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „tz“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] am unbetonten Silbenanfang„Hitze“ – [‚hɪt͜sə], „Katze“ – [‚kat͜sə], „nutzen“ – [’nʊt͜sən], „Mütze“ – [‚mγt͜sə], „putzen“ – [‚pʊt͜sən]

[t͜s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Ts“ oder „ts“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [t͜s] am betonten Silbenanfang„Tsatsiki“ – [t͜sa’t͜sɪki:]

 

 

  • [t͜s] am unbetonten Silbenanfang„Rätsel“ – [‚ʀɛ:t͜səl], „Tsunami“ – [t͜su’nɑ:mi], „Lotse“ – [‚lo:t͜sə], „gerätselt“ – [gə’ʀɛt͜səlt]

[t͜s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „t“ geschrieben wird und „i“ folgt, zum Beispiel in:

    • [t͜s] am betonten Silbenanfang„Nation“ – [na’t͜sıo:n], „Situation“ – [zɪtua’t͜sıo:n], „Position“ – [pozɪ’t͜sıo:n], „Station“ – [ʃta’t͜sıo:n], „Funktion“ – [fʊŋk’t͜sıo:n]
  • [t͜s] am unbetonten Silbenanfang„inflationär“ – [‚ˀɪnflat͜sıo’nɛ:ʁ], „rational“ [ʀat͜sıo’nɑ:l], „institutionell“ – [ˀɪnstɪtut͜sıo’nɛl], „Tertia“ – [‚tɛʁt͜sıɑ], „Aktionär“ – [ˀakt͜sıo’nɛ:ʁ]

[t͜s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „c“ vor hellem Vokal geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [t͜s] am betonten Silbenanfang„et cetera“ – [ɛt ‚t͜sɛtəʀɑ], „Celsius“ – [‚t͜sɛlzıᴜs], „Cent“ – [t͜sɛnt]
    • „Citrusfrucht“ – [‚t͜sɪtʀʊsfʀᴜxt], „circa“ – [‚t͜sɪʀkɑ], „Circus“ – [‚t͜sɪʁkʊs]
    • „Ceylon“ – [‚t͜sa͜elɔn]
  • [t͜s] am unbetonten Silbenanfang„Cis-Moll“ – [t͜sɪs’mɔl]
  • „Cellophan“ – [t͜sɛlo’fɑ:n]

[t͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „z“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] am Silbenende„Salz“ – [zalt͜s], „Glanz“ – [glant͜s], „Schmerz“ – [ʃmɛʀt͜s], „Reiz“ – [ʀa͜et͜s], „kurz“ – [kʊʀt͜s]
  • „er geizt“- [ˀe:ʁ ‚ga͜et͜st], „geduzt“ – [gə’du:t͜st]
  • „Arzt“ – [ˀaʀt͜st], „gesalzt“ – [gə’zalt͜st], „abgeholzt“ – [‚ˀapgəhɔlt͜st], „gekürzt“ – [gə’kγʀt͜st], „begrenzt“ – [bə’gʀɛnt͜st]

[t͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „zz“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] am Silbenende„Jazz“ – [jat͜s]
  • „sie jazzt“ – [zi: ‚jat͜st]

[t͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „tz“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] am Silbenende„Satz“ – [zat͜s], „Witz“ – [vɪt͜s], „spitz“ – [ʃpɪt͜s], „Klotz“ – [klɔt͜s], „Putz“ – [pʊt͜s]
  • „gehetzt“ – [gə’hɛt͜st], „verletzt“ – [fɛʁ’lɛt͜st], „er sitzt“ – [ˀe:ʁ ‚zɪt͜st], „es platzt“ – [ˀɛs ‚plat͜st], es blitzt“ – [ˀɛs ‚blɪt͜st]

[t͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „ts“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] am Silbenende„stets“ – [ʃte:t͜s], „nichts“ – [nɪçt͜s], „des Staats“ – [dɛs ‚ʃtɑ:t͜s], „andererseits“ – [‚andəʀəʁza͜et͜s], „rückwärts“ – [‚ʀγkvɛʁt͜s]
  • „Jets“ – [d͜ʒɛt͜s]
  • „er lotst“ – [ˀe:ʁ ‚lo:t͜st], „du rätst“ – [du: ‚ʀɛ:t͜st], „du erbatst“ – [du: ˀɛʁba:t͜st], „du zertratst“ – [du: t͜sɛʁ’tʀa:t͜st], „du berietst“ – [du: bə’ʀi:t͜st]
  • „du hältst“ – [du: ‚hɛlt͜st], „du giltst“ – [du: ‚gɪlt͜st], „du schaltst“ – [du: ‚ʃalt͜st], „du behältst“ – [du: bə’hɛlt͜st], „du galtst“ – [du: ‚galt͜st]

[t͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „tts“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] am Silbenende„des Betts“ – [dɛs ‚bɛt͜s], „des Schnitts“ – [dɛs ‚ʃnɪt͜s], „des Blatts“ – [dɛs ‚blat͜s], „des Schritts“ – [dɛs ‚ʃʀɪt͜s], „des Kabinetts“ – [dɛs kabɪ’nɛt͜s]
  • „du littst“ – [du: ‚lɪt͜st], „du glittst“ – [du: ‚glɪt͜st], „du rittst“ – [du: ‚ʀɪt͜st],
    „du strittst“ – [du: ‚ʃtʀɪt͜st], „du trittst“ – [du: ‚tʀɪt͜st]

[t͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „ths“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] am Silbenende„des Labyrinths“ – [dɛs labγ’ʀɪnt͜s], „des Absinths“ – [dɛs ˀa’p͜sɪnt͜s]

[t͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „ds“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] am Silbenende„des Lands“ – [dɛs ‚lant͜s], „des Kleids“ – [dɛs ‚kla͜et͜s], „des Pfads“ – [dɛs ‚p͜fɑ:t͜s] , „abends“ – [‚ˀɑ:bənt͜s],
    „nirgends“ – [’nɪʀgənt͜s],
  • „du lädst“ – [du: ‚lɛ:t͜st], „du beludst“ – [du: bə’lu:t͜st], „du miedst“ – [du: ‚mi:t͜st], „du schiedst aus“ – [du: ‚ʃi:t͜st a͜os]
  • „du standst“ – [du: ‚ʃtant͜st], „du fandst“ – [du: ‚fant͜st], „dringendst“ – [‚dʀɪŋənt͜st], „du gestandst“ – [du: gə’ʃtant͜st], „du bandst“ – [du: ‚bant͜st]

[t͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „dts“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Humboldts“ – [‚hʊmbɔlt͜s], „Schmidts“ – [ʃmɪt͜s]

[t͜s] wird an der Silbengrenze gesprochen, wenn in nichtzusammengesetzten Wörtern „zz“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] an der Silbengrenze„jazzen“ – [‚jat͜sən], „Pizza“ – [‚pɪt͜sa], „Razzia“ – [‚ʀat͜sıa], „Mozzarella“ – [mɔt͜sa’ʀɛla], „skizzieren“ – [skɪ’t͜si:ʀən]

[t͜s] wird an der Silbengrenze doppellautend gesprochen, wenn in zusammen­gesetzten Wörtern „zz“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] an der Silbengrenze doppellautend„Holzzaun“ – [‚hɔlt͜st͜sa͜on], „Heizzentrale“ – [‚ha͜et͜st͜sɛntʀɑ:lə],
    „herzzerreißend“ – [‚hɛʁt͜st͜sɛʁʀa͜esənt],
    „Referenzzeit“ – [ʀɛfə’ʀɛnt͜st͜sa͜et], „Bilanzzahlen“ – [bɪ’lant͜st͜sɑ:lən]

[t͜s] wird an der Silbengrenze doppellautend gesprochen, wenn auf „tz“ folgend „z“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] an der Silbengrenze doppellautend„Satzzeichen“ – [‚zat͜st͜sa͜eçən], „Putzzeug“ – [‚pʊt͜st͜sɔ͜øk], „Schutzzoll“ – [‚ʃʊt͜st͜sɔl], „Absatzzahl“ – [‚ˀapzat͜st͜sɑ:l], „Umsatzzuwachs“ – [ˀʊmzat͜s’t͜suvaks]

[t͜s] wird an der Silbengrenze doppellautend geschrieben, wenn auf „ts“ oder „tts“ folgend „z“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] an der Silbengrenze doppellautend„Weisheitszahn“ – [‚va͜esha͜et͜st͜sɑ:n],
    „Arbeitszimmer“ – [‚aʀba͜et͜st͜sɪməʁ],
    „Ortszulage“ – [‚ˀɔʀt͜st͜sulɑ:gə], „Gesichtszüge“ – [gə’zɪçt͜st͜sy:gə],
    „Amtszeit“ – [‚ˀamt͜st͜sa͜et]
  • „Durchschnittszahl“ – [‚dʊʀçʃnɪt͜st͜sɑ:l]

[t͜s] wird an der Silbengrenze doppellautend gesprochen, wenn auf „ds“ folgend „z“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜s] an der Silbengrenze doppellautend„Mordszorn“ – [‚mɔʀt͜st͜sɔʀn],
    „Verbandszeug“ – [fɛʁ’bant͜st͜sɔ͜øk],
    „Auslandszahlung“ – [‚ˀa͜oslant͜st͜sɑ:lʊŋ], „Stillstandszeit“ – [‚ʃtɪlʃtant͜st͜sa͜et], „Inlandszinsen“ – [‚ˀɪnlant͜st͜sɪnzən]

Artikulation des stimmlosen Verschluss-Reibelauts [t͜ʃ]Beim Sprechen des stimmlosen Verschluss-Reibelauts [t͜ʃ][54] gleitet die Artikulationsbewegung vom stimmlosen Zahn-Verschlusslaut [t] zum stimmlosen Gaumen-Reibelaut [ʃ].

Die Artikulationsbewegung ist die gleiche wie beim stimmhaften Verschluss-Reibelaut [d͜ʒ].

[t͜ʃ] wird gesprochen, wenn „Tsch“ oder „tsch“, „Ch“ oder „ch“, „C“, „c“ oder „cc“ geschrieben wird.

[t͜ʃ] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Tsch“ oder „tsch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜ʃ] am betonten Silbenanfang„Tscheche“ – [‚t͜ʃɛçə] , „Tschad“ – [t͜ʃɑ:t], „Tschüss“ – [t͜ʃγs], „Tschako“ – [‚t͜ʃako], „Tscherkesse“ – [t͜ʃɛʀ’kɛsə]
  • „getschilpt“ – [gə’t͜ʃɪlpt]
  • [t͜ʃ] am unbetonten Silbenanfang„Dolmetscher“ – [‚dɔlmɛt͜ʃəʁ], „plätschern“ – [‚plɛt͜ʃəʁn], „rutschen“ – [‚ʀʊt͜ʃən], „Wirtschaft“ – [‚vɪʁt͜ʃaft],
    „Komantsche“ – [ko’mant͜ʃə]

[t͜ʃ] wird am Silbenanfang manchmal gesprochen, wenn „Ch“ oder „ch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜ʃ] am betonten Silbenanfang„Champion“ – [‚t͜ʃɛmpıən], „Chip“ – [t͜ʃɪp], „chatten“ – [‚t͜ʃɛtən], „Chairman“ – [‚t͜ʃɛ:ʁmən], „checken“ – [‚t͜ʃɛkən]
  • „gechattet“ – [gə’t͜ʃɛtət], „gechillt“ – [gə’t͜ʃɪlt], gecheckt“ – [gə’t͜ʃɛkt], „gechartert“ – [gə’t͜ʃaʁtəʁt]
  • [t͜ʃ] am unbetonten Silbenanfang„Couches“ – [‚ka͜ot͜ʃɪs], „Bachelor“ – [‚bæt͜ʃələʁ]
  • „abchillen“ – [‚ˀapt͜ʃɪlən]

[t͜ʃ] wird am Silbenanfang manchmal gesprochen, wenn „C“ oder „c“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [t͜ʃ] am betonten Silbenanfang„Cello“ – [‚t͜ʃɛlo], „Cembalo“ – [‚t͜ʃɛmbalo]

 

  • [t͜ʃ] am unbetonten Silbenanfang„Cellist“ – [t͜ʃɛ’lɪst] , „Duce“ [‚du:t͜ʃə],
    „Dolce vita“ – [‚dɔlt͜ʃə ‚vi:tɑ]

[t͜ʃ] wird am Silbenende gesprochen, wenn „tsch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜ʃ] am Silbenende„deutsch“ – [dɔ͜øt͜ʃ], „Putsch“ – [pʊt͜ʃ], „Matsch“ – [mat͜ʃ], „Klatsch“ – [klat͜ʃ], „Tratsch“ – [tʀɑ:t͜ʃ]
  • „geputscht“ – [gə’pʊt͜ʃt], „verrutscht“ – [fɛʁ’ʀʊt͜ʃt], zermatscht“ – [t͜sɛʁ’mat͜ʃt], „gequetscht“ – [gə’k͜vɛt͜ʃt], „geplatscht“ – [gə’plat͜ʃt]
  • „es quietscht“ [ˀɛs ‚k͜vi:t͜ʃt], „er latscht“ – [ˀe:ʁ ‚lɑ:t͜ʃt], „sie tratscht“ – [zi: ‚tʀɑ:t͜ʃt], „es knutscht“ – [ˀɛs ‚knu:t͜ʃt], „eingedeutscht“ – [‚ˀa͜engədɔ͜øt͜ʃt]

[t͜ʃ] wird am Silbenende manchmal gesprochen, wenn „ch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜ʃ] am Silbenende„Couch“ – [ka͜ot͜ʃ], „Touchscreen“ – [‚tat͜ʃskʀi:n]

[t͜ʃ] wird an der Silbengrenze manchmal gesprochen, wenn „cc“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [t͜ʃ] an der Silbengrenze„Cappuccino“ – [kapʊ’t͜ʃi:no]

 

Artikulation des stimmhaften Verschluss-Reibelauts [d͜ʒ]Beim Sprechen des stimmhaften Verschluss-Reibelauts [d͜ʒ][55] gleitet die Artikulations­bewegung vom stimmhaften Zahn-Verschluss­laut [d] zum stimmhaften Gaumen-Reibe­laut [ʒ].

Die Artikulationsbewegung ist die gleiche wie beim stimmlosen Verschluss-Reibelaut [t͜ʃ].

[d͜ʒ] wird gesprochen, wenn „Dsch“, „dg“, „G“ oder „g“, „gg“, „J“ oder „j“ geschrieben wird.

[d͜ʒ] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Dsch“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [d͜ʒ] am betonten Silbenanfang„Dschungel“ – [‚d͜ʒʊŋəl], „Dschingis Khan“ – [‚d͜ʒɪŋgɪs kɑ:n], „Dschunke“ – [‚d͜ʒʊŋkə]

 

  • [d͜ʒ] am unbetonten Silbenanfang„Dschihad“ – [d͜ʒɪ’hɑ:t], „Dschibuti“ – [d͜ʒɪ’bu:ti]

[d͜ʒ] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „dg“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [d͜ʒ] am betonten Silbenanfang„Budget“ – [bγ’d͜ʒe:]

 

 

  • [d͜ʒ] am unbetonten Silbenanfang„Pidgin“ – [‚pɪd͜ʒɪn]

 

 

[d͜ʒ] wird am Silbenanfang manchmal gesprochen, wenn „G“ oder „g“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [d͜ʒ] am betonten Silbenanfang„Gin“ – [d͜ʒɪn], „Gentleman“ – [‚d͜ʒɛntəlmən]

 

 

  • [d͜ʒ] am unbetonten Silbenanfang„Adagio“ – [a’dɑ:d͜ʒo], „Roger“ – [‚ʀɔd͜ʒəʁ]

 

[d͜ʒ] wird am Silbenanfang manchmal gesprochen, wenn „gg“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [d͜ʒ] am unbetonten Silbenanfang„Loggia“ – [‚lɔd͜ʒɑ]

 

 

[d͜ʒ] wird am Silbenanfang manchmal gesprochen, wenn „J“ oder „j“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [d͜ʒ] am betonten Silbenanfang„Job“ – [d͜ʒɔp], „Jeans“ – [d͜ʒi:ns], „joggen“ – [‚d͜ʒɔgən], „Jeep“ – [d͜ʒi:p], „Jazz“ – [d͜ʒɛs]
  • „gejobbt“ – [gə’d͜ʒɔpt]

Artikulation des stimmlosen Verschluss-Reibelauts [k͜s]Beim Sprechen des stimmlosen Verschluss-Reibelauts [k͜s] geht die Artikula­tionsbewegung vom stimmlosen Hintergaumen-Verschlusslaut [k] zum stimmlosen Zahn-Reibelaut [s].

[k͜s] wird gesprochen, wenn „X“ oder „x“, „ks“ oder „cks“, „chs“ oder „cs“, „gs“ oder „ggs“ geschrieben wird.

[k͜s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „X“ oder „x“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [k͜s] am betonten Silbenanfang„Xylofon“ – [‚k͜sγlofo:n], „Xaver“ – [‚k͜sɑ:vəʁ], „Xanten“ – [‚k͜santən], „Xenia“ – [‚k͜se:nıa]

 

  • [k͜s] am unbetonten Silbenanfang„Taxi“ – [‚tak͜si], „boxen“ – [‚bɔk͜sən], „Praxis“ – [‚pʀak͜sɪs], „Saxofon“ – [zak͜so’fo:n], „Lexikon“ – [‚lɛk͜sɪkɔn]

[k͜s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „k“ vor „s“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k͜s] am unbetonten Silbenanfang„piksen“ – [‚pi:k͜sən], „Ekstase“ – [ˀɛk͜s’ta:zə], „koksen“ – [‚ko:k͜sən], „Kekse“ – [‚ke:k͜sə], „schlaksig“ – [‚ʃlak͜sɪç]

[k͜s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn in nichtzusammengesetzten Wörtern „ck“ vor „s“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k͜s] am unbetonten Silbenanfang„Kleckse“ – [‚klɛk͜sə], „knicksen“ – [‚knɪk͜sən], „glucksen“ – [‚glʊk͜sən], „Knackse“ – [‚knak͜sə], „häckseln“ – [‚hɛk͜səln]

[k͜s] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn auf „ch“ folgend „s“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k͜s] am unbetonten Silbenanfang„Ochse“ – [‚ɔk͜sə], „Büchse“ – [‚bγk͜sə], „Achse“ – [‚ak͜sə], „wechseln“ – [‚vɛk͜səln], „Luchse“ – [‚lʊk͜sə]

[k͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „x“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k͜s] am Silbenende„orthodox“ – [ɔʀto’dɔk͜s], „Sphinx“ – [sfɪŋk͜s] , „Sex“ – [sɛk͜s], „Index“ – [‚ɪndɛk͜s], „konvex“ – [kɔn’vɛk͜s]
  • „Text“ – [tɛkst], „verhext“ – [fɛʁ’hɛk͜st], „geboxt“ – [gə’bɔk͜st], „gemixt“ – [gə’mɪk͜st], „Axt“ – [‚ˀak͜st]

[k͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn auf „k“ folgend s“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k͜s] am Silbenende„Keks“ – [ke:k͜s], „des Parks“ – [dɛs ‚paʀks] , „des Anoraks“ – [dɛs ‚ˀanoʀak͜s], „links“ – [lɪŋks], „des Streiks“ – [dɛs ‚ʃtʀa͜ek͜s]
  • „du streikst“ – [du: ‚ʃtʀa͜ek͜st], „du kokst“ – [du: ‚ko:k͜st], „du spukst“ – [du: ‚ʃpu:k͜st], „du hakst ein“ – [du: ‚hɑ:k͜st a͜en], „du: blökst“ – [du: ‚bløk͜st]
  • „du merkst“ – [du: ‚mɛʀk͜st], „du dankst“ – [du: ‚daŋk͜st], „du trinkst“ – [du: ‚tʀɪŋk͜st], „du erstarkst“ – [du: ˀɛʁ’ʃtaʀk͜st], „du denkst“ – [du: ‚dɛŋk͜st]

[k͜s] wird am Silbenende gesprochen, „wenn auf „ck“ folgend s“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k͜s] am Silbenende„Klecks“ – [klɛk͜s], „zwecks“ – [t͜svɛk͜s], „Tricks“ – [tʀɪk͜s], „hinterrücks“ – [‚hɪntəʁʀγk͜s], „des Stocks“ – [dɛs ‚ʃtɔk͜s]
  • „du druckst“ – [du: ‚dʀʊk͜st], „du backst“ – [du: ‚bak͜st] , „du hackst“ – [du: ‚hak͜st], „du packst“ – [du: ‚pak͜st], „du bezweckst“ – [du: bə’t͜svɛk͜st]

[k͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „chs“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k͜s] am Silbenende„sechs“ – [zɛk͜s], „er wuchs“ – [ˀe:ʁ ‚vʊk͜s], „Dachs“ – [dak͜s], „Wachs“ – [vak͜s], „Gewächs“ – [gə’vɛk͜s]
  • „er wächst“ – [ˀe:ʁ ‚vɛk͜st], „sie wachst“ – [zi: ‚vak͜st], „ihr flachst“ [ˀi:ʁ ‚flak͜st],
    „ihr wuchst auf“ – [ˀi:ʁ vʊk͜st ‚ˀa͜of], „gewichst“ – [gə’vɪk͜st]

[k͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „c“ vor „s“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [k͜s] am Silbenende„Comics“ – [‚kɔmɪk͜s]

 

[k͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „g“ vor „s“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k͜s] am Silbenende„des Anstiegs“ – [dɛs ‚anʃti:k͜s], „montags“ – [‚mo:ntɑ:k͜s] , „des Tags“ – [dɛs ‚tɑ:k͜s], „des Krugs“ – [dɛs ‚kʀu:k͜s],
    „flugs“ – [flʊk͜s]
  • „du fliegst“ – [du: ‚fli:k͜st], „du legst“ – [du: ‚le:k͜st], „du bogst“ – [du: ‚bo:k͜st], „du fragst“ – [du: ‚fʀɑ:k͜st], „du steigst“ – [du: ‚ʃta͜ek͜st]
  • „du bürgst“ – [du: ‚bγʀk͜st], „du sorgst“ – [du: ‚zɔʀk͜st], „du würgst“ – [du: ‚vγʀk͜st], „du verbirgst“ – [du: fɛʁ’bɪʀk͜st], „du folgst“ – [du: ‚fɔlk͜st]

[k͜s] wird am Silbenende gesprochen, wenn „gg“ vor „s“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k͜s] am Silbenende„du eggst“ – [du: ‚ˀɛk͜st], „du loggst ein“ – [du: lɔk͜st ‚ˀa͜en], „du flaggst“ – [du: ‚flak͜st], „du joggst“ – [du: ‚d͜ʒɔk͜st],
    „du taggst“ – [du: ‚tæk͜st]

Artikulation des stimmhaften Verschluss-Reibelauts [k͜v]Beim Sprechen des stimmhaften Verschluss-Reibelauts [k͜v] geht die Artikula­tionsbewegung vom stimmlosen Hintergaumen-Verschlusslaut [k] zum stimmhaften Lippenzahn-Reibelaut [v].

[k͜v] wird gesprochen, wenn „Qu“, „qu“ oder „kqu“geschrieben wird.

[k͜v] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „Qu“ oder „qu“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

    • [k͜v] am betonten Silbenanfang„Quark“ – [k͜vaʀk], „Quelle“ – [‚k͜vɛlə], „quälen“ – [‚k͜vɛ:lən], „Quittung“ – [‚k͜vɪtᴜŋ], „quer“ [k͜ve:ʁ]
    • „gequakt“ – [gə’k͜vɑ:kt], „bequem“ – [bə’k͜ve:m], „verqualmt“ – [fɛʁ’k͜valmt], „erquickend“ – [ˀɛʁ’k͜vɪkənt], „zerquetschen“ – [t͜sɛʁ’k͜vɛt͜ʃən]
  • [k͜v] am unbetonten Silbenanfang„Requisit“ – [ʀek͜vɪ’zi:t], „Requiem“ – [‚ʀe:k͜viɛm], „äquivalent“ – [ˀɛk͜vɪva’lɛnt], „Quadrat“ – [k͜vɑ’dʀɑ:t], „Inquisitor“ – [ˀɪnk͜vi’zi:to:ʁ]
    • Aber nicht in „Quarantäne“ – [kaʀan’tɛ:nə], „Quartier Latin“ – [kɑrtıe: ‚latɛ̃],
      „Claqueur“ – [kla’kø:ʁ], „Enquete“ – [õ’kɛt], „Clique“ – [‚klɪkə]
  • „hineinquetschen“ – [hi’na͜enk͜vɛt͜ʃən], „abqualifizieren“ – [‚ˀapk͜valɪfɪt͜si:ʀən], „umquartieren“ – [‚ˀʊmk͜vaʁti:ʀən], „aufquellen“ – [‚ˀa͜ofk͜vɛlən], „exquisit“ – [‚ˀɛk͜sk͜vi’zi:t],

[k͜v] wird am Silbenanfang gesprochen, wenn „kqu“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • [k͜v] am unbetonten Silbenanfang„Akquisition“ – [ˀak͜vizɪ’t͜sıo:n], „akquirieren“ – [ˀak͜vi’ʀi:ʀən]

Quellen

  • Duden. Die Grammatik
  • Duden. Das Fremdwörterbuch
  • Duden. Das Aussprachewörterbuch
  • Heinz Fiukowski. Sprecherzieherisches Elementarbuch
  • Ingeborg Geißner-von Nida. Mimeo
  • Carl Martens, Peter Martens. Phonetik der deutschen Sprache
  • Heinrich Oberländer. Übungen zum Erlernen einer dialektfreien Aussprache
  • Hans Joachim Störig. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache
  • Hans-Heinrich Wängler. Atlas deutscher Sprachlaute
  • Christian Winkler. Lautreines Deutsch
  • www.klangsignale.com
  • www.wikipedia.org
  • www.wiktionary.org
  • www.wordmine.info

Anmerkungen

[1] Konsonant = Mitlaut = Obstruent = Geräuschkonsonant = Geräuschlaut
2] Mit dem Ausatmungsluftstrom erzeugt = pulmonal-egressiv
[3] Lautbildung = Artikulationsart = Artikulationsmodus
[4] Fließlaut = Liquid = Schmelzlaut
[5] Nasenlaut = Nasal
[6] Reibelaut = Frikativ = Engelaut = Konstriktiv = Spirans = Spirant
[7] Zischlaut = Sibilant
[8] Verschlusslaut = Plosiv = Sprenglaut = Momentanlaut = Klusil = Okklusiv = Explosiv = Muta
[9] Verschluss-Reibelaut = Affrikate
[10] Siehe Essay „Akzentfrei artikulieren“
[11] Mit den Lippen gebildet = labial = bilabial
[12] Mit den Schneidezähnen gebildet = dental = apikodental
[13] Mit Lippen und Schneidezähnen gebildet = labiodental
[14] Mit der Zungenspitze am harten Gaumen gebildet = alveolar = apikoalveolar
[15] Mit den Seiten des Zungenrückens am Vordergaumen gebildet = palatal = dorsopalatal
[16] Mit dem Zungenrücken am weichen Gaumen gebildet = velar = dorsovelar
[17] Mit dem Zäpfchen gebildet = uvular = dorsouvular
[18] Mit den Stimmlippen gebildet = glottal = laryngal
[19] Starke Konsonanten = Fortes
[20] Schwache Konsonanten = Lenes
[21] Koartikulation = Lautsteuerung
[22] Fließlaut = Liquid = Liquida = Schmelzlaut
[23] Seitlicher Fließlaut = Seitenlaut  = Lateral = Laterallaut = alveolarer Zahndammlaut = alveolarer Lateral = alveolarer Approximant
[24] An den oberen Schneidezähnen = an den Alveolen
[25] Zäpfchen-Fließlaut = Zäpfchen-Schwinglaut = Schwinglaut = uvularer Vibrant = Vibrant = Zäpfchen-Zitterlaut = geschlagener Zäpfchenlaut = gerollter Laut = mehrschlägiger Laut = Flatterlaut
[26] Folgt der stimmhafte schwache Zäpfchen-Fließlaut in unbetonter Silbe einem schwachtonigen E-Laut [ə], können beide Laute zum fast offenen Zentralvokal [ɐ] verschmelzen.
[27] Zungenspitzen-Fließlaut = Zungenspitzen-Schwinglaut = gerollter mehrschlägiger Laut = Zitterlaut = Zahndammlaut = Zahn-Schwinglaut = geschlagener Zahnlaut = Vibrant = alveolarer Vibrant = alveolar-apikoalveolarer Vibrant
[28] Nasenlaut = Nasal = Nasalkonsonant
[29] Lippen-Nasenlaut = Labionasal = bilabialer Nasenlaut
[30] Zahn-Nasenlaut = alveolarer Nasal = alveolarer Zahndammlaut = koronal-dental-alveolarer Nasal
[31] Hintergaumen-Nasenlaut = velarer Gaumenlaut = guttural-palataler Zungenrückenlaut = dorsaler Nasal
[32] Reibelaut = Frikativ = Engelaut = Spirant = Konstriktiv
[33] Lippenzahn-Reibelaut = labiodentaler Frikativ = Lippenzahnlaut
[34] Hintergaumen-Reibelaut = velarer Gaumenlaut = guttural-palataler Gaumensegellaut = dorsaler Hintergaumenlaut = Ach-Laut = Zungenrückenlaut
[35] Dunkle Vokale: [u], [ʊ], [o], [ɔ], [a͜o]
[36] Stimmlippen-Reibelaut = Hauchlaut = Kehlkopflaut = glottaler Stimmritzenlaut = Glottal
[37] Durch die Stimmlippen gebildeter Spalt = Stimmritze = Glottis
[38] Zischlaut = Sibilant = sulkalisierter Reibelaut
[39] Zahn-Zischlaut = Zahn-Reibelaut = alveolarer Frikativ = koronal-dental-alveolarer Laut = Zahnlaut = dentaler Reibelaut
[40] Gaumen-Zischlaut = Zahndammlaut = palatoalveolarer Reibelaut = alveolarer Laut = koronal-alveolarer Laut
[41] Vordergaumen-Zischlaut = Vordergaumen-Reibelaut = palataler Gaumenlaut = guttural-palataler Laut
[42] Verschlusslaut = Sprenglaut = Momentanlaut = Klusil = Okklusiv = Explosiv = Plosiv = Muta
[43] Stimmloser Verschlusslaut = Tenuis (Plural: Tenues)
[44] Stimmhafter Verschlusslaut = Media (Plural: Mediä)
[45] Behaucht = aspiriert
[46] Behauchung = Aspiration
[47] Lippen-Verschlusslaut = bilabialer Laut = Lippenlaut
[48] Zahn-Verschlusslaut = alveolarer Zahndammlaut = koronal-dental-alveolarer Klusil = alveolarer Plosiv
[49] Hintergaumen-Verschlusslaut = dorsaler Gaumenlaut = guttural-palataler Gaumensegellaut = Hintergaumenlaut = velarer Zungenrückenlaut
[50] Verschluss-Reibelaut = Affrikate = angeriebener Laut
[51] Verschluss-Reibelaut mit gleicher Artikulationsstelle = homorgane Affrikate
[52] Verschluss-Reibelaut mit unterschiedlichen Artikulationsstellen = nicht-homorgane Affrikate
[53] Verschluss-Reibelaut [t] = koronal-dental-alveolare Affrikate
[54] Verschluss-Reibelaut [t͜ʃ] = apiko-alveolare Affrikate
[55] Verschluss-Reibelaut [d͜ʒ] = apiko-alveolare Affrikate

Akzentfrei Vokale artikulieren

Standard

Die Aussprache der Selbstlaute im Deutschen

Beim Sprechen der Vokale[1] bleibt die Artikulationsstellung konstant und die Ausatmungsluft strömt ununterbrochen durch den Mund, während die Stimmlippen gleichbleibend schwingen. In der deutschen Aussprache[2] der Vokale ist das Gaumensegel stets gehoben.

LangVokale werden im Deutschen entweder in lang oder kurz gesprochen. Lange Vokale werden in der Lautschrift[3] mit einem Doppelpunkt – [:] – gekennzeichnet, kurze Vokale ohne zusätzliche Notation, zum Beispiel:

  • Kurz[y:] in „Hüte“ – [‘hy:tə]
  • [γ] in „Hütte“ – [‘hγtə]
Die Stellung des Zungenrückens im Mundraum bestimmt, ob Vokale heller klingen oder dunkler.[4]

DunkelJe weiter hinten sich der Zungenrücken beim Sprechen wölbt, desto dunkler klingt ein Vokal. Die deutschen dunklen Vokale sind die Hinterzungenvokale:

  • Die U-Laute [u] und [ʊ], beide als Buchstabe geschrieben „U“ oder „u“
  • Die O-Laute [o] und [ɔ], beide als Buchstabe geschrieben „O“ oder „o“
  • Der Diphthong[43] [a͜o], als Buchstaben geschrieben „Au“ oder „au“
Wird in deutschen Wörtern auf einen hinteren, dunklen Vokal oder auf einen A-Laut folgend „ch“[5] geschrieben, wird der Laut [x][6] gesprochen.

HellJe weiter vorn sich der Zungenrücken beim Sprechen wölbt, desto heller klingt ein Vokal. Die deutschen hellen Vokale sind die Vorderzungenvokale:

  • Die E-Laute [e] und [ε], beide als Buchstabe geschrieben „E“ oder „e“und „Ä“ oder „ä“
  • Die I-Laute [i], [ɪ] und [ı], alle drei als Buchstabe geschrieben „I“ oder „i“
  • Die Ö-Laute [ø] und [œ], beide als Buchstabe geschrieben „Ö“ oder „ö“
  • Die Ü-Laute [y] und [γ], beide als Buchstabe geschrieben „Ü“ oder „ü“
  • Der Diphthong [a͜e], als Buchstaben geschrieben „Ei“ oder „ei“ und „ay“, „ai“ oder „ey“
  • Der Diphthong [ɔ͜ø], als Buchstaben geschrieben „Eu“ oder „eu“
Wird in deutschen Wörtern auf einen vorderen, hellen Vokal folgend „ch“ geschrieben, wird der Laut [ç][7] gesprochen.

Beim Sprechen der deutschen Zentralvokale wölbt sich der Zungenrücken in der Mitte des Mundraums. Sie klingen nicht eindeutig dunkel oder hell.

  • Die A-Laute [ɑ] und [a], beide als Buchstabe geschrieben „A“ oder „a“
  • Der E-Laut [ə], als Buchstabe geschrieben „e“

Die Stärke der Wölbung des Zungenrückens bestimmt, wie offen oder geschlossen ein Vokal klingt:

  • GeschlossenJe höher sich beim Sprechen der Zungenrücken wölbt und dabei den Raum zum Gaumen einengt, desto geschlossener klingt ein Vokal. Die geschlossenen Vokale werden im Deutschen fast immer lang gesprochen: [u:], [o:], [e:], [ø:], [i:], [y:] und [ɑ:].
  • OffenJe flacher sich beim Sprechen der Zungenrücken wölbt und dabei mehr Raum zum Gaumen lässt, desto offener klingt ein Vokal. Außer dem ungerundeten halboffenen E-Laut – [ɛ] – werden alle offenen Vokale im Deutschen nur kurz gesprochen: [ʊ], [ɔ], [œ], [ɪ], [ı], [γ] und [a].
  • Beim zentralen schwachtonigen E-Laut – [ə] – nimmt der Zungenrücken eine mittlere Wölbung ein. Auch er wird nur kurz gesprochen.
Mit der Wölbung des Zungenrückens korrespondiert die Spannung der Lippen. Bei geschlossenen Vokalen sind die Lippen intensiver gespannt als bei offenen Vokalen.

GerundetVokale, die im Deutschen mit eher gerundeten oder gestülpten Lippen[8] gesprochen werden[9]:

  • Die O-Laute [o] und [ɔ]
  • Die U-Laute [u] und [ʊ]
  • Die Ö-Laute [ø] und [œ]
  • Die Ü-Laute [y] und [γ]

GespreiztVokale, die im Deutschen mit eher gespreizten oder gespannten Lippen[10] gesprochen werden[11]:

  • Die I-Laute [i], [ɪ] und [ı]
  • Die E-Laute [e] und [ε]

EntspanntVokale, die im Deutschen mit weder gerundeten oder gestülpten noch mit markant gespreizten oder gespannten, sondern eher gelösten Lippen gesprochen werden:

  • Die A-Laute [ɑ] und [a]
  • Der E-Laut [ə]

VokalviereckEtwas vereinfacht illustriert das Vokalviereck[12] die Artikulationsstellen für das Sprechen der Vokale im Mundraum:

  • Links die Hinterzungenvokale
  • Rechts die Vorderzungenvokale
  • Dazwischen die Zentralvokale

Das Vokalviereck markiert die höchste Stellung der Zunge bei der Aussprache der Vokale.

Zum Sprechen der Vokale bewegen sich Zungenrücken und Lippen gegenläufig:

  • Wenn die Lippen sich runden oder stülpen, hebt sich der hintere Zungenrücken.
  • Wenn die Lippen sich spreizen oder anspannen, hebt sich der vordere Zungenrücken.

Vokalneueinsatz

Beim Sprechen der deutschen Sprache werden die Vokale grundsätzlich an den vorangehenden Laut, ob Vokal oder Konsonant, angebunden, auch zwischen Wörtern. Wird der Vokal von dem vorangehenden Laut getrennt gesprochen, wird er neu eingesetzt und mit vorausgehendem Verschluss der Stimmlippen gebildet, wobei ein Knacklaut[13] – [ˀ][14] – entsteht.

[ˀ] wird vor Vokal am Beginn einer Sprechsilbe[15], die mit einem Vokal beginnt, gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Anfang“ – [‘ˀanfaŋ], „Ende“ – [‘ˀεndə], „immer“ – [‘ˀɪməʁ], „unter“ – [‘ˀʊntəʁ], „öde“ – [‘ˀødə]

[ˀ] wird in zusammengesetzten Wörtern – in Komposita – gesprochen, wenn der nachfolgende Wortteil mit einem Vokal beginnt, zum Beispiel in:

  • „Kuheuter“ – [‘ku:ˀɔ͜øtəʁ], „Hauseingang“ – [‘ha͜osˀa͜engaŋ],
    „Badeöl“ – [‘bɑ:dəˀø:l], „Betriebsurlaub“ – [bə‘tʀi: p͜sˀu:ʁla͜op],
    „Hofecke“ – [‘ho:fˀɛkə]

    • Also nicht in „Eidechse“ – [‘ˀa͜edɛk͜sə], weil die Sprechsilbe nicht mit einem Vokal beginnt.

[ˀ] wird gesprochen, wenn der Vokal auf eine Vorsilbe[16] folgt, zum Beispiel in:

  • „verändern“ – [fɛʁ‘ˀɛndəʁn], „beantworten“ – [bə‘ˀantvɔʀtən],
    „anordnen“ – [‘ˀanˀɔʀtnən], „Übereinkunft“ [ˀy:bəʁ‘ˀa͜enkʊnft], „zuerst“ – [t͜sʊ‘ˀe:ʁst], „ausarbeiten“ – [‘ˀa͜osˀaʀba͜etən]

    • Aber nicht nach den Vorsilben „vor“, „hin“ und „her“ wie „vorüber“ – [fɔ‘ʀy:bəʁ], „hinauf“ – [hɪ‘na͜of], „herab“ – [hɛ‘ʀap], „voraus“ – [fɔ‘ʀa͜os]

[ˀ] wird nicht in Nachsilben[17] nach nichtsilbischem I-Laut gesprochen, zum Beispiel nicht in:

  • „seriös“ – [zɛ‘ʀıø:s], „Celsius“ – [‘t͜sɛlzıʊs], „terziär“ – [tɛʁ‘t͜sıɛ:ʁ], „junior“ – [‘ju:nıɔʁ], „Station“ – [ʃtɑ‘t͜sıo:n]

[ˀ] wird nicht in Nachsilben mit „um“ gesprochen, zum Beispiel nicht in:

  • „Museum“ – [mu‘ze:ʊm], „Petroleum“ – [pɛ‘tʀo:leʊm], „Linoleum“ – [li‘noleʊm], „Mausoleum“ – [ma͜ozo‘leʊm], „Lyzeum“ – [ly‘t͜seʊm]

[ˀ] wird nicht in Nachsilben mit „e“ – für [ə] – gesprochen, zum Beispiel nicht in:

  • „Ehe“ – [‘e:ə], „Ruhe“ – [‘ʀu:ə], „Aue“ – [‘a͜oə], „Laie“ – [‘la͜eə], „Schuhe“ – [‘ʃu:ə]
  • „euer“ – [‘ɔ͜øəʁ], „Mauer“ – [‘ma͜oəʁ], „sauer“ – [‘za͜oəʁ], „teuer“ – [‘tɔ͜øəʁ], „Trauer“ – [‘tʀa͜oəʁ]

Rechtlautung

Was für das Schreiben mit Buchstaben die Rechtschreibung[18] ist, ist für das Sprechen der Laute die Rechtlautung[19]. Sie beschreibt die übliche einheitliche und deutliche Aussprache der Wörter in einer Sprache und regelt, wie Vokale in Wörtern gesprochen werden: mit der Dauer der Aussprache in Verbindung mit Betonung, Analoglänge und Schreibung. Wer die Schreibweise eines Wortes kennt, kann daraus die akzentfreie Aussprache des Wortes erschließen.

In der deutschen Sprache werden die geschlossenen Vokale meist lang gesprochen, die offenen Vokale kurz.

BetonungDie Dauer der Aussprache eines Vokals lässt sich an seiner Betonung erkennen. Ein Vokal wird lang gesprochen:

  • Als Träger einer betonten Silbe, zum Beispiel der I-Laut in „Igel“ – [‘ˀi:gəl]
  • Am Ende einer betonten Silbe, zum Beispiel der U-Laut in „Bude“ – [‘bu:də]

Ein Vokal wird kurz gesprochen:

  • In betonter Vorsilbe[20], zum Beispiel der A-Laut in „abfüllen“ – [‘ˀapfγlən]
  • In unbetonter Vorsilbe, zum Beispiel der E-Laut in „Gemüse“ – [gə‘my:ze]
  • In unbetonter Nachsilbe[21], zum Beispiel der E-Laut in „Sage“ – [‘zɑ:gə]]

AnaloglängeIn abgeleiteten[22] Wortformen richtet sich die Dauer der Aussprache eines Vokals nach der Grundform des Verbs[23] beziehungsweise nach dem entsprechenden Substantiv[24] im Plural[25].

Ein Vokal wird lang gesprochen:

  • In einer Verbform, wenn seine Entsprechung im Infinitiv lang gesprochen wird, zum Beispiel der A-Laut in „er lag“ – [ˀe:ʁ ‘lɑ:k] analog zu „liegen“ – [‘li:gən]
  • Im Singular eines Wortes, wenn seine Entsprechung im Plural am Ende einer betonten Silbe steht, zum Beispiel der Ä-Laut in „Gerät“ – [gə‘ʀɛ:t] analog zu „Geräte“ – [gə‘ʀɛ:tə]
  • In einer abgeleiteten Wortform, wenn seine Entsprechung im Ausgangssubstantiv lang gesprochen wird, zum Beispiel der Ü-Laut in „gemütlich“ – [gə‘my:tlɪç] analog zu „Gemüt“ – [gə‘my:t]
  • In einer abgeleiteten Wortform, wenn im Ausgangswort die Entsprechung des Umlauts lang gesprochen wird, zum Beispiel der Ö-Umlaut in „löslich“ – [‘lø:slɪç] analog zu „los“ – [lo:s]

SchreibungDie Dauer der Aussprache eines Vokals lässt sich an der Schreibung eines Wortes erkennen. Ein Vokal wird lang gesprochen:

  • Wenn der Vokal doppelt geschrieben wird, zum Beispiel der A-Laut in
    „Saal“ – [zɑ:l]
  • Wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungsbuchstabe geschrieben wird, zum Beispiel der O-Laut in „Lohn“ – [lo:n] oder der I-Laut in „Sieg“ – [zi:k]
  • Wenn auf den Vokal folgend „ß“ – für [s] – geschrieben wird, zum Beispiel der
    U-Laut in „Ruß“ –[ʀu:s]
  • Wenn auf den betonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel der U-Laut in „duzen“ – [‘du:t͜sən]
  • Wenn auf den Vokal folgend „r“ – für [ʁ] – geschrieben wird, zum Beispiel in
    „Wert“ – [ve:ʁt]
Nur in wenigen Wörtern finden sich Ausnahmen von den Regeln.

Ein Vokal wird kurz gesprochen:

  • Wenn auf ihn folgend mehr als nur ein Konsonant geschrieben wird, zum Beispiel der E-Laut in „Geld“ – [gɛlt]
  • Wenn auf ihn folgend ein Doppelkonsonant oder „ck“ geschrieben wird,
    zum Beispiel der O-Laut in „kommen“ – [‘kɔmən] oder der U-Laut in „zucken“ – [‘t͜sʊkən]
  • Wenn auf ihn folgend „st“ – für [st] – geschrieben wird, zum Beispiel der I-Laut in „List“ – [lɪst]
  • Wenn auf ihn folgend „ng“ – für [ŋ] – geschrieben wird, zum Beispiel der O-Laut in „Gong“ – [gɔŋ]
  • Wenn auf ihn folgend „ch“ – für [ç] – geschrieben wird, zum Beispiel der I-Laut in „mich“ – [mɪç]
  • Wenn auf ihn folgend „ch“ – für [x] – geschrieben wird, zum Beispiel der O-Laut in „doch – [dɔx]
  • Wenn auf ihn folgend „sch“ – für [ʃ] – geschrieben wird, zum Beispiel der A-Laut in „rasch“ – [ʀaʃ]
  • Wenn auf ihn folgend „tz“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel der A-Laut in „Katze“ – [‘kat͜sə]
  • Wenn auf ihn folgend „pf“ – für [p͜f] – geschrieben wird, zum Beispiel der A-Laut in „tapfer“ – [‘tap͜fəʁ]
  • Wenn auf ihn folgend „chs“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel der A-Laut in „wachsen“ – [‘vak͜sən]
  • Wenn auf ihn folgend „x“– für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel der E-Laut in „Hexe“ – [‘hɛk͜sə]
  • Wenn in Fremdwörtern auf den unbetonten Vokal folgend „z“ für [t͜s] geschrieben wird, zum Beispiel der U-Laut in „reduzieren“ – [ʀedu‘t͜si:ʀən]
Die deutsche Rechtlautung regelt keineswegs eindeutig die Aussprache der Vokale in jeder Lautumgebung und manchmal lassen sich mehrere Regeln anwenden. Doch sie gibt eine praktikable Orientierung für die akzentfreie Aussprache der deutschen Sprache.

Hinterzungenvokale

Hinterzungenvokale werden hinten im Mundraum gebildet und klingen dunkel – im Deutschen die U-Laute [u] und [ʊ], die O-Laute [o] und [ɔ] sowie der Au-Laut [a͜o]. Hinterzungenvokale werden mit gestülpten Lippen gesprochen.

Geschlossener U-LautBeim Sprechen des geschlossenen U-Lauts [u][26] stülpen sich die Lippen bei minimal gesenktem Unterkiefer sehr stark nach vorn und bilden eine kleine runde Öffnung für den Ausatmungsluftstrom. Der Mund öffnet sich sehr wenig. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der hintere Zungenrücken wölbt sich stark nach oben, etwas stärker als beim offenen U-Laut [ʊ]. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der geschlossene U-Laut wird in vielen betonten Silben lang gesprochen – [u:] – und in wenigen unbetonten Silben kurz – [u].

Betonung[u] wird lang gesprochen, wenn der Vokal allein Träger einer betonten Silbe ist, zum Beispiel in:

  • „Uhu“ – [‘ˀu:hu:], „Ufer“ – [‘ˀu:fəʁ], „Udo“ [‘ˀu:do:], „U-Bahn“ – [‘ˀu:bɑ:n], „Ute“ – [‘ˀu:tə]

[u] wird am Ende einer betonten Silbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Lupe“ – [‘lu:pə], „Kugel“ – [‘ku:gəl], „rufen“ – [‘ʀu:fən], „Jugend“ – [‘ju:gənt], „Nudel“ – [‘nu:dəl]

[u] wird am Ende einer betonten Vorsilbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Zustand“ – [‘t͜su:ʃtant], „zuhören“ – [‘t͜su:hø:ʀən], „Zulage“ – [‘t͜su:lɑ:gə], „Zufall“ – [‘t͜su:fal], „zugeben“ – [‘t͜su:ge:bən]

[u] wird in unbetonter Vorsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „zuvor“ – [t͜su‘fo:ʁ], „zuunterst“ – [t͜su‘ˀʊntεʁst], „zuungunsten“ – [t͜su‘ˀʊngʊnstən], „zutiefst“ – [t͜su‘ti:fst], „zufolge“ – [t͜su‘fɔlgə]

[u] wird in Fremdwörtern in unbetonter Silbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „kulant“ – [ku‘lant], „Musikant“ – [muzi‘kant], „Uniform“ – [uni‘fɔʁm], „Duell“ – [du‘ˀεl], „Unikat“ – [uni‘kɑ:t]

Analoglänge[u] wird in einer Verbform lang gesprochen, wenn seine Ent­sprechung im Infinitiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „du tust“ – [du: ‘tu:st] analog zu „tun“ – [tu:n], „er hupt“ – [ˀe:ʁ ‘hu:pt] analog zu „hupen“ – [‘hu:pən], „sie schlug“ – [zi: ‘ʃlu:k] analog zu „schlagen“ – [‘ʃlɑ:gən], „ihr sucht“ – [ˀi:ʁ ‘zu:xt] analog zu [‘zu:xən], „du fluchst“ [du: ‘flu:xst] analog zu „fluchen“ – [‘flu:xən]

[u] wird im Singular eines Wortes lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Plural am Ende einer betonten Silbe steht, zum Beispiel in:

  • „Krug“ – [kʀu:k] analog zu [‘kʀy:gə], „Hut“ – [hu:t] analog zu „Hüte“ – [‘hy:tə], „Gut“ – [gu:t] analog zu „Güter – [‘gy:təʁ], „Schnur“ – [ʃnu:ʁ] analog zu [‘ʃny:ʀə], „Spur“ – [ʃpu:ʁ] analog zu „Spuren“ – [‘ʃpu:ʀən]

[u] wird in einer abgeleiteten Wortform lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Ausgangssubstantiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „schnurlos“ – [‘ʃnu:ʁlo:s] analog zu „Schnur“ – [ʃnu:ʁ], „beruflich“ – [bə‘ʀu:flɪç] analog zu „Beruf“ [bə‘ʀu:f], „stufenlos“ – [‘ʃtu:fənlo:s] analog zu „Stufe“ – [‘ʃtu:fə], „mutig“ – [‘mu:tɪç] analog zu „Mut“ – [mu:t], „vermutlich“ – [fɛʁ‘mu:tlɪç] analog zu „Mut“ – [mu:t]

Schreibung[u] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„h“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Abfuhr“ – [‘ˀapfu:ʁ], „Uhr“ – [ˀu:ʁ], „Aufruhr“ – [‘ˀa͜ofʀu:ʁ], „Huhn“ – [hu:n], „Stuhl“ – [ʃtu:l]

[u] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ß“ – für [s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Ruß“ – [ʀu:s], „Gruß“ – [gʀu:s], „Muße“ – [‘mu:sə], „Fuß“ – [fu:s], „Buße“ – [‘bu:sə]

[u] wird lang gesprochen, wenn auf den betonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „duzen“ [‘du:t͜sən], „Kapuze“ – [ka‘pu: t͜sə], „Konfuzius“ – [kɔn‘fu:t͜sıʊs], „Kibbuz“ – [kɪ‘bu:t͜s]

[u] wird in Fremdwörtern kurz gesprochen, wenn auf den unbetonten Vokal folgend
„z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „deduzieren“ – [dedu‘t͜si:ʀən], „induzieren“ – [ˀɪndu‘t͜si:ʀən],
    „Kapuziner“ – [kapu‘t͜si:nəʁ], „reduzieren“ – [ʀedu‘t͜si:ʀən],
    „Halluzinationtion“ – [hɑlut͜sina‘t͜sıo:n]

[u] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „r“ – für [ʁ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Kur“ – [ku:ʁ], „Schnur“ – [ʃnu:ʁ], „pur“ – [pu:ʁ], „Dur“ – [du:ʁ], „stur“ – [ʃtu:ʁ]

[u] wird lang gesprochen, wenn in Fremdwörtern „ou“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „amourös“ – [ˀamu:‘ʀø:s], „Boutique“ – [bu:‘tɪk], „Journal“ – [ʒu:ʁ‘nɑ:l], „Tour“ – [tu:ʁ], „Ressource“ – [ʀe‘su:ʁsə]
    • Aber nicht in Fremdwörtern, die aus dem Englischen abgeleitet sind, wie in „Layout“, „Couch“, „outen“, „Mountainbike“, „Account“

Offener U-LautBeim Sprechen des offenen U-Lauts [ʊ][27] stülpen sich die Lippen bei gering gesenktem Unterkiefer stark nach vorn und bilden eine runde Öffnung für den Ausatmungsluftstrom. Der Mund öffnet sich kaum. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der hintere Zungenrücken wölbt sich deutlich nach oben, etwas weniger stark als beim geschlossenen U-Laut [u]. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der offene U-Laut wird stets kurz gesprochen – [ʊ].

Betonung[ʊ] wird in betonter Vorsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „unnötig“ – [‘ˀʊnnø:tɪç], „unklar“ – [‘ˀʊnklɑ:ʁ], „unsicher“ – [‘ˀʊnzɪçəʁ], „Unfall“ – [‘ˀʊnfal], „Unglück“ – [‘ˀʊnglγk]
  • „umfallen“ – [‘ˀʊmfalən], „Umbau“ – [‘ˀʊmba͜o], „Umzug“ – [‘ˀʊmt͜su:k], „Umweg“ – [‘ˀʊmve:k], „umsetzen“ – [‘ˀʊmzεt͜sən]
  • „Unterricht“ – [‘ˀʊntəʁʀɪçt], „Unterlass“ – [‘ˀʊntəʁlas], „Untergang“ – [‘ˀʊntəʁgaŋ], „untergehen“ – [‘ˀʊntəʁge:ən], „untertauchen“ – [‘ˀʊntəʁta͜oxən]

[ʊ] wird in unbetonter Vorsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „ungemein“ – [ˀʊngə‘ma͜en], „unsagbar“ – [ˀʊn‘zɑ:kbɑ:ʁ], „unendlich“ – [ˀʊn‘ˀεntlɪç], „unfassbar“ – [ˀʊn‘fasbɑ:ʁ], „unvorhersehbar“ – [ˀʊnfo:ʁ‘he:ʁze:bɑ:ʁ]
  • „umher“ – [ˀʊm‘he:ʁ], „umfassen“ – [ˀʊm‘fasən], „umhin“ – [ˀʊm‘hɪn], „umgarnen“ – [ˀʊm‘gaʀnən], „Umgebung“ – [ˀʊm‘ge:bʊŋ]
  • „untersuchen“ – [ˀʊntəʁ‘zu:xən], „unterbieten“ – [ˀʊntəʁ‘bi:tən], „unterbrechen“ – [ˀʊntəʁ‘bʀεçən], „unterrichten“ – [ˀʊntəʁ‘ʀɪçtən], „unterlassen“ – [ˀʊntəʁ‘lasən]

[ʊ] wird in unbetonter Nachsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Schulung“ – [‘ʃu:lʊŋ], „Lüftung“ – [‘lγftʊŋ], „Heizung“ – [‘ha͜et͜sʊŋ], „Umleitung“ – [‘ʊmla͜etʊŋ], „Erholung“ – [ˀεʁ‘ho:lʊŋ]

Schreibung[ʊ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend mehr als nur ein Konsonant geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Luft“ – [lʊft], „Huld“ –[hʊlt], „Mund“ – [mʊnt], „Kunst“ – [kʊnst], „rumpeln“ – [‘ʀʊmpəln]

[ʊ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Doppelkonsonant oder „ck“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Suppe“ – [‘zʊpə], „Bulle“ – [‘bʊlə], „knurren“ – [‘knʊʀən], „Summe“ – [‘zʊmə], „Mutter“ – [‘mʊtəʁ]
  • „zucken“ – [‘t͜sʊkən], rucken“ – [‘ʀʊkən], „Stuck“ – [ʃtʊk], „Druck“ – [dʀʊk], „Schmuck“ – [ʃmʊk]

[ʊ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „st“ – für [st] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Lust“ – [lʊst], „Frustration“ – [fʀʊstʀɑ‘t͜sıo:n], „Akustik“ – [ˀɑ‘kʊstɪk], „justieren“ – [jʊs‘ti:ʀən], „Muster“ – [‘mʊstəʁ]
    • Aber nicht in „aufplustern“ – [‘ˀa͜ofplu:stəʁn], „Schuster“ – [‘ʃu:stəʁ]

[ʊ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ng“ – für [ŋ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Lunge“ – [‘lʊŋə], „Dung“ – [dʊŋ], „Zunge“ – [‘t͜sʊŋə], „Sprung“ – [ʃpʀʊŋ], „jung“ – [jʊŋ]

[ʊ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ch“ – für [x] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Geruch“ – [gə‘ʀʊx], „Bruch“ – [bʀʊx], „Bucht“ – [bʊxt], „Sucht“ – [zʊxt], „Flucht“ – [flʊxt]
    • Aber nicht in „Besuch“ – [bə‘zu:x], „Versuch“ – [fεʁ‘zu:x], „suchen“ – [‘zu:xən], „Tuch“ – [tu:x], „Buch“ – [bu:x], „Eunuch“ – [ˀɔø‘nu:x], „Fluch“ – [flu:x]

[ʊ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „sch“ – für [ʃ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Tusch“ – [tʊʃ], „pfuschen“ – [‘p͜fʊʃən], „Tusche“ – [‘tʊʃə], „kuschen“ – [‘kʊʃən], „Busch“ – [bʊʃ]

[ʊ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „tz“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „putzen“ – [‘pʊt͜sən], „schmutzig“ – [‘ʃmʊt͜sɪç], „Dutzend“ – [‘dʊt͜sənt], „Schutz“ – [ʃʊt͜s], „nutzen“ – [‘nʊt͜sən]

[ʊ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „pf“ – für [p͜f] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „rupfen“ – [‘ʀʊp͜fən], „tupfen“ – [‘tʊp͜fən], „zupfen“ – [‘t͜sʊp͜fən],
    „Kupfer“ – [‘kʊp͜fəʁ], „Schnupfen“ – [‘ʃnʊp͜fən]

[ʊ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „chs“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Buchse“ – [‘bʊk͜sə], „Wuchs“ – [vʊk͜s], „Fuchs“ – [fʊk͜s], „Luchs“ – [lʊk͜s], „Buchsbaum“ – [‘bʊk͜sba͜om]
  • Also nicht in abgeleiteten Wörtern, in denen kein [k͜s] gesprochen wird, wie in:
    „des Versuchs“ – [dεs fεʁ‘zu:xs], „eines Tuchs“ – [a͜enəs ‘tu:xs],
    „du fluchst“ – [du: ‘flu:xst], „des Besuchs“ – [dεs bə‘zu:xs],
    „eines Buchs“ – [a͜enəs ‘bu:xs]

[ʊ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „x“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Jux“ – [jʊk͜s], „Cuxhaven“ – [kʊk͜s‘hɑ:fən], „Luxemburg“ – [‘lʊk͜səmbʊʀk], „juxen“ – [‘jʊk͜sən], „Linux“ – [‘li:nʊk͜s]

Geschlossener O-LautBeim Sprechen des geschlossenen O-Lauts [o][28] stülpen sich die Lippen bei mäßig gesenktem Unterkiefer rund nach vorn, etwas weniger als beim geschlossenen U-Laut [u], und bilden eine ovale Öffnung für den Ausatmungsluftstrom. Der Mund öffnet sich etwas. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der hintere Zungenrücken wölbt sich beträchtlich hoch, noch beträchtlicher als beim offenen O-Laut [ɔ]. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der geschlossene O-Laut wird in vielen betonten Silben lang gesprochen – [o:] – und in wenigen unbetonten Silben kurz – [o].

Betonung[o] wird lang gesprochen, wenn der Vokal allein Träger einer betonten Silbe ist, zum Beispiel in:

  • „Ofen“ – [‘ˀo:fən], „Oma“ – [‘ˀo:ma], „Odem“ – [‘ˀo:dəm], „oben“ – [‘ˀo:bən], „Ode“ – [‘ˀo:də]

[o] wird am Ende einer betonten Silbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „loben“ – [‘lo:bən], „Dose“ – [‘do:zə], „holen“ – [‘ho:lən], „Bote“ – [‘bo:tə], „Mode“ – [‘mo:də]

[o] wird in betonter Vorsilbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Vorstellung“ – [‘fo:ʁʃtεlʊŋ], „Vorteil“ – [‘fo:ʁta͜el], „vorgehen“ – [‘fo:ʁge:ən], „Vorsatz“ – [‘fo:ʁzat͜s], „vorziehen“ – [‘fo:ʁt͜si:ən]
  • „Emporkömmling“ – [ˀεm‘po:ʁkœmlɪŋ], „emporarbeiten“ – [ˀεm‘po:ʁˀaʀba͜etən], „emporblicken“ – [ˀεm‘po:ʁblɪkən], „emporklettern“ – [ˀεm‘po:ʁklεtəʁn], „emporstreben“ – [ˀεm‘po:ʁʃtʀe:bən]
  • „loskommen“ – [‘lo:skɔmən], „losbinden“ – [‘lo:sbɪndən], „losbrausen“ – [‘lo:sbʀa͜ozən], „losfahren“ – [‘lo:sfɑ:ʀən], „lossagen“ – [‘lo:szɑgən]

[o] wird in unbetonter Vorsilbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „voraus“ – [fo:‘ʀa͜os], „vorüber“ – [fo:‘ʀy:bəʁ], „vorbei“ – [fo:ʁ‘ba͜e], „voran“ – [fo:‘ʀan], „vorweg“ – [fo:ʁ‘vεk]

[o] wird in betonter Nachsilbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Portion“ – [pɔʀ‘t͜sıo:n], „Funktion“ – [fʊŋk‘t͜sıo:n], „Union“ – [ˀʊn‘ıo:n], „Million“ – [mɪ‘lıo:n], „Religion“ – [relɪ‘gıo:n]

Analoglänge[o] wird in einer Verbform lang gesprochen, wenn seine Ent­sprechung im Infinitiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „du lobst“ – [du: ‘lo:p͜st] analog zu „loben“ – [‘lo:bən], „er flog“ – [ˀe:ʁ ‘flo:k] analog zu „fliegen“ – [‘fli:gən], „sie log“ – [zi: ‘lo:k] analog zu „lügen“ – [‘ly:gən], „ich schob“ – [ˀɪç ‘ʃo:p] analog zu „schieben“ – [‘ʃi:bən], „es tost“ – [ˀεs ‘to:st] analog zu „tosen“ – [‘to:zən]

[o] wird im Singular eines Wortes lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Plural am Ende einer betonten Silbe steht, zum Beispiel in:

  • „Tod“ – [to:t] analog zu „Tode“ – [‘to:də], „Tor“ – [to:ʁ] analog zu „Tore“ – [‘to:ʀə], „Schoß“ – [ʃo:s] analog zu „Schöße“ – [‘ʃø:sə], „Los“ – [lo:s] analog zu [‘lo:ze], „Brot“ – [bʀo:t] analog zu „Brote“ – [‘bʀo:tə]

[o] wird in einer abgeleiteten Wortform lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Ausgangssubstantiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „groß“ – [gʀo:s] analog zu „Größe“ – [‘gʀø:sə], „bloß“ – [blo:s] analog zu „Blöße“ – [‘blø:sə], „notwendig“ – [‘no:tvεndɪç] analog zu „Not“ – [no:t], „rot“ – [ʀo:t] analog zu „Röte“ – [‘ʀø:tə], „idiotisch“ – [ˀɪ‘dıo:tɪʃ] analog zu „Idiot“ – [ˀɪ‘dıo:t]

Schreibung[o] wird lang gesprochen, wenn der Vokal doppelt geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Moos“ – [mo:s], „Moor“ – [mo:ʁ], „Boot“ – [bo:t], „doof“ – [do:f], „Zoo“ – [tso:]

[o] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„h“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Sohn“ – [zo:n], „Mohr“ – [mo:ʁ], „ohne“ – [‘ˀo:nə], „Rohr“ – [ʀo:ʁ], „Bohrer“ – [‘bo:ʀəʁ]

[o] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„e“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Itzehoe“ – [‘ˀɪt͜səho:], „Bad Oldesloe“ – [ba:t ‘ˀɔldəslo:], „Coesfeld“ – [‘ko:sfɛlt], „Soest“ – [zo:st], „Ammeloe“ – [‘ˀaməlo:]

[o] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„w“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Treptow“ – [‘tʀɛpto:], „Pankow“ – [‘paŋko:], „Teltow“ – [‘tɛlto:],
    „Rathenow“ – [‘ʀɑ:təno:], „Güstrow“ – [‘gγstʀo:]

[o] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ß“ – für [s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Schoß“ – [ʃo:s], „bloß“ – [blo:s], „groß“ [gʀo:s], „stoßen“ – [‘ʃto:sen], „Soße“ – [‘zo:sə]

[o] wird in Fremdwörtern kurz gesprochen, wenn auf den unbetonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Dozent“ – [do‘t͜sɛnt], „Prozess“ – [pʀo‘t͜sɛs], „Prozent“ –[pʀo‘t͜sɛnt], „sozial“ – [zo‘t͜sıɑ:l], „wozu“ – [vo‘t͜su:]

[o] wird auch diesen Wörtern lang gesprochen, obwohl auf den Vokal folgend mehr als nur ein Konsonant geschrieben wird:

  • „Obst“ – [ˀo:p͜st], „Koks“ – [ko:k͜s]

Offener O-LautBeim Sprechen des offenen O-Lauts [ɔ][29] stülpen sich die Lippen etwas weniger als beim geschlossenen O-Laut [o] bei mäßig stark gesenktem Unterkiefer fast rund nach vorn und bilden eine leicht ovale Öffnung für den Ausatmungsluftstrom. Der Mund öffnet sich. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der hintere Zungenrücken wölbt sich deutlich hoch, etwas weniger beträchtlich als beim geschlossenen
O-Laut [o]. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der offene O-Laut wird stets kurz gesprochen – [ɔ].

Schreibung[ɔ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend mehr als nur ein Konsonant geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Mord“ – [mɔʀt], „fort“ – [fɔʀt], „Korb“ – [kɔʀp], „blond“ – [blɔnt], „holprig“ – [‘hɔlpʀɪç]

[ɔ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Doppelkonsonant oder „ck“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „kommen“ – [‘kɔmən], „Sonne“ – [‘zɔnə], „wollen“ – [‘vɔlən], „hoffen“ – [‘hɔfən], „Roggen“ – [‘ʀɔgən]
  • „Rock“ – [ʀɔk], „zocken“ – [‘t͜sɔkən], „Schock“ – [ʃɔk], „Block“ – [blɔk], „stocken“ – [‘ʃtɔkən]

[ɔ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „st“ – für [st] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „kosten“ – [‘kɔstən], „Rost“ – [ʀɔst], „Most“ – [mɔst], „Osten“ [‘ˀɔstən], „Post“ – [pɔst]
    • Aber nicht in „prost“ – [pʀo:st], „Ostern“ – [‘ˀo:stəʁn]

[ɔ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ng“ – für [ŋ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „jonglieren“ – [ʒɔŋ‘li:ʀən], „Pingpong“ – [‘pɪŋpɔŋ], „Diphthong“ – [dɪf‘tɔŋ], „Monophthong“ – [monof‘tɔŋ], „Gong“ – [gɔŋ]

[ɔ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ch“ – für [x] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „kochen“ – [‘kɔxən], „Loch“ – [lɔx], „noch“ – [nɔx], „Woche“ – [‘vɔxə], „Knochen“ – [‘knɔxən]

[ɔ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „sch“ – für [ʃ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Brosche“ – [‘bʀɔʃə], „Frosch“ – [frɔʃ], „Droschke“ – [‘dʀɔʃkə],
    „Moschee“ – [mɔ‘ʃe:], „Groschen“ [‘gʀɔʃən]

[ɔ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „tz“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „motzen“ – [‘mɔt͜sən], „trotz“ – [tʀɔt͜s], „Klotz“ – [klɔt͜s], „protzen“ – [‘pʀɔt͜sən], „Schmarotzer“– [ʃmɑ‘ʀɔt͜səʁ]

[ɔ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „pf“ – für [p͜f] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Topf“ – [tɔp͜f], „klopfen“ – [‘klɔp͜fən], „stopfen“ – [‘ʃtɔp͜fən], „Tropfen“ – [‘tʀɔp͜fən], „Knopf“ – [knɔ p͜f]

[ɔ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „chs“ – für [k͜s] – geschrie­ben wird, zum Beispiel in:

  • „Ochse“ – [‘ˀɔk͜sə], „Hornochse“ – [‘hɔʀnˀɔk͜sə]

[ɔ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „x“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „boxen“ – [‘bɔk͜sən], „toxisch“ – [‘tɔk͜sɪʃ], „orthodox“ – [ˀɔʁto:‘dɔk͜s], „oxidieren“ – [ˀɔk͜sɪ‘di:ʀən], „Dioxin“ – [di:ˀɔ‘k͜si:n]

Vorderzungenvokale

Vorderzungenvokale werden vorn im Mundraum gebildet – im Deutschen die E-Laute [e] und [ɛ], die Ö-Laute [ø] und [œ], die I-Laute [i], [ɪ] und [ı] sowie die Ü-Laute [y] und [γ].

Geschlossener E-LautBeim Sprechen des geschlossenen E-Lauts [e][30] spreizen sich bei gering gesenktem Kiefer die Lippen etwas weniger als beim offenen I-Laut [ɪ] und bilden einen Spalt für den Ausatmungsluftstrom. Der Mund öffnet sich leicht. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der Zungenrücken wölbt sich zum vorderen harten Gaumen wie beim offenen E-Laut [ɛ]. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der geschlossene E-Laut wird in vielen betonten Silben lang gesprochen – [e:] – und in wenigen unbetonten Silben kurz – [e].

Betonung[e] wird lang gesprochen, wenn der Vokal allein Träger einer betonten Silbe ist, zum Beispiel in:

  • „Efeu“ – [‘ˀe:fɔ͜ø], „eben“ – [‘ˀe:bən], „ewig“ – [‘ˀe:vɪç], „Ekel“ – [‘ˀe:kəl], „Ehe“ – [‘ˀe:ə]

[e] wird am Ende einer betonten Silbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „leben“ – [‘le:bən], „Meter“ – [‘me:təʁ], „Segel“ – [‘ze:gəl], „Besen“ – [‘be:zən], „geben“ – [‘ge:bən]

[e] wird in betonter Vorsilbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „herkommen“ – [‘he:ʁkɔmən] , „herkömmlich“ – [‘he:ʁkœmlɪç],
    „herleiten“ – [‘he:ʁla͜etən], „herfinden“ – [‘he:ʁfɪndən], „herfahren“ – [‘he:ʁfɑ:ʀən]

[e] wird in Fremdwörtern am Ende einer unbetonten Vorsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Debatte“ – [de‘batə], „Sekret“ – [ze‘kʀe:t], „dezent“ – [de‘t͜sɛnt], „Stenogramm“ – [ʃteno‘gʀam], „Meriten“ – [me‘ʀi:tən]

Analoglänge[e] wird in einer Verbform lang gesprochen, wenn seine Ent­sprechung im Infinitiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „du lebst“ – [du: ‘le:p͜st] analog zu „leben“ – [‘le:bən], „er strebt“ – [ˀe:ʁ ‘ʃtre:pt] analog zu „streben“ – [‘ʃtre:bən], „es klebt“ – [ˀεs ‘kle:pt], analog zu „kleben“ – [‘kle:bən], „sie regt sich“ – [zi: ‘ʀe:kt zɪç] analog zu „sich regen“ – [zɪç ‘ʀe:gən], „ihr legt“ – [ˀi:ʁ ‘le:kt] analog zu „legen“ – [‘le:gən]

[e] wird im Singular eines Wortes lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Plural am Ende einer betonten Silbe steht, zum Beispiel in:

  • „Steg“ – [ʃte:k] analog zu „Stege“ [‘ʃte:gə], „Weg“ – [ve:k] analog zu „Wege“ – [‘ve:gə], „Beleg“ – [bə‘le:k] analog zu „Belege“ – [bə‘le:gə], „Gen“ – [ge:n] analog zu [‘ge:nə], „Gebet“ – [gə‘be:t] analog zu „Gebete“ – [gə‘be:tə]

[e] wird in einer abgeleiteten Wortform lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Ausgangssubstantiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „redlich“ – [‘ʀe:tlɪç] analog zu „Rede“ – [‘ʀe:də], „reglos“ – [‘ʀe:klo:s] analog zu „Regung“ – [‘ʀe:gʊŋ], „leblos“ – [‘le:plo:s] analog zu „Leben“ – [‘le:bən], „beweglich“ – [bə‘ve:klɪç] analog zu „Bewegung“ – [bə‘ve:gʊŋ], „klebrig“ – [‘kle:pʀɪç] analog zu „Kleber“ – [‘kle:bəʁ]

Schreibung[e] wird lang gesprochen, wenn der Vokal doppelt geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Beet“ – [be:t], „Speer“ – [ʃpe:ʁ], „leer“ – [le:ʁ], „Seele“ – [‘ze:lə], „Meer“ – [me:ʁ]

[e] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„h“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „stehlen“ – [‘ʃte:lən], „mehr“ – [me:ʁ], „Mehl“ – [me:l], „dehnen“ – [‘de:nən], „Ehre“ – [‘ˀe:ʀə]

[e] wird lang gesprochen, wenn auf den betonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Brezel“ – [‘bʀe:t͜səl], „Trapez“ – [tʀa‘pe:t͜s], „Fez“ – [fe:t͜s]

[e] wird in Fremdwörtern kurz gesprochen, wenn auf den unbetonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Dezember“ – [de‘t͜sεmbəʁ], „dezent“ – [de‘t͜sεnt], „Rezept“ – [ʀe‘t͜sεpt], „dezimal“ – [det͜si‘mɑ:l], „reziprok“ – [ʀet͜si‘pʀo:k]

[e] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „r“ – für [ʁ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Herd“ – [he:ʁt], „Wert“ – [ve:ʁt], „Erde“ – [‘ˀe:ʁdə], „Herde“ – [‘he:ʁdə], „Beschwerde“ – [bə‘ʃve:ʁdə]

Offener E-LautBeim Sprechen des offenen E-Lauts [ɛ][31] spreizen sich die Lippen leicht bei wenig gesenktem Unterkiefer und bilden einen etwas größeren Spalt als beim geschlossenen E-Laut [e] für den Ausatmungsluftstrom. Der Mund öffnet sich deutlich wie beim geschlossenen A-Laut [ɑ]. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der Zungenrücken wölbt sich nach oben zum harten Gaumen wie beim geschlossenen E-Laut [e]. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen

Der offene E-Laut wird in einigen Silben lang gesprochen – [ɛ:] – und in anderen Silben kurz – [ɛ].

Betonung[ɛ] wird lang gesprochen, wenn der Vokal allein Träger einer betonten Silbe ist, zum Beispiel in:

  • „Äther“ – [‘ˀɛ:təʁ], „Ära“ – [‘ˀɛ:ʀɑ], „äsen“ – [‘ˀɛ:zən], „Äderchen“ – [‘ˀɛ:dəʁçən], „Äonen“ – [‘ˀɛ:ˀo:nən]

[ɛ] wird am Ende einer betonten Silbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Säge“ – [‘zɛ:gə], „Käfig“ – [‘kɛ:fɪç], „quälen“ – [‘k͜vɛ:lən], „prägen“ – [‘pʀɛ:gən], „Dämon“ – [‘dɛ:mɔn]

[ɛ] wird in unbetonter Vorsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „erlauben“ – [ˀɛʁ’‘a͜obən], „erfinden“ – [ˀɛʁ‘fɪndən], „erkennen“ – [ˀɛʁ‘kɛnən], „Erfahrung“- [ˀɛʁ‘fɑ:ʀuŋ], „Ersatz“ – [ˀɛʁ‘zat͜s]
  • „verlieren“ – [fɛʁ‘li:ʀən], „verdienen“ – [fɛʁ‘di:nən], „Verrat“ – [fɛʁ‘ʀɑ:t], „verwenden“ – [fɛʁ‘vɛndən], „Versuch“ – [fɛʁ‘zu:x]
  • „zerstören“ – [t͜sɛʁ‘ʃtø:ʀən], „zerreißen“ – [t͜sɛʁ‘ʀæzən], „zersetzen“ – [t͜sɛʁ‘zɛt͜sən], „Zerfall“ – [t͜sɛʁ‘fal], „zermürbt“ – [t͜sɛʁ‘mγʀpt]
  • „entspringen“ – [ˀɛnt‘ʃpʀɪŋən], „entlassen“ – [ˀɛnt‘lasən], „Entlastung“ – [ˀɛnt‘lastᴜŋ], „Entbehrung“ – [ˀɛnt‘be:ʀᴜŋ], „entlüften“ – [ˀɛnt‘lγftən]
  • „empfehlen“ – [ˀɛm‘p͜fe:lən], „Empfang“ – [ˀɛm‘p͜faŋ], „empfinden“ – [ˀɛm‘p͜fɪndən], „empfangen“ – [ˀɛmp͜faŋən], „Empfehlung“ – [ˀɛm‘p͜fe:lᴜŋ]
  • „präzise“ – [pʀɛ‘t͜si:zə], „Präsentation“ – [pʀɛzənta‘t͜sıo:n], „Prädikat“ – [pʀɛdɪ‘kɑ:t], „Präferenz“ – [pʀɛfə‘ʀɛnt͜s], „Präsident“ – [pʀɛzɪ‘dɛnt]
  • „herauslaufen“ – [hɛ‘ʀa͜osla͜ofən], „heranstürmen“ – [hɛ‘ʀanʃtγʀmən], „herabsinken“ – [hɛ‘ʀapzɪŋkən], „hereinrennen“ – [hɛ‘ʀa͜enʀɛnən], „herüberwinken“ – [hɛ‘ʀy:bəʁvɪŋkən]

[ɛ] wird in betonter Vorsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „weggehen“ – [‘vεkge:ən], „wegfliegen“ – [‘vεkfli:gən], „wegbleiben“ – [‘vεkbla͜ebən], „wegbrechen“ – [‘vεkbʀεçən], „wegdrücken“ – [‘vεkdʀγkən]

Analoglänge[ɛ] wird in einer Verbform lang gesprochen, wenn seine Ent­sprechung im Infinitiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „er schält“ – [ˀe:ʁ ‘ʃɛ:lt] analog zu „schälen“ – [‘ʃɛ:lən], „sie „schlägt“ – [zi: ‘ʃlɛ:kt] analog zu „schlagen“ – [‘ʃlɑ:gən], „geprägt“ – [gə‘pʀɛ:kt] analog zu „prägen“ – [‘pʀɛ:gən], „ihr sägt“ – [ˀi:ʁ ‘zɛ:kt] analog zu „sägen“ – [‘zɛ:gən], „du rätst“ – [du: ‘ʀɛ:t͜st] analog zu „raten“ – [‘ʀɑ:tən]

[ɛ] wird im Singular eines Wortes lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Plural am Ende einer betonten Silbe steht, zum Beispiel in:

  • „Gerät“ – [gə‘ʀɛ:t] analog zu „Geräte“ – [gə‘ʀɛ:tə], „Bär“ – [bɛʀ] analog zu „Bären“ –[‘bɛʀən], „Banalität“ – [banalɪ‘tɛ:t] analog zu „Banalitäten“ – [banalɪ‘tɛ:tən], „inflationär“ – [ˀɪnflat͜sıo‘nɛ:ʁ] analog zu „inflationäre“ – [ˀɪnflat͜sıo‘nɛ:ʁə],
    „Diät“ – [dɪ‘ˀɛ:t] analog zu „Diäten“ – [dɪ‘ˀɛ:tən]

[ɛ] wird in einer abgeleiteten Wortform lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Ausgangssubstantiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „nämlich“ – [‘nɛ:mlɪç] analog zu „Name“ – [‘nɑ:mə], „kläglich“ – [‘klɛ:klɪç] analog zu „Klage“ – [‘klɑ:gə], „schädlich“ – [‘ʃε:tlɪç] analog zu „Schaden“ – [‘ʃɑ:dən], „untätig“ – [‘ˀᴜntɛ:tɪç] analog zu „Tat“ – [tɑ:t], „gesprächig“ – [gə‘ʃpʀɛ:çɪç] analog zu „Sprache“ – [‘ʃpʀɑ:xə]

[ɛ] wird lang gesprochen, wenn die Entsprechung des Umlauts[32] im Ausgangswort lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „Gemälde“ – [gə‘mɛ:ldə] analog zu „malen“ – [‘mɑ:lən], „kläglich“ – [‘klɛ:klɪç] analog zu „klagen“ – [‘klɑ:gən], „gäbe“ – [‘gɛ:bə] analog zu „gab“ – [gɑ:p], „läge“ – [‘lɛ:gə] analog zu „lag“ – [lɑ:k], „Gräber“ – [‘gʀɛ:bəʁ] analog zu „Grab“ – [gʀɑ:p]

Schreibung[ɛ] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„h“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „lähmen“ – [‘lɛ:mən], „während“ – [‘vɛ:ʀənt], „ernähren“ – [ˀɛʁ‘nɛ:ʀən], „Mähne“ – [‘mɛ:nə], „spähen“ – [‘ʃpɛ:ən]

[ɛ] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ß“ – für [s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „gemäß“ – [gə‘mɛ:s] „Gefäß“ – [gə‘fε:s], „Gesäß“ – [gə‘zε:s]

[ɛ] wird in Fremdwörtern kurz gesprochen, wenn auf den unbetonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Mäzen“ – [mɛ‘t͜se:n]

[ɛ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend mehr als nur ein Konsonant geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „selten“ – [‘zɛltən], „heftig“ – [‘hɛftɪç], „Kern“ – [kɛʁn], „Nerv“ – [nɛʁf], „Geld“ – [‚gɛlt]
  • „in Bälde“ – [ˀɪn ‘bɛldə], „Schärpe“ – [‘ʃɛʁpə] „bärtig“ – [‘bɛʁtɪç], „Ärmel“ – [‘ˀɛʁməl], „Lärm“ – [lɛʁm]

[ɛ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Doppelkonsonant oder „ck“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „retten“ – [‘ʀɛtən], „kennen“ – [‘kɛnən], „schnell“ – [ʃnɛl], „trennen“ – [‘tʀɛnən], „Wetter“ – [‘vɛtəʁ]
  • „Zecke“ – [‘t͜sεkə] „Decke“ – [‘dεkə] „lecken“ – [‘lεkən] „Speck“ – [ʃpεk], „Strecke“ – [‘ʃtʀεkə]
  • „fällen“ – [‘fɛlən], „kämmen“ – [‘kɛmən], „plärren“ [‘plɛʀən], „Närrin“ – [‘nɛʀɪn], „Kärrnerarbeit“ – [‘kɛʁnəʁˀaʀba͜et]
  • „Bäcker“ – [‘bεkəʁ], „Gepäck“ – [gə‘pεk], „hartnäckig“ – [‘haʀtnεkɪç] „Gebäck“ – [gə‘bεk], „Säckchen“ – [‘zεkçən]

[ɛ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „st“ – für [st] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Rest“ – [ʀɛst], „bester“ – [‘bɛstəʁ], „gestern“ – [‘gɛstəʁn], „Nest“ – [nɛst], „testen“ – [‘tɛstən]
  • „Gäste“ – [‘gɛstə], „mästen“ – [‘mɛstən], „belästigen“ – [bə‘lɛstɪgən], „Äste“ – [‘ˀɛstə], „Kästen“ – [‘kɛstən]

[ɛ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ng“ – für [ŋ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Menge“ – [‘mɛŋə], „Bengel“ – [‘bɛŋəl], „Engel“ – [‘ˀɛŋəl], „eng“ – [ˀɛŋ], „Hengst“ – [hɛŋst]
  • „Gänge“ – [‘gɛŋə], „drängen“ – [‘dʀɛŋən], „abhängig“ – [‘ˀaphɛŋɪç], „Anfänger“ – [‘ˀanfɛŋəʁ], „Länge“ – [‘lɛŋə]

[ɛ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ch“ – für [ç] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Zeche“ – [‘t͜sɛçə], „stechen“ – [‘ʃtɛçən], „Blech“ – [blɛç], „sprechen“ – [‘ʃpʀɛçən], „Rechnung“ – [‘ʀɛçnʊŋ]
  • „Wächter“ – [‘vɛçtəʁ], „mächtig“ – [‘mɛçtɪç], „Gedächtnis“ – [gə‘dɛçtnɪs], „Fläche“ – [‘flɛçə], „prächtig“ – [‘pʀɛçtɪç]
    • Aber nicht in „Gespräch“ – [gə‘ʃpʀɛ:ç] analog zu „Gespräche“ – [gə‘ʃpʀɛ:çə]

[ɛ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „sch“ – für [ʃ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „dreschen“ – [‘dʀɛʃən], „Depesche“ – [de‘pɛʃə] „Esche“ – [‘ˀɛʃə], „fesch“ – [fɛʃ], „Kescher“ – [‘kɛʃəʁ]
  • „Wäsche“ – [‘vɛʃə], „Häscher“ – [‘hɛʃəʁ], „Täschchen“ – [‘tɛʃçən], „einäschern“ – [‘ˀa͜enˀɛʃəʁn], „Fläschchen“ – [‘flɛʃçən]

[ɛ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „tz“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „hetzen“ – [‘hɛt͜sən], „setzen“ – [‘zɛt͜sən], „Gesetz“ – [gə‘zɛt͜s],
    „Letzter“ – [‘lɛt͜stəʁ], „benetzt“ – [bə‘nɛt͜st]
  • „Geschwätz“ – [gə‘ʃvɛt͜s], „Plätze“ – [‘plɛt͜sə], „ätzen“ – [‘ˀɛt͜sən], „Absätze“ – [‘ˀapzɛt͜sə], „Schätze“ – [‘ʃɛt͜sə]

[ɛ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „pf“ – für [p͜f] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Schnepfe“ – [‘ʃnεp͜fə]
  • „Äpfel“ – [‘ˀɛp͜fəl], „Zäpfchen“ – [‘t͜sɛp͜fçən], „Granatäpfel“ – [gʀɑ‘nɑ:tˀɛp͜fəl], „Näpfe“ – [‘nɛp͜fə], „Saugnäpfe“ – [‘za͜oknɛp͜fə]

[ɛ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „chs“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „wechseln“ – [‘vɛk͜səln], „drechseln“ – [‘dʀɛk͜səln], „Echse“ – [‘ˀɛk͜sə], „sechs“ – [zɛk͜s], „Eidechse“ – [‘ˀa͜edɛk͜sə]
  • „sächsisch“ – [‘zɛk͜sɪʃ], „Gewächs“ – [gə‘vɛk͜s], „Zuwächse“ – [‘t͜su:vɛk͜sə], „Gewächshaus“ – [gə‘vɛk͜sha͜os] „er wächst“ – [ˀe:ʁ ‘vɛk͜st]
    • Aber nicht in „nächster“ – [‘nɛ:çstəʁ] analog zu „nach“ – [nɑ:x], „des Gesprächs“ – [dɛs gə‘ʃpʀɛ:çs] analog zu „Gespräch“ – [gə‘ʃpʀɛ:ç], „Schwächster“ – [‘ʃvɛçstəʁ] analog zu „schwach“ – [ʃvax]

[ɛ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „x“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Hexe“ – [‘hɛk͜sə], „Index“ – [‘ˀɪndɛk͜s], „Experte“ – [ˀɛk͜s‘pɛʁtə] „Text“ – [tɛk͜st], „Sex“ – [sɛk͜s]
  • „Äxte“ – [‘ˀɛk͜stə], „Streitäxte“ – [‘ʃtʀa͜etˀɛk͜stə]

Geschlossener Ö-LautBeim Sprechen des geschlossenen Ö-Lauts [ø][33] stülpen sich die Lippen bei mäßig gesenktem Unterkiefer rund nach vorn wie beim geschlossenen O-Laut [o] und bilden eine ovale Öffnung für den Ausatmungsluftstrom. Der Mund öffnet sich etwas. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der Zungenrücken wölbt sich zum vorderen harten Gaumen wie beim geschlossenen E-Laut [e.] Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der geschlossene Ö-Laut wird in betonten Silben lang gesprochen – [ø:].

Betonung[ø] wird lang gesprochen, wenn der Vokal allein Träger einer betonten Silbe ist, zum Beispiel in:

  • „Öfen“ – [‘ˀø:fən], „öde“ – [‘ˀø:də], „Öle“ – [‘ˀø:lə], „Öse“ – [‘ˀø:zə], „ölig“ – [‘ˀø:lɪç]

[ø] wird am Ende einer betonten Silbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Löwe“ – [‘lø:və], „Röte“ – [‘ʀø:tə], „mögen“ – [‘mø:gən], „nötig“ – [‘nø:tɪç], „böse“ – [‘bø:zə]

Analoglänge[ø] wird in einer Verbform lang gesprochen, wenn seine Ent­sprechung im Infinitiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „ihr zögt“ – [ˀi:ʁ ‘t͜sø:kt] analog zu „ziehen“ – [‘t͜si:ən], „du schwörst“ – [du: ‘ʃvø:ʁst] analog zu „schwören“ – [‘ʃvø:ʀən], „geschönt“ [gə‘ʃø:nt], analog zu „schönen“ – [‘ʃø:nən], „getönt“ – [gə‘tø:nt] analog zu „tönen“ – [‘tø:nən], „er betört“ – [ˀe:ʁ bə‘tø:ʁt] analog zu „betören“ [bə‘tø:ʀən]

[ø] wird im Singular eines Wortes lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Plural am Ende einer betonten Silbe steht, zum Beispiel in:

  • „schön“ – [ʃø:n] analog zu „schöne“ – [‘ʃø:nə], „Stör“ – [ʃtø:ʁ] analog zu „Störe“ – [‘ʃtø:ʀə], „Erlös“ – [ˀεʁ‘lø:s] analog zu „Erlöse“ – [ˀεʁ‘lø:sə], „venös“ – [ve‘nø:s] analog zu „venöse“ – [ve‘nø:zə], „seriös“ – [‘zeʀɪ’ø:s] analog zu „seriöse“ – [zeʀɪ‘ø:zə]

[ø] wird in einer abgeleiteten Wortform lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Ausgangssubstantiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „höflich“ – [‘hø:flɪç] analog zu „Hof“ – [ho:f], „tröstlich“ – [‘tʀø:stlɪç] analog zu „Trost“ – [tʀo:st], „römisch“ – [‘ʀø:mɪʃ] analog zu „Rom“ – [ʀo:m], „rötlich“ – [‘ʀø:tlɪç] analog zu „Röte“ – [‘ʀø:tə], „nötig“ – [‘nø:tɪç] analog zu „Not“ – [no:t]

[ø] wird lang gesprochen, wenn die Entsprechung des Umlauts im Ausgangswort lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „löslich“ – [‘lø:slɪç] analog zu „los“ – [lo:s], „persönlich“ – [pεʁ‘zø:nlɪç] analog zu „Person“ – [pεʁ‘zo:n], „erlösbar“ – [ˀεʁ‘lø:sbɑ:ʁ] analog zu „los“ – [lo:s], „behördlich“ – [bə‘hø:ʁtlɪç] analog zu „Behörde“ – [bə‘hø:ʁdə], „Gelöbnis“ – [gə‘lø:pnɪs] analog zu „geloben“ – [gə‘lo:bən]

Schreibung[ø] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„h“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Höhle“ – [‘hø:lə], „Föhn“ – [fø:n], „Söhne“ – [‘zø:nə], „stöhnen“ – [‘ʃtø:nən], „Öhr“ – [ˀø:ʁ]

[ø] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ß“ – für [s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Stöße“ – [‘ʃtø:sə], „Größe“ – [‘gʀøsə], „Schöße“ – [‘ʃø:sə], „Flöße“ – [‘fløsə]

[ø] wird lang gesprochen, wenn auf den betonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Flöz“ [flø:t͜s]

Offener Ö-LautBeim Sprechen des offenen Ö-Lauts [œ][34] stülpen sich die Lippen bei mäßig stark gesenktem Unterkiefer fast rund nach vorn und bilden eine ovale Öffnung für den Ausatmungsluftstrom, wie beim offenen O-Laut [ɔ]. Der Mund öffnet sich. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der Zungenrücken wölbt sich nach oben zum harten Gaumen wie beim geschlossenen
E-Laut [e]. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der offene Ö-Laut wird stets kurz gesprochen – [œ].

Schreibung[œ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend mehr als nur ein Konsonant geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „fördern“ – [‘fœʀdəʁn], „Pförtner“ – [‘p͜fœʀtnəʁ], „löffelförmig“ – [‘lœfəlfœʀmɪç], „Körper“ – [‘kœʀpəʁ], „Völker“ – [‘fœlkəʁ]

[œ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Doppelkonsonant oder „ck“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „können“ – [‘kœnən], „Hölle“ – [‘hœlə], „dörren“ – [‘dœʀən], „Löffel“ – [‘lœfəl], „öffnen“ – [‘ˀœfnən]
  • „Röcke“ – [‘ʀœkə], „zweistöckig“ – [‘t͜sva͜eʃtœkɪç], „bröckeln“ – [‘bʀœkəln]. „Höcker“ – [‘hœkəʁ], „Böcke“ – [‘bœkə]

[œ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „st“ – für [st] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „köstlich“ – [‘kœstlɪç], „östlich“ – [‘ˀœstlɪç], „verköstigen“ – [fɛʁ‘kœstɪgən], „frösteln“ – [‘fʀœstəln], „Pöstchen“ – [‘pœstçən]
    • Aber nicht in „österlich“ – [‘ˀø:stəʁlɪç] analog zu „Ostern“ – [‘ˀo:stəʁn], „trösten“ – [‘tʀø:stən] analog zu „Trost“ – [tʀo:st]

[œ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ch“ – für [ç] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „ich möchte“ – [ˀɪç ‘mœçtə], „Köche“ – [‘kœçə], „Töchter“ –[‘tœçtəʁ], „Löcher“ – [‘lœçəʁ], „röcheln“ – [‘ʀœçəln]
    • Aber nicht in „am höchsten“ – [ˀam ‘hø:çstən] analog zu „hoch“ – [ho:x]

[œ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „sch“ – für [ʃ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Böschung“ – [‘bœʃᴜŋ], „löschen“ – [‘lœʃən], „Frösche“ – [‘fʀœʃə], „gelöscht“ – [gə‘lœʃt], „Knallfrösche“ – [‘knalfʀœʃə]

[œ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „tz“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „plötzlich“ – [‘plœt͜slɪç], „Götze“ – [‘gœt͜sə], „Klötze“ – [‘klœt͜sə], „ergötzen“ – [ˀɛʁ‘gœt͜sən], „Klötzchen“ – [‘klœt͜sçən]

[œ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „pf“ – für [p͜f] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Zöpfe“ – [‘tsœp͜fə], „Köpfe“ – [‘kœp͜fə], „töpfern“ – [‘tœp͜fəʁn],
    „Knöpfe“ – [‘knœp͜fə], „schöpfen“ – [‘ʃœp͜fən]

[œ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „x“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Höxter“ – [‘hœk͜stəʁ]

Geschlossener I-LautBeim Sprechen des geschlossenen I-Lauts [i][35] spreizen sich die Lippen deutlicher als beim geschlossenen E-Laut [e] und die Mundwinkel ziehen sich bei gering gesenktem Unterkiefer zurück. Der Mund lässt eine schmale Passage für den Ausatmungsluftstrom. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der vordere Zungenrücken wölbt sich wie beim offenen I-Laut [ɪ] stark nach vorn. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der geschlossene I-Laut wird in vielen betonten Silben lang gesprochen – [i:] – und in wenigen unbetonten Silben kurz – [i].

Betonung[i] wird lang gesprochen, wenn der Vokal allein Träger einer betonten Silbe ist, zum Beispiel in:

  • „Igel“ – [‘ˀi:gəl], „Iris“ – [‘ˀi:ʀɪs], „Igor“ – [‘ˀi:gɔʁ], „Ina“ – [‘ˀi:nɑ], „Isar“ – [‘ˀi:zaʁ]

[i] wird am Ende einer betonten Silbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Tiger“ – [‘ti:gəʁ], „wider“ – [‘vi:dəʁ], „Krise“ – [‘kʀi:zə], „Mine“ – [‘mi:nə], „piken“, – [‘pi:kən]

[i] wird in betonter Vorsilbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „widerborstig“ – [‘vi:dəʁbɔʀstɪç], „widerrechtlich“ – [‘vi:dəʁʀεçtlɪç], „Widerhaken“ – [‘vi:dəʁhɑ:kən], „Widerhall“ – [‘vi:dəʁhal], „widerlich“ – [‘vi:dəʁlɪç]

Analoglänge[i] wird in einer Verbform lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Infinitiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „du gibst“ – [du: ‘gi:pst], „er gibt“ – [ˀe:ʁ ‘gi:pt] analog zu „geben“ – [‘ge:bən], „begib dich“ – [bə‘gi:p dɪç] analog zu „begeben“ – [bə‘ge:bən], „es umgibt“ – [ˀεs ˀʊm‘gi:pt] analog zu „umgeben“ – [ˀʊm‘ge:bən]

[i] wird im Singular eines Wortes lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Plural am Ende einer betonten Silbe steht, zum Beispiel in:

  • „Lid“ – [li:t] analog zu „Lider“ – [‘li:dəʁ], „Stil“ – [ʃti:l] analog zu „Stile“ – [‘ʃti:lə], „Fossil“ – [fɔ‘si:l] analog zu „Fossile“ – [fɔ‘si:lə], „Profil“ – [pʀo‘fi:l] analog zu „Profile“ – [pʀo‘fi:lə], „Krokodil“ – [kʀoko‘di:l] analog zu „Krokodile“ – [kʀoko‘di:lə]

[i] wird in einer abgeleiteten Wortform lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Ausgangssubstantiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „ventillos“ – [vεn‘ti:llo:s] analog zu „Ventil“ – [vεn‘ti:l], „adjektivisch“ – [‘ˀatjεkti:vɪʃ] analog zu „Adjektiv“ – [‘ˀatjεkti:f], „monolithisch“ [mɔno‘li:tɪʃ] analog zu „Monolith“ – [mɔno‘li:t], „widersprüchlich“ – [‘vi:dəʁʃpʀγçlɪç] analog zu „Widerspruch“ – [‘vi:dəʁʃpʀʊx], „perspektivisch“ – [pεʁspεk‘ti:vɪʃ] analog zu „Perspektive“ – [pεʁspε‘ti:və]

Schreibung[i] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„h“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „ihr“ – [ˀi:ʁ], „ihn“ – [ˀi:n], „ihm“ – [ˀi:m], „ihnen“ – [‚ˀi:nən], „ihrem“ – [‚ˀi:ʀəm]

[i] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„e“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „lieben“ – [‘li:bən], „Miete“ – [‘mi:tə], „Biene“ – [‘bi:nə], „wieder“ – [‘vi:dəʁ], „vier“ – [fi:ʁ]
  • Aber nicht in „vierzehn“ – [‘fɪʀt͜se:n], „vierzig“ – [‘fɪʀt͜sɪç]

[i] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„eh“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Vieh“ – [fi:], „du siehst“ – [du: ‘zi:st], „sie befiehlt“ – [zi: bə‘fi:lt], „geliehen“ – [gə‘li:ən], „er verzieh“ – [ˀe:ʁ fεʁ‘t͜si:]

[i] wird lang gesprochen, wenn auf den betonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Notiz“ – [no‘ti:t͜s], „Hospiz“ – [hɔs‘pi:t͜s], „Justiz“ – [jᴜs‘ti:t͜s], „Indiz“ – [ˀɪn‘di:t͜s], „Miliz“ – [mɪ‘li:t͜s]

[i] wird in Fremdwörtern kurz gesprochen, wenn auf den unbetonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Polizei“ – [poli‘t͜sa͜e], „bizarr“ – [bi‘t͜saʀ], „Lizenz“ – [li‘t͜sεnt͜s],
    „schizophren“ [ʃit͜so‘fʀe:n], „infizieren“ – [ˀɪnfi‘t͜si:ʀən]

[i] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „r“ – für [ʁ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „mir“ – [mi:ʁ], „dir“ – [di:ʁ], „wir“ – [vi:ʁ], „Kefir“ – [‘kefi:ʁ], „Geysir“ – [ga͜e‘z:ʁ]

Offener I-LautBeim Sprechen des offenen I-Lauts [ɪ][36] spreizen sich die Lippen bei etwas gesenktem Unterkiefer recht deutlich und die Mundwinkel ziehen sich zurück, weniger als beim geschlossenen I-Laut [i]. Der Mund ist leicht geöffnet und lässt eine mäßig breite Passage für den Ausatmungsluftstrom. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der Zungenrücken wölbt sich wie beim geschlossenen I-Laut [i] mäßig stark nach vorn. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der offene I-Laut wird stets kurz gesprochen – [ɪ].

Betonung[ɪ] wird in betonter Vorsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „dahineilen“ – [da‘hɪnˀa͜elən], „Zwischenfall“ – [‘t͜sv’ʃənfal], „dahinterkommen“ – [da‘hɪntəʁkɔmən], „innewohnen“ – [‘ˀɪnəvo:nən], „mitdenken“ – [‘mɪtdεŋkən]

[ɪ] wird in unbetonter Vorsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Indiz“ – [ˀɪn‘di:t͜s], „infam“ – [ˀɪn‘fɑ:m], „infantil“ – [ˀɪnfan‘ti:l], „Infekt“ – [ˀɪn‘fεkt], „Intendant“ – [ˀɪntεn‘dant]
  • „hinabreißen“ – [hɪ‘napʀa͜esən], „hinaufgehen“ – [hɪ‘na͜ofge:ən], „hindurchzwängen“ – [hɪn‘dʊʀçt͜svɛŋən], „hineinkommen“ – [hɪ‘na͜enkɔmən], „hinausrennen“ – [hɪ‘na͜osʀɛnən]

[ɪ] wird in unbetonter Nachsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „sinnlich“ – [‘zɪnlɪç], „täglich“ – [‘tε:klɪç], „räumlich“ – [‘ʀɔ͜ømlɪç], „schädlich“ – [‘ʃε:tlɪç], „bläulich“ – [‘blɔ͜ølɪç]
  • „demokratisch“ – [demo‘kʀɑ:tɪʃ], „despotisch“ – [dεs‘po:tɪʃ], „politisch“ – [po‘li:tɪʃ], „kritisch“ – [‘kʀi:tɪʃ], „metallisch“ – [me‘talɪʃ]
  • „ruhig“ – [‘ʀu:ɪç], „kräftig“ – [‘kʀεftɪç], „geräumig“ – [gə‘ʀɔ͜ømɪç], „ständig“ – [‘ʃtεndɪç], „lustig“ – [‘lʊstɪç]
  • „Nachbarin“ – [‘naxbɑ:ʀɪn], „Freundin“ – [‘fʀɔ͜øndɪn], „Bäckerin“ – [‘bɛkəʀɪn], „Inhaberin“ – [‘ˀɪnhɑ:bəʀɪn], „Rivalin“ – [ʀi‘vɑ:lɪn]

Schreibung[ɪ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend mehr als nur ein Konsonant geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „mild“ – [mɪlt], „Gehirn“ – [gə‘hɪʀn], „Birne“ – [‘bɪʀnə], „Bild“ – [bɪlt], „Hilfe“ – [‘hɪlfə]

[ɪ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Doppelkonsonant oder „ck“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „still“ – [ʃtɪl], „Mitte“ – [‘mɪtə], „Lippe“ – [‘lɪpə], „wirr“ – [vɪʀ], „innen“ – [‘ɪnən]
  • „ticken“ – [‘tɪkən], „sticken“ – [‘ʃtɪkən], „Knick“ – [knɪk], „Geschick“ – [gə‘ʃɪk], „Blick“ – [blɪk]

[ɪ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „st“ – für [st] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „nisten“ – [‘nɪstən], „Kiste“ – [‘kɪstə], „List“ – [lɪst], „Register“ – [ʀe‘gɪstəʁ], „Statistik“ – [ʃta‘tɪstɪk]

[ɪ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ng“ – für [ŋ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Ding“ – [dɪŋ], „dringend“ – [‘dʀɪŋənt], „singen“ – [‘zɪŋən], „Ring“ – [ʀɪŋ], „Säugling“ – [‘zɔ͜øklɪŋ]

[ɪ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ch“ – für [ç] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „nicht“ – [nɪçt], „Dichter“ – [‘dɪçtəʁ], „kichern“ – [‘kɪçəʁn], „Licht“ – [lɪçt], „Nachricht“ – [‘nɑ:xʀɪçt]

[ɪ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „sch“ – für [ʃ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „mischen“ – [‘mɪʃən], „frisch“ – [fʀɪʃ], „Tisch“ – [tɪʃ], „wischen“ – [‘vɪʃən], „artistisch“ – [ˀaʀ‘tɪstɪʃ]

[ɪ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „tz“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Witz“ – [vɪt͜s], „Hitze“ – [‘hɪt͜sə], „Blitz“ – [blɪt͜s], „Spitze“ – [‘ʃpɪt͜sə], „sitzen“ – [‘zɪt͜sən]

[ɪ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „pf“ – für [p͜f] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Wipfel“ – [‘vɪp͜fəl], „Zipfel“ – [‘t͜sɪp͜fəl], „Gipfeltreffen“ – [‘gɪp͜fəltʀɛfən], „Gipfel“ – [‘gɪp͜fəl], „Zipfelmütze“ – [‘t͜sɪp͜fəlmγt͜sə]

[ɪ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „chs“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Wichse“ – [‘vɪk͜sə], „gewichst“ – [gə‘vɪk͜st]

[ɪ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „x“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Nixe“ – [‘nɪk͜sə], „fix“ – [fɪk͜s], „mixen“ – [‘mɪk͜sən], „verflixt“ – [fɛʁ‘flɪk͜st], „Elixier“ – [ˀelɪ‘k͜si:ʁ]

Nichtsilbischer I-LautBeim Sprechen des nichtsilbischen I-Lauts [ı] spreizen sich die Lippen bei gering gesenktem Kiefer weniger als beim offenen I-Laut [ɪ] und die Mundwinkel ziehen sich etwas zurück. Der Mund lässt eine minimale Passage für den Ausatmungsluftstrom. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der Zungenrücken wölbt sich wie beim geschlossenen I-Laut [i] mäßig stark nach vorn. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der nichtsilbische I-Laut wird ausschließlich vor einem Vokal gesprochen – [ı].

Schreibung[ı] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „e“ – für [ə] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Pinie“ – [‘pi:nıə], „Aktie“ – [‘ˀaktıə], „Lilie“ – [‘li:lıə], „Akazie“ – [ˀa‘kɑ:ʦıə], „Familie“ –[fa‘mi:lıə]

[ı] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „a“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Razzia“ – [‘ʀɑt͜sıa], „Tertia“ – [‘tɛʁt͜sıa], „jovial“ – [jo‘vıɑ:l], „medial“ – [me‘dıɑ:l], „Loggia“ – [‘lɔd͜ʒıa]

[ı] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „o“ – für [o] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Aktion“ – [ˀak‘t͜sıo:n], „Laudatio“ – [la͜o‘dɑ:t͜sıo], „Studio“ – [‘ʃtu:dıo], „Radio“ – [‘ʀɑ:dıo], „rational“ – [ʀɑt͜sıo‘nɑ:l]

Geschlossener Ü-LautBeim Sprechen des geschlossenen Ü-Lauts [y][37] stülpen sich die Lippen bei wenig gesenktem Unterkiefer wie beim geschlossenen U-Laut [u] sehr stark nach vorn. Der Mund öffnet sich minimal und lässt dem Ausatmungsluftstrom nur eine sehr schmale Passage. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der Zungenrücken wölbt sich wie beim geschlossenen E-Laut [e] zum vorderen harten Gaumen. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der geschlossene Ü-Laut wird in betonten Silben lang gesprochen – [y:].

Betonung[y] wird lang gesprochen, wenn der Vokal allein Träger einer betonten Silbe ist, zum Beispiel in:

  • „Übel“ – [‘ˀy:bəl], „üben“ – [‘ˀy:bən], „über“ – [‘ˀy:bəʁ], „Übung“ – [‘ˀy:bᴜŋ]

[y] wird am Ende einer betonten Silbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Süden“ – [‘zy:dən], „müde“ – [‘my:də], „wütend“ – [‘vy:tənt], „Tüte“ – [‘ty:tə], „Güte“ – [‘gy:tə]

[y] wird in Fremdwörtern in betonter Silbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Akronym“ – [ˀɑkʀo’ny:m], „synonym“ – [zγno’ny:m], „Analyse“ – [ˀɑnɑ’ly:zə], „anonym“ – [ˀɑno’ny:m], „Typ“ – [ty:p]

[y] wird in betonter Vorsilbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „hinüberfahren“ – [hɪ‘ny:bəʁfɑ:ʀən], „hinüberkommen“ – [hɪ‘ny:bəʁkɔmən], „hinüberlaufen“ – [hɪ‘ny:bəʁla͜ofən], „hinüberfliegen“ – [hɪ‘ny:bəʁfli:gən], „hinüberrennen“ – [hɪ‘ny:bəʁʀɛnən]
  • „herüberfahren“ – [hɛ‘ʀy:bəʁfɑ:ʀən], „herüberkommen – [hɛ‘ʀy:bəʁkɔmən], „herüberlaufen“ – [hɛ‘ʀy:bəʁla͜ofən], „herüberfliegen“ – [hɛ‘ʀy:bəʁfli:gən], „herüberrennen“ – [hɛ‘ʀy:bəʁʀɛnən]
  • „gegenübersitzen“ – [ge:gən‘ˀy:bəʁzɪt͜sən], „gegenüberstellen“ – ge:gən‘ˀybəʁʃtɛlən], „gegenüberliegen“ – [ge:gən‘ˀy:bəʁli:gən], „gegenübersetzen“ – [ge:gən‘ˀy:bəʁzɛt͜sən], „gegenübertreten“ – [ge:gən‘ˀy:bəʁtʀe:tən]

[y] wird in unbetonter Vorsilbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „überfallen“ – [ˀy:bəʁ‘falən], „übereinkommen“ – [ˀy:bəʁ‘ˀa͜enkɔmən], „übergehen“ – [ˀy:bəʁ‘ge:ən], „überfliegen“ – [ˀy:bəʁ‘fli:gən], „übersehen“ – [ˀy:bəʁ‘ze:ən]

Analoglänge[y] wird in einer Verbform lang gesprochen, wenn seine Ent­sprechung im Infinitiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „du prüfst“ – [du: ‘pʀy:fst] analog zu „prüfen“ [‘pʀy:fən], „er spürt“ – [ˀe:ʁ ‘ʃpy:ʁt] analog zu „spüren“ – [‘ʃpy:ʀən], „sie kürt“ – [zi: ‘ky:ʁt] analog zu „küren“ – [‘ky:ʀən], „ihr betrügt“ – [ˀi:ʁ bə‘tʀy:kt] analog zu „betrügen“ – [bə‘tʀy:gən], „er schürt“ – [ˀe:ʁ ‘ʃy:ʁt] analog zu „schüren“ – [‘ʃy:ʀən]

[y] wird im Singular eines Wortes lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Plural am Ende einer betonten Silbe steht, zum Beispiel in:

  • „Tür“ – [ty:ʁ] analog zu „Türen“ – [‘ty:ʀən], „Geschwür“ – [gə‘ʃvüʁ] analog zu „Geschwüre“ – [gə‘ʃvy:ʀə], „Gespür“ – [gə‘ʃpy:ʁ] analog zu „Gespüre“ – [gə‘ʃpy:ʀə], „Gemüt“ – [gə‘my:t] analog zu „Gemüter“ – [gə‘my:təʁ], „Kostüm“ – [kɔs‘ty:m] analog zu „Kostüme“ – [kɔs‘ty:mə]

[y] wird in einer abgeleiteten Wortform lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Ausgangssubstantiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „natürlich“ – [na‘ty:ʁlɪç] analog zu „Natur“ – [na‘tu:ʁ], „figürlich“ – [fɪ‘gy:ʁlɪç] analog zu „Figur“ – [fɪ‘gu:ʁ], „willkürlich“ – [‘vɪlky:ʁlɪç] analog zu „Willkür“ – [‘vɪlky:ʁ], „betrüblich“ [bə‘tʀy:plɪç] analog zu „Betrübnis“ – [bə‘tʀy:pnɪs],
    „vergnüglich“ – [fεʁ‘gny:klɪç] analog zu „Vergnügen“ – [fεʁ‘gny:gən]

Schreibung[y] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„h“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Bühne“ – [‘by:nə], „kühlen“ – [‘ky:lən], „Mühle“ – [‘my:lə], „Hühnchen“ – [‘hy:nçən], „Kühe“ – [‘ky:ə]

[y] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ß“ – für [s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „büßen“ – [‘by:sən], „Grüße“ – [‘gʀy:sə], „Füße“ – [‘fy:sə], „Süße“ – [‘zy:sə], „müßig“ – [‘my:sɪç]

[y] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „r“ – für [ʁ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „für“ – [fy:ʁ], Gespür“ – [gə‘ʃpy:ʁ], „Willkür“ – [‘vɪlky:ʁ], „Tür“ – [ty:ʁ], „Geschwür“ – [gə‘ʃvy:ʁ]

Offener Ü-LautBeim Sprechen des offenen Ü-Lauts [γ][38] stülpen sich die Lippen bei kaum gesenktem Unterkiefer stark nach vorn und lassen dem Ausatmungsluftstrom nur eine schmale Passage. Der Mund öffnet sich wie beim offenen U-Laut [ᴜ] wenig. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der Zungenrücken wölbt sich wie beim geschlossenen I-Laut [i] nach oben zum harten Gaumen. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der offene Ü-Laut wird stets kurz gesprochen – [γ].

Schreibung[γ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend mehr als nur ein Konsonant geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Gründe“ – [‘gʀγndə], „Hündchen“ – [‘hγntçən], „Hürde“ – [‘hγʀdə], „Sünde“ – [‘zγndə], „rümpfen“ – [‘ʀγmp͜fən]
  • „zyklisch“ – [‚t͜sγklɪʃ], „System“ – [zγs’te:m], „Gymnasium“ – [gγm’nɑ:zıʊm], „Hydrant“ – [hγˀdʀant], „Sylt“ – [zγlt]

[γ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Doppelkonsonant oder „ck“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Hütte“ – [‘hγtə], „füllen“ – [‘fγlən], „dünn“ – [dγn], „flügge“ – [‘flγgə], „Küsse“ – [‘kγsə]
  • „bücken“ – [‘bγkən], „Rücken“ – [‘ʀγkən], „zücken“ – [‘t͜sγkən],
    „drücken“ – [‘dʀγkən], „Stück“ – [ʃtγk]

[γ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „st“ – für [st] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Küste“ – [‘kγstə], „flüstern“ – [‘flγstəʁn], „Rüstung“ – [‘ʀγstᴜŋ],
    „lüstern“ – [‘lγstəʁn], „Zyste“ – [‘t͜sγstə]
  • Aber nicht in „Büste“ – [‘by:stə], „hüsteln“ – [‘hy:stəln], „düster“ – [‘dy:stəʁ], „Wüste“ – [‘vy:stə]

[γ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ng“ – für [ŋ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Jüngling“ – [‘jγŋlɪŋ], „Schwünge“ – [‘ʃvγŋə], „düngen“ – [‘dγŋən], „Klüngel“ – [‘klγŋəl], „Sprünge“ – [‘ʃpʀγŋə]

[γ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ch“ – für [ç] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Sprüche“ – [‘ʃpʀγçə], „anrüchig“ – [‘ˀanʀγçɪç], „berüchtigt“ – [bə‘ʀγçtɪçt], „flüchten“ – [‘flγçtən], „nüchtern“ – [‘nγçtəʁn]
    • Aber nicht in „Bücher“ – [‘by:çəʁ] analog zu „Buch“ – [bu:x], „Tücher“ – [‘ty:çəʁ] analog zu „Tuch“ – [tu:x]

[γ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „sch“ – für [ʃ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Büsche“ – [‘bγʃə], „plüsch“ – [plγʃ], „Gebüsch“ – [gə‘bγʃ], „Büschel“ – [‘bγʃəl], „Plüschtier“ – [‘plγʃti:ʁ]
    • Aber nicht in „Rüsche“ – [‘ʀy:ʃə]

[γ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „tz“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Pfütze“ – [‘p͜fγt͜sə], „Mütze“ – [‘mγt͜sə], „schützen“ – [‘ʃγt͜sən],
    „stützen“ – [‘ʃtγt͜sən], „nützlich“ – [‘nγt͜slɪç]

[γ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „pf“ – für [p͜f] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „hüpfen“ – [‘hγp͜fən], „schlüpfrig“ – [‘ʃlγp͜fʀɪç], „knüpfen“ – [‘knγp͜fən], „Tüpfelchen“ – [‘tγp͜fəlçən], „anknüpfen“ – [‘ˀanknγp͜fən]

[γ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „chs“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Büchse“ – [‘bγk͜sə], „Füchse“ – [‘fγk͜sə], „kleinwüchsig“ – [‘kla͜envγk͜sɪç], „Füchsin“ – [‘fγk͜sɪn], „Sammelbüchse“ – [‘zaməlbγk͜sə]

[γ] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „x“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „ausbüxen“ – [‘ˀa͜osbγk͜sən], „Onyx“ – [‘ˀo:nγk͜s]

Zentralvokale

Beim Artikulieren der Zentralvokale ruht die Zunge  fast völlig entspannt im Mundraum, nur der Zungenrücken wölbt sich leicht in der Mitte. Die drei Zentralvokale im Deutschen – [ɑ], [a] und [ə] – unterscheiden sich voneinander durch die unterschiedliche Kieferöffnung und die Lippenweitung.

Geschlossener A-LautBeim Sprechen des geschlossenen A-Lauts [ɑ][39] weiten sich die Lippen deutlich bei stark gesenktem Unterkiefer. Der Mund öffnet sich weit und lässt dem Ausatmungsluftstrom die größte Passage aller Vokale. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der mittlere Zungenrücken wölbt sich gering nach hinten, weniger stark als beim offenen A-Laut [a]. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der geschlossene A-Laut wird in vielen betonten Silben lang gesprochen – [ɑ:] – und in wenigen unbetonten Silben kurz [ɑ].

Betonung[ɑ] wird lang gesprochen, wenn der Vokal allein Träger einer betonten Silbe ist, zum Beispiel in:

  • „Abend“ –[‘ˀɑ:bənt], „Atem“ – [‘ˀɑ:təm], „Adel“ – [‘ˀɑ:dəl], „aber“ – [‘ˀɑ:bəʁ], „Ader“ – [‘ˀɑ:dəʁ]

[ɑ] wird am Ende einer betonten Silbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „sagen“ – [‘zɑ:gən], „Ware“ – [‘vɑ:ʀə], „Gabel“ – [‘gɑ:bəl], „tragen“ – [‘tʀɑ:gən], „Haken“ – [‘hɑ:kən]

[ɑ] wird in betonter Vorsilbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Nachsilbe“ – [‘nɑ:xzɪlbə], „Nachkomme“ – [‘nɑ:xkɔmə], „nachsehen“ – [‘nɑ:xze:ən], „nachschauen“ – [‘nɑ:xʃa͜oən], „nachlaufen“ – [‘nɑ:xla͜ofən]

[ɑ] wird in unbetonter Nachsilbe lang gesprochen, zum Beispiel in:

  • „unmittelbar“ – [‘ˀʊnmɪtəlbɑ:ʁ] , „trinkbar“ – [‘tʀɪŋkbɑ:ʁ], „atembar“ – [‘ɑ:təmbɑ:ʁ], „überschaubar“ – [ˀy:bəʁ‘ʃa͜obɑ:ʁ] „begehbar“ – [bə‘ge:bɑ:ʁ]
  • „sorgsam“ – [‘zɔʀkzɑ:m], „heilsam“ – [‘ha͜elzɑ:m], „mühsam“ – [‘my:zɑ:m], „ratsam“ – [‘ʀɑ:tzɑ:m], „sittsam“ – [‘zɪtzɑ:m]

Analoglänge[ɑ] wird in einer Verbform lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Infinitiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „du fragst“ – [du: ‘fʀɑ:kst] analog zu „fragen“ – [‘fʀɑ:gən], „sie rast“ – [zi: ‘ʀɑ:st] analog zu „rasen“ – [‘ʀɑ:zən], „es grast“ – [ˀɛs ‘gʀɑ:st], analog zu „grasen“ – [‘gʀɑ:sən], „ihr blast“ – [ˀi:ʁ ‘blɑ:st] analog zu „blasen“ – [‘blɑ:zən], „ihr tragt“ – [ˀi:ʁ ‘tʀɑ:kt] analog zu „tragen“ – [‘tʀɑ:gən]

[ɑ] wird im Singular eines Wortes lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Plural am Ende einer betonten Silbe steht, zum Beispiel in:

  • „Tal“ – [tɑ:l] analog zu „Täler“ [‘tɛ:ləʁ], „Qual“ – [k͜vɑ:l] analog zu „Qualen“ – [‘k͜vɑ:lən], „Tag“ – [tɑ:k] analog zu „Tage“ – [‘tɑ:gə], „Rad“ – [ʀɑ:t] analog zu „Räder“ [‘ʀɛ:dəʁ], „Schlag“ – [ʃlɑ:k] analog zu [‘ʃlɛ:gə]

[ɑ] wird in einer abgeleiteten Wortform lang gesprochen, wenn seine Entsprechung im Ausgangssubstantiv lang gesprochen wird, zum Beispiel in:

  • „maßvoll“ – [‘mɑ:sfɔl] analog zu „Maß“ – [mɑ:s], „planvoll“ – [‘plɑ:nfɔl] analog zu „Plan“ – [plɑ:n], „qualvoll“ – [‘k͜vɑ:lfɔl] analog zu „Qual“ – [k͜vɑ:l], „tatkräftig“ – [‘tɑ:tkʀεftɪç] analog zu „Tat“ – [tɑ:t], „schadhaft“ [‘ʃɑ:thaft] analog zu „Schaden“ – [‘ʃɑ:dən]

Schreibung[ɑ] wird lang gesprochen, wenn der Vokal doppelt geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Saal“ – [zɑ:l], „Staat“ – [ʃtɑ:t], „Saat“ – [zɑ:t], „Haar“ – [hɑ:ʁ], „Paar“ – [pɑ:ʁ]

[ɑ] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„h“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Naht“ – [nɑ:t], „Mahl“ – [mɑ:l], „kahl“ – [kɑ:l], „Zahl“ – [t͜sɑ:l], „Fahrt“ – [fɑ:ʁt]

[ɑ] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Dehnungs-„e“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Baesweiler“ – [‘bɑ:sva͜eləʁ], „Straelen“ – [‘ʃtʀa:lən], „Kevelaer“ – [‘ke:vəlɑ:ʁ]

[ɑ] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ß“ – für [s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Maß“ – [mɑ:s], „Straße“ – [‘ʃtʀɑ:sə], „Maßnahme“ – [‘mɑ:snɑ:mə], „maßlos“ – [‘mɑ:slo:s], „Maßband“ – [‘mɑ:sbant]

[ɑ] wird lang gesprochen, wenn auf den betonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „dazu“ – [‘dɑ:t͜su:], „Fazit“ – [‘fɑ:t͜sɪt], „Grazie“ – [‘gʀɑ:t͜sıə],
    „Lapislazuli“ – [lapɪs‘lɑ:t͜sᴜli:], „Pistazie“ – [pɪs‘tɑ:t͜sıə]

    • Also nicht in unbetonter Silbe wie in „spazieren“ – [ʃpa‘t͜si:ʀən]

[ɑ] wird in Fremdwörtern kurz gesprochen, wenn auf den unbetonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Magazin“ – [magɑ‘t͜si:n], „Pazifik“ – [pɑ‘t͜si:fɪk], „Kapazität“ – [kapɑt͜sɪ‘tε:t], „Pharmazie“ – [faʀmɑ‘t͜si:], „Lazarett“ – [lɑt͜sɑ‘ʀεt]

[ɑ] wird lang gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „r“ – für [ʁ] – geschrieben wird:

  • „Art“ – [ˀɑ:ʁt], „Arzt“ – [ˀɑ:ʁt͜st], „Bar“ – [bɑ:ʁ], „Basar“ – [ba‘zɑ:ʁ], „Exemplar“ – [ˀεk͜sεm‘plɑ:ʁ]

Offener A-LautBeim Sprechen des offenen A-Lauts [a][40] weiten sich die Lippen bei gesenktem Unterkiefer recht deutlich, doch nicht ganz so weit wie beim geschlossenen A-Laut [ɑ]. Der Mund weitet sich und lässt dem Ausatmungsluftstrom eine große Passage. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der mittlere Zungenrücken wölbt sich löffelförmig nach vorn, stärker als beim geschlossenen A-Laut [ɑ]. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der offene A-Laut wird stets kurz gesprochen – [a].

Betonung[a] wird in betonter Vorsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „annehmen“ – [‘ˀanne:mən], „Angabe“ – [‘ˀangɑ:bə], „angenehm“ – [‘ˀangəne:m], „Anzug“ – [‘ˀant͜su:k], „Anklage“ – [‚‘ˀanklɑ:gə]
  • „hinabschauen“ – [hɪ‘napʃa͜oən], „hinanschreiten“ – [hɪ‘nanʃʀa͜etən], „vorangehen“ – [fɔ‘ʀange:ən], „herankommen“ – [hε‘ʀankɔmən], „entlanglaufen“ – [ˀεnt‘laŋla͜ofən]

[a] wird in unbetonter Vorsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „dabeisitzen“ – [da‘ba͜ezɪt͜sən], „dagegenhalten“ – [da‘ge:gənhaltən], „daherkommen“ – [da‘he:ʁkɔmən], „dahinfließen“ – [da‘hɪnfli:sən], „danebenstehen“ – [da‘ne:bənʃte:ən], „daransetzen“ – [da‘ʀanzεt͜sən],
    „darumkommen“ – [da‘ʀʊmkɔmən], „davonlaufen“ – [da‘fɔnla͜ofən]], „dazwischenrufen“ – [da‘t͜svɪʃənʀu:fən]

Schreibung[a] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend mehr als nur ein Konsonant geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Land“ – [lant], „Tante“ – [‘tantə], „halten“ – [‘haltən], „hart“ – [haʀt], „Kampf“ – [kamp͜f]

[a] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend ein Doppelkonsonant oder „ck“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Kamm“ – [kam], „Wanne“ – [‘vanə], „er rannte“ [ˀe:ʁ ‘ʀantə], „Masse“ – [‘masə], „Ratte“ – [‘ratə]
  • „hacken“ – [‘hakən], „Nacken“ – [‘nakən], „Fackel“ – [‘fakəl], „Wrack“ – [vʀak], „Sack“ – [zak]

[a] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „st“ – für [st] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „fasten“ – [‘fastən], „Hast“ – [hast], „Ast“ – [ˀast], „basteln“ – [‘bastəln], „Rast“ – [ʀast]

[a] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ng“ – für [ŋ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „lange“ – [‘laŋə], „schwanger“ – [‘ʃvaŋəʁ], „Angel“ – [‘ˀaŋəl],
    „empfangen“ – [ˀɛm‘p͜faŋən], „Zwang“ – [t͜svaŋ]

[a] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ch“ – für [x] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „lachen“ – [‘laxən], „Macht“ – [maxt], „Schachtel“ – [‘ʃaxtəl], „Krach“ – [kʀax], „machen“ – [‘maxən]

[a] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „sch“ – für [ʃ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Masche“ – [‘maʃə], „rasch“ – [ʀaʃ], „Lasche“ – [‘laʃə], „Tasche“ – [‘taʃə], „naschen“ – [‘naʃən]

[a] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „tz“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Latz“ – [lat͜s], „Fratze“ – [‘fʀat͜sə], „Katze“ – [‘kat͜sə], „Schatz“ – [ʃat͜s], „Tatze“ – [‘tat͜sə]

[a] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „pf“ – für [p͜f] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Napf“ – [nap͜f], „tapfer“ – [‘tap͜fəʁ], „Zapfen“ – [‘t͜sap͜fən], „stapfen“ – [‘ʃtap͜fən], „Apfel“ – [‘ˀap͜fəl]

[a] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „chs“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Lachs“ – [lak͜s], „wachsen“ – [‘vak͜sən], „Dachs“ – [dak͜s], „Achse“ – [‘ˀak͜sə], „Sachse“ – [‘zak͜sə]
    • Also nicht in abgeleiteten Wörtern, in denen kein [k͜s] gesprochen wird, wie in „des Dachs“ – [dɛs ‘daxs] analog zu „Dach“ – [dax], „Gemach“ – [gə‘mɑ:x] analog zu „Gemächer“ – [gə‘mε:çəʁ]

[a] wird kurz gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „x“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Haxe – [‘hak͜sə], „Praxis“ – [‘pʀak͜sɪs], „Axt“ – [ˀak͜st], „maximal“ – [mak͜si‘mɑ:l], „Max“ – [mak͜s]

Unbetonter E-LautBeim Sprechen des schwachtonigen E-Lauts [ə][41] weiten sich die Lippen bei gering gesenktem Unterkiefer ohne Spannung. Der Mund öffnet sich leicht, weniger als beim offenen E-Laut [ɛ], für den Ausatmungsluftstrom. Die Zungenspitze berührt leicht die unteren Schneidezähne. Der Zungenrücken wölbt sich schwach in der Mitte, schwächer als beim geschlossenen E-Laut [e]. Das Gaumensegel ist gehoben und die Stimmlippen schwingen.

Der schwachtonige E-Laut wird stets kurz gesprochen [ə][42].

Betonung[ə] wird am Ende einer unbetonten Vorsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „gegeben“ – [gə‘ge:bən], „Gebirge“ – [gə‘bɪʀgə] – „gelegen“ – [gə‘le:gən], „getan“ – [gə‘tɑ:n], „Gelage“ – [gə‘lɑ:gə]
  • „beheben“ – [bə‘he:bən], „behalten“ – [bə‘haltən], „beenden“ – [bə‘ˀɛndən], „Betrug“ – [bə’tʀu:k], „Betrag“ – [bə’tʀɑ:k]
  • „bevorzugen“ – [bə’fo:ʁt͜su:gən], „bevorraten“ – [bə’fo:ʁʀɑtən],
    „bevormunden“ – [bə’fo:ʁmʊndən], „bevorstehen“ – [bə’fo:ʁʃte:ən], „bevorrechtigt“ – [bə’fo:ʁʀεçtɪçt]

[ə] wird in unbetonter Nachsilbe kurz gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Freude“ – [‘fʀɔ͜ødə], „Gebäude“ – [gə‘bɔ͜ødə], „Olympiade“ – [ˀo:lγm‘pıɑ:də], „Barde“ – [‘baʀdə], „Kunde“ – [‘kʊndə]
  • „diesem“ – [‘di:zəm], „diese“ – [‘di:zə], „dieser“ – [‘di:zəʁ], „diesen – [‘di:zən]
  • „Mädchen“ – [‘mε:tçən], „Märchen – [‘mε:ʁçən]“, „Birnchen“ – [‘bɪʀnçən], „Schildchen“ – [‘ʃɪltçən], „Hühnchen“ – [‘hy:nçən]
  • „sitzen“ – [‘zɪt͜sən], „lachen“ – [‘laxən], „sprechen“ – [‘ʃpʀεçən],
    „freuen“ – [‘fʀɔ͜øən], „erblicken“, [ˀεʁ‘blɪkən]
  • „Mutter“ –[‘mᴜtəʁ], „Vater“ – [‘fɑ:təʁ], „Leiter“ – [‘la͜etəʁ], „weiter“ – [‘va͜etəʁ], „Mauer“ – [‘ma͜oəʁ]

Diphthonge

Bei einem Diphthong werden zwei verschiedene Vokale als eine einzigen Silbe[44] gesprochen, wobei im Deutschen der erste Vokal etwas stärker betont wird. Alle anderen Vokale im Deutschen sind Monophthonge[45]. Diphthonge werden behandelt wie lang gesprochene Monophthonge.

Heller EI-DiphthongBeim Sprechen des hellen Diphthongs
EI [a͜e] gleitet
die Artikulation vom offenen
A-Laut [a] zum geschlossenen
E-Laut [e].

 

 

 

Schreibung[a͜e] wird gesprochen, wenn „ei“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Ei“ – [ˀa͜e], „nein“ – [na͜en], „Heide“ – [‘ha͜edə], „Eis“ – [ˀa͜es], „Geschrei“ – [gə‘ʃʀa͜e]
    • Aber nicht in Fremdwörtern wie „Protein“ – [pʀote’ˀi:n], „Koffein“ – [kɔfe‘ˀi:n], „Cystein“ – [t͜sγste‘ˀi:n]

[a͜e] wird gesprochen, wenn „ai“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Mai“ – [ma͜e], „Mais“ – [ma͜es], „Waise“ – [‘va͜ezə], „Saite“ – [‘za͜etə], „Laie“ – [‘la͜eə]
    • Aber nicht in Fremdwörtern wie „naiv“ – [na‘ˀi:f]

[æ] wird gesprochen, wenn „ay“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Bayern“ – [‘ba͜eəʁn], „Bayreuth“ – [ba͜e‘ʀɔ͜øt], „Ayatollah“ – [ˀa͜ea‘tɔlɑ:], „Malaysia“ – [ma‘la͜ezıɑ:], „Kay“ – [ka͜e]

[a͜e] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ß“ – für [s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „heiß“ – [ha͜es], „Fleiß“ – [fla͜es], „beißen“ – [‘ba͜esən], „heißen“ – [‘ha͜esən], „reißen“ – [‘ʀa͜esən]

[a͜e] wird gesprochen, wenn auf den betonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Beize“ – [‘ba͜et͜sə], „reizen“ –[‘ʀa͜et͜sən], „heizen“ – [‘ha͜et͜sən],
    „Weizen“ – [‘va͜et͜sən], „Geiz“ – [ga͜et͜s]

[a͜e] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ch“ – für [ç] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Beichte“ – [‘ba͜eçtə], „leicht“ – [la͜eçt], „gleich“ – [gla͜eç], „Scheich“ – [ʃa͜eç], „Teich“ – [ta͜eç]

[a͜e] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „sch“ – für [ʃ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Fleisch“ – [fla͜eʃ], „erheischen“ – [ˀεʁ‘ha͜eʃən], „kreischen“ – [‘kʀa͜eʃən], „zerfleischen“ – [t͜sεʁ‘fla͜eʃən]
  • „Maische“ – [‘ma͜eʃə]
    • Aber nicht in „archaisch“ – [aʀ‘çɑ:ɪʃ], „prosaisch“ – [pʀo:‘zɑ:ɪʃ], „algebraisch“ – [alge‘bʀɑ:ɪʃ]

[a͜e] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „chs“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Deichsel“ – [‘da͜ek͜səl] , „Weichsel“ – [‘va͜ek͜səl]

[a͜e] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „x“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „feixen“ – [‘fa͜ek͜sən]

Betonung[a͜e] wird gesprochen, wenn der Vokal allein Träger einer betonten Silbe ist, zum Beispiel in:

  • „Eiche“ – [‘ˀa͜eçə], „Eifer“ – [‘ˀa͜efəʁ], „Eiter“ – [‘ˀa͜etəʁ], „eigen“ – [‘ˀa͜egən], „eilen“ – [‘ˀa͜elən]

[a͜e] wird am Ende einer betonten Silbe gesprochen, zum Beispiel in:

  • „reiten“ – [‘ʀa͜etən], „gleiten“- [‘gla͜etən], „Reise“ – [‘ʀa͜ezə], „Kreide“ – [‘kʀa͜edə], „Meise“ – [‘ma͜ezə]

[a͜e] wird am Ende einer betonten Vorsilbe gesprochen, zum Beispiel in:

  • „beistehen“ – [‘ba͜eʃte:ən], „Beihilfe“ – [‘ba͜ehɪlfə], „Beispiel“ – [‘ba͜eʃpi:l], „beibringen“ – [‘ba͜ebʀɪŋən], „Beifall“ – [‘ba͜efal]
  • „dabeisitzen“ – [da‘ba͜ezɪt͜sən], „dabeibleiben“ – [da‘ba͜ebla͜ebən], „dabeistehen“ – [da‘ba͜eʃte:ən]
  • „herbeieilen“ – [hεʁ‘ba͜eˀa͜elən], „herbeiführen“ – [hεʁ‘ba͜efy:ʀən], „herbeilocken“ – [hεʁ‘ba͜elɔkən], „herbeischaffen“ – [hεʁ‘ba͜eʃafən], „herbeirufen“ – [hεʁ‘ba͜eʀu:fən]
  • „entzweibrechen“ – [ˀεnt‘t͜sva͜ebʀεçən], „entzweigehen“ – [ˀεnt‘t͜sva͜ege:ən], „entzweireißen“ – [ˀεnt‘t͜sva͜eʀa͜esən], „entzweihauen“ – [ˀεnt‘t͜sva͜eha͜oən], „entzweischneiden“ – [ˀεnt‘t͜sva͜eʃna͜edən]

[a͜e] wird in betonter Vorsilbe gesprochen, zum Beispiel in:

  • „weiterrennen“ – [‘va͜etəʁʀεnən], „weitersagen“ – [‘va͜etəʁzɑ:gən], „weiterspielen“ – [‘va͜etəʁʃpi:lən], „weiterschlafen“ – [‘va͜etəʁʃlɑ:fən], „weiterverarbeiten“ – [‘va͜etəʁfεʁˀaʀba͜etən]
  • „hereinkommen“ – [hε‘ʀa͜enkɔmən], „hereinlassen“ – [hε‘ʀa͜enlasən], „hereinlegen“ – [hε‘ʀa͜enle:gən], „hereinregnen“ – [hε‘ʀa͜enʀe:knən], „hereinstürzen“ – [hε‘ʀa͜enʃtγʁt͜sən]

[a͜e] wird in unbetonter Nachsilbe gesprochen, zum Beispiel in:

  • „Fähnlein“ – [‘fε:nla͜en], „Männlein“ – [‘mεnla͜en], „Fräulein“ – [‘fʀɔ͜øla͜en], „Zicklein“ – [‘t͜sɪkla͜en], „Bächlein“ – [‘bεçla͜en]
  • „Gesundheit“ – [gə‘zʊntha͜et], „Klarheit“ – [‘klɑ:ʁha͜et], Sturheit“ – [‘ʃtu:ʁha͜et], „Besonderheit“ – [bə‘zɔndəʁha͜et], „Schönheit“ – [‘ʃønha͜et]
  • „Sauberkeit“ – [‘za͜obəʁka͜et], „Ehrlichkeit“ – [‘ˀe:ʀlɪçka͜et], „Fähigkeit“ – [‘fε:ɪçka͜et], „Pünktlichkeit“ – [‘pγŋktlɪçka͜et], „Möglichkeit“ – [‘mø:klɪçka͜et]

Dunkler AU-DiphthongBeim Sprechen des dunklen Diphthongs
AU [a͜o] gleitet
die Artikulation vom offenen
A-Laut [a] zum geschlossenen
O-Laut [o].

 

 

 

Schreibung[a͜o] wird gesprochen, wenn „au“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Haus“ – [ha͜os], „bauen“ – [‘ba͜oən] , „Raub“ – [ʀa͜op], „Auflauf“ – [‘ˀa͜ofla͜of], „austauschen“ – [‘ˀa͜osta͜oʃən]

[a͜o] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ß“ – für [s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Strauß“ – [ʃtʀa͜os]

[a͜o] wird gespochen, wenn auf den betonten Vokal folgend „z“ – für [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Kauz“ – [ka͜ot͜s]

[a͜o] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „st“ – für [st] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Faust“ – [fa͜ost], „du baust“ [du: ‘ba͜ost], „du schaust“ [du: ‘ʃa͜ost], „gesaust“ – [gə‘za͜ost], „Australien“ – [ˀa͜os‘tʀɑ:lıən]

[a͜o] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ch“ – für [x] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Rauch“ – [ʀa͜ox], „auch“ – [ˀa͜ox], „stauchen“ – [‘ʃta͜oxən], „tauchen“ – [‘ta͜oxən], „brauchen“ – [‘bʀa͜oxən]

[a͜o] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „sch“ – für [ʃ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Rausch“ – [ʀa͜oʃ], „tauschen“ – [‘ta͜oʃən], „aufbauschen“ – [‘ˀa͜ofba͜oʃən], „belauschen“ – [bə‘la͜oʃən], „flauschig“ – [‘fla͜oʃɪç]

[a͜o] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „x“ – für [k͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „auxiliar“ – [ˀa͜ok͜sɪ‘lıɑ:ʁ], „Bauxit“ – [ba͜o‘k͜sɪt]

Betonung[a͜o] wird gesprochen, wenn der Vokal allein Träger einer betonten Silbe ist, zum Beispiel:

  • „Aue“ – [‘ˀa͜oə], „Auerhahn“ – [‘ˀa͜oəʁhɑ:n], „Auge“ – [‘ˀa͜ogə], „audio“ – [‘ˀa͜odio:], „Aura“ – [‘ˀa͜oʀɑ:]

[a͜o] wird am Ende einer betonten Silbe gesprochen, zum Beispiel in:

  • „bauen“ – [‘ba͜oən], „raufen“ – [‘ʀa͜ofən], „saufen“ – [‘za͜ofən], „rau“ – [ʀa͜o], „blau“ – [bla͜o]

[a͜o] wird in betonter Vorsilbe gesprochen, zum Beispiel in:

  • „herauskommen“ – [hε‘ʀa͜oskɔmən], „hinausgehen“ – [hɪ‘na͜osge:ən], „hinaufschauen“ – [hɪ‘na͜ofʃa͜oən], „Voraussage“ – [fɔ‘ʀa͜oszɑ:gə], „Aufbau“ – [‘ˀa͜ofba͜o], „auslaufen“ – [‘ˀa͜osla͜ofən]

Heller EI-DiphthongBeim Sprechen des hellen Diphthongs
EU [ɔ͜ø] gleitet
die Artikulation vom offenen
O-Laut [ɔ] zum geschlossenen Ö-Laut [ø].

 

 

 

Schreibung[ɔ͜ø] wird gesprochen, wenn „eu“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „heute“ – [‘hɔ͜øtə], „scheu“ – [ʃɔ͜ø], „Beute“ – [‘bɔ͜øtə], „Euter“ – [‘ˀɔ͜øtəʁ], „Zeug“ – [t͜sɔ͜øk]

[ɔ͜ø] wird gesprochen, wenn „äu“ geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „träumen“ – [‘tʀɔ͜ømən], „häufig“ – [‘hɔ͜øfɪç], „Läuse“ – [‘lɔ͜øzə], „Säure“ – [‘zɔ͜øʀə], „Gebäude“ – [gə‘bɔ͜ødə]

[ɔ͜ø] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ß“ – für [s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Preußen“ – [‘pʀɔ͜øsən]
  • „äußern“ – [‘ˀɔ͜øsəʁn], „äußerst“ – [‘ˀɔ͜øsəʁst]

[ɔ͜ø] wird gesprochen, wenn auf den betonten Vokal folgend „z“ – [t͜s] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „Kreuz“ – [kʀɔ͜øt͜s], „kreuzigen“ – [‘kʀɔ͜øt͜sɪgən], „Kreuzung“ – [‘kʀɔ͜øt͜sʊŋ]
  • „schnäuzen“ – [‘ʃnɔ͜øt͜sən]

[ɔ͜ø] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „st“ – für [st] – geschrieben wird, zum Besipiel in:

  • „Fäuste“ – [‘fɔ͜østə]

[ɔ͜ø] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „ch“ – für [ç] geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „euch“ – [ˀɔ͜øç], „feucht“ – [fɔ͜øçt], „Seuche“ – [‘zɔ͜øçə], „leuchten“ – [‘lɔ͜øçtən], „Erleuchtung“ – [ˀɛʀ‘lɔ͜øçtʊŋ]
  • „räuchern“ – [‘ʀɔ͜øçəʁn], „Bräuche“ – [‘bʀɔ͜øçə], „Gesträuch“ – [gə‘ʃtʀɔ͜øç], „Schläuche“ – [‘ʃlɔ͜øçə], „Bäuche“ – [‘bɔ͜øçə]

[ɔ͜ø] wird gesprochen, wenn auf den Vokal folgend „sch“ – für [ʃ] – geschrieben wird, zum Beispiel in:

  • „keusch“ – [kɔ͜øʃ], „Beuschel“ – [‘bɔ͜øʃəl]
  • „Geräusch“ – [gə‘ʀɔ͜øʃ], „täuschen“ – [‘tɔ͜øʃən], „Täuschung“ – [‘tɔ͜øʃʊŋ]
[ɔ͜ø] wird nicht gesprochen, wenn in Fremdwörtern auf den Vokal folgend „r“ – für [ʁ] – geschrieben wird, also nicht in:

  • „Amateur“ – [ˀɑma‘tø:ʁ], „Redakteur“ – [ʀedak‘tøʁ], „Chauffeur“ – [ʃɔ‘fø:ʁ], „Ingenieur“ – [ˀɪnʒɛ‘nıø:ʁ], „Regisseur“ – [ʀeʒɪ‘sø:ʁ]

Betonung[ɔ͜ø] wird gesprochen, wenn der Vokal allein Träger einer betonten Silbe ist, zum Beispiel in:

  • „Euter“ – [‘ˀɔ͜øtəʁ], „Eule“ – [‘ˀɔ͜ølə], „euer“ – [‘ˀɔ͜øəʁ], „Euro“ – [‘ˀɔ͜øʀo:], „Eugen“ – [‘ˀɔ͜øgən]
  • „äußerlich“ – [‘ˀɔ͜øsəʁlɪç], „beäugen“ – [bə‘ˀɔ͜øgən], „äußern“ – [‘ˀɔ͜øsəʁn], „äußerst“ – [‘ˀɔ͜øsəʁst], „Äugelchen“ – [‘ˀɔ͜øgəlçən]

[ɔ͜ø] wird am Ende einer betonten Silbe gesprochen, zum Beispiel in:

  • „heute“ – [‘hɔ͜øtə], „Leute“ – [‘lɔ͜øtə], „Reuse“ – [‘ʀɔ͜øzə], „Keule“ – [‘kɔ͜ølə], „heulen“ – [‘hɔ͜ølən]
  • „Häute“ – [‘hɔ͜øtə], „läuten“ – [‘lɔ͜øtən], „Mäuse“ – [‘mɔ͜øzə], „Säue“ – [‘zɔ͜øə], „gläubig“ – [‘glɔ͜øbɪç]

Literatur

Duden. Die Grammatik
Duden. Das Fremdwörterbuch
Duden. Das Aussprachewörterbuch
Ingeborg Geißner-von Nida. Mimeo
Carl Martens, Peter Martens. Phonetik der deutschen Sprache
Hans Joachim Störig. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache
Hans-Heinrich Wängler. Atlas deutscher Sprachlaute
Christian Winkler. Lautreines Deutsch

www.klangsignale.com
www.wikipedia.org
www.wiktionary.org
www.wordmine.info

[1] Vokal = Selbstlaut
[2] Aussprache = Phonation = Stimmerzeugung
[3] Lautschrift = Internationales Phonetisches Alphabet = API
[4] Duden. Aussprachewörterbuch
[5] Laut der von zwei Buchstaben repräsentiert wird = Digraf
[6] [x] = stimmloser Hintergaumen-Reibelaut wie in „Schach“ – [ʃax]
[7] [ç] = stimmloser Vordergaumen-Zischlaut wie in „ich“ – [ˀɪç]
[8] Labiale
[9] Auch die Gaumen-Zischlaute [ʃ] und [ʒ] werden mit gerundeten Lippen gesprochen, wie in
„Schule“ – [‘ʃu:lə] und „Garage“ – [ga‘ʀɑ:ʒə]
[10] Nichtlabiale
[11] Auch die Vordergaumen-Zischlaute [ç] und [j] werden mit gespreizten Lippen gesprochen, wie in „Licht“ – [lɪçt] und „jung“ – [jʊŋ]
[12] Duden. Aussprachewörterbuch
[13] Knacklaut = Glottisschlag = Stimmritzenverschlusslaut
[14] [ˀ] = [│]
[15] Am Beginn einer Sprechsilbe = im Anlaut = anlautend
[16] Vorsilbe = Präfix = vor den Wortstamm angefügte Worterweiterung
[17] Nachsilbe = Suffix = nach dem Wortstamm angefügte Worterweiterung
[18] Rechtschreibung = Orthografie
[19] Rechtlautung = Orthoëpie, von altgriechisch ὀρθός, orthós: aufrecht, richtig und ἔπος, epos: Wort, Vers, Erzählung, Gedicht, Rede
[20] Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deutscher_Präfixe
[21] Siehe: https://de.wiktionary.org/wiki/Vorlage:Suffixe_(Deutsch)
[22] Abgeleitet = in grammatischen Formen flektiert, abgewandelt, gebeugt, dekliniert, konjugiert
[23] Grundform des Verbs = Infinitiv
[24] Substantiv = Hauptwort
[25] Plural = Mehrzahl
[26] Deutscher geschlossener U-Laut = gerundeter geschlossener U-Laut
[27] Deutscher offener U-Laut = gerundeter kaum offener U-Laut
[28] Deutscher geschlossener O-Laut = gerundeter halbgeschlossener O-Laut
[29] Deutscher offener O-Laut = gerundeter halboffener O-Laut
[30] Deutscher geschlossener E-Laut = ungerundeter halbgeschlossener E-Laut
[31] Deutscher offener E-Laut = ungerundeter halboffener E-Laut
[32] Umlaut = die Buchstaben Ä und ä, Ö und ö sowie Ü und ü
[33] Deutscher geschlossener Ö-Laut = gerundeter halbgeschlossener Ö-Laut
[34] Deutscher offener Ö-Laut = gerundeter halboffener Ö-Laut
[35] Deutscher geschlossener I-Laut = ungerundeter geschlossener I-Laut
[36] Deutscher offener I-Laut = ungerundeter kaum offener I-Laut
[37] Deutscher geschlossener Ü-Laut = gerundeter geschlossener Ü-Laut
[38] Deutscher offener Ü-Laut = gerundeter kaum offener Ü-Laut
[39] Deutscher geschlossener A-Laut = ungerundeter geschlossener A-Laut
[40] Deutscher offener A-Laut = ungerundeter offener A-Laut
[41] Deutscher schwachtoniger E-Laut = mittlerer unbetonter E-Laut = Schwalaut = Murmellaut
[42] Folgt auf einen zentralen schwachtonigen E-Laut – [ə] – in unbetonter Silbe ein schwacher stimmhafter Zäpfchen-Fließlaut – [ʁ] –, können beide Laute zum fast offenen Zentralvokal – [ɐ] – verschmelzen.
[43] Diphthong = Zwielaut, von altgriechisch δίφθογγος: dis = zweimal und phthóggos = Laut
[44] Diphthong ≠ Hiat mit zwei verschiedenen Vokalen in zwei Silben, zum Beispiel „Chaos“ – [kɑ’ˀɔs], „Ruine“ – [ʀu’ˀi:nə] oder „Boa“ – [‚bo:ɑ:]
[45] Monophthong = einfacher Laut, von altgriechisch μονόφθογγος: mónos =allein und phthóggos = Laut

Akzentfrei artikulieren

Standard

Die Aussprache im Deutschen

Die deutsche Sprache hat für das Sprechen ebenso Regeln wie für das Schreiben. Wer in der Standardsprache schreiben will, richtet sich nach der Rechtschreibung[1], wer in der Standardsprache sprechen will, richtet sich nach der Rechtlautung[2]. Beide Regelungen sind Teil der Grammatik[3], deren System sich gliedert in: Laut, Silbe, Wort, Satz und Text.

Laut

Ein Laut[4] ist ein durch eine Stimme produzierter Ton. Beim Ausatmen versetzen Artikulationsorgane den Luftstrom in Schallwellen, die als Klang zu hören sind. Sprachlaute[5] entstehen, wenn Laute mit einem definierten Sprachsignal gleich­gesetzt werden. Ein Laut ist die kleinste Einheit des Lautsystems einer Sprache, definiert durch seinen Klang und seine Funktion.

Laut versus Sprachlaut – Beispiel 1
Der R-Laut lässt sich sehr unterschiedlich erzeugen: etwa durch das Schwingen des Zäpfchens – [ʀ] – oder der Zungenspitze – [r] – oder durch die Enge zwischen Zäpfchen und hinterem Zungenrücken – [ʁ]. Auf welche Weise der R-Laut gespro­chen wird, erzeugt im Deutschen keinen Bedeutungsunterschied[6], seine Varianten werden stets als Sprachlaut /r/ interpretiert.

Laute gehören zu unterschiedlichen Sprachlauten, wenn der klangliche[7] Unterschied einem sprachlichen Bedeutungsunterschied entspricht.

Laut versus Sprachlaut – Beispiel 2
Der A-Laut lässt sich im Deutschen recht unterschiedlich erzeugen: etwa lang und offen [ɑ:] oder kurz und geschlossen [a]. Die Art seines Sprechens kann durchaus einen Bedeutungsunterschied ergeben: Die Aussage „Sie rasten.“ – [zi: ‘ʀɑ:sten] – mit der Bedeutung ‚Sie bewegten sich schnell‘ unterscheidet sich durchaus von der Aussage „Sie rasten.“ – [zi: ‘ʀasten] – mit der Bedeutung ‚Sie unterbrechen ihre Bewegung‘. Die Varianten werden verschiedenen Sprachlauten /a/ zugeordnet.

Sprachlaute sind eine Gruppe von Lauten, die von Muttersprachlern als „ungefähr gleich“ empfunden werden.[8]

Laut versus Sprachlaut – Beispiel 3
Manche Wörter unterscheiden sich von anderen nur in einem Laut. So gehören in „Sand“ – [zant], Wand – [vant], Hand – [hant], Band – [bant], Rand – [ʀant] die anlautenden Konsonanten [z], [v], [h], [b] und [ʀ] zu unterschiedlichen Sprach­lauten, weil sie zu unterschiedlichen Bedeutungen der Wörter führen.

Laute werden in der Rechtschreibung mit Buchstaben und in der Rechtlautung mit phonetischen Zeichen verschriftlicht.

Lautschrift

Im Deutschen zeigen die Buchstaben des Alphabets, wie Sprachlaute gesprochen werden, doch entspricht nicht immer ein Buchstabe nur einem Laut und nicht jeder Laut wird von nur einem Buchstaben repräsentiert, zum Beispiel:

  • „sch“ und „s“ vor „t“ und „s“ vor „p“ stehen für [ʃ] wie in „Schule“ – [‘ʃu:lə], „Stadt“ – [ʃtat], „Spiel“ – [ʃpi:l]
  • „ch“ kann für [ç] oder [x] stehen wie in „ich“ – [ɪç] oder „Macht“ – [maxt]
  • [ε] kann repräsentiert werden durch „e“ oder „ä“ wie in „nett“ – [nεt] oder „Fläche“ – [‘flɛçə]

Die Lautschrift[9] ordnet jedem Laut recht genau ein Lautzeichen zu und jedes Lautzeichen repräsentiert nur einen Sprachlaut. Zur Präzisierung verwendet die Lautschrift ergänzende phonetische Zeichen:

  • [‘] für Betonung, zum Beispiel in „Versuch“ – [fɛʁ‘zu:x]
  • [:] für Länge, zum Beispiel in „Tür“ – [ty:ʁ]
  • [ˀ] für den Knacklaut, zum Beispiel in „beantworten“ – [bə‘ˀantvɔʀtən]
  • [ʰ] für Behauchung, zum Beispiel in „Pumpe“ – [‘pʰʊmpʰə]

Um die Lautschrift nicht zu überladen, wird im Deutschen meist auf die Notation des Knacklauts und der Behauchung verzichtet.

Buchstaben und phonetische Zeichen für Vokale im Deutschen

„u“ für [u] und [ʊ] zum Beispiel in „Buch“ – [bu:x] und „Busch“ – [bʊʃ]
„o“ für [o] und [ɔ] zum Beispiel in „Mode“ – [‘mo:də] und „Motte“ – [‘mɔtə]
„e“ für [e], [ɛ] und [ə] zum Beispiel in „Herd“ – [he:ʁt], „nett“ – [nεt] und „Güte“ – [‘gy:tə]
„ä“ für [ɛ] zum Beispiel in „Bär“ – [bε:ʁ]  
„ö“ für [ø] und [œ] zum Beispiel in „lösen“ – [‘lø:zən] und „Rösser“ – [‘ʀœsəʁ]
„i“ für [i], [ɪ] und [ı] zum Beispiel in „Sieb“ – [zi:p], „Mitte“ – [‘mɪtə] und „Grazie“ – [‘gʀɑ:t͜sıə]
„ü“ für [y] und [γ] zum Beispiel in „Tücher“ – [‘ty:çəʁ] und „Küsse“ – [‘kγsə]
„a“ für [ɑ] und [a] zum Beispiel in „Schal“ – [ʃɑ:l] und „Schach“ – [ʃax]
„ei“, „ey“, „ai“ und“ay“ für [a͜e] zum Beispiel in „Reise“ – [‘ʀa͜ezə],
„Geysir“ – [‘ga͜ezɪʀ], „Maier“ – [‘ma͜eəʁ] und „Bayer“ – [‘ba͜eəʁ]
„au“ für [a͜o] zum Beispiel in „Tausch“ – [ta͜oʃ]
„eu“ und „äu“ für [ɔ͜ø] zum Beispiel in „heute“ – [‘hɔ͜øtə] und „Häute“ – [‘hɔ͜øtə]

Buchstaben und phonetische Zeichen für Konsonanten im Deutschen

„l“ für [l], zum Beispiel in „Liebe“ – [‘li:bə]
„r“ für [ʀ] und [ʁ], zum Beispiel in „Rot“ – [ʀo:t] und „Scherbe“ – [‘ʃεʁbə]
„m“ für [m], zum Beispiel in „Made“ – [‘mɑ:də]
„n“ für [n], zum Beispiel in „Naht“ – [nɑ:t]
„ng“ für [ŋ] zum Beispiel in „Ding“ – [dɪŋ]
„f“ für [f], zum Beispiel in „Fisch“ – [fɪʃ]
„w“ und „v“ für [v], zum Beispiel in „Wort“ – [vɔʀt] und „Vase“ – [‘vɑ:zə]
„ch“ für [x] und [ç], zum Beispiel in „doch“ – [dɔx] und „dich“ – [dɪç]
„s“ für [s] und [z], zum Beispiel in „das“ – [das] und „Sache“ – [‘zaxə]
„sch“ und „ch“ für [ʃ], zum Beispiel in „schön“ – [ʃø:n] und „Chauffeur“ – [ʃo‘fø:ʁ]
„j“ für [j] und [ʒ], zum Beispiel in „jetzt“ – [jεt͜st] und „Jackett“ – [ʒa‘kεt]
„p“ und „b“ für [p], zum Beispiel in „Paar“ – [pɑ:ʁ] und „Sieb“ – [zi:p]
„b“ für [b], zum Beispiel in „Bar“ – [bɑ:ʁ]
„t“ und „d“ für [t], zum Beispiel in „Tor“ – [to:ʁ] und „Kleid“ – [kla͜et]
„d“ für [d], zum Beispiel in „Dach“ – [dax]
„k“ und „g“ für [k], zum Beispiel in „kaum“ – [ka͜om] und „Flug“ – [flu:k]
„g“ für [g] und [ʒ], zum Beispiel in „gut“ – [gu:t] und „Genie“ – [ʒε‘ni:]
„h“ für [h], zum Beispiel in „Hut“ – [hu:t]
„pf“ für [p͜f], zum Beispiel in „Pforte“ – [‘p͜fɔʀtə]
„ps“ für [p͜s], zum Beispiel in „Schlips“ – [ʃlɪp͜s]
„ts“, „z“ und „tz“ für [t͜s], zum Beispiel in „nichts“ – [nɪçt͜s], „Zoo“ – [t͜so:] und „Katze“ – [‘kat͜sə]
„tsch“ für [t͜ʃ], zum Beispiel in „rutschen“ – [‘ʀʊt͜ʃən]
„dsch“ für [d͜ʒ], zum Beispiel in „Dschungel“ – [‘d͜ʒʊŋəl]
„ks“ und „x“ für [k͜s], zum Beispiel in „Keks“ – [ke:k͜s] und „mixen“ – [‘mɪk͜sən]
„qu“ für [k͜v], zum Beispiel in „quer“ – [k͜ve:ʁ]

AspirationIm Deutschen werden die stimmlosen Verschlusslaute[10] [p], [t] und [k] vor Vokalen behaucht gesprochen, also von einem leichten Hauchlaut – [ʰ] – begleitet: [pʰ], [tʰ], [kʰ]. In der deutschen Sprache ist die Behauchung[11] jedoch kein bedeutungsunterscheidendes[12] Merkmal, denn die Laute werden sowohl behaucht wie unbehaucht als Sprachlaute gleich verstanden.

Dynamischer AkzentAuch die Betonung[13], die verschieden laute Aussprache, lässt sich in phonetischer Notation verschriftlichen, zum Beispiel im Wort „Seenotübung“ – [‘zė:nò:tˀý:bʊŋ]:

  • Mit der Überschwere – ˙ – auf der ersten Silbe – [zė:]
  • Mit der Vollschwere – ´ – auf der dritten Silbe – [ˀý:]
  • Mit der Kaumschwere – ` – auf der zweiten Silbe – [nò:t]
  • Ohne Schwere auf der vierten Silbe – [bʊŋ]

In der Lautschrift wird meist auf die Notation der Betonung mit Schweren verzichtet und nur die Betonung des Akzents – [‘] – in mehrsilbigen Wörtern verwendet.

Sprechpausen an SprechabschnittenVerzichtet wird fast immer auch auf die Notation von Sprech­pausen in Texten. Unabhängig von den Zeichen der Recht­schreibung – wie Punkt, Komma, Semikolon, Gedankenstrich, Doppelpunkt – können Sprechabschnitte gegliedert werden in:

  • Schluss eines Abschnitts – || – für eine lange Sprechpause
  • Ende eines Ausspruchs – || – für eine weniger lange Sprechpause
  • Zwischen Sinnschritten – | – für eine kurze Sprechpause
  • Zwischen Wortblöcken – ‘ – für eine Staupause

Melodischer AkzentIn Texten lässt sich auch die Tonhöhenbewegung[14] für das Sprechen kennzeichnen. Auf die Notation wird jedoch verzichtet, wenn die Aufmerksamkeit auf die akzentfreie Aussprache konzentriert werden soll. Die Zeichen zur Sprechmelodie können an die Notation der Sprech­abschnitte angefügt werden:

  • Vollschluss – \ – für das vollständige Senken der Tonhöhe
  • Halbschluss – ` – für das leichte Senken der Tonhöhe
  • Schwebeton – ˉ – für das Verbleiben auf einer Tonhöhe
  • Hochschluss – ´ – für das Heben der Tonhöhe

Die hier im Essay verwendete Lautschrift ist ein Ausschnitt aus dem Internationalen Phonetischen Alphabet, angewendet auf vorwiegend nichtzusammengesetzte Wörter der deutschen Sprache und nur wenige geläufige Fremdwörter. Am Anfang von Wörtern wird der Knacklaut hier nicht verschriftlicht.

Die Rechtlautung regelt nicht die Aussprache des eigenen Namens eines Sprechers; jeder Mensch mag seinen Namen aussprechen, wie er will.

Artikulation

Beim Sprechen werden Sprachlaute durch Artikulation[15] gebildet. Die menschlichen Artikulationsorgane befinden sich im und um den Mundraum:

  • Wenn die Stimmlippen[16] beim Sprechen schwingen, sind die Laute stimmhaft: bei allen Vokalen und stimmhaften Konsonanten. Bleiben die Stimmlippen entspannt, sind die Laute stimmlos: bei allen stimmlosen Konsonanten.
  • Zungenrücken[17] und Zäpfchen[18] variieren beim Sprechen die Enge im Rachen – wie bei den Hinterzungenvokalen [o] und [ɔ] sowie [u] und [ʊ] oder bei den Zäpfchen-Fließlauten[19] [ʀ] und [ʁ] oder beim Hintergaumen-Reibelaut[20] [x] und den Hintergaumen-Verschlusslauten[21] [k] und [g]. Das Gaumensegel[22] ist beim Sprechen der deutschen Sprache meist gehoben. Es senkt sich nur bei den Nasenlauten[23] [m], [n] und [ŋ], um dem Ausatmungsluftstrom[24] den Weg durch den Nasenraum[25] freizugeben.
  • Beim Sprechen des Hintergaumen-Nasenlauts[26] [ŋ] und des Hintergaumen-Reibelauts [x] wölbt sich der Zungenrücken zum weichen Gaumen[27] und bildet für den Ausatmungsluftstrom eine enge Passage. Bei den Hintergaumen-Verschlusslauten [k] und [g] wird dort der Ausatmungsluftstrom unterbrochen.
  • Zum harten Gaumen[28] wölbt sich die Zunge beim Sprechen der Vorderzungen­vokale [i], [ɪ], [ı], [e], [ɛ], [y], [γ], [ø] und [œ] sowie bei den Vordergaumen-Zisch­lauten[29] [ç] und [j].
  • Die Lippen[30] am vorderen Mundraum[31] sind sehr beweglich, sie stülpen sich bei den O-, U-, Ö- und Ü-Lauten – [o], [ɔ], [u], [ʊ], [ø], [œ] und [y], [γ] –, spreizen sich bei den I-Lauten [i], [ɪ] [ı], den E-Lauten [e] und [ɛ] sowie bei den Vordergaumen-Zischlauten [ç] und [j] und runden sich bei den Gaumen-Zischlauten[32] [ʃ] und [ʒ].
  • Beim Sprechen aller Vokale im Deutschen berührt die Zungenspitze[33] leicht die unteren Schneidezähne[34]. Beim Sprechen der Vordergaumen-Zischlaute [ç] und [j] liegt sie an den unteren Schneidezähnen.
  • Die Zungenspitze liegt beim Fließlaut[35] [l] und beim Nasenlaut [n] an den vorderen oberen Zahntaschen[36] und schwingt gegen sie beim Zungenspitzen-Fließlaut[37] [r]. Sie bildet mit den Zahntaschen eine Enge für den Ausatmungsluftstrom bei den Zischlauten [s], [z], [ʃ] und [ʒ], während sie ihn dort bei den Verschlusslauten [t] und [d] unterbricht.

Die Artikulationsorgane können immens viele unterschiedliche Laute erzeugen, doch jede Sprache – so auch das Deutsche – beschränkt sich auf ein begrenztes Lautinventar.

Silbe

Die deutsche Sprache hat mehr als 10.000 verschiedene Sprechsilben.

Jedes Wort besteht aus einer oder mehreren Sprechsilben.[38] Sprecheinheiten aus Sprachlauten[39] bilden eine Sprechsilbe. Sie stimmen nicht immer mit Bedeutungs­silben[40] überein, auch nicht mit den Schreibsilben[41] zur orthografischen[42] Wort­trennung. Im Deutschen enthält eine Silbe immer einen Vokal[43], zumeist ergänzt durch einen oder mehrere Konsonanten[44].

Anlautend, inlautend, auslautendIn Wörtern befinden sich Silben entweder am Anfang, am Ende oder dazwischen – zum Beispiel:

  • Die Silbe [ˀa͜e] im Wort „eigenbrötlerisch“ – [‘ˀa͜egənbʀø:tlɛʀɪʃ] befindet sich am Anfang des Wortes.[45]
  • Die Silbe [ʀɪʃ] im Wort „eigenbrötlerisch“ – [‘ˀa͜egənbʀø:tlɛʀɪʃ] befindet sich am Ende des Wortes.[46]
  • Die Silbe [lɛ] im Wort „eigenbrötlerisch“ – [‘ˀa͜egənbʀø:tlɛʀɪʃ] befindet sich an vorletzter Stelle im Wort.[47]
  • Die Silbe [bʀø:t] im Wort „eigenbrötlerisch“ – [‘ˀa͜egənbʀø:tlɛʀɪʃ] befindet sich an vorvorletzter Stelle im Wort.[48]
  • Die Silben [gən], [bʀø:t] und [lɛ] im Wort „eigenbrötlerisch“ – [‘ˀa͜egənbʀø:tlɛʀɪʃ] befinden sich alle zwischen erster und letzter Silbe.[49]

Erster Laut

Silben beginnen entweder mit einem Vokal oder einem Konsonanten: mit einem Anlaut, zum Beispiel:

  • Der Anlaut im Wort „oft“ – [ˀɔft] ist der Vokal [ɔ]
  • Der Anlaut im Wort „Tor“ – [to:ʁ] ist der Konsonant [t]

Nackte Silben beginnen mit einem Vokal im Anlaut, bedeckte Silben mit einem Konsonanten – zum Beispiel:

  • Die erste, dritte und vierte Silbe des Wortes „beobachten“ – [bə‘ˀo:baxtən] – sind bedeckt: [bə], [bax] und [tən]
  • Die zweite Silbe des Wortes „beobachten“ – [bə‘ˀo:baxtən] ist nackt: [ˀo:]

Letzter LautSilben enden entweder mit einem Vokal oder einem Konsonanten: mit einem Auslaut. Offene Silben[50] enden auf einen Vokal, geschlossene Silben[51] auf mindestens einen Konsonanten, zum Beispiel:

  • Der Auslaut im Wort „so“ – [zo:] ist der Vokal [o:] in offener Silbe.

  • Der Auslaut im Wort „Saft“ – [zaft] ist der Konsonant [t] in geschlossener Silbe.

Zwischen Anlaut und AuslautLaute innerhalb einer Silbe sind Inlaute. Sie folgen auf einen Anlaut oder auf einen anderen Inlaut und werden gefolgt von einem anderen Inlaut oder von einem Auslaut. Inlaute sind entweder Vokale oder Konsonanten, zum Beispiel:

  • In dem Wort „Gelb“ – [gɛlp] sind der Vokal [ɛ] und der Konsonant [l] Inlaute.

Dynamischer AkzentSilben in Wörtern werden entweder betont[52] oder unbetont[53] gesprochen – zum Beispiel:

  • Das Wort „geben“ – [‘ge:bən] wird auf der ersten Silbe[54] betont: auf [ge:].
  • Das Wort „verderblich“ – [fɛʁ‘dɛʁplɪç] wird auf der zweiten Silbe[55] betont: auf [dɛʁp].
  • Das Wort „Aktivität“ – [ˀaktɪvɪ‘tɛ:t] wird auf der letzten Silbe[56] betont: auf [tɛ:t].

  • Das Wort „Apotheke“ – [ˀapo‘te:kə] wird auf der vorletzten Silbe[57] betont: auf [te:].

  • Das Wort „beurteilen“ – [bə‘ˀʊʀta͜elən] wird auf der vorvorletzten Silbe[58] betont: auf [ʊʀ].

Die Regeln zur Rechtlautung beziehen sich auf Silben in nichtzusammengesetzten Wörtern.

Literatur

Duden. Die Grammatik
Duden. Das Fremdwörterbuch
Duden. Das Aussprachewörterbuch
Ingeborg Geißner-von Nida. Mimeo
Carl Martens, Peter Martens. Phonetik der deutschen Sprache
Hans Joachim Störig. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache
Hans-Heinrich Wängler. Atlas deutscher Sprachlaute
Christian Winkler. Lautreines Deutsch
www.wikipedia.org


[1] Rechtschreibung = Orthografie
[2] Rechtlautung = Orthoëpie
[3] Grammatik = Lehre vom System einer Sprache
[4 Laut = Phon, von altgriechisch „φωνή“: Laut, Ton, Stimme, Sprache
[5] Sprachlaut = Phonem
[6] Sprachlaut-Varianten, die keine Bedeutung verändern = Allophone
[7] Klanglich = phonetisch
[8] Quizlet. Linguistik – Phonologie
[9] Internationales Phonetisches Alphabet = API
[10] Verschlusslaut = Plosiv
[11] Behauchung = Aspiration; von lateinisch „aspirare“: Luft aushauchen
[12] Bedeutungsunterscheidend = adjungiert = distinktiv
[13] Betonung = dynamischer Akzent
[14] Tonhöhenbewegung = Sprechmelodie = melodischer Akzent
[15] Artikulation = Bildung menschlicher Sprachlaute, von lateinisch „artikulare“: deutlich sprechen
[16] Stimmlippe = Stimmfalte = plica vocalis
[17] Zungenrücken = dorsum linguae
[18] Zäpfchen = Gaumenzäpfchen = uvula
[19] Zäpfchen-Fließlaut = uvularer Liquid
[20] Hintergaumen-Reibelaut = gutturaler Frikativ
[21] Hintergaumen-Verschlusslaut = gutturaler Plosiv
[22] Gaumensegel = velum palatinum
[23] Nasenlaut = Nasal
[24] Ausatmungsluftstrom = Expiration
[25] Nasenraum = nasum spatium
[26] Hintergaumen-Nasenlaut = gutturaler Nasal
[27] Weicher Gaumen = Hintergaumen = palatum molle
[28] Harter Gaumen = Vordergaumen = palatum durum
[29] Vordergaumen-Zischlaut = palataler Sibilant
[30] Lippe = labium oris
[31] Mundraum = Mundhöhle = cavum oris
[32] Gaumen-Zischlaut = gutturaler Sibilant
[33] Zungenspitze = apex linguae
[34] Schneidezahn = dens incisivus
[35] Fließlaut = Liquid
[36] Zahntasche = Zahnfleischtasche = Zahndamm = Bereich der Alveolen
[37] Zungenspitzen-Fließlaut = lingualer Liquid
[38] Von lateinisch „syllaba“, griechisch „συλλαβή“: Zusammenfassung
[39] Sprachlaute = Phoneme
[40] Bedeutungssilbe = Morphemsilbe
[41] Schreibsilbe = Graphemsilbe
[42] orthografisch = der Rechtschreibung entsprechend, die Rechtschreibung betreffend
[43] Vokal = Selbstlaut
[44] Konsonant = Mitlaut
[45] Silbe am Anfang eines Wortes = syllaba prima
[46] Silbe am Ende eines Wortes = syllaba ultima
[47] Vorletzte Silbe in einem Wort = syllaba paenultima
[48] Vorvorletzte Silbe in einem Wort = syllaba antepaenultima
[49] Silben zwischen erster und letzter Silbe in einem Wort = Binnensilben = Mittelsilben
[50] Offene Silbe = syllaba aperta
[51] Geschlossene Silbe = syllaba clausa
[52] Betont = mit Überschwere gesprochen
[53] Vollschwere und Kaumschwere werden hier vernachlässigt
[54] Auf der ersten Silbe betont = prototon
[55] Auf der zweiten Silbe betont = deuteroton
[56] Auf der letzten Silbe betont = oxytonon
[57] Auf der vorletzten Silbe betont = paroxytonon
[58] Auf der vorvorletzten Silbe betont = proparoxytonon

Lernen

Standard

Wissen und Können erweitern

Lernen ist anstrengend. Lernen muss sich lohnen. Lernen gelingt am besten, wenn die Anstrengung sich lohnt. Ob sich lernen lohnt, entscheidet jeder selbst: Für einige ist die Freude am Lernen, die Begeisterung, mehr zu können, die Befriedigung, von einem Thema mehr zu verstehen oder mehr darüber zu wissen, Belohnung genug.

Manche brauchen äußere Anreize oder Ziele, eine zu bestehende Prüfung, die Chance für beruflichen Aufstieg, die Erlaubnis, etwas tun zu dürfen, oder schlicht mehr Geld als Lohn für die Lernanstrengung. Andere suchen mit dem Lernen Achtung, Respekt, Anerkennung in ihrem sozialen Umfeld.

Das Lustgefühl, das mit dem selbstständigen Lösen von Aufgaben entsteht, ist nachhaltiger als jede Belohnung von außen. Physiologisch gesehen wird das Hormon Dopamin – ein überwiegend erregend wirkender Neurotransmitter des zentralen Nervensystems – vermehrt ausgeschüttet, verstärkt die Aufmerksamkeit und steigert die Freude am Lernen.

Den stärksten Effekt auf das Lernen haben Interesse und Lust der lernenden Person. Je mehr das Lernthema mit den Erfahrungen und der aktuellen Situation des Lernenden zu tun hat, umso besser gelingt das Lernen. Erinnert eine neue Information an etwas Bekanntes, an etwas aus dem Alltag des Lernenden, wird sie besser behalten, weil sie auch emotional mit bereits vorhandenem Wissen verbunden wird. Taucht eine neue Information auch noch in mehreren Zusammenhängen beim Lernenden auf, bleibt sie ihm noch besser im Gedächtnis – etwa wenn er öfter über das Lern­thema spricht oder wenn eine Vokabel auch in anderen Kontexten auftritt. Kann das Gelernte gleich erfolgreich angewendet werden kann, bleibt das Behaltene sehr dauerhaft stabil im Gedächtnis.

Am besten funktioniert Lernen:

  • Mit einem klaren Ziel
  • Mit starken Emotionen
  • Durch Anknüpfen an Bekanntes
  • Durch Anwenden
Zum Beispiel Max

Max hat sich eine neue App für sein Smartphone zugelegt und will sie ausprobieren. Da er ähnliche Apps bereits kennt, spart er sich die Einführung. Er nutzt seine App sofort; manche erste Hinweise liest er, andere nicht. Durch seine Fehler bei der Nutzung lernt er. Sehr schnell beherrscht er die App.

 

Zum Beispiel Mona

Mona will ihre Fremdsprachenkenntnisse erweitern und hat sich zu einem Sprachkurs angemeldet. Vokabeln und Grammatik lernt sie nicht allein, sondern mit einer Freundin. Da ihr der Kursleiter wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sympathisch sind, beteiligt sie sich rege am Unterricht. Beim Sprechen und Schreiben sowie beim Verstehen der Fremdsprache stellt sie schnell Fortschritte fest, die sie auch in ihrem Beruf anwenden kann.

 

Zum Beispiel Manfred

Manfred ist seit Kurzem Führungskraft und will mehr zur Teamführung erfahren. Das Buch, das er zu dem Thema gelesen hat, fand er interessant, nur zufriedengestellt hat es ihn nicht. Jetzt trifft er sich regelmäßig mit einem Mentor und reflektiert mit ihm Situationen aus seinem Führungsalltag. Seither fühlt er sich wohler, weil er merkt, wie seine Souveränität im Umgang mit seinem Team steigt.

 

Zum Beispiel Michaela

Michaela hat ein Training zum prägnanten Schreiben besucht. In vielen Übungen zum Formulieren hat sie Varianten zu ihrem Schreibstil ausprobiert. Außerdem hat sie Regeln erfahren, die ihr das Schreiben erleichtern. Nun fühlt sie sich beim Schreiben sicherer und findet schneller die treffenden Worte.

Lernen ist kein reiner Speicherungsprozess, auch nicht beim stumpfen Auswendiglernen, sondern ein Einord­nungsprozess, in dem jede neue Information einen sinnvollen Platz im bereits vorhandenen Wissen einnehmen und sich mit ihm vernetzen muss. Doch nur was als wichtig eingeschätzt wird, vernetzt sich ausreichend im Langzeitgedächtnis und ist von dort jederzeit abrufbar.

Was gelernt werden soll, konkurriert mit einer Vielzahl anderer Informationen und Emotionen, Eindrücken und Wahrnehmungen um Speicherungskapazität. Das Gehirn schützt sich davor, zu viel zu lernen, und destilliert aus allen Gedanken und Ideen, Sinnesreizen, Empfindungen und Erlebnissen, die auf es einströmen, um erinnert zu werden, jenen winzigen Teil heraus, der wichtig genug erscheint, um in das vorhandene Wissenssystem integriert zu werden, damit Sinnvolles entsteht.

Die gewaltige Arbeit des Filterns und Sortierens wird vom Netzwerk der rund 100 Milliarden Nervenzellen im Kopf vollbracht, die an insgesamt rund 100 Billionen Kontaktstellen – Synapsen – miteinander verknüpft sind.

Lernziele

Wer lernen will, erleichtert seinem Gehirn die Auswahl, indem er zuvor für das Lern­thema klare Lernziele festlegt, also definiert, welches Wissen und Können er als Lernergebnisse anstrebt, welche Minimalanforderungen er an seine Lernresultate stellt. Zudem kann er seine Lernergebnisse mit seinen Lernzielen vergleichen, um eventuell die Methoden seines Lernens zu verändern oder um die Lernziele zu korrigieren. Außerdem sorgen Lernziele für zielstrebiges Lernen.

Lernziele lassen sich in drei Schritten bestimmen:

  1. Mögliche Lernziele suchen, sammeln und notieren
  2. Die notierten Lernziele gruppieren
  3. Die gruppierten Lernziele nach Wichtigkeit und Dringlichkeit priorisieren
Beispiele für Lernziele:

  • Die Pointe einer in englischer Sprache vorgetragenen Fabel verstehen
  • Die Quadratwurzel einer Zahl mithilfe eines Rechenschiebers ziehen
  • Den Sinn einer soziologischen Abhandlung wiedergeben
  • Alle in Deutschland geltenden Verkehrsschilder kennen
  • Alle Teile einer Taschenlampe aufzählen
  • Zu zwei Tagesereignissen Stellung nehmen

Nachdem definiert ist, was mit dem Lernen beabsichtigt ist, stellt sich die Frage, wie die priorisierten Lernziele zu erreichen sind:

  • Mit welchen Inhalten?
  • Mit welchem Aufwand?
  • Mit wie viel Zeitinvestition?
  • Bis zu welchem Termin?
Zum Beispiel Max

Max bekommt die Inhalte seines Lernens von der App vorgegeben und entscheidet sich, spielerisch zu lernen, ohne zusätzlichen Aufwand für die Einführung. Er integriert die Lernzeit in die Spielzeit und beginnt mit dem Vergnügen sofort.

 

Zum Beispiel Mona

Mona bekommt die Inhalte ihres Lernens vom Kursleiter vorgegeben und wendet viel Energie für ihr Lernen auf. Neben der Zeit für den Kurs mit Hin- und Rückfahrt investiert sie fast täglich eine Stunde für Hausaufgaben sowie Vor- und Nachbereitung. Sowohl die Kurstermine wie auch das Kursende sind ihr bekannt.

 

Zum Beispiel Manfred

Manfred bespricht mit seinem Mentor aktuelle Situationen aus seinem Berufsalltag. Mit seinem Mentor entwickelt er Ideen, wie er sich verhalten kann, und erhält von ihm Wissen aus der Organisationspsychologie. Bei den Treffen ist Manfred stets sehr konzentriert und wendet das Gelernte meist sofort an, indem er sich gründlich auf ähnliche Situationen wie die besprochenen vorbereitet. Zusätzliche nimmt er sich jeden Morgen zehn Minuten Zeit zum Überlegen, wie er das Gelernte umsetzen kann. Mit seinem Mentor hat er vereinbart, sich ein Jahr lang vierzehntäglich bis monatlich zu treffen.

 

Zum Beispiel Michaela

Michaela hatte die Inhalte des Trainings bereits in der Ankündigung gesehen und ihre alten Grammatikhefte noch einmal angeschaut. Sie weiß, mit der Teilnahme an dem Training ist ihr Lernen noch nicht abgeschlossen, und wendet einzelne Trainingsinhalte in kleinen Portionen beim Schreiben an. Für ein halbes Jahr formuliert sie täglich eine E-Mail sowie einen anderen Text besonders prägnant.

Wenn ein Lernziel – ein in der Zukunft liegender angestrebter Zustand – smart formuliert ist, kann es seine Wirkung positiv entfalten. Smarte Lernziele sind:

  • Schriftlich dokumentiert, damit der Lernende sie als wertvoll empfindet und sie repetieren kann
  • Messbar, damit der Lernende sie überprüfen und kontrollieren kann
  • Anspruchsvoll, mit nicht zu hohen, nicht zu geringen Anforderungen, um die Selbstmotivation zu steigern
  • Realistisch und konzentrieren sich auf das Wesentliche für den Lernenden
  • Terminiert, damit der Lernende einen Lernplan erstellen kann

Smarte Lernziele enthalten Verben, die Tätigkeiten bezeichnen und wenig Interpretationen zulassen.

Lernziele schildern das beabsichtigte Anwenden der Lerninhalte: möglichst schriftlich, gegliedert und priorisiert. Sie nennen die angestrebte Lernstufe und geben an, welche Inhalte zu lernen sind, mit welchem Engagement und in welcher Zeit. Ergänzend können sie erlaubte und verbotene Hilfsmittel anführen. Sie sind der Maßstab für das Lernen und ihr Erreichen lässt sich prüfen – vom Lernenden selbst oder von einer vertrauenswürdigen Person zu vereinbarten Terminen.

Realisierte Lernziele bereiten Freude, sie motivieren und berechtigen, stolz zu sein. Nicht realisierte Lernziele geben Anlass, das Lernen oder die Lernziele zu ändern.

Lernstufen

Lernziele können und dürfen unterschiedlich schwierig zu erreichen sein, ja nachdem wofür das Gelernte gebraucht wird. Sich drei Namen oder Zahlen zu merken ist weniger anspruchsvoll als das Nacherzählen einer Geschichte oder als die Fähigkeit, eine Therme zu reparieren oder ein Unternehmen zu reorganisieren. Das angestrebte Lernergebnis lässt sich auf vier Lernstufen definieren.

  • Erste Lernstufe: Reproduktion des Gelernten
    Das Gelernte kann auf Abruf aus dem Gedächtnis wiedergegeben werden.
  • Zweite Lernstufe: Reorganisation des Gelernten
    Das Gelernte kann mit eigenen Worten, in anderer Reihenfolge oder unter anderer Perspektive wiedergegeben werden.

Mit der oberflächlicheren Verarbeitung des Lerninhalts für die erste und zweite Lernstufe lassen sich kurzfristige Lernerfolge erzielen – zum Beispiel durch Lesen, Wiederholen, Unterstreichen, Markieren, Anschauen oder Auswendiglernen.

  • Dritte Lernstufe: Transfer des Gelernten
    Die Grundprinzipien des Gelernten können selbstständig auf neue ähnliche Aufgaben übertragen werden.
  • Vierte Lernstufe: Schöpferische Neuleistung
    Das Gelernte kann für konstruktive Kreativität eingesetzt werden, für originelle Verbesserungen, für neuartige Verfahren oder Ähnliches.
Zum Beispiel Max

Max braucht für die Nutzung seiner App bloß die erste Lernstufe. Das Übertragen des Gelernten auf andere Situationen wäre zufällig und ist nicht beabsichtigt.

 

Zum Beispiel Mona

Mona strebt die dritte Lernstufe an. Sie will sich in der Fremdsprache auch außerhalb ihres Kurses mit anderen verständigen.

 

Zum Beispiel Manfred

Manfreds Ziel ist die dritte Lernstufe. Er überträgt die Erkenntnisse aus den Gesprächen mit seinem Mentor auf seine beruflichen Alltagssituationen.

 

Zum Beispiel Michaela

Michaela wendet das Gelernte auf der dritten Lernstufe an. Sie überträgt die Inhalte des Trainings auf ihr tägliches Schreiben.

Mit der tieferen Verarbeitung der Lerninhalte für die dritte und vierte Lernstufe lassen sich dauerhaft Kenntnisse etablieren und in der Praxis anwenden – zum Beispiel durch Visualisieren, Entwickeln eigener Fragen, Finden von Analogien und Beispielen, Exzerpieren, Zusammenfassen, Umstrukturieren oder Erklären.

Lernmethoden

Wer effektiv lernen will, braucht geeignete Lernmethoden für das Erreichen seiner Lernziele auf der der gewünschten Lernstufe zu seinem ausgesuchten Lernthema, die zudem seiner Situation, seinen Gewohnheiten und seinen Neigungen entsprechen. Da das Lernen mit nur einer Methode schnell ermüdet, eher langweilt und auch weniger effektiv ist, ist das Verwenden mehrerer Lernmethoden sinnvoller,

Methoden sind der bewusste, geplante und organisierte Weg, auf möglichst optimale Weise ein Ziel zu erreichen.[1]
  • Wer sich primär neue Fakten aneignen will, wählt vornehmlich Methoden, die er allein nutzt – zum Beispiel einen Lehrfilm oder Leittext, einen Audiokurs oder einen Lehrbrief; er lernt durch Lesen oder eine Programmierten Unterweisung, durch Suggestopädie oder Superlearning, durch E-Learning oder Hyperlernen.
  • Wer eine höhere Lernstufe als Reproduktion und Reorganisation erreichen will, wählt – eventuell nach dem Lernen allein –Lernmethoden, bei der andere beteiligt sind – zum Beispiel Gruppenarbeit oder Gruppendynamische Übungen, Fallstudien oder Projektarbeit, ein Planspiel oder Rollenübungen; er lernt in einer Simulation oder in einem Szenario, in einer Zukunftswerkstatt oder bei Exkursionen.
  • Wer von anderen lernen will, braucht keine oder nur sehr geringe Steuerung für sein Lernen – vielleicht eingangs eine Anleitung oder eine Moderation. Das Lernen durch eigenes Tun erzielt sehr nachhaltige Lernleistungen – zum Beispiel bei Kartenabfragen oder im Best Practice, durch Konstruktive Kritik oder Feedback, auch bei einem Testkauf.
  • Wer weiß, er lernt eher durch Praxis als durch das Aneignen von Theorie und vermittelten Informationen, wählt eine Lernmethode, mit der er durch Üben sein bereits vorhandenes Wissen und Können selbst erweitern und viel ausprobieren kann – zum Beispiel im Training oder Verhaltenstraining, mit Videoanalysen oder Brainstormings, per Mindmaps oder in Diskussionen, auch im Kontrollierten Dialog.
  • Wer viel Anleitung für sein Lernen wünscht oder benötigt oder sich viele Kenntnisse aus kompakter Darstellung aneignen will, bevorzugt Methoden, bei denen Wissensvermittler den Verlauf des Lernens stark bestimmen – zum Beispiel Unterricht oder einen Vortrag, eine Podiumsdiskussion oder ein Lehrgespräch, eine Moderation oder Ganzheitliches Lernen.
  • Wer für sein Lernen und die Kontrolle seiner Lernfortschritte individuelle Anleitung sucht, greift nach dialogischen Methoden, die Wertschätzung, Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln – zum Beispiel Partnerarbeit oder Unterweisung, Labortraining oder Beobachtung on the job, als Strukturiertes Interview oder eine Stärken-Schwächen-Analyse.
Zum Beispiel Max

Max lernt allein und durch Üben. Die Steuerung seines Lernens übernimmt die App. Von anderen lernt er eventuell, wenn das Gespräch auf die neue App kommt, also nicht methodisch.

 

Zum Beispiel Mona

Mona lernt mit anderen und durch Üben. Ihr Kurs bietet Gruppenarbeit, Rollenübungen und Tonaufnahmen, vielleicht sogar mal eine Exkursion. Die Steuerung des Kursleiters beschränkt sich auf Kurzvorträge, Korrekturen und Aufgaben sowie auf das Moderieren der Gruppendiskussionen.

 

Zum Beispiel Manfred

Manfred lernt dialogisch mit seinem Mentor. Begonnen haben sie mit einer Stärken-Schwächen-Analyse. Jetzt behandeln sie diverse Szenarien und diskutieren Situationen, Entwicklungen und Verhaltensweisen.

 

Zum Beispiel Michaela

Michaela hatte im Training mit anderen gelernt und geübt. Die kurzen Vorträge des Trainers waren informativ und sie hat die Inhalte in den anschließenden Übungen gleich umgesetzt. Vom Trainer hat sie konstruktive Kritik zu Ihren Texten bekommen, von den anderen Teilnehmern Feedback.

Nach der Wahl der geeigneten Lernmethoden kann der Lernwillige sein Lernen effektiv gestalten. Er kennt seine Anforderungen an seine Qualifizierung und kann sie kompetent gegenüber Qualifizierern vertreten – zum Beispiel im Gespräch mit seiner Führungskraft oder mit einem Personalentwickler. Schließlich wird er die für ihn geeigneten Lernmethoden als Kriterien nutzen, um sich für einen passenden Quali­fizierungsprozess zu entscheiden.

Qualifizierungsprozesse

Je nach ihren privaten und beruflichen Umständen, nach ihren Lerngewohnheiten und ihren Lernzielen entscheiden sich Lernwillige für einen passenden Qualifizie­rungsprozess:

  • Für selbstgesteuertes Lernen, bei dem die Teilnehmer die meiste Eigenverantwortung haben – beispielsweise im Selbststudium, im Studium, im Fernstudium, im Fernlehrgang oder im Lernprogramm
  • Für gruppengesteuertes Lernen, das von den Teilnehmern große Teamkompetenz verlangt – beispielsweise im Erfahrungsaustausch, im Arbeitskreis, im Qualitätszirkel, im Forum oder beim Infomarkt
  • Für fachübergreifendes Lernen, das eher indirekt fachliche Kompetenzsteigerung bringt – beispielsweise im Incentive, im Outdoortraining, in der Sommerakademie, auf einer Tagung, auf einem Kongress, bei einem Symposion oder im Bildungsurlaub
  • Für fachbezogenes Lernen zu konkretem Fachthemen – beispielsweise als Unterricht, als Lernen am Arbeitsplatz, in einer Lehrwerkstatt, bei einer Praxisberatung, in einem Traineeprogramm
  • Für direktives Lernen mit starker Steuerung durch die Leitung – beispielsweise in einer Schulung, in einem Lehrgang oder in einem Kurs
  • Für interaktives Lernen, das eine dauerhafte Wirkung verspricht – beispielsweise in einem internen oder externen Seminar, in einem Erlebnis-, einem Fach- oder Multiplikatorenseminar, in einem Training oder einem Workshop
  • Für verhaltensbezogenes Lernen, dessen Ergebnisse sich sofort umsetzen lassen – beispielsweise im Einzeltraining, in einem internen oder externen Coaching, in einem Teamcoaching, in einer Supervision, in einem Coaching als Führungsmaßnahme oder in einem Mentoring
Zum Beispiel Max

Max lernt selbstgesteuert im Selbststudium mit seiner neuen App umzugehen.

 

Zum Beispiel Mona

Mona lernt gesteuert in einem Kurs mit vielen interaktiven Elementen.

 

Zum Beispiel Manfred

Manfred lernt verhaltensbezogen mit seinem Mentor, der manchmal auch sein Führungsverhalten supervidiert.

 

Zum Beispiel Michaela

Michaela hat im Schreibtraining interaktiv gelernt, obgleich manche Phasen direktiv geprägt waren.

Lernleistung

Nachdem die Lernziele festgelegt sind und klar ist, welche Lernstufe erreicht werden soll, wenn die Lernmethoden gewählt sind und ein geeigneter Qualifizierungsprozess gefunden ist, kann das Lernen beginnen. Dabei variiert zwar die Lernleistung je nach Lerntyp und Lerninhalt, doch gleichwohl: Abgesehen von der Lernmotivation verbessert das Lernen mit verschiedenen Lernmedien die Informationsaufnahme und steigert die Lernleistung.

Lernvorgang Lernmedium-Beispiele Lernleistung
Lesen Buch, Hand-out Am geringsten
Hören Audioprogramm, Hörbuch Sehr gering
Sehen Stummfilm, Bildband Gering
Hören und sehen Lernprogramm, Vortrag Passabel
Erleben Seminar, Training Recht gut
Berichten, dokumentieren Aufgabe, Notizen, Test Gut
Tun, selbst erarbeiten Projektarbeit, Übung Sehr gut

Wer effizient lernen will, wird sich für Lernmedien entscheiden, die beste Lernleistungen versprechen. Sollten sie für ein Lernthema nicht verfügbar sein, können andere Medien oder Medienkombinationen zu akzeptablen Ergebnissen führen. Zu erwägen ist jedoch auch eine Terminverschiebung für das Lernen. Je niedriger die gewünschte Lernstufe ist, die erreicht werden soll, und je mehr Zeitraum dem Lernen zur Verfügung steht, umso eher können auch Lernmedien, die geringere Lernleistungen erwarten lassen, zu angemessenem Erfolg führen.

Lernleistung lässt sich nicht unerschöpflich produzieren, Lerninhalte lassen sich nicht pausenlos speichern. Lernen braucht Energie und Zeit. Um Lernen effektiv zu gestalten, muss auch die Dauer der Lernphasen wohlproportioniert sein.

Folgen Lernschritte unmittelbar aufeinander, hemmt der nachfolgende Lernschritt den vorangegangenen, weil er die Arbeit des Gehirns stört, das sich noch mit dem vorangegangen beschäftigt.

Folgen Lernschritte unmittelbar aufeinander, hemmt der vorangehende Lernschritt den nachfolgenden, weil das Gehirn noch damit beschäftigt ist, den vorangegangenen Lernschritt zu ver­arbeiten, und noch nicht fähig ist, den nachfolgenden angemessen zu verarbeiten.

Jeder Lernschritt braucht also genügend Zeit – etwa 10 bis 20 Minuten –, um das Gelernte angemessen zu speichern.

Eine Gruppe Versuchspersonen reproduzierte bei einer Lernkontrolle nach zwanzig Minuten nur die Hälfte von dem, was eine Kontrollgruppe wiedergab, die nur einen Lernprozess aufzunehmen hatte.

Eine Pause zwischen Lernschritten verhindert, dass
das Verarbeiten der Lerninhalte sich wechselseitig beeinträchtigt. Bereits eine fünfminütige Lernpause reduziert die retrograde und die proaktive Hemmung der Lernschritte erheblich.

Eine Lernpause kann durchaus aktiv gestaltet sein, nur soll während der Pause nichts Ähnliches oder auf ähnliche Weise gelernt werden. Ein auflockernder Scherz, eine passende Anekdote, ein illustres Beispiel können bereits die Lernleistung steigern oder ein Plausch oder das Holen eines Getränks oder eine gymnastische Übung oder eine andere Aktivität.

Die scheinbar verlorene Zeit für eine kurze Lernpause wird mehr als wettgemacht durch anschließend bessere Lernleistungen.

Wie gut ein Lerninhalt im Gedächtnis bleibt, wird auch durch seine Position innerhalb eines Lernschritts bestimmt:

  • Lerninhalte am Anfang eines Lernschritts werden gut behalten, eine proaktive Hemmung ist nicht vorhanden.
  • Lerninhalte am Ende eines Lernschritts werden sogar noch besser behalten, verschont von retrograder Hemmung.
  • Lerninhalte im mittleren Bereich eines Lernschritts werden am schlechtesten behalten, sie werden sowohl von retrograder als auch proaktiver Hemmung gestört.

Da die Behaltensleistung beim Lernen am Beginn noch gut ist, dann deutlich abfällt und am Ende sogar die Behaltensleistung des Anfangs übertrifft, sind wichtige Lerninhalte nach einer Pause gut positioniert, die wichtigsten vor einer Lernpause.

Lernmotive entsprechen Bedürfnissen und Wünschen des Lernenden Sie wirken umso stärker, je intensiver Lernerfolge als angenehm empfunden werden. Häufige und unmittelbare Lernkontrollen können die Wirkung der Lernmotive nachhaltig unterstützen – sofern die Ergebnisse positiv sind, Misserfolge reduzieren fast immer die Lernmotivation.

Je stärker und je mehr Lernmotive mit den Lernzielen verknüpft sind, umso leichter lässt sich lernen. Kurzfristig erreichbare Lernziele steigern die Lernmotivation eher als erst langfristig erreichbare. Hilfreich ist also, langfristige Lernziele in Teilziele aufzuteilen.

Lernmotive verschwinden nicht plötzlich, können sich aber allmählich abschwächen – etwa weil sich die Einstellung ändert oder weil die Anstrengung zu groß ist oder weil sich Misserfolge einstellen. Der Lernende könnte das engagierte Lernen aufgeben und auf das Erreichen seiner Lernziele verzichten. Er könnte allerdings stattdessen zum Beispiel seine Lernmethode ändern oder seine Lernziele variieren oder sich einen anderen Qualifizierungsprozess suchen.

Zum Beispiel Max

Max kommt beim Verwenden seiner neuen App seinem Spielbedürfnis nach. Der Spielverlauf kontrolliert permanent sein Lernen. Seine Erfolge motivieren ihn. Sein Lernziel ist, immer besser zu werden, was er sowohl kurzfristig wie auch langfristig erreicht.

 

Zum Beispiel Mona

Mona hat Freude am Lernen der Fremdspreche, die sie auch in ihrem Beruf anwenden kann. Die Übungen im Kurs geben ihr positives Feedback, und die freundlichen Korrekturen des Kursleiters empfindet sie als Wertschätzung. Die Hausaufgaben bewältigt sie innerhalb der Zeit, die sie sich vorgenommen hat.

 

Zum Beispiel Manfred

Manfred spürt die steigende Akzeptanz durch sein Team. Seine morgendlichen Überlegungen, wie er die Hinweise seines Mentors umsetzen kann, bestärken ihn. Er entdeckt bei seinen Mitarbeitern auch Wirkungen kleiner Änderungen seines Führungsverhaltens.

 

Zum Beispiel Michaela

Michaela erhält sowohl von ihrer Führungskraft als auch von ihren Korrespondenzpartnern positive Bemerkungen zu ihrem Schreibstil. Mit der Wahl ihrer Worte beim Schreiben ist sie immer schneller zufrieden. Sie hat sich vorgenommen, im Internet nach grammatischen Übungen zu suchen.

Lernverhalten

Beim Lernen sind Hindernisse vielfältiger Art zu überwinden. Wer etwas nicht versteht, kann sich informieren, kann fragen – so lange und so oft, bis er es verstanden hat. Manchmal hängt das Begreifen nur an einer Winzigkeit, und sobald die Winzigkeit erfasst ist, erschließt sich dem Lernenden der übrige Lerninhalt.

Aufmerksamkeit ist Bedingung für jegliches Lernen: beim Lesen und Zuhören, beim Zuschauen und Handeln. Je motivierter jemand lernt, umso aufmerksamer lernt er.

Erst Notizen geben die Möglichkeit, Neues selbst sinnvoll zu verarbeiten und so das Lernen zu intensivieren. Die Lernleistung steigt noch einmal durch das Überarbeiten innerhalb von 72 Stunden, durch Wiederholen, Schreiben und Restrukturieren, aber auch durch Markieren und Unterstreichen.

Je engagierter die Beteiligung am Lernen, umso effektiver wird es. Jeder Beitrag zu einer Diskussion, jede Mitarbeit an einer Übung, jedes Erläutern der Lerninhalte, jedes Gespräch darüber steigert die Behaltensleistung.

Je eher das Gelernte seine Anwendung findet, desto größer ist seine Wirkung. Das Umsetzen oder das Üben oder Erklären des Gelernten innerhalb von 24 Stunden hat die effektivste Wirkung auf die Lernleistung.

Intensivieren lässt sich die Lernleistung durch das Verbinden der Lerninhalte mit Emotionen des Lernenden – zum Beispiel durch Beziehen der Lerninhalte auf eigene Ziele, durch Vorstellen des eigenen Nutzens aufgrund der Lerninhalte, durch Bewerten oder Kritisieren der Lerninhalte, durch Entwickeln von Gegenargumenten – mit den passenden Lernmethoden in einem geeigneten Qualifizierungsprozess.

Peter Hilbert

[1] Dieter Jütting. Methoden des Erwachsenenunterrichts

Lernmethoden

Standard

Damit das Lernen effektiv wird

Wer effektiv lernen will, braucht geeignete Lernmethoden für das Erreichen seiner Lernziele auf der der gewünschten Lernstufe zu seinem ausgesuchten Lernthema, die zudem seiner Situation, seinen Gewohnheiten und seinen Neigungen entsprechen. Da das Lernen mit nur einer Methode schnell ermüdet, eher langweilt und auch weniger effektiv ist, wählen Lernwillige sinnvollerweise mehrere Methoden, die ihnen die Möglichkeit geben:

  • Allein zu lernen
  • Mit anderen zu lernen
  • Von anderen zu lernen
  • Durch Üben zu lernen
  • Gesteuert zu lernen
  • Dialogisch zu lernen

Mit der Wahl der individuell passenden Lernmethoden fällt anschließend leichter, sich für eine Qualifizierung zu entscheiden, in der die ausgesuchten Methoden eingesetzt werden – auch wenn vielleicht andere sie ihm zur Verfügung stellen. Erläuterungen zu den Methoden können die Auswahl erleichtern.

Allein lernen

Wer sich primär neue Kenntnisse aneignen will, wählt vornehmlich Methoden, die er allein nutzt.

Ein Lehrfilm ist didaktisch aufgebaut. Er unterstützt das Vermitteln von Kenntnissen, Fertigkeiten, und Verhaltensweisen. Lehrfilme heißen auch „Unterrichtsfilme“. – Bekannte Beispiele sind „Das Experiment“ (Deutschland 2001) zum Stanford-Prison-Experi­ment oder auch „Abraham – ein Versuch“ (Deutschland 1970) zum Milgram-Experi­ment.

Der Leittext strukturiert einen Lernprozess durch schriftlich definierte Lernziele, Fragen, Hilfen und Hinweise für das weitere Vorgehen. Seine Informationen, Aufgaben und Kontrollen dienen Lernenden für ihre theoretische und praktische Selbstqualifizierung zum Beispiel in Projekten.

Die Programmierte Unterweisung ist Wissensvermittlung in kleinen logischen und aktivierenden Lernschritten ohne Lehrenden. Auf jeden Lernschritt folgt eine Lernkontrolle. Der Lernende bestimmt Lerngeschwindigkeit und Lernintensität.

Ein Lehrbrief vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten ohne anwesende Lehrkraft. Er ist didaktisch aufgebaut und enthält Übungsaufgaben zur Kontrolle der Lernfortschritte und zur Anwendung des Gelernten.

Lesen erfasst geschriebene Informationen mit den Augen und dem Verstand.

Audiokurse sind Hörbücher, die didaktisch aufbereitete Kenntnisse vermitteln. Sie aktivieren Hörer durch Fragen und durch ergänzende Texte. Audiokurse werden meist für das Lernen einer Fremdsprache eingesetzt und auch als „Audiotrainings“ bezeichnet.

Suggestopädie ist ganzheitliches Lernen und Lehren in Entspannung, wobei künstlerische Ausdrucksformen und nichtverbale Kommunikationsmittel in den Lernprozess integriert sind. Suggestopädie setzt voraus, dass Lernleistung bei Verminderung des Leistungsdrucks steigt.

Superlearning – als Variante der Suggestopädie – ist ganzheitliches Lernen von Sprachen in Entspannung, wobei künstlerische Ausdrucksformen und nichtverbale Kommunikationsmittel in den Lernprozess integriert sind. Superlearning setzt voraus, dass Lernleistung bei Verminderung des Leistungsdrucks steigt.

E-Learning ist selbstgesteuertes interaktives Lernen mit einem Lernprogramm. Das Lernprogramm fragt das Wissen des Lernenden ab und leitet daraus die nächsten Lernschritte ab. Der Lernende bestimmt dadurch Geschwindigkeit, Dauer und Umfang des Lernens nach seinen individuellen Voraussetzungen selbst. E-Learning  heißt auch „Computer Based Training“ oder „Computerunterstütztes Lernen (CUL)“. In Kombination mit anderen Methoden wird das E-Learning zum „Blended Learning“.

Beim Hyperlernen verknüpft der Lernende neue Informationen bewusst mit möglichst vielen ihm bekannten Themen und Erlebnissen. Um hyperlernen zu können, muss er das Neue profund verstehen.

Mit anderen lernen

Wer eine höhere Lernstufe als Reproduktion und Reorganisation erreichen will, wählt – eventuell nach dem Lernen allein – eine oder mehrere Lernmethoden mit Beteiligung anderer.

Gruppenarbeit ist das Lernen in Kleingruppen. Mehrere Teilnehmer arbeiten gleichzeitig an einem Thema oder an mehreren Themen, vornehmlich in Diskussionen. Die Gruppenarbeit fördert das selbstständige Denken, die Zusammenarbeit und die Behaltensleistung. Außerdem schließt sie beiläufig Wissenslücken.

Gruppendynamische Übungen führen zu besserem Verstehen von Gruppenprozessen. Die Teilnehmer erleben Aktionen und Reaktionen der Gruppenmitglieder und die daraus resultierende wechselseitige Beeinflussung. Alle mit den Übungen beabsichtigten Vorgänge betreffen die Verfassung der Gruppe und ihre Aktivitäten.

In der Fallstudie wenden Teilnehmer kurz zuvor erlerntes Wissen in einer simulierten Situation praxisorientiert an. Aufgabe ist, die Situation zu analysieren. Die Methode eignet sich als Einzel- oder Gruppenarbeit. Die Fallstudie wird auch „Case Study“ oder „Fallbeispiel“ genannt.

Das Lernen durch Projektarbeit ist eine Methode der Ausbildung. Ziel, Dauer und betriebsbezogenes Thema der Projektarbeit werden gemeinsam von Ausbilder und Projektarbeitsteam festgelegt. Das Projektarbeitsteam entwickelt selbstständig sein Vorgehen zur Informationsbeschaffung, Planung, Entscheidung, Durchführung und Kontrolle.

Das Planspiel ist eine Simulation realer Zusammenhänge von Entscheidungen und deren Auswirkungen. Die Teilnehmer spielen über mehrere Runden in einem fortlaufenden Prozess. Die Wechselwirkungen von Aktion und Reaktion im Planspiel sind geeignet, Entscheidungsfindungen zu trainieren.

In Rollenübungen proben Personen vermittelte Verhaltensweisen in Beispielsituationen, um gelernte Fertigkeiten und Kenntnisse für die Praxis zu festigen. Die Rollenübung wird oft mit einem Tonträger oder per Video aufgezeichnet. Jede Rollenübung wird analysiert, um den an ihr Beteiligten konstruktive Hinweise für ihr Verhalten zu geben. Die Rollenübung wird auch „Rollenspiel“ genannt.

Die Simulation ist die realitätsnahe Übung von Situationen – zum Beispiel von Verhandlungsgesprächen.

Das Szenario ist ein Entwurf für einen Handlungsablauf mit dem Ziel, in kreativer Arbeit Handlungszusammenhänge zu erfassen und zu generalisieren. Ein Szenario wird von den Teilnehmern einer Lerneinheit entwickelt. Es enthält Angaben über die Entwicklung einer Situation und Beschreibungen von Handlungen.

In der Zukunftswerkstatt lernen die Teilnehmer, Entscheidungen kreativ zu entwickeln. Die Gruppe formuliert Wünsche und entwickelt Vorschläge, wie sie zu erfüllen sind. Die Zukunftswerkstatt besteht aus drei Phasen:

  1. In der Beschwerde- und Kritik-Phase äußern die Teilnehmer Unmut, Kritik und negative Erfahrungen zum Werkstattthema und ordnen sie zu Themenbereichen.
  2. In der Fantasie- und Utopie-Phase entwickelt die Teilnehmergruppe für die Ergebnisse der ersten Phase Wünsche, Vorstellungen und alternative Ideen, entscheidet sich für die interessantesten Einfälle und arbeitet sie in kleinen Arbeitsgruppen zu Lösungsvorschlägen aus.
  3. In der Verwirklichungs- und Praxis-Phase prüft die Teilnehmergruppe die Durchsetzungschancen der Entwürfe, nennt Hinderungsgründe und projektiert deren Überwindung.

Ziel der Zukunftswerkstatt ist, konstruktiv Ideen zu entwickeln und sie auf ihre Realisierungsmöglichkeiten zu prüfen.

In Exkursionen lernen die Teilnehmer mit einem hohen Praxisbezug. Sie erhalten für ihre Erkundung präzise Aufgaben, die sie anschließend gemeinsam reflektieren.

Von anderen lernen

Das Lernen von anderen braucht keine oder nur sehr geringe Steuerung – vielleicht eingangs eine Anleitung oder eine Moderation. Die Inhalte entwickeln die Teilnehmer ohne äußeren Einfluss. Da die Teilnehmer durch ihr eigenes Tun lernen, erzielen sie sehr nachhaltige Lernleistungen.

Bei der Kartenabfrage stellt der Moderator eine Arbeitsfrage und die Teilnehmer schreiben ihre Antworten auf Karten. Anschließend liest jeder seine Antworten vor und pinnt seine Karten an die Moderationswand. Danach entscheiden die Teilnehmer, welche Karten zusammengehören, und gruppieren die Karten thematisch. Die so gebildeten Themengruppen werden eingerahmt und mit Überschriften versehen, die das Gemeinsame der Beiträge widerspiegeln und mit denen weitergearbeitet werden kann – beispielsweise als Arbeitsaufgaben für Kleingruppen.

Das Best Practice ist der Austausch von während der Arbeit erworbenen Kenntnissen, Eindrücken und Erfahrungen – ohne Steuerung von außen.

Konstruktive Kritik ist die detaillierte sachliche Stellungnahme zu einer Leistung oder einem Vorschlag. Sie zielt auf Veränderung und formuliert Vorzüge und Bedenken. Sie stellt Mittel und Wege dar, die Vorzüge zu wahren und die Bedenken auszuräumen. Konstruktive Kritik endet stets mit einer Vereinbarung.

Im Feedback beschreibt der Feedbackgeber dem Feedbacknehmer seine Eindrücke und seine Empfindungen zu dessen Verhalten, ohne es zu bewerten, und schlägt Änderungen vor. Der Feedbacknehmer rechtfertigt sich nicht. Anschließend wird der Feedbackgeber zum Feedbacknehmer.

Beim Testkauf simulieren Teilnehmer einer Qualifizierung die Kundenrolle bei einem nicht eingeweihten Verkäufer eines anderen Unternehmens. Sie beobachten den Verkäufer anhand vorgegebener Kriterien. Anschließend beschreiben sie ihre Beobachtungen und analysieren sie mit den anderen Teilnehmern. Der Testkauf sensibilisiert die Teilnehmer für das Verkaufen.

Durch Üben lernen

Wer weiß, er lernt eher durch Praxis als durch das Aneignen von Theorie und vermittelten Informationen, wählt eine Lernmethode mit der er sein bereits vorhandenes Wissen selbst erweitern und viel ausprobieren kann.

Das Training ist das Einüben von Fertigkeiten und Verhaltensweisen. Es kann auch am Arbeitsplatz eingesetzt werden. Training wird synonym zu „Übung“ gebraucht.

Verhaltenstraining ist das Training von Verhaltensweisen – zum Beispiel für den freundlichen Umgang mit Kunden.

Die Videoanalyse ist das Einüben von Fertigkeiten und Verhaltensweisen unter Einsatz audiovisueller Medien: Videorekorder, Monitor, Kamera und Mikrofon. Die Videoanalyse wird auch „AV-Training“ genannt.

Brainstorming regt das kreative Denken in Gruppen an: Die Gruppe ist aufgefordert, ihre Gedanken zu einem vorgegebenen Thema spontan zu äußern. Kritik ist nicht erlaubt. Die Einfälle werden für alle sichtbar gesammelt. Brainstorming eignet sich, um das gemeinsame Entwickeln von Lösungen zu üben.

Beim Mindmap wird ein Thema in der Mitte einer Fläche eingekreist. Hauptäste mit Unterthemen gehen vom Thema nach allen Seiten ab. Von den Hauptästen führen Zweige mit Detailthemen weg, von denen wiederum thematische Nebenzweige sich abgabeln können. Eventuell wird ein Hauptast mit seinen Zweigen als Komplex eingekreist, um sich mit ihm näher zu befassen.

Die Diskussion ist ein Gespräch mit dem Ziel, Themen zu klären. Dazu tauschen die Beteiligten Meinungen und Informationen aus und begründen sie. Ihr Bestreben ist, gleiche und unterschiedliche Bewertungen zu verdeutlichen und zu einem zuvor nicht festgelegten Konsens zu führen.

Der Kontrollierte Dialog ist eine Übung zum aktiven Zuhören und zum genauen Verstehen: Zwei Dialogpartner sprechen über ein zuvor festgelegtes Thema. Die Dialogbeiträge sind zweigeteilt: Zuerst ist immer der vorangegangene Beitrag sinngemäß zu wiederholen, dann folgt die eigene Stellungnahme. Eine dritte Person kontrolliert, ob die Beiträge vollständig und genau wiederholt werden, ob die Beiträge jeweils mindestens ein neues Argument enthalten und ob das Thema eingehalten wird.

Gesteuert lernen

Wer viel Anleitung für sein Lernen wünscht oder benötigt oder sich viele Kenntnisse in kompakter Darstellung aneignen will, bevorzugt Methoden, bei denen die Wissensvermittler den Verlauf des Lernens stark bestimmen.

Unterricht ist systematische Wissensvermittlung ausschließlich über den Wissensvermittler. Unterschiedliche Lernvoraussetzungen in der Gruppe werden nicht genutzt.

Ein Vortrag vermittelt im Monolog Fachwissen und fachliche Zusammenhänge adressatengerecht. Thema und Dauer des Vortrags sind zuvor vereinbart. Der Vortrag wird auch „Referat“ genannt. Ein Vortrag mit vorbereiteten Visualisierungen ist eine „Präsentation“.

Die Podiumsdiskussion ist ein moderiertes Gespräch unter Experten vor Zuhörern – auf einem Podium. Die Zuhörer beteiligen sich normalerweise nicht an dem Gespräch.

Im Lehrgespräch erarbeitet der Lehrende gemeinsam mit den Lernenden den Lernstoff. Er gibt ihnen durch Fragen Anstoß zum beabsichtigten Denk- und Lernprozess. – Auch Führungskräfte führen manchmal Lehrgespräche mit ihren Mitarbeitern. Lehrgespräche heißen manchmal auch „Unterrichtsgespräche“.

Moderation ist das strukturierte Leiten von Lerngruppen. Die Moderation führt das themenbezogene Wissen der Gruppe zu einem gemeinsamen – nicht vorgegebenen – konkreten Ergebnis. Der Moderator gibt die Arbeitsweise vor.

Ganzheitliches Lernen bezieht möglichst alle Sinne des Menschen ein, um die Intensität des Lernens zu steigern.

Dialogisch lernen

Wer für sein Lernen und die Kontrolle seiner Lernfortschritte individuelle Anleitung sucht, greift nach dialogischen Methoden, die Wertschätzung, Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln.

Partnerarbeit ist intensiver und manchmal emotionaler als das Lernen in größeren Gruppen. In 2er-Gruppen bearbeiten die Teilnehmer als Lernpaare – Tandems – vorgegebene Themen. Die beiden Partner unterstützen sich wechselseitig und geben sich Feedback.

Die Unterweisung vermittelt in der Ausbildung Kenntnissen, Fertigkeiten und Verhaltensweisen am Arbeitsplatz des Unterweisers oder am Ausbildungsplatz. Die Unterweisung vollzieht sich in vier Schritten: erklären, vormachen, begleitend nachmachen, selbstständig durchführen.

Labortraining findet in einem speziell dafür vorgesehenen Arbeitsraum statt – zum Beispiel an Geräten zur Sprachkontrolle. Die Lernenden steuern Lerngeschwindigkeit und Lernintensität selbst. Der Trainer überprüft ausschließlich die einzelnen Lernfortschritte.

Bei der Beobachtung on the job wird der Lernende an seinem Arbeitsplatz von einer kompetenten Person begleitet, die ihm Feedback zu seinem Verhalten gibt.

Ein strukturiertes Interview wird meist von zwei Interviewern durchgeführt: von der Führungskraft oder einem Vertreter der Fachabteilung und einem Mitarbeiter der Personalabteilung. Schriftliche Fragen geben den Interviewern eine Formulierungshilfe und vermeiden, dass der Interviewte bereits durch den Wortlaut einer Frage die opportune Antwort erahnt. Alle Informationen des Interviews werden in einem Protokoll dokumentiert. Strukturierte Interviews zum Lernen thematisieren die Lernentwicklung vor und nach einer Qualifizierung.

Die Stärken-Schwächen-Analyse ist ein deutschsprachiges Synonym für „Profiling“, „Assessment“ und „Potenzialanalyse“. Sie untersucht die berufliche Motivation und berufliche Kompetenzen. Zweck der Stärken-Schwächen-Analyse ist die Planung beruflicher Entwicklung sowie des Transfers und die Analyse realisierter Qualifizierungen.

Nach der Wahl der geeigneten Lernmethoden kann der Lernwillige sein Lernen effektiv gestalten. Er kennt seine Anforderungen an seine Qualifizierung und kann sie kompetent gegenüber Qualifizierern vertreten – zum Beispiel im Gespräch mit seiner Führungskraft oder mit einem Personalentwickler. Schließlich wird er die für ihn geeigneten Lernmethoden als Kriterien nutzen, um sich für einen passenden Qualifizierungsprozess zu entscheiden.

Peter Hilbert

Qualifizierungsprozesse

Standard

Damit die Qualifizierung zur Person passt

Je nach ihren privaten und beruflichen Umständen, nach ihren Lerngewohnheiten und ihren Lernzielen entscheiden sich Lernwillige für einen passenden Qualifizierungsprozess:

  • Für selbstgesteuertes Lernen
  • Für gruppengesteuertes Lernen
  • Für fachübergreifendes Lernen
  • Für fachbezogenes Lernen
  • Für direktives Lernen
  • Für interaktives Lernen
  • Für verhaltensbezogenes Lernen

Im gewählten Qualifizierungsprozess können sie sich für eine Variante entscheiden, die ihrer Situation und ihren Neigungen entspricht.

Selbstgesteuertes Lernen

Selbstgesteuert lernen lässt sich in Qualifizierungsprozessen, die von den Teilnehmern viel Eigenverantwortung verlangen.

Im Selbststudium erarbeiten sich die Lernenden zuvor festgelegte Inhalte ohne anwesende Lehrkraft. Ihre dabei erworbenen Kenntnisse lassen sie anhand schriftlicher Ausarbeitungen überprüfen.

  • Beispiele für Themen des Selbststudiums: Prozesse, Releases, Updates, Fremdsprachen
  • Im Selbststudium eingesetzte Methoden: E-Learning, Lehrbrief, Lesen, Mentoring, Programmierte Unterweisung

Das Studium ist die wissenschaftliche Ausbildung an einer Hochschule. Es bereitet auf eine berufliche Tätigkeit vor – mit dem Ziel, den Studenten Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden zu vermitteln und sie zu wissenschaftlicher Arbeit, wissenschaftlich kritischem Denken und verantwortlichem Handeln zu befähigen.

  • Beispiele für Themen des Studiums: Volkswirtschaft, Psychologie, Architektur
  • Im Studium eingesetzte Methoden: Diskussion, Unterricht, Gruppenarbeit, Lehrfilm, Lesen, Projektarbeit, Vortrag

Das Fernstudium vermittelt in räumlicher Distanz zu den Teilnehmern festgelegte Kenntnisse und Fertigkeiten, um einen Hochschulabschluss zu erreichen. Zur Teilnahme berechtigen definierte Zugangsvoraussetzungen. Die Studenten bestimmen selbst, wann und mit welchem Aufwand sie lernen. Während des Fernstudiums sind Präsenzphasen mit obligatorischer Teilnahme vorgesehen.

  • Bespiele für Themen des Fernstudiums: Betriebswirtschaft, Verwaltung, Steuer
  • Im Fernstudium eingesetzte Methoden: E-Learning, Fallstudie, Lehrbrief, Lesen, Mentoring, Programmierte Unterweisung; während Präsenzphasen Unterricht, Vortrag, Diskussion

Der Fernlehrgang vermittelt in räumlicher Distanz zu den Teilnehmern festgelegte Kenntnisse und Fertigkeiten an jeweils definierte Zielgruppen. Die Teilnehmer bestimmen selbst, wann und mit welchem Aufwand sie lernen, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Der Fernlehrgang wird auch als „Fernunterricht“ bezeichnet.

  • Beispiele für Themen des Fernlehrgangs: Metallbau, Ingenieurwesen
  • Im Fernlehrgang eingesetzte Methoden: E-Learning, Fallstudie, Lehrbrief, Lesen, Programmierte Unterweisung

Lernprogramme vermitteln Kenntnisse und Fertigkeiten mit Softwareeinsatz zu klar umrissenen Aufgaben. Sie sind didaktisch aufgebaut und interaktiv angelegt. Sie befragen das Wissen des Lernenden und leiten daraus nächste Lernschritte ab. Sie enthalten Übungsaufgaben zur Kontrolle der Lernfortschritte und zur Anwendung des Gelernten. Der Lernende bestimmt die Lerngeschwindigkeit , die Lerndauer und den Lernumfang nach seinen individuellen Voraussetzungen und Absichten. Er überprüft das Gelernte in einem Abschlusstest. Lernprogramme sind geeignet für das zeit- und ortsunabhängige Lernen ohne anwesende Lehrkraft. Lernprogramme heißen oft auch „Computer Based Training (CBT)” oder „Computerunterstütztes Lernen (CUL)“. Die Kurzform eines Lernprogramms ist ein „Lernclip“.

  • Beispiele für Themen des Lernprogramms: Dokumentation, Buchhaltung, Sprachen, Korrespondenz
  • Im Lernprogramm eingesetzte Methoden: E-Learning, Fallstudie, Lehrbrief, Lesen, Programmierte Unterweisung

Gruppengesteuertes Lernen

Gruppengesteuert lernen lässt sich in Qualifizierungsprozessen, die von den Teilnehmern ausgeprägte Teamkompetenz verlangen.

Im Erfahrungsaustausch lernen die Teilnehmer zu untereinander vereinbarten Terminen und Themen miteinander und voneinander. Ohne zusätzlichen Moderator tauschen sie in ihrer praktischen Arbeit erworbene Kenntnisse, Eindrücke und Erfahrungen aus. Der Erfahrungsaustausch wird auch als „Networking“ bezeichnet.

  • Beispiele für Themen des Erfahrungsaustauschs: Vertrieb, Situationen der Teilnehmer
  • Im Erfahrungsaustausch eingesetzte Methoden: Blitzlicht, Brainstorming, Feedback, Diskussion, Konstruktive Kritik

In einem Arbeitskreis klären die Teilnehmer Sachverhalte zu einem zuvor festgelegten Thema mit dem Ziel, sie zu entscheiden oder zur Entscheidung vorzulegen. Von jedem Treffen des Arbeitskreises wird ein Ergebnisprotokoll geschrieben.

  • Beispiel für Themen des Arbeitskreises: Projekte, Entwicklungen, Probleme
  • Im Arbeitskreis eingesetzte Methoden: Blitzlicht, Brainstorming, Diskussion, Feedback, Gruppenarbeit, Moderation

Qualitätszirkel sind moderierte Gesprächsrunden mit fünf bis zehn freiwilligen Teilnehmern aus einem Arbeitsbereich, die regelmäßig in einem fest vereinbarten Zeitraum während der Arbeitszeit stattfinden. Anlass eines Qualitätszirkel ist die Absicht, Lösungsvorschläge zu Themen aus dem Arbeitsbereich der Teilnehmer zu diskutieren und zu erarbeiten, um eine Reaktion im Unternehmen zu initiieren. Qualifizierungsziel der Qualitätszirkel ist, eine positive Einstellung der Teilnehmer zu Arbeit, Unternehmen und Produkt zu erreichen.

  • Im Qualitätszirkel eingesetzte Methoden: Blitzlicht, Brainstorming, Diskussion, Gruppenarbeit, Lesen, Moderation

Ein Forum ist eine größere Versammlung und richtet sich mit einem festgelegten Thema an Fachleute. Ziel des Forums ist, durch die Diskussion ausgewählter Experten fachliche und fachübergreifende Informationen und Zusammenhänge zu vermitteln. Auch die Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich zu äußern.

  • Im Forum eingesetzte Methoden: Diskussion, Infomarkt, Moderation, Vortrag, Podiumsdiskussion

Bei einem Infomarkt diskutieren Gruppen von Fachleuten oder fachlich Interessierte an Informationsständen mit Experten unter Anleitung eines Moderators. Die Teilnehmer lernen im Erfahrungsaustausch miteinander und voneinander. Moderationswände an den Informationsständen dienen der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Diskussionen. Infomärkte finden häufig in Verbindung mit Tagungen statt. Der Infomarkt wird auch „Expertenmarkt“ genannt.

  • Im Infomarkt eingesetzte Methoden: Brainstorming, Diskussion, Lesen, Moderation, Vortrag

Fachübergreifendes Lernen

Fachübergreifend lernen lässt sich in Qualifizierungsprozessen, die eher indirekt fachliche Kompetenzsteigerung bringen.

Ein Incentive ist eine Motivationsveranstaltung mit Belohnungscharakter, um die Teilnehmer zum Verbleiben im Unternehmen und zur Leistungssteigerung zu bewegen. In einem Abschnitt der Veranstaltung informiert die Geschäftsleitung.

  • Im Incentive eingesetzte Methoden: Diskussion, Lehrfilm, Vortrag

Im Outdoortraining erleben die Teilnehmer in ungewohnter Umgebung unter Anleitung eines Trainers Lösungsstrategien im Team oder individuell und entwickeln Konsequenzen für den beruflichen Alltag. Das Outdoortraining soll Entscheidungsfähigkeit, Verantwortungsgefühl, Kommunikation und Souveränität fördern.

Die Sommerakademie ist eine besondere Qualifizierungsmaßnahme für ausgesuchte Zielgruppen, die Erfahrungen in verantwortlichen Positionen haben. Die Teilnehmer erfahren anhand aktueller Themen neue Entwicklungen und ergänzen vorhandene Kenntnisse. Die exklusive Zielgruppe, namhafte Referenten, der besondere Ort und das dazu gehörende Rahmenprogramm bieten außergewöhnlichen Anreiz. Die Sommerakademie heißt manchmal auch „Sommerschule“.

  • In der Sommerakademie eingesetzte Methoden: Diskussion, Vortrag, Podiumsdiskussion

Eine Tagung ist eine größere Versammlung von Fachleuten zu einem festgelegten Thema. Ziel der Tagung ist, durch mehrere Redebeiträge von Experten Fachwissen, fachübergreifende Kenntnisse und allgemeine Informationen zu vermitteln. Die Tagung heißt oft auch „Fachtagung“.

  • In der Tagung eingesetzte Methoden: Diskussion, Infomarkt, Moderation, Podiumsdiskussion, Vortrag

Ein Kongress ist eine große Versammlung von Fachleuten und Interessierten. Er dient auch der Selbstdarstellung der Experten und sein Thema ist allgemeiner gehalten als das einer Tagung.

  • Im Kongress eingesetzte Methoden: Diskussion, Lehrfilm, Lesen, Podiumsdiskussion, Vortrag

Ein Symposion ist eine wissenschaftliche themenbezogene Tagung. Synonym zu Symposion wird „Symposium“ verwendet.

Bildungsurlaub ist die bezahlte Freistellung eines Arbeitnehmers zur Teilnahme an Veranstaltungen zur beruflichen und politischen Bildung. Fünf Tage pro Kalenderjahr sind für Bildungsurlaub vorgesehen.

Fachbezogenes Lernen

Fachbezogen lernen lässt sich in Qualifizierungsprozessen zu konkreten Fachthemen.

Der Unterricht vermittelt Wissen komprimiert nach einem systematischen und zielgerichteten didaktischen Konzept, dem Curriculum. Er ergänzt andere Qualifizierungsprozesse.

Das Lernen am Arbeitsplatz in der Ausbildung ist das Aneignen von Kenntnissen, Fertigkeiten und Verhaltensweisen durch Beobachten, Nachvollziehen und Üben am Arbeitsplatz des Unterweisenden.

Das Lernen am Arbeitsplatz in der Fortbildung ist das Aneignen von zuvor genau definierten Fertigkeiten und Verhaltensweisen durch Üben am eigenen Arbeitsplatz.

  • Beim Lernen am Arbeitsplatz eingesetzte Methoden: Ganzheitliches Lernen, Konstruktive Kritik, Leittext, Unterweisung

Die Lehrwerkstatt ist eine ausschließlich zur Aus- und Fortbildung geschaffene Einrichtung. Neben Übungsarbeiten für die berufliche und betriebliche Praxis können auch reale Arbeitsaufträge erledigt werden. Die Lehrwerkstatt wird im kaufmännischen Bereich auch „Lehrfirma“ genannt.

  • In der Lehrwerkstatt eingesetzte Methoden: Fallstudie, Gruppenarbeit, Leittext, Unterweisung

Praxisberatung ist Qualifizierung zu konkreten Fragen der Arbeitspraxis, um die Leistung der Teilnehmer zu verbessern. Sie besteht aus einer begrenzten Anzahl von Beratungs- und Trainingseinheiten. Rhythmus und Dauer vereinbaren die Teilnehmer mit der beratenden Person. Die Teilnehmer vereinbaren Diskretion und bestimmen das Thema. Einzel- und Gruppenberatungen sind möglich.

  • In der Praxisberatung eingesetzte Methoden: Blitzlicht, Brainstorming, Diskussion, Feedback, Konstruktive Kritik, Kontrollierter Dialog, Rollenübung

Ein Traineeprogramm ist ein speziell für Fachhochschul- und Hochschulabsolventen entwickeltes Konzept zur praktischen Berufsvorbereitung. Die Absolventen – die Trainees – werden umfassend sowie nach individuellen Neigungen und Voraussetzungen in die relevanten Aufgabengebiete des Betriebes eingearbeitet. Die durchschnittliche Programmdauer liegt zwischen 10 und 20 Monaten. In begleitenden Qualifizierungsprozessen werden den Trainees festgelegte Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen vermittelt.

  • Im Traineeprogramm eingesetzte Methoden: Videoanalyse, Lesen, Planspiel, Projektarbeit

Direktives Lernen

Direktiv lernen lässt sich in Qualifizierungsprozessen mit starker Steuerung durch die Leitung.

Schulung ist zweckgebundenes Vermitteln von Kenntnissen und Fertigkeiten. Häufig werden größere Personengruppen in kurzer Zeit zu einem bestimmten Thema geschult.

  • In der Schulung eingesetzte Methoden: Fallstudie, Unterricht, Lehrfilm, Lesen, Programmierte Unterweisung, Vortrag

Der Lehrgang vermittelt festgelegte Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen. Zur Teilnahme sind spezielle Zugangsvoraussetzungen zu erfüllen. Der Lehrgang endet mit dem Nachweis, ob beziehungsweise wie qualifiziert die Teilnehmer das Lehrgangsziel erreicht haben.

  • Im Lehrgang eingesetzte Methoden: Videoanalyse, Diskussion, Fallstudie, Unterricht, Gruppenarbeit, Lehrfilm, Lesen, Rollenübung

Der Kurs vermittelt festgelegte Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen. Die Treffen der Teilnehmergruppe finden regelmäßig statt – in vereinbarter Anzahl und zeitlich begrenzt.

  • Im Kurs eingesetzte Methoden: Videoanalyse, Blitzlicht, Brainstorming, Diskussion, Fallstudie, Feedback, Lehrfilm, Lesen, Rollenübung

Interaktives Lernen

Interaktiv lernen lässt sich in Qualifizierungsprozessen, die auf langfristige Wirkung angelegt sind.

Das Seminar vermittelt festgelegte Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen. Die Zielgruppe ist genau definiert. Die Teilnehmer finden sich zu einem begrenzten Zeitraum zusammen.
An einem externen Seminar nehmen Mitarbeiter unterschiedlicher Unternehmen nehmen teil.
An einem internen Seminar nehmen ausschließlich Mitarbeiter eines Unternehmens teil.

  • Im Seminar eingesetzte Methoden: Videoanalyse, Blitzlicht, Brainstorming, Gruppenarbeit, Konstruktive Kritik, Rollenübung, Vortrag

Das Erlebnisseminar vermittelt festgelegte Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen. Die Zielgruppe ist zuvor genau definiert und findet sich zu einem begrenzten Zeitraum zusammen. Das Erlebnisseminar hat Motivations- und Belohnungsfunktion. Der außergewöhnliche Rahmen und der besondere Ort sind Bestandteile des Seminarkonzepts.

  • Im Erlebnisseminar eingesetzte Methoden: Videoanalyse, Brainstorming, Diskussion, Fallstudie, Gruppenarbeit, Infomarkt, Planspiel, Rollenübung, Simulation, Vortrag

Das Fachseminar vermittelt fachliche Inhalte und keine Verhaltensweisen. Die Zielgruppe ist zuvor genau definiert und findet sich zu einem begrenzten Zeitraum zusammen.

  • Im Fachseminar eingesetzte Methoden: Brainstorming, Diskussion, Fallstudie, Gruppenarbeit, Lehrfilm, Lesen, Programmierte Unterweisung, Vortrag

Ein Multiplikatorenseminar vermittelt festgelegte Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen innerhalb eines begrenzten Zeitraumes. Die Zielgruppe setzt sich aus Personen zusammen, die das Vermittelte an Dritte weitergeben sollen.

  • Im Multiplikatorenseminar eingesetzte Methoden: Videoanalyse, Blitzlicht, Brainstorming, Diskussion, Fallstudie, Feedback, Gruppenarbeit, Konstruktive Kritik, Lehrfilm, Lesen, Planspiel, Rollenübung, Simulation, Vortrag

Im Training behandeln und üben die Teilnehmer in einem begrenzte Zeitraum gemeinsam fach- und funktionsbezogene Aufgaben. Der Trainer vermittelt zuvor festgelegte Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen.

  • Im Training eingesetzte Methoden: Diskussion, Fallstudie, Feedback, Gruppenarbeit, Rollenübung, Simulation, Planspiel

In Workshops erarbeiten die Teilnehmer Lösungsansätze unter der Leitung eines Moderators. Zielgruppe, Thematik und Dauer sind zuvor genau definiert.

  • Im Workshop eingesetzte Methoden: Brainstorming, Diskussion, Fallstudie, Gruppenarbeit, Moderation, Szenario

Verhaltenbezogenes Lernen

Verhaltensbezogen lernen lässt sich in Qualifizierungsprozessen, die spezielle Situationen der Teilnehmer thematisieren.

Das Einzeltraining ist das angeleitete individuelle Einüben von Verhaltensweisen und Fertigkeiten einer Person.

  • Im Einzeltraining eingesetzte Methoden: Videoanalyse, E-Learning, Fallstudie, Konstruktive Kritik, Rollenübung

Internes Coaching ist ein Instrument der betrieblichen Mitarbeiterqualifizierung zur Positionierung und Förderung von Mitarbeitern. Mit dem Coaching baut der Gecoachte – der Coachee – seine individuelle Leistungsfähigkeit und seine persönliche Leistungsentwicklung weiter aus: durch das Verabreden vorgegebener und eigener Ziele, durch das Erarbeiten konkreter Optimierungsmaßnahmen und ihre Realisierung.

  • Im Internen Coaching eingesetzte Methoden: Fallstudie, Konstruktive Kritik

Externes Coaching ist die individuelle psychologische und methodische Beratung  zur Selbststeuerung einer Führungskraft oder eines Leistungsträgers durch einen externen Berater. Das systematische Vorgehen hat das Ziel, die Leistung zu verbessern. Die Beratung bezieht sich auf Führungs- und Managementverhalten, Leistungssteigerung, persönliche Entwicklung, Kommunikation, Konfliktsteuerung, Unternehmenskultur und Unternehmensentwicklung.

  • Im Externen Coaching eingesetzte Methoden: Fallstudie, Konstruktive Kritik

Im Teamcoaching steuert der Coach beratend den Entwicklungsprozess eines Teams einer Organisationseinheit. Die inhaltliche Entwicklung steuert das Team. Themen sind die Leistungssteigerung und die Zusammenarbeit des Teams sowie Situationen und Entwicklungen in der Organisationseinheit.

  • Im Teamcoaching eingesetzte Methoden: Diskussion, Moderation

Supervision bedeutet Beobachtung und Kontrolle. Die Teilnehmergruppe bespricht mit einem externen Berater berufliche Themen. Der Berater lenkt mit Fragen und Informationen das Gespräch und sorgt für konkrete Ergebnisse. Die Supervision erhöht die Effektivität der Arbeitsleistung.

  • In der Supervision eingesetzte Methoden: Diskussion, Fallstudie, Feedback, Konstruktive Kritik, Moderation, Rollenübung

Coaching als Führungsmaßnahme ist das systematische Vorgehen zur Verbesserung der Leistung eines Mitarbeiters. Der Mitarbeiter wird von seiner direkt vorgesetzten Führungskraft im Fachwissen oder zum Verhalten am Arbeitsplatz angeleitet und unterwiesen. Coaching als Führungsmaßnahme wird auch „Coaching orientiertes Führen“ genannt.

  • Im Coaching als Führungsmaßnahme eingesetzte Methoden: Konstruktive Kritik, Feedback

Mentoring bedeutet das Lernen unter der Betreuung einer speziell damit betrauten Person.

Peter Hilbert

Lesen in Saccaden

Standard

[1]Geübte Leser lesen, indem ihre Augen ruckartig über die Zeilen fahren. Diese kurzen Bewegungen werden Saccaden genannt, die mit Fixationsperioden von 0,2 bis 0,4 Sekunden abwechseln. Eine Zeile wird in mehreren Saccaden abgetastet, dann springt das Auge in einer großen Saccade nach links zum nächsten Zeilenanfang zurück.

Nur während einer Fixation wird visuelle Information aufgenommen. Bei einer durchschnittlichen Buch-Schriftgröße sind es fünf bis zehn Buchstaben, in der deutschen Sprache also etwa eins bis zwei Wörter. Dabei kann eine Saccade im Wortinneren enden oder dort beginnen. Von den höchstens zehn Buchstaben werden während eines Ruheintervalls nur die drei bis vier im Fixationspunkt liegenden scharf erfasst, die übrigen nimmt das Auge undeutlich und nur im Zusammenhang wahr. Wird der Sinn des Textes nicht klar, so springt das Auge in Regressions-Saccaden zurück und vergewissert sich des bereits Gelesenen.

Je geübter ein Leser ist, desto kürzer sind die Fixationsperioden und desto größer die Saccaden. Bei zu großen Saccaden oder zu kurzen Fixationsperioden – also bei zu großer Lesegeschwindigkeit – muss der Text erraten werden, wobei – zumindest bei einfachen Inhalten – die Redundanz der Sprache das Verständnis erleichtert. Doch auch nach intensivem Training hält sich die Zunahme der Lesegeschwindigkeit in Grenzen.

Worte und Wortbilder, die im visuellen Gedächtnis des Lesers gespeichert sind, werden schneller gelesen als unbekannte.

Welche Signale die Augenbewegungen steuern, ist noch nicht geklärt. Zeilenanfang, Zeilenende und Textabschnitte sind unabhängig von anderen äußeren Eigenschaften sicher solche Signale. Sie bestimmen die Saccaden zum Zeilenwechsel. Innerhalb einer Zeile ist jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Stelle fixiert wird, auch von der Sequenz vorausgehender Buchstaben beziehungsweise Wörter abhängig.

In deutschen Texten sind Wörter mit Großbuchstaben am Anfang häufigere Fixationsstellen als Wörter mit Kleinbuchstaben. Wahrscheinlich beeinflusst auch noch geringfügig die Art des ersten Buchstabens eines Wortes die Fixations­wahrscheinlichkeit. Bei langen Wörtern treten auch bei geübten Lesern Mehrfach-Fixationen auf.

Anscheinend spielt für die Abtastbewegung unserer Augen nicht nur die visuelle, sondern auch die sprachliche Struktur des Textes eine Rolle. Wahrscheinlich wird die Blickmotorik während des Lesens auch von den Sprachregionen des Gehirns kontrolliert.

Mithilfe der Registrierung von Augenbewegungen kann man die Lesbarkeit eines Drucksatzes objektiv überprüfen: Variiert man systematisch die Zeilenbreite, die Größe der Drucktypen sowie die Form der Typen und den Kontrast zwischen den schwarzen Buchstaben und dem Hintergrund, so wird der gleiche Text verschieden schnell gelesen. Abhängig von der Art des Drucksatzes ändern sich die Größe der Saccaden und die Saccadenfrequenz. Diese beim Lesen objektiv messbaren Variablen korrespondieren sehr gut mit dem subjektiven Eindruck mehr oder weniger guter Lesbarkeit von Drucksätzen.

Quelle

[1] Jost Hochuli. Das Detail der Typografie

Lernen im Schlaf

Standard

[1]Ein Nickerchen von eineinhalb Stunden hilft beim Lernen genauso wie der Schlaf einer ganzen Nacht. Bisher galt ein solches Schläfchen vor allem als günstig für Aufmerksamkeit, Leistungsfähigkeit und Stimmung.

Dass der Kurzschlaf auch Gelerntes festigen kann, berichten Psychologen von der Harvard-Universität in einer vom Fachmagazin Nature Neuroscience veröffentlichten Studie. Eine Fülle von Lernprozessen bedarf bei Tieren und Menschen eines ausgiebigen Schlafes, in dem das Gehirn gelernte Fähigkeiten festigt.

Je nach Anforderung müssen dazu verschiedene Schlafphasen erreicht werden. Die Versuchsteilnehmer in einer Studie sollten die Lage eines Musters vor einem verwirrenden Hintergrund erkennen lernen. Nach wenigen Minuten Training verbesserte sich zwar die Reaktionszeit, ein dauerhafter Lernerfolg war jedoch erst nach mehreren Nächten mit Schlaf erkennbar.

Probanden, die sich nach dem Training in einem kurzen Mittagsschlaf ausruhten, zeigten einen schnelleren Lernerfolg. Voraussetzung dafür war jedoch, dass sie während des Mittagsschlafs sowohl eine tiefe als auch eine leichte Schlafphase erreichten, die durch unterschiedliche Hirnwellen gekennzeichnet und so verschieden sind wie das Schlafen und das Wachsein.

Die Forscher betonen, dass der Lerneffekt nur für die eine spezifische Aufgabe getestet wurde. Eine Verallgemeinerung, mit der sich ein Nickerchen am Arbeitsplatz als Weiterbildung rechtfertigen ließe, erlaubten die Versuche vorerst nicht.

Quelle

[1] dpa

Tipps fürs Lernen

Standard

Systematisch, methodisch, individuell

Für jeden, der etwas lernen will, lohnt sich, von Zeit zu Zeit die eigenen Lerngewohnheiten zu prüfen, um sie eventuell anzupassen an seine geänderten Verhaltensweisen, Absichten oder Umstände. Die individuelle Art zu lernen ändert sich nicht erst während der Dekaden des Lebensalters, sondern auch in kürzeren Phasen. Ebenso ändern sich die Lehrmethoden und Lehrmedien: alte verschwinden allmählich, neue kommen hinzu.

Lernen ist oft anstrengend und viele Menschen müssen sich überwinden zu lernen. Manchmal sind es bloß negative Erfahrungen, Gedanken oder Gefühle, die vom Lernen abhalten, oder Unlust oder die Abneigung gegen Überprüfungen. Aber auch unrealistische Ziele oder Ablenkungen können das Lernen verhindern oder die Prokrastination, das Aufschieben. Zu psychischen Lernhemmungen führen Angst und Verzweiflung, die wirken wie übergroßer Stress und Gefahr. Prüfungsangst oder Überforderung können zu Lernblockaden führen.

Andere Hemmnisse stellen sich erst beim Lernen ein, lassen sich jedoch durch geeignetes Lernmaterial und angemessenes Lernverhalten reduzieren oder gar vermeiden:

  • Zu viele Informationen in zu geringer Frequenz hemmen das Lernen, weil das Gedächtnis sie nicht verarbeiten
  • Wenn sich Informationen zu sehr ähneln, hemmen sie das Lernen. Das Gedächtnis kann die Informationen nur schwer getrennt speichern.
Beispiel für ähnliche Informationen in geringer Frequenz:

Jede Hausfrau und jeder Hausmann unterscheidet zwischen Reinigungsmitteln und Glanzmitteln, also zwischen Wischpflegemittel, die reinigen und pflegen, Seifenreinigern, die hauptsächlich reinigen, Selbstglanzemulsionen, die nur pflegen, und Emulsionsfußbodenreinigern, die pflegen und eine zusätzliche Reinigungskomponente haben.

Gegen die Anstrengung zu lernen wirkt die Lernmotivation mit ihren beiden Seiten: mit beruflichen und privaten Motiven. Berufliche Beweggründe, etwas zu lernen, können funktionsbezogene Erfordernisse, der Wunsch nach mehr Verantwortung und mehr Fachkenntnissen für anspruchsvollere Aufgaben sein oder ein Funktionswechsel mit oder ohne hierarchischen Aufstieg, vielleicht aber auch nur ein nächster Schritt zum Berufsziel oder ein Arbeitsplatzwechsel. Private Beweggründe zu lernen können allgemeines Bildungsinteresse oder die Freude am Lernen sein, manchmal auch Selbstbestätigung oder das Ansehen; bei anderen sind es vielleicht die Herausforderung des Themas oder der Wunsch, es zu vertiefen und zu erweitern; aber auch das familiäre Umfeld kann Antrieb sein zu lernen.

Für eine lerngünstige Motivation sorgen Erfolgserlebnisse. Mit positiven Emotionen verknüpfte Informationen werden besonders gut verarbeitet und verstanden und vielseitig im Gedächtnis verankert. Dafür sorgen auch kurzfristig erreichbare Ziele und Belohnungen nach Lernerfolgen.

Wer sich selbst zum Lernen motivieren will, hält sich seine stärksten Motive vor Augen, definiert seine wichtigsten Ziele, setzt klare Prioritäten und plant sein Lernen.

Ziele beschreiben, wohin der Lernende mit dem Aufwand, den er betreibt, hingelangen will. Ziele entfalten ihre Wirkung, wenn sie smart sind:

  • Schriftlich dokumentiert, damit der Lernende sie als wertvoll empfindet und sie repetieren kann
  • Messbar, damit der Lernende sie überprüfen und kontrollieren kann
  • Anforderungen an den Lernenden stellen – nicht zu hohe, nicht zu geringe – um die Selbstmotivation zu steigern
  • Realistisch sich auf das Wesentliche für den Lernenden konzentrieren
  • Terminiert, damit der Lernende einen Lernplan erstellen kann

Menschen lernen am nachhaltigsten mit SPASS[1], also indem sie:

  • Selbst ihr Lernen steuern
  • Probleme lösen beim Lernen
  • Aktiv sich am Lernen beteiligen
  • Sich über den Lernfortschritt freuen
  • Sozialen Austausch als Teil des Lernens begreifen

Prioritäten klassifizieren, wie wichtig die Lerninhalte für den Lernenden sind.
Sie werden in drei Stufen gesetzt:

  • A-Priorität für die wichtigsten, unverzichtbaren Lerninhalte
  • B-Priorität für zwar wichtige, aber kürzbare Lerninhalte
  • C-Priorität für Lerninhalte, die nur bei ausreichender Zeit bearbeiten werden sollen

Lernen verlangt Leistung. Lernende, die zu viel Lernleistung von sich verlangen, überfordern sich; ihr Lernerfolg sinkt ebenso wie ihre Lernfreude. Kritischer Vergleich des erreichten Lernfortschritts mit dem kalkulierten kann helfen, zu realistischer Einschätzung der eigenen Lernfähigkeit zu kommen und nicht von irgendwelchen Idealnormen auszugehen.

Selten ist der Arbeitsplatz, an dem sehr viele unterschiedliche Tätigkeiten ausgeführt werden, ein geeigneter Lernort. Ablenkungen und Unterbrechungen hindern dort zu oft die für das Lernen notwendige Konzentration. Vor allem kontinuierliches Lernen fällt leichter, wenn der Lernort in eindeutiger Beziehung zum Lernen steht. Falls der Arbeitsplatz der Lernort sein muss, fordert er durch sein Ambiente eher zum Lernen auf, wenn alle Gegenstände, die vom Lernen abhalten können, weggeräumt sind.

Lernen

Neugier, Faszination und positive Erwartung wecken die Lernbereitschaft für zunächst fremde Lerninhalte, die dann zu einer Bereicherung des Wissens werden.

Anstatt das Lernen von äußeren Bedingungen steuern zu lassen, übernimmt der Lernende besser selbst die Verantwortung dafür, wann und wie er lernt, und für die Konsequenzen seiner Lerngewohnheiten.

Je höher die Konzentration, desto effizienter wird das Lernen. Starke emotionale oder intellektuelle Belastungen vor und nach einer Lernphase beeinträchtigen die Konzentration. Steigern lässt sich die Konzentrationsfähigkeit, wenn in Zeiten des individuellen Leistungshochs gelernt wird und indem Störungen ausgeschaltet werden.

Wenn Wert und Bedeutung der Lerninhalte – jederzeit – einsichtig sind, steigen Aufmerksamkeit und Motivation zum Lernen und die Lerninhalte werden sinnvoller und anhaltender gespeichert.

Um Lerngewohnheiten zu verändern, bietet sich an, einen Vertrag mit sich selbst zu schließen, der Konsequenzen vorsieht, wenn die Lernziele erreicht werden und wenn sie nicht erreicht werden. Kontrollinstanz ist allein die lernende Person.

Alexander Arens hatte sich vorgenommen, ab 18 Uhr zu lernen und sich anschlie­ßend ab 20 Uhr einen Spielfilm zu gönnen, sich also für das Lernen zu belohnen. Er hatte aber keine rechte Lust zu lernen und hat daher nicht wie geplant die Zeit vor dem Film mit Lernen verbracht. Würde er jetzt das Fernsehgerät um 20 Uhr anstellen, würde er seine Disziplinlosigkeit, seine Unlust, sein Vermeidungsverhal­ten belohnen.

Um sich zu überwinden, mit dem Lernen zu beginnen, kann der feste Vorsatz helfen, zu einer selbst bestimmten Uhrzeit am Lernplatz zu sitzen und mit dem Lernen anzufangen und ohne Unterbrechung dabeizubleiben. – selbst wenn das Lernen nur für kurze Zeit möglich ist. Zur festgelegten Zeit am Lernplatz zu sitzen, ist dann selbstverständlich.

Größere und abstraktere Zusammenhänge bieten meist Anknüpfungen zu Alltagssituationen, also zu Vertrautem. Ihr Sinn kann sich auf vielen Ebenen im Gehirn verankern, woran dann Details anhängen können. Wenn Bedeutungen im Gesamtzusammenhang erfasst sind, lassen sich Detailinformationen leichter verstehen.

Wer seine Lernerfolge wertschätzt, bekräftigt seine Lernmotivation und seine Lernleistung. Nicht nur das mit beträchtlichen Mühen verbundene Lernen verdient Anerkennung, sondern auch die vielen vermeintlich kleinen Lernschritte sowie das konsequente Lernen. Je häufiger Lernfortschritte gewürdigt werden, umso mehr steigt die Zufriedenheit.

Wenn nach einer Phase des Lernens die Gedanken abschweifen oder die Lernsituation unangenehm wird, ist die Zeit reif für eine Unterbrechung. Wer jetzt nicht dem Impuls, vom Schreibtisch aufzustehen, nachgibt, sondern die aktuelle Lernaufgabe zuvor beendet, hat einen guten Grund, sich danach mit einer kurzen Pause zu belohnen. Anstatt das Abschweifen der Gedanken und Unkonzentriertheit durch Lernpausen zu bekräftigen und zu fördern, belohnt er sich für eine beendete Lernphase erst nachdem er eine – kleinere – Aufgabe abgeschlossen hat.

Untersuchungen der Leistungsfähigkeit haben gezeigt, dass es in der Regel schon nach rund 70 bis 80 Minuten ununterbrochener Tätigkeit zu deutlichen Ermüdungs­erscheinungen und zu Konzentrations- und Leistungsabfällen kommt. Diese Zahl variiert – je nach der Art der Tätigkeit, der individuellen Leistungsfähigkeit und der aktuellen Motivationslage. Generell ist nach einer Lernphase von 1 bis 1½ Stunden eine Pause von 5 bis 10 Minuten sinnvoll, um Ermüdungserscheinungen aufzu­fangen. Zudem kann allein schon die Aussicht auf eine kurze Lernunterbrechung die Lernleistung steigern.

Lerninhalte werden eingängiger, wenn sie mit der Situation des Lernenden vernetzt sind, indem sie verknüpft werden mit Erlebnissen – trotz eventuell zusätzlicher Informationen, die dafür nötig sind.

Lerninhalte, die Lernende über mehrere Wahrnehmungskanäle aufnehmen – visuell, akustisch, haptisch, kommunikativ –, prägen sich nachhaltiger ein und bewirken besseres Verständnis, weil sie mehr Möglichkeiten haben, sich mit vorhandenem Wissen zu verknüpfen. Zudem steigen Aufmerksamkeit und Lernmotivation.

Veranschaulichungen und bildhafte Beispiele erleichtern die Übergänge ins Kurzzeit- und Langzeit-Gedächtnis. Sie geben vielseitigere Möglichkeiten, Information später abzurufen. Lerninhalte lassen sich visualisieren als Tabellen, Skizzen, Zeichnungen, Modelle, Plakate, Mind-Maps, Stichworte, …

Gelerntes ist wirklich verstanden, wenn es mit eigenen Worten wiedergegeben werden kann – mündlich: still oder besser laut, schriftlich: als Exzerpt, zum Beispiel als Antworten auf selbst gestellte Fragen.

Lerninhalte bleiben meist erst durch Wiederholung dauerhaft im Gedächtnis. Die Erinnerung an das Gelernte verstärkt und erweitert die Verankerung. Lernende können über das Gelernte berichten, sich mit anderen darüber austauschen oder den Lernvorgang nochmals durchgehen.

Mit elektronischen Programmen

Elektronische Lernprogramme gibt es viele – in sehr unterschiedlicher Qualität. Um mit ihnen oder überhaupt mit elektronischen Medien zu lernen, lohnt sich zu prüfen, ob das Medium zum eigenen Lernen passt. Mit ein paar Fragen lässt sich beantworten, ob der eigene Lerntypus mit elektronischem Lernen kompatibel ist:

  • Arbeite ich gern mit elektronischen Medien?
  • Beherrsche ich die Technik von Smartphone, Tablet und Notebook?
  • Bleibe ich bei technischen Problemen geduldig?

Zu prüfen ist auch, ob ein elektronisches Lernprogramm geeignet ist, das Lernen zu unterstützen oder zu erleichtern:

  • Ist das Programm technisch leicht verständlich?
  • Bietet das Programm genügend Übungen?
  • Fordert das Programm mit Tests auf, die Lernfortschritte zu überprüfen?
  • Ermöglicht das Programm, Kontakt zu einem Tutor aufzunehmen?
  • Ist das Programm behilflich, sich mit anderen Lernenden austauschen?

Gute elektronische Lernprogramme lassen zu, Teile von ihnen auszuprobieren. So lässt sich testen, ob sie das Lernen vereinfachen, indem sie leicht zu bedienen sind und erlauben, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Geeignete elektronische Lernprogramme decken sich mit den Lernzielen und Lernprioritäten des Lernenden und sparen ihm Zeit. Im Vergleich mit anderen Lernmedien sind sie für das eigene Lernen effizienter.

Mit Büchern

Fachtexte werden nicht wie Romane gelesen: nicht vom ersten Satz bis zum Ende in gespannter Erwartung der Handlung und ohne den Anspruch, Einzelheiten des Gelesenen dauerhaft zu behalten. Fachtexte konzentriert zu lesen beabsichtigt, die relevanten Inhalte aufzunehmen und zu verstehen und auch nach längerer Zeit wiedergeben zu können.

Wer mit Fachtexten lernt, liest intensiv – unerheblich ob auf dem Bildschirm, in Dokumenten oder in Büchern. Zum Lesen braucht der Lernende Ruhe. Deshalb organisiert er sein Lesen:

  • Er wählt eine günstige Tageszeit, in der er besonders aufnahmefähig ist und in der möglichst kein Lärm und auch sonst keine Ablenkungen ihn stören.
  • Er bemisst seine Lesezeit – von Texten mit durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad – pro Buchseite mit etwa zwei bis drei Minuten.
  • Er kalkuliert sein Durchhaltevermögen mit seiner Erfahrung, wie lange er in einem Zug konzentriert lesen kann.
Orientierendes Lesen: etwa 250 Wörter pro Minute

Der Text wird überflogen und nach bestimmten Informationen durchsucht – mit der Absicht, den Nutzen des Texts zu prüfen oder ihm nur einzelne Informationen zu entnehmen.

Entspanntes Lesen: etwa 180 Wörter pro Minute

Der nicht zu schwierige Text mit zumindest teilweise vertrauter Thematik wird auch mit seinen Einzelheiten aufgenommen – mit der Absicht, den inhaltlichen Zusammenhang zu verstehen.

Sorgfältiges Lesen: etwa 100 Wörter pro Minute

Mit dem anspruchsvollen und differenzierten Text und der weitgehend neuen Thematik wird sich detailliert auseinandergesetzt – mit der Absicht, die Inhalte vollständig zu verstehen und dauerhaft zu behalten.

Intensives Lesen: etwa 20 Wörter pro Minute

Der abstrakte, theoretische oder wissenschaftliche Text mit komplexer Thematik wird sehr gründlich bearbeitet – mit der Absicht, die Inhalte zum Beispiel in einer Prüfung kritisch darzulegen.

Er verschafft sich zunächst einen Überblick, indem er sorgfältig relevante Fachbücher und Sachtexte auswählt. Obwohl das Überfliegen nur wenige Minuten beansprucht, trägt es wesentlich bei, Erwartungen an den Inhalt zu präzisieren. Weil er dabei die Informationen bewertet, aktiviert er seine schon vorhandenen Kenntnisse zur Thematik und setzt Akzente für den nachfolgenden Lernprozess. Er prüft[2]:

  • Ist der Verfasser bekannt für seine Kompetenz?
  • Bringt der Titel eine klare Aussage über den Inhalt?
  • Wann wurde der Text geschrieben?
  • Welche Kenntnisse setzt der Text voraus?
  • Nennt das Inhaltsverzeichnis bedeutsame Informationen für das Lernziel?
  • Beschreibt das Vorwort die Absicht des Buches?
  • Für welche Zielgruppe ist der Text gedacht?
  • Wirkt der Schreibstil bei einer Leseprobe verständlich?
  • Erleichtern Abbildungen das Verstehen?
  • Gibt ein Sachverzeichnis übersichtliche Informationen?
  • Werden Quellen angegeben?

Um sich auf den Text einzustimmen, liest er zunächst den Klappentext, das Inhaltsverzeichnis mit den Zwischentiteln sowie das Vor- und Nachwort. Er verfährt mit den Kapiteln wie mit dem gesamten Buch: Er verschafft sich auch bei jedem einzelnen Kapitel als erstes einen Überblick, um Angaben zum Inhalt zu erhalten:

  • Welche Informationen lassen die Kapitelüberschriften erwarten?
  • Welche Themen behandeln Zusammenfassungen und Schlussbetrachtungen?
  • Was wird in den Kapiteln hervorgehoben?

Er liest mit positiver Absicht, indem er sich fragt:

  • Warum ist der Text für mich wichtig?
  • Welche Abschnitte interessieren mich besonders?
  • Zu welchen Inhalten habe ich bereits Kenntnisse?
  • Wozu wird das Lesen mir nutzen?
  • Will ich den Text genau lesen oder will ich ihn analysieren oder interpretieren oder genügt ein Überfliegen des Textes?

Er wählt eine gesunde Lesehaltung:

  • Den Abstand von Augen zum Papier hält er bei 30 bis 40 Zentimetern.
  • Sein Blickwinkel zum Buch bleibt möglichst senkrecht.
  • Beim Lesen bewegt er den Kopf nicht, nur seine Augen folgen dem Text.

Um sein Gedächtnis zu entlasten und sich das Behalten zu erleichtern, liest er konzentriert, denkt mit und hebt ihm wichtig erscheinende Passagen hervor:

  • Mit Markerstiften übermalt er Stellen, die er leicht wiederfinden will.
  • Er unterstreicht Sätze, die er sich einprägen will – eventuell farbig.
  • Manche Wörter kreist er ein, damit sie ihm beim erneuten Lesen deutlich auffallen.
  • Neben einige Absätze setzt er Symbole:
    • ein Ausrufezeichen, wenn er sie später verwenden will
    • ein Fragezeichen, wenn ihm etwas unklar geblieben ist
    • selbst entwickelte Zeichen für seinen individuellen Bedarf.
  • Den Rand nutzt er für Notizen, die seine Gedanken und Anmerkungen festhalten.
  • Braucht er mehr Platz für seine Notizen, schreibt er sie auf einen Zettel und legt oder klebt ihn an die entsprechende Stelle.

Die Hervorhebungen brauchen keinen großen Aufwand und erleichtern ein erneutes Lesen, auch weil nicht markierte Passagen übersprungen werden können. – Sind allerdings zu viele Stellen markiert, ist das wirklich Wichtige nicht mehr erkennbar und das Rekapitulieren anhand der Markierungen braucht unangemessen viel Zeit.

Beispiele für Markierungen[3]
Orange

Grün

Blau

Gelb

Zentrale Bedeutung

Wichtiger Inhalt

Wichtige Personen

Problematisch

Beispiele für Abkürzungen[4]
D

B

S. 128

s. Arens

1 2 3

Definition

Beispiel

Verweis auf andere Textstelle

Verweis auf anderen Text

Verweis auf eigene nummerierte Notizen

Beispiele für Symbole[5]
!

?!

?

+

Wichtig für den Inhalt

Einverstanden

Zweifel zum Inhalt

Inhalt nicht verstanden

Vorteil

Nachteil

Schlussfolgerung

Er verfolgt konsequent das Ziel, sicher aus jedem Gelesenen etwas zu lernen:

  • Er rekapituliert jedes Kapitel, bevor er zum nächsten übergeht, denn bereits das einmalige eigenständige Wiedergeben von Inhalten sogar dem mehrfachen Durchlesen weit überlegen.
    • Wenn er Literatur oder Geschichte lernt, verwendet er 20 bis 30 Prozent seiner Lernzeit für das Rekapitulieren.
    • Wenn er Namen, Daten, Regeln oder Vokabeln auswendig lernt, verwendet er etwa 90 Prozent seiner Lernzeit für das Rekapitulieren.
    • Je geringer sein Vorwissen ist, desto häufiger rekapituliert er.
  • Sehr schwierige Texte liest er nach etwa einem Monat noch einmal.
  • Er fragt sich beim Lesen, wie er das Gelernte praktisch anwenden kann.
  • Er erzählt anderen von den Inhalten und erläutert seine Meinung dazu.

Durch sein konzentriertes Lesen lernt er bewusster und kritischer, die Inhalte prägen sich besser ein und das Gedächtnis wird nicht mit Unnötigem belastet. Informationen aus verschiedenen Quellen lassen sich bündeln und später schneller wiederfinden. Lernt er mit mehreren Büchern, Zeitschriften, Handouts und anderen Texten, skizziert er den Inhalt auf separaten Blättern oder Karteikarten oder elektronisch und exzerpiert Textabschnitte, die er zitieren will – mit Quellenangabe.

  • Er ordnet die Papiere nach Lernthemen oder Autoren, damit er den Überblick bewahrt.
  • Er ergänzt sie mit grafischen Strukturen und Schemata.
  • Mit seinen Notizen rekapituliert er die Inhalte.

Mit seinen Notizen überprüft er das Gelernte –nicht erst unmittelbar vor einer Prüfung, sondern gleich nach dem Erarbeiten der Inhalte. Er legt nach einem oder mehrerer Kapitel seine Notizen – seine Fragen und die Zusammenfassungen – beiseite und überfliegt noch einmal die Überschriften, ruft sich seine Fragen zum Text in Erinnerung und gibt dann die wesentlichen Inhalte wieder. Mit seinen schriftlichen Zusammenfassungen, die er zu den einzelnen Kapiteln angefertigt hat, kontrolliert er, ob er alles vollständig wiedergibt.

Beim Bestreben, die Lesegeschwindigkeit zu steigern sind einige Versuche ungeeignet, andere Erfolg versprechend. Wer beim Lesen Fehler vermeidet, kann seine Lesegeschwindigkeit steigern, ohne das Lernen zu beeinträchtigen.

  • Beim diagonalen Überfliegen einer Seite von oben links nach unten rechts gehen zu viele – auch entscheidende – Informationen verloren.
  • Ein Text wird auch in den Randbereichen des Blickfeldes wahrgenommen – wenn auch unscharf. Mit etwas Übung nimmt die Schärfe zu und – zusammen mit dem Kernbereich – können statt 3 bis 4 jetzt 20 bis 30 Zeichen aufgenommen werden.
  • Wenn die Fixationspunkte der Blickspannen beim Lesen weiter auseinander gesetzt werden und den Text zickzackförmig abtasten – etwa links am Anfang einer Zeile und dann rechts am Ende der nächsten Zeile –, lässt sich eine größere Lesefläche gewinnen. Je nach Schwierigkeit des Textes variiert das Tempo.
  • Zum Beispiel Zeitungen werden in relativ engen Spalten gesetzt, die sich senkrecht von oben nach unten mit je einem Fixpunkt pro Zeile lesen lassen.
  • Durch Konzentration auf die Oberlängen der Wörter in einem Text kann das Gehirn schneller das zu Lesende erfassen und die Lesegeschwindigkeit steigt.
  • Beim Lesen werden bewusst nur zentrale Informationen eines Textes aufgenommen.
Erstaunlich

Gmäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eineim Wrot snid, das Ezniige, was wcthiig ist, ist dsas der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion sehten. Der Rset knan ttoaelr Bsinöldn sein, todzterm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das legit daarn, dsas wir nihct jeedn Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wrot als Gnaezs.[6]

Bei Vorträgen

[7]Das Einordnen neuer Informationen – Voraussetzung für Verstehen und Behalten – verlangt Vorkenntnisse. Wer aus einem Vortrag etwas lernen will, verschafft sich daher vor dem Besuch des Vortrags einen orientierenden Überblick über das Thema. Durch das Vorinformieren entwickelt er eine mehr oder weniger konkrete Erwartung und erleichtert sich das Verankern der neuen Inhalte in sein bereits bestehendes Wissen. Eine Recherche im Internet oder ein einführendes Buch können zur Thematik hinführen.

Wie viel der lernende Zuhörer bei einem Vortrag mitschreibt, hängt ab von seinen Vorkenntnissen: Von neuen Informationen schreibt er mehr mit als von vertrauten Inhalten. In manchen Vorträgen folgt das Wesentliche komprimiert aufeinander; in anderen wird es aufgelockert durch Beispiele, Analogien, Metaphern oder Anekdoten. Wie beim Exzerpieren von Fachliteratur enthalten die Notizen:

  • Titel und Überschriften
  • Zentrale Themenbereiche
  • Überraschende Aussagen
  • Erläuterungen zu den Themen und Aussagen
  • Namen, Daten und Zahlen

Wenn der Lernende zu Beginn die Gliederung des Vortrags notiert, fällt ihm das Verstehen und Mitschreiben leichter. Versteht er vom Vortrag etwas nicht, fragt er.

Möglichst bald nach dem Vortrag überarbeitet der Lernende seine Notizen, denn er weiß: Die Behaltensleistung sinkt kurz nach der Aufnahme neuer Informationen am steilsten ab und Gehörtes wird noch schneller vergessen als Gelesenes. Er kontrolliert, ob seine Aufzeichnungen ihm auch jetzt noch verständlich sind strukturiert sie eventuell neu. Dabei arbeitet er die Inhalte noch einmal durch und beugt dem raschen Vergessen vor. Wenn nicht zu viel Zeit zwischen dem Hören und dem Durcharbeiten verstrichen ist, kann er auch noch aus der Erinnerung Ergänzungen hinzufügen und Korrekturen vornehmen:

  • Er unterstreicht oder markert die ihm wichtigsten Informationen.
  • Er formuliert eigene Überschriften.
  • Er notiert die Hauptaussagen mit eigenen Worten.
  • Er recherchiert unklare Begriffe und notiert ihre Definitionen.

Bei seinem Überarbeiten merkt der Lernende, wie er mitgeschrieben hat. Sind die Blätter unübersichtlich und eng beschrieben, kann er sie nachträglich nicht mehr strukturieren und muss seine gesamten Notizen neu schreiben. Deshalb lässt er beim Mitschreiben auf Papier an beiden Seiten ausreichend breite Ränder für spätere Ergänzungen und schreibt mit ausreichend großem Zeilenabstand.

Für Prüfungen

Oft ist das Ziel des Lernens eine Prüfung, in der der Lernende seine Lernergebnisse präsentiert – mündlich, schriftlich oder beides. Jede Prüfung hat ihren eigenen Charakter, ob Multiple-Choice-Test, Präsentation, Prüfungsgespräch oder eine andere Variante, auf die sich der Lernende vom Beginn seiner Lernperiode an einstellt.

Optimal ist, den oder die Prüfer frühzeitig kennenzulernen, damit die Prüfung auf den Prüfling individuell ausgerichtet werden kann. Falls dazu die Gelegenheit fehlt – etwa bei einem Lernprogramm – helfen alle Informationen zu den Prüfungsanforderungen bei möglichst vielen und unterschiedlichen Quellen.

Nachdem der Prüfling erfahren hat, welches Wissen in der Prüfung verlangt wird, vergleicht er die Prüfungsanforderungen mit seinem aktuellen Wissensstand und leitet daraus seinen Lernplan ab: Er transferiert die Lücken in Lernzeit – langfristig und kurzfristig.[8]

  • Ein schriftlicher Lernplan – als Jahres-, Monats-, Wochen- oder Tagesplan – unterstützt oder steigert sogar die Motivation zu lernen. Er gliedert vor allem komplexeren Lernstoff und die damit verbundenen Anforderungen in überschaubare Abschnitte, die erleichtern, engagiert und zielorientiert zu lernen und Lernfortschritte effizient zu kontrollieren. Er erlaubt, bei Zielabweichungen rechtzeitig korrigierende Maßnahmen zu ergreifen, und bewirkt meist disziplinierteres Lernen. Die Schriftlichkeit eines Lernplans macht überflüssig, einzelne Lernschritte immer wieder neu zu planen und zu organisieren.
  • Für umfangreicheren Lernstoff bietet sich an, einen umfassenden Plan für die komplette Lernzeit aufzustellen und ihn zu unterteilen mit Detailplänen für die Wochen oder Tage. Die Lernphasen dürfen nicht zu groß sein: Besser ist, sie in mehrere Lernabschnitte aufzuteilen, nicht zu viel auf einmal lernen zu wollen, sondern lieber öfter zu lernen.
    • Am Anfang des Lernplans stehen die Lernziele: Was will der Lernende in einem von ihm bestimmten Zeitraum erreichen? Die Definition der Lernziele richtet sich nach den Anforderungen, die der Lernstoff stellt.
  • Anhand seiner Planung kontrolliert der Lernende sich selbst, indem er am Ende jeder Planungsphase – am Abend beziehungsweise am Ende der Woche – prüft, ob er alle Aufgaben erfüllt, alle Zwischenziele erreicht und alles verstanden hat, auch um das Gelernte besser dauerhaft zu behalten. Am effektivsten ist, dabei nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen. Er kann zum Beispiel:
    • Lerninhalte in eigenen Worten wiedergeben
    • Fragen zu den Lerninhalten beantworten
    • Wichtige Fakten in eine Tabelle zusammenfassen
  • Unerledigte Lernschritte überträgt der Lernende in die nächste Planungsphase. Bei größeren Abweichungen passt er seinen Plan an.
  • Das Lernen wird entspannter, je früher die Planung beginnt und wenn eher mit etwas zu viel Zeit kalkuliert wird. Zeitreserven verringern die Aufregung, falls unvorhergesehene Hindernisse eintreten.
  • Um die eigene Lerngeschwindigkeit zu schätzen, können Testläufe, bei denen die Zeit gemessen wird – etwa beim Bearbeiten eines Programmabschnitts, eines Buchkapitels oder eines Artikels –, Hinweise geben. Die Ergebnisse erleichtern die Planung der benötigten Lernzeit.
  • Ermüdungserscheinungen lassen sich verringern, wenn die Planung bestimmt, Lerninhalte und Lernthemen sich abwechseln zu lassen – je unterschiedlicher, desto besser.
  • Der Lernplan sieht vor, am Ende sämtliche Lerninhalte – nicht bloß Ausschnitte – für die Anforderungen der Prüfung zu beherrschen. Wohl beraten ist, wer sich vergewissert, ob er die Aufgabe richtig verstanden hat.
  • Nicht das Erarbeiten neuer Lerninhalte oder das Aneignen von Wissen, aber das Vertiefen des Gelernten und das Bewältigen umfangreicher und sehr komplexer Aufgaben lassen sich in Gruppenarbeit meist effektiver bewältigen als allein. Der Lernplan koordiniert daher Termine mit drei bis fünf Personen für die Prüfungsvorbereitung.
  • Der Lernplan legt auch fest, wann sich der Lernende Fragen zu den Lerninhalten ausdenkt, sie aufschreibt und – allein oder mit anderen – beantwortet. Die Fragen zu den Lerninhalten geben dem Lernenden Sicherheit, weil sie die Prüfungssituation simulieren.
  • Am Ende des Lernplans steht die Wiederholung. Sie beginnt spätestens zwei Tage vor dem Prüfungstermin. Während der Wiederholung werden keine neuen Informationen aufgenommen.

Einfache Lernpläne dokumentieren die Zeit bis zur Prüfung und die zu lernenden Inhalte:

Für schriftliche Arbeiten

[9]Die Gliederung der Ziele in einzelne Arbeitsschritte und die genaue Planung des Ablaufs erleichtern das Erstellen einer schriftlichen Arbeit.

Wer eine schriftliche Arbeit verfassen will, recherchiert zunächst aktuelle Informationsquellen:

  • Er fragt Personen, die mit einer ähnlichen Thematik befasst sind, nach brauchbaren Veröffentlichungen.
  • Er nutzt das Internet sowie Wortverzeichnisse, Glossare, Register, Abstracts und Kurzbeschreibungen.
  • Er orientiert sich an der Literaturliste eines grundlegenden Werks.

Nachdem er seine Literatur gesammelt hat, legt er in einem schriftlichen Zeitplan fest, welche Arbeitsschritte er vorhat:

  • Für das Erarbeiten und Exzerpieren der Literatur
  • Für das Finden einer geeigneten Struktur des zu Erarbeitenden
  • Für das Anfertigen und Überarbeiten des Entwurfs
  • Für das Erstellen der endgültigen Fassung der schriftlichen Arbeit

Er verschafft sich zunächst einen Überblick über sein gesammeltes Material und entscheidet, wie relevant die verschiedenen Quellen für sein Thema sind, welche er ausführlicher und welche er knapper exzerpieren will. Danach liest und exzerpiert er mit den Methoden des Lesens von Fachtexten.

Nachdem er die Literatur kennt, entscheidet er, wie er sie darstellt: Für die Gliederung findet er mit seinen eigenen Fragen zum Inhalt und den Informationen, die er in der schriftlichen Arbeit geben will, einen geeigneten Aufbau – abhängig von der Aufgabenstellung und dem gesammelten Material. Er orientiert sich an ähnlichen Arbeiten und an der Gliederung von Texten in Fachveröffentlichungen.

Mit dem Schreiben des ersten Entwurfs beginnt er erst, nachdem er das gesamte Material gesichtet hat und weiß, was er zu den einzelnen Gliederungsabschnitten schreiben wird – sonst besteht die Gefahr, den Zusammenhang zu verlieren und eine falsche Reihenfolge zu wählen. Beim Schreiben achtet er jetzt noch nicht auf den sprachlichen Stil und auf prägnante Formulierungen, sondern schreibt seine Gedanken möglichst flüssig nieder.

Nach der Fertigstellung legt er den Entwurf ein oder zwei Tage beiseite und überarbeitet ihn anschließend. Mit der Pause entsteht Distanz zu den eigenen Formulierungen, Korrekturen fallen leichter, treffendere Formulierungen und bessere Beschreibungen finden sich. Beim Überarbeiten zeigt sich, an welchen Stellen inhaltliche Ergänzungen, Streichungen und Korrekturen notwendig sind und welche Passagen prägnanter formuliert werden können. Kontrollfragen erleichtern das Überarbeiten:

  • Betreffen sämtliche die Inhalte das Thema?
  • Ist die Gliederung der Aufgabenstellung angemessen?
  • Ist die logische Abfolge der einzelnen Abschnitte erkennbar?
  • Enthält die Arbeit alles Wesentliche?
  • Sind Nebensächlichkeiten zu weit ausgeführt?
  • Sind Einzelheiten überall vollständig dargestellt?
  • Ist jeder Satz verständlich?

Wenn der Autor seinen Text laut vorliest, fallen ihm Fehler und Unklarheiten eher auf. Wenn er dann den überarbeiteten Entwurf jemandem zur Durchsicht gibt, kann er von ihm erfahren, ob die Darstellung einleuchtend ist und an welchen Stellen weitere Veränderungen angebracht sind. – Schließlich überarbeitet er seinen Entwurf erneut und legt ihn dann für kurze Zeit beiseite.

Mit der Erstellung der endgültigen Version ist die schriftliche Arbeit beendet und kann nach dem Drucken abgegeben werden.

Das Systematische Vorgehen beim Lernen, ob als Vorbereiten auf eine Prüfung oder nicht, spart Zeit, lässt Raum für Entspannung, bewirkt zielgerichtetes Agieren und bringt maximale Ergebnisse. Wenn der Lernende sein Lernen selbst bestimmt, ist es am ehesten seinen Möglichkeiten angepasst.

Peter Hilbert

Quellen

[1] Rolf Arnold
[2] Francis Pleasant Robinson. Effective Study
[3][4][5] Gerrit Vollmer, Günter Hoberg. Top-Training. Lernen – behalten – anwenden
[6] Bastian Sick. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
[7] ,[8], [9] Ingrid Ingrid Michelitsch-Traeger, Heidemarie Seel